Autos auf der Stadtautobahn Berlin (Quelle: dpa/ Wolfram Steinberg)
Video: Abendschau | 18.10.2019 | Frank Drescher | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

rbb|24-Datenauswertung - Zwei Drittel der Dieselautos fallen bei amtlichen NOx-Tests durch

Zahlreiche Dieselautos stoßen auf der Straße weit mehr Stickoxide aus als bislang bekannt. Das zeigen bisher unveröffentlichte amtliche Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes, die rbb|24 exklusiv ausgewertet hat. Unter den schmutzigen Autos ist eine Bauart besonders vertreten. Von Dominik Wurnig

Subaru, Fiat, Mercedes-Benz, der Volkswagen-Konzern, Peugeot – das sind nur einige der Hersteller von 50 Automodellen bei denen das Kraftfahrt-Bundesamt im realen Fahrbetrieb einen höheren NOx-Ausstoß festgestellt hat, als am Prüfstand erlaubt. Das zeigen die Ergebnisse der Messfahrten im realen Fahrbetrieb, die das Kraftfahrt-Bundesamt als Maßnahme der Marktüberwachung seit 2016 durchgeführt hat. 189 Mal hat das Kraftfahrt-Bundesamt im realen Fahrbetrieb getestet; bei 65 Prozent aller getesteten Modelle sind die NOx-Werte höher als am Prüfstand erlaubt.

Unveröffentlichte Testergebnisse

Bisher waren diese Testergebnisse der Öffentlichkeit unbekannt. Nicht einmal der Verkehrsausschuss im Deutschen Bundestag kennt die Ergebnisse. "Nach wie vor verweigern Verkehrsminister Scheuer und sein Kraftfahrt-Bundesamt eine transparente Aufklärung des Abgasskandals. Die Abgastests des Kraftfahrt-Bundesamtes gleichen einem Geheimmanöver", sagt der grüne Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn dem rbb. "Vor mehr als zwei Jahren hat das Ministerium den letzten Zwischenbericht seiner Untersuchungskommission vorgelegt, seitdem herrscht Funkstille." Erst als der rbb rechtliche Schritte eingeleitet hat, hat das Kraftfahrt-Bundesamt die Informationen herausgegeben. "Dass Sie als rbb oder wir als Verband vor Gericht gehen müssen, um die Daten zu erhalten, die mit unserem Geld ermittelt wurden, ist völlig inakzeptabel. Wieso werden die Daten nicht auf den Tisch gelegt?", fragt Axel Friedrich, Abgasexperte der Deutschen Umwelthilfe.

Höhere Werte auf der Straße als am Prüfstand

Die Messergebnisse der Bundesbehörde bestätigen erstmals offiziell, dass weit mehr Automodelle auf der Straße die Stickoxid-Grenzwerte überschreiten, als bisher bekannt. Außerdem wird nun öffentlich, dass nicht alle Euro-6-Diesel sauber sind. Bisher sind Dieselautos dieser Schadstoffklasse von Fahrverboten etwa in Berlin ausgenommen. "Fahrzeuge mit Euro 6 fahren hier herum, dabei liegen sie weit, weit über dem Grenzwert, so dass die nicht mal Euro 1 einhalten. Ein Grenzwert, der 1993 gegolten hat, wird von diesen neuen Fahrzeugen nicht eingehalten", sagt der DUH-Experte Friedrich. "Das ist natürlich ein unglaublicher Vorgang, dass die weiterhin unsere Luft verpesten dürfen."

Die dreckigsten Euro-6-Autos

2015 wurde bekannt, dass der Volkswagen-Konzern mit Hilfe einer unerlaubten Abschalteinrichtung die Öffentlichkeit und die Zulassungsbehörden über den Stickoxid-Ausstoß seiner Diesel-Autos getäuscht hat. In der Folge hat das Kraftfahrt-Bundesamt etliche Fahrzeuge von Volkswagen zurückrufen lassen bzw. bemängelt (Links dazu: [kba.de] und [kba.de]). Betroffen waren dann auch andere Hersteller [kba.de]. In Berlin sowie in etlichen anderen Städten in Deutschland ist die Belastung mit Stickstoffdioxid seit Jahren zu hoch. Das Verwaltungsgericht Berlin hat daher angeordnet, dass an acht Berliner Straßen ein Durchfahrverbot für Diesel-Autos der Abgasnorm 5 eingerichtet werden muss. Nach Informationen von rbb24 sollen die Durchfahrverbote für Diesel-Fahrzeuge nach mehreren Verschiebungen Anfang November in Kraft treten.

VW Touareg (Euro 5) größte Dreckschleuder

Den höchsten NOx-Ausstoß hat die Bundesbehörde im Jahr 2018 bei dem Geländewagen VW-Touareg 3.0 TDI (245 PS), mit 2.769 Milligramm pro Kilometer im realen Fahrbetrieb gemessen. Der Tabelle des Kraftfahrt-Bundesamtes zufolge war dieses SUV-Modell, das zwischen 2010 und 2014 gebaut wurde, mit der älteren Abgasnorm Euro 5 zugelassen. Danach darf das Auto eigentlich nur 180 Milligramm NOx pro Kilometer ausstoßen - gemessen wird dies allerdings auf einem streng normierten Prüfstand (sogenannter NEFZ-Test). Bei einer über 90 Kilometer langen Testfahrt bei winterlichen 4,3 Grad Außentemperatur hat das KBA im realen Fahrbetrieb sogar eine Belastung mit mehr als 3.000 Milligramm gemessen. Experten erklären die Werte damit, dass die Abgasreinigung dieses Typs bei niedrigen Temperaturen nicht wirke.

Die dreckigsten Euro-5-Autos

Insgesamt hat die Behörde zwölf Euro-5-Autos überprüft – alle haben im realen Fahrbetrieb NOx-Abgaswerte weit über 180 Milligramm.

Auch Euro 6 Autos stinken

Aber auch Diesel-Autos mit der moderneren Abgasklasse Euronorm 6 stoßen extrem viele gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Der Subaru Outback 2.0l 110 kW - ebenfalls ein SUV - hat im KBA-Test im Schnitt 2.276 Milligramm Stickoxide pro Kilometer in die Luft geblasen.

"Das ist eine extreme Überschreitung der Grenzwerte", sagt Friedrich. "Völlig inakzeptabel, dass dieses Fahrzeug weiterhin auf der Straße herumfahren darf und weiterhin die Luft verpestet. Das ist Betrug am Kunden und an der Umwelt." Am Prüfstand darf diese Abgasklasse nur 80 Milligramm ausstoßen.

Auf dem zweiten Platz folgt der Mini-SUV 500x von Fiat, der laut KBA im Schnitt bei acht verschiedenen Messfahrten 1220,5 Milligramm Stickoxide pro Kilometer in die Luft bläst.

Es geht auch sauber

Bei den modernsten Abgasklassen Euro 6c und Euro 6dtemp scheint es, als bekämen die Hersteller die Abgasreinigung endlich in den Griff. Alle 13 überprüften Modelle haben im realen Fahrbetrieb weniger als  80 Milligramm NOx pro Kilometer ausgestoßen. "Man kann ein Dieselauto sauber machen. Es gibt jetzt Fahrzeuge, die liegen im Bereich von 10 bis 15 Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Auch große, starke Fahrzeuge. Das zeigt, es geht technisch, wenn man gewollt hätte, aber man hat nur Geld gespart", sagt Friedrich, der den Dieselskandal mitaufgedeckt hat. "Das ist der entscheidende Punkt: Zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit wurde hier Geld gespart."

So hat sich beispielsweise der Volkswagen Touareg 3.0 TDI inzwischen vom Saulus zum Paulus verbessert: Die 6d-Temp Version hat im Schnitt über drei Testfahrten nur noch rund 32 Milligramm ausgestoßen.

Viele SUVs und Limousinen mit überhöhten Werten

Unter den getesteten Fahrzeugen mit hohen NOx-Abgaswerten finden sich auffallend viele Geländewagen. Bei 39 Euro 6-Modellen mit mehr als 80 Milligramm NOx-Ausstoß finden sich 20 SUV, Pick-ups oder sogenannte Mini-SUV – beispielsweise auch ein Porsche Macan, ein Ford Kuga, ein Audi Q7 sowie ein Nissan Navara. Diese geländegängigen Fahrzeuge sind häufig größer und schwerer als andere Automodelle und wiegen teilweise über zwei Tonnen.

Ebenfalls häufig vertreten sind Limousinen wie der Mercedes-Benz C200 1.6l oder der Ford Mondeo 2,0I TDCi 110kW. Während in modernen LKW bereits seit längerer Zeit flächendeckend moderne Abgasreinigungssysteme verbaut werden, wird häufig argumentiert, dass dies bei Autos auf Grund von Platzproblemen nicht so einfach möglich ist. Für Lieferwagen greift dieses Argument nicht. Dennoch stoßen mit dem Fiat Ducato 2.3L 110kW, dem Mercedes-Benz Vito 190 CDI 1,6l 65kW oder dem Mercedes-Benz NCV3 Sprinter M1 OM651 120 kW mehrere Lieferwagen weiter mehr als 80 Milligramm NOx pro Kilometer im realen Fahrbetrieb aus.

Intransparente Politik

Lange musste der rbb um die Veröffentlichung der Messergebnisse kämpfen. Im April 2018 stellte der rbb die erste Informationsfreiheitsanfrage über das Onlineportal "Frag den Staat" [fragdenstaat.de] an das Kraftfahrt-Bundesamt. Erst nach Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung übergab die Behörde einen USB-Stick voller Daten. Diese sind jedoch weitgehend unlesbar: Die Rohdaten der Tests wurden in PDF-Dokumenten mit Tausenden A4-Seiten abgespeichert, die Tabellenköpfe wurden abgeschnitten und sind daher unlesbar. Es fehlen Prüfprotokolle und genaue Informationen zum Prüfaufbau. "Es fehlt immer noch die Transparenz, auch die Rohdaten bereitzustellen. Hier kann ich nur sehen, es ist etwas gemacht worden. Was dahinter steht, kann ich nicht überprüfen", sagt der Experte Friedrich, der mit seinem Emissions-Kontroll-Institut selber Tests im realen Fahrbetrieb durchführt.

So sehen schmutzige Diesel-Autos aus

Auch bei der parlamentarischen Aufarbeitung hakt es. Einen Bericht zu den Marktüberwachungstests hat das Kraftfahrt-Bundesamt dem Verkehrsausschuss schon vor über einem Jahr angekündigt – aber bis heute noch nicht veröffentlicht. "Informationen über die Abgastests müssen wir Parlamentarier über unzählige schriftliche Anfragen beschaffen, die Antworten sind oft kryptisch und unvollständig", sagt Kühn.

Besonders wichtig sind die Abgastests der Behörde für Tausende von Dieselfahrern, die vor Gericht Schadensersatz fordern.

Sendung: Inforadio, 18.10.2019, 06:00 Uhr

Beitrag von Dominik Wurnig

Kommentar

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128 Kommentare

  1. 128.

    Die Anti-Grünen-Polemisierer sollten sich klarmachen, dass das Verschmutzen des Gemeinschaftsgutes "Luft" eine immenese Bevormundung, Einschränkung und Schädigung anderer bedeutet. Ich bin faktisch eingeschränkt, wenn ich mit dem Fahrrad auf andere, deutlich längere, Strecken ausweichen muss, weil der Verkehr mit Autos, deren dickbäuchige, rotgesichtige Bluthochduck-fahrer sich schließlich nicht bevormunden lassen wollen, fahren wollen wo und soviel und womit sie wollen, an der Grenze ist. Das ist Bevormundung!!

  2. 127.

    In der letzten Grafik "Euronorm5: Gemessener NOx-Ausstoß im realen Fahrbetrieb" ist von einem BMW Alpina die Rede. Alpina ist beim KBA aber als eigener Hersteller registriert, warum also diese Verbindung? Wer sich ein wenig mit der Thematik auseinandersetzt weiß, dass Alpina so tiefe Eingriffe in die Motoren/Motorsteuerung der Fahrzeuge vornimmt, dass mitnichten von einem BMW Alpina gesprochen werden kann - was übrigens auch das KBA nicht macht.

  3. 126.

    Das sind die Allmachtsträume der Grünen

    wir werden alle an Träumen teilhaben können, wenn auf Wunsch der Grünen auch harte Drogen für alle zum Eigenbedarf straffrei werden...
    und wenn dieses auf Gesetzesebene zugestimmt würde, wäre mein nächster Wunsch eine Vollüberwachung des deutschen Volkes auf Schritt und Tritt! Dann sollte jeder Bürger "gläsern" werden und vom Verlassen der Wohnung bis zum wieder eintreffen rund um die Uhr überwacht werden weil dann, ist mit uns alles zu spät

  4. 125.

    Das sind die Allmachtsträume der Grünen und derer, die im Bugwasser mitschwimmen und allzugerne von FFF-Springer und XR-Jünger aufgenommen werden.
    Wenn Deutschland zur Insel der Ökoglückseligen geworden ist, wo Verbote, Bevormundungen und Vorschriften uns das Leben erleichtern, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann dann auch das Fahrradfahren, ob des schädlichen Gummiabtriebes und dem übernatürlichen CO2-Ausstoßes der Lastenfahrradfahrer, verboten wird.

  5. 124.

    Was hat eigentlich die tolle Datenauswertung ergeben? Darüber wird natürlich kein Wort verloren.

    Zig zehntausende von Fahrzeugen wurden erfasst, wer wann zu welcher Zeit wo vorbei gefahren ist und wann wieder zurück, hat man daraus schon ein schönes Bild ableiten können?

    Kann mir vorstellen, das viele Bürger, die von der Aktion mitbekommen haben, bewusst einen anderen Weg gefahren sind, da man keine Lust an der Überwachung hat und somit die Aktion im Endeffekt sinnlos war, da das Messergebniss auf diese Art verfälscht wurde.
    Bleibt also nur noch "Testlauf automatischer Einfahrkontrolle / Strafverfolgung für Dieselfahrverbote" oder aber einfach mal wieder nur eine riesengroße Steuerverschwendung.

  6. 123.

    Zumal es gerade unter weniger Gebildeten einen regelrechten Diesel-Fanatismus gibt.

    Eher sollte es heißen, das gerade unter den wenig Gebildeten der Benziner besser dagestellt wird, als dieser in Wirklichkeit ist.
    Bei Smog besteht nicht nur eine zu hohe Belastung durch giftige Gase sondern auch durch Feinstaub.
    Und diese Belastung ist beim Benziner deutlich höher als beim Diesel. Es wurden massig vermeintlich "dreckige" Diesel gegen diese vermeintlich "sauberen" GDI-Motoren getauscht und die Belastung stieg weiter an, anstelle zu sinken.
    Es gibt genug Beweise darüber im Netz zu finden!

    Dieselmotoren und GDI-Motoren im Vergleich
    Bei Motoren wurde der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben: Moderne GDI-Motoren, sogenannte Direkteinspritzer, stoßen mehr Feinstaub und dazu noch krebserregende Substanzen aus als moderne Dieselmotoren mit Partikelfilter.

    Aber Sie haben Recht. Es wird mit den Jahren schlimmer, wenn noch mehr Benziner durch Berlin fahren werden, anstelle Diesel

  7. 122.

    Dass die Luft in Berlin wesentlich schlechter geworden ist, ist keine Einbildung. Wer einmal mit einem Messgerät für Luftqualität rumläuft (gibt's für 30€), wird feststellen, dass entlang von vielen breiten Straßen fast ganzjährig Smog in gesundheitsschädlicher Stärke herrscht. Es wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich eher schlimmer, denn besser werden. Zumal es gerade unter weniger Gebildeten einen regelrechten Diesel-Fanatismus gibt.

  8. 121.

    01/2007–09/2010 BMW E60 535d (6 Zylinder) Herstellerangaben 6,7 Liter Diesel 100km
    Realverbrauch im Selbstversuch vor Jahren beim Firmenwagen über 10.815 km = 6,635 Liter Diesel auf 100km - errechnet aus alten Abrechnungen

    Resultat = 6,635 Liter auf 100km zu durstig und zu dreckig für die Zukunft...
    geht auch sparsamer und sauberer
    ____________________________________________________________

    seit 02/2017 BMW G30 520d Luxury Line (4 Zylinder) 4,1 Liter Diesel auf 100km
    Realverbrauch laut Auto-Motor-Sport über 20.000 km = 7,3 Liter Diesel auf 100km

    hmm... als Verbraucher ist das leicht verwirrend, wenn "altes" sparsamer ist als "neues" und alle das "neue" trotz Mehrverbrauch loben...

  9. 120.

    Der EU-Grenzwert (Jahresmittelwert) für die Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) in der Außenluft beträgt 40 µg/m³ – der Arbeitsplatzgrenzwert ist mit 950 µg/m³ wesentlich höher. Ein Arbeitsplatzgrenzwert ist ein Wert für die zeitlich begrenzte Belastung gesunder Arbeitender, während durch NO2 in der Außenluft auch empfindliche Personen rund um die Uhr betroffen sein können.

    und was ist mit Arbeitsplätze, welche 3 Schichten rund um die Uhr produzieren? Das wird nirgendwo bedacht aber man bedenkt, das Autos rund um die Uhr fahren - ob diese es tun oder nicht = egal.

    Eigentlich dürfte niemand mehr das Fenster in Küchen und Büroräume öffnen, damit die CO2 Belastung auf der Straße nicht steigt *grübel*

    und genauso ist das auch mit NOx beim Auto. Übers Auto kann man herziehen aber an dem anderen Thema will keiner sich die "Finger verbrennen".

  10. 119.

    So sehen schmutzige Diesel-Autos aus:
    Beim BMW 520d 2.0 (Abgasnorm EU5b) hat das KBA bei einer Messfahrt im realen Fahrbetrieb 460,66 mg/km NOx gemessen.

    Anstelle immer nur negativ Berichte sollte man auch mal über das positive berichten:
    Die saubersten und besten Diesel der Welt - MW 520d und Mercedes E 220 d im Härtetest
    www.auto-motor-und-sport.de/test/bmw-520d-und-mercedes-e220d-im-test/

    Wir haben ihre Abgasreinheit gemessen – als Erste, und nicht auf dem Prüfstand, sondern auf der Straße. Dabei unterbot der E 220 d die Grenzwerte für die ab 2019 gültige Euro-6d-Norm von 168 Milligramm Stickoxid pro Kilometer um 75 Prozent. Der 520d stellte mit 28 mg NOX/km eine neue Bestmarke auf: 83 Prozent unter dem zukünftigen Limit. Während der 220 d das mit einem SCR-System erzielt, kombiniert der 520d Harnstoffeinspritzung mit einem NOX-Speicherkat. Beide beweisen, wie sauber Diesel sein können, wenn sich Hersteller nicht lasche Norm-, sondern echte Bestwerte als Ziel setzen

  11. 118.

    Ich verstehe nicht, warum man das NOx Thema beim Auto immer wieder so strapaziert und sich keiner für die Leute mit Gasheizungen und Gasherden in ihren Wohnungen interessiert, die einer deutlich höheren NOx Belastung, als durch Autos verursachte Emissionen, ausgesetzt sind.

  12. 117.

    bestes Beispiel für die Zusammenarbeit von Autokonzernen:

    aktueller BMW Z4 und Toyota Supra. Identische Plattform, zusammen entwickelt...
    und fast alle Teile im Toyota Supra haben BMW Logo aufgestanzt und BMW Teilenummer. Selbst der Motor kommt von BMW und dennoch ist der Toyota ein wenig günstiger als der BMW.

    So kanns gehen... :D

    Wenn 2/3 der Fahrzeuge durch die NOx Abgaswerte fallen, warum wird der Nachrüstung/Umrüstung so viele Steine in den Weg gelegt? Es ist ja nicht nur die Automobilbranche, die sich sträubt sondern auch der Staat und die Behörden, welche sich quer stellen.
    Warum verliert man unter umständen die ABE des Fahrzeuges, wenn dieses nun nachweislich sauberer ist? Eigentlich sollte doch jeder darüber glücklich sein, wenn mehr dreckige Fahrzeuge noch sauberer werden.

  13. 116.

    Oft funktioniert das mit den Fusionen nicht so wirklich, es rechnet sich doch nicht wie erhofft und dann wird die andere Marke wieder abgestoßen. Wie damals bei Mercedes und Chrysler, was nun Fiat-Chrysler ist und zu Fiat gehören auch eine Menge andere Marken. Unter anderem auch Ferrari.

    Die Idee in einem "Sportwagen" oder eher "Gran Tourismo" anstelle eines fetten durstigen Motor mit viel PS einen Diesel Motor zu verbauen, finde ich persönlich gar nicht so schlecht. Wenn jemand ein Fan der Marke ist, gerne dieses Fahrzeug haben möchte, weil es seine Leidenschaft ist, aber dennoch sparen oder was für die Umwelt machen möchte, kann er ja hier zu einem Diesel greifen.
    Es ist in der Tat so, das sich auch so Menschen solche Auto kaufen, die damit nicht rasen wollen sondern einfach nur dahin gleiten. Hatte in Köln mal ne Oma (75+) getroffen, die sich aus einem Porsche quälte. Das war IHR "Spielzeug" Mehr als 100kmh ist der nie gelaufen aber Sie hatte da ihre Freude dran

  14. 115.

    Früher gab es halt VW, Audi, Skoda, Seat, Lamborghini, Bugatti, Porsche, Ducati, Scania und MAN.
    Alles wurde vom VW Konzern einverleibt und obwohl diese unter eigenen Firmennamen laufen, gehören diese alle zum VW Konzern. Dies hat dann eine große Kosteneinsparung in der Entwicklung und auch in der Produktion zur Folge, da man in der Entwicklung identische Plattformen, Motoren nutzen kann und halt nur 1 Bauteil fertigen muss und diese allen Fahrzeugen aus dem Konzern anbieten kann. Dies führt dann zu unschönen Erlebnissen, wenn in einem Lambo identische Schalter wir im Golf sind.

    Bei anderen Konzernen ist das zum Teil nicht anders. Es werdem Allianzen geschlossen und dann auch miteinander Motoren entwickelt und untereinander getauscht.
    Nissan - Renault war auch so ein Beispiel. Nissan verbaute Renault Getriebe und Motoren, Mercedes auch Renault Motoren, BMW und Peugeot (im Mini und in allen Peugeot THP Modellen)

  15. 114.

    Vielen Dank für Ihre Ergänzung und Aufklärung.
    Das mit dem 4-Zyl. VW/Audi im 924er war schon klar und dass im Benz (Smart) und einigen Hundefängern/Lieferwagen so ein Renault werkelt ist auch klar - fürher oder aktuell, glaube ich, z.T. auch Mitsubishi im Nutzfahrzeugbereich.
    Mir hats nur irgendwie mein Weltbild zum Bröckeln gebracht genauso als wenn man Jaguar und Diesel (gibts tatsächlich :-(
    im selben Satz liest. Zugegeben machen wir alle im Rahmen unserer Möglichkeiten viel Dreck, denn auch ich kann meinen Turbo-Benziner davon nicht ausnehmen, aber die werden ja demnächst nach CO2 besteuert.

  16. 113.

    Unglaublich, dass diese nachweislich illegal gesundheitsgefährdenden Autos weiterhin in Wohngebieten umherfahren dürfen. DANKE !!! an Dominik und an alle, die sich weiterhin für Aufklärung und Gesundheitsschutz einsetzen. An die Halter: bitte stehen lassen und auch selbst auf Schadenersatz klagen.

  17. 112.

    Während Ihr rollendes Sicherheitsrisko ohne zeitgemäße Assistenzsysteme noch überlegt, ob es bremsen soll, stehen Fahrzeuge wie der Macan auch bei niedrigen Geschwindigkeiten schon längst. Panzerähnlich ist vor allem dessen Bremsweg.

    In Berlin braucht man vor allem gute Ausreden, um überhaupt mit einem PKW, egal ob SUV, Kleinbus, Limousine, Kombi, Kleinwagen etc. täglich für private Wege durch die Stadt zu fahren. Midsize-SUVs wie der Audi Q7, der Porsche Cayenne oder der VW Touareg sind eher selten. 'Nen Multivan verkauft sich wohl eher besser, fällt nur kaum auf.

    Fahrzeuge wie der Macan oder Q5 sind ähnlich groß wie vergleichbare Limousinen und taugen wenig für eine Hetze. Völlig absurd wird die Argumentation bei einem Tiguan oder noch kleineren Fahrzeugen, die bei den Kunden immer beliebter werden und einem Großteil der SUV-Verkäufe in der EU ausmachen. Gleichzeitig geht der Verkauf von Kompakt-Vans gleicher Größe deutlich zurück.

  18. 111.

    (Teil 2)
    Teile der KBA-Meßergebnisse waren lange bekannt.
    Der RBB hat die Diagramme wider besseren Wissens veröffentlicht, er hat selber erkannt, dass wichtige Infos weiterhin fehlen. Manchen Lesern ist nichtmals aufgefallen, dass auch Benziner aufgeführt sind.
    Das Thermofenster ist im Bereich einstelliger Temperaturen mindestens im Ansatz legal, versch. andere Abschalteinrichtungen aber nicht.
    Das KBA hat in seinem Zuständigkeitsbereich diverse Rückrufe veranlasst, Behörden anderer EU-Länder sind auffällig unauffällig.



  19. 110.

    Ich fasse man kurz zusammen:
    Bereits 2015 war wegen Messungen in USA durch Messungen des ADAC und der Fachpresse bekannt, dass viele Diesel die Laborgrenzwerte außerhalb der Norm-Zyklen nicht einhalten. AMS hatte auch den Fiast 500x gemessen. Für die Straße gibt es erst mit 6d temp einen Grenzwert von 2,1 x 80mg/km NOx. Die GW-Markierung in den Diagrammen ist falsch wie auch die Überschrift etwas suggeriert, was es so in dem Maße nicht gibt.

    Die DUH hat selber nachgewiesen, dass der Sharan nach dem Software-Update lediglich bei tiefen Temperaturen nahe 0°C einen deutlich weniger erhöhten NOx-Ausstoß hat, der noch unterhalb des Niveaus der Vorgabe für SCR-Nachrüstungen liegt. Bei Temperaturen im zweistelligen Bereich hält der auch auf der Straße den Labor-GW ein.

    Neue Diesel sind sauberer als mancher Benziner. Auch das ist seit Jahren bekannt und findet seinen Niederschlag in der Tabelle. EU6-Werte müssten wegen 6d temp weiter aufgeschlüsselt werden.

    MAD wird eingestellt.

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