Anschlag auf Wahlkreisbüro; befindet sich seit 2014 in der Zähringer/Ecke Bayerische Str. in Berlin Wilmersdorf. (Quelle: rbb/Katrin Veuskens)
Bild: rbb/Katrin Veuskens

Berlin-Wilmersdorf - Scheiben von CDU-Wahlkreisbüro eingeworfen

Nach einer Diskussion über Antisemitismus in einem CDU-Wahlkreisbüro in Berlin-Wilmersdorf schlagen Unbekannte die Fenster der Räumlichkeiten ein. Die CDU sieht darin keinen Zufall - jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Auf das Wahlkreis-Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler in Berlin-Wilmersdorf ist ein Anschlag verübt worden. In der Nacht auf Dienstag haben Unbekannte alle fünf Schaufensterscheiben des Büros in der Zähringerstraße eingeschlagen, wie Gröhler auf seinem Facebook-Profil mitteilte. Anwohner wollen mehrere Täter gesehen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Gröhler sieht Zusammenhang zu Antisemitismus-Veranstaltung

Laut Gröhler wurde in seinem Wahlkreisbüro am Montagabend über Antisemitismus diskutiert. Anwesend war auch Dr. Felix Klein, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland. Der CDU-Politiker geht von einem Zusammenhang aus: "Dass die Scheiben wenige Stunden nach der Veranstaltung eingeschlagen worden sind, ist sicher kein Zufall. Ich werde mich aber nicht einschüchtern lassen. Als frei gewählter Abgeordneter werde ich weiter die Themen öffentlich diskutieren, die ich für richtig halte", so Gröhler. Am 27. November werde er wie geplant mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) über die Folgen aus dem Mord an Walter Lübcke diskutieren. Der Kasseler Regierungspräsident war im Juni 2019 ermordet worden, als mutmaßlicher Täter gilt ein Neonazi.

Wie Mitarbeiterinnen des Wahlkreisbüros dem rbb sagten, war die Veranstaltung am Montagabendgut besucht. Sie war zuvor mit einem Aufsteller vor dem Büro und mit Plakaten in den Fenstern beworben worden. Die Veranstaltung selbst sei ruhig verlaufen. Den Mitarbeiterinnen zufolge gab es zuvor noch keinen so massiven Anschlag auf das Wahlkreisbüro, das zugleich ein Café ist. lediglich einen Farbbeutelanschlag habe es schon mal gegeben.

CDU spricht von Angriffe auf die Demokratie

Die CDU reagierte bestürzt auf die Attacke. "Angriffe auf Abgeordnete und ihre Wahlkreisbüros sind zugleich Angriffe auf die parlamentarische Demokratie", teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer, mit. Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner erklärte: "Es darf in Berlin keinen Platz für Hass, Gewalt und Extremismus geben. Das Gift des Antisemitismus muss überall bekämpft werden, wo wir darauf stoßen."

Der Anschlag löste auch parteiübergreifend Besorgnis aus. Die Grünen-Politikerin Lisa Paus betonte auf Twitter, im Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus stünden alle demokratischen Parteien zusammen. "Meine volle Solidarität mit dem CDU-Kollegen aus meinem Wahlkreis", so Paus.  

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ach, und die dürfen dann berechtigterweise fremdes Eigentum beschädigen? Interessante Auffassung!

  2. 4.

    "Tja, das ist doch mittlerweile in Berlin üblich und hoffähig geworden."

    Das ist der gleiche Unsinn wie ihre Schlußfolgerung.

  3. 3.

    Tja, das ist doch mittlerweile in Berlin üblich und hoffähig geworden.

    Wenn Du nicht meine Meinung vertritts, hast Du die falsche Meinung und dann gehe ich gegen Dich vor. Entweder digital oder mit roher Gewalt wie in diesem Fall. Diese Spielchen kennen wir ja schon, sowohl aus der rechten, als auch aus der linken Ecke.

    Deutschland kommt so langsam seine Mitte abhanden.

  4. 2.

    Vielleicht sind es zwangsgeräumte Mieter gewesen, die bei diesen Marktextremisten die politische Verantwortung für den Bankenskandal und den Raubzug gegen öffentliches Eigentum sehen.

  5. 1.

    Gröhler ist doch der, der ständig für Verschärfungen aller Art bei Geflüchteten ist. Hauptsache alle raus und doitsche Reinkultur erhalten.
    Da haben wohl ein paar verärgerte Freunde zugeschlagen.

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