Archiv- Proteste gegendie Angriffe des türkischen Militärs auf Städte und Dörfer der Demokratische Föderation Nordsyrien Rojava am 20.12.2018 in Berlin. (Bild: imago-images/Christian Mang)
Bild: imago-images Archivbild/Christian Mang

Passanten provozieren Demonstranten - Prügeleien bei Demo gegen türkische Offensive in Syrien

Bei zwei Demonstrationen in Berlin-Kreuzberg gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien ist es zu Gewalttaten gekommen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden mehrere Beamte dabei am Kopf verletzt.

Zuvor hatten Passanten den Demonstrierenden am Donnerstagabend dreimal den sogenannten Wolfsgruß der türkischen rechtsextremistischen "Grauen Wölfe" gezeigt. Das habe zu starkem Unmut unter den Demonstrationsteilnehmern geführt, so die Polizei.

Beim ersten Mal konnten die Einsatzkräfte die Demonstranten durch "körperliche Gewalt in Form von Drücken und Schieben" von der Passantin, die den "Wolfsgruß" gezeigt hatte, fernhalten. Später ging der Demonstrationszug in der Oranienstraße in eine weitere Demonstration über, die Teilnehmerzahl wuchs auf mehrere tausend Personen an, so die Polizei.

Drei Beamte am Kopf verletzt

Kurz darauf griffen den Angaben zufolge etwa 20 Demonstranten einen Mann an, der ebenfalls den Gruß der "Grauen Wölfe" gezeigt hatte. Beamte, die die körperliche Auseinandersetzung beenden wollten, seien ebenfalls angegriffen worden. Einem sei ein Pflasterstein an den Kopf geworfen worden, zwei weitere seien mit Schlägen und Tritten ebenfalls am Kopf verletzt worden. Sie seien aber zunächst im Dienst geblieben. Ob es weitere Verletzte gab, teilte die Polizei nicht mit.

Im weiteren Verlauf der Demonstration hätten mehrere Demonstranten versucht, ein Lokal zu stürmen, nachdem ein Mitarbeiter dort ebenfalls den "Wolfsgruß" gezeigt haben soll. Polizeikräfte verhinderten, dass die Demonstranten in das Lokal eindrangen.

Nun wird wegen schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Sendung: rbb24, 10.09.2019, 21:45 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Ich ziehe mir ganz bestimmt keine fremden Schuhe an, erst recht keine gebrauchten, wie von Ihnen hier dargeboten. Wo ich das Thema innenpolitisch ausschlachten soll, müssten Sie schon mal darlegen. Weil ich für die Durchsetzung der Demonstrationsfreiheit eintrete? Ich bitte Sie! Vielleicht denken Sie mal drüber nach, ob nicht eher Sie es sind, die hier einen politischen Schattenkampf mit fraglichen Behauptungen zu führen versucht!

  2. 12.

    Genau, dort sterben unschuldige Menschen. Wie in jedem Krieg sind es Zivilisten, die ersten die sterben. Jeder Krieg ist ein Verbrechen und ich wundere mich warum keiner dem Despoten Erdogan in den Arm fällt.

    Sie sind es doch, der hier das Thema innenpolitisch ausschlachten will. Sie sind es auch, ohne angesprochen zu werden, der sich den Schuh anzieht. Bitte, wenn der Schuh passt.

  3. 11.

    Erdogan hat sich lange genug vorbereitet,um dieses Zeitfenster zu nutzen.Trump zieht die Truppen zurück,Putin hält still (solange sein Mittelmeerstützpunkt garantiert ist),die EU hampelt rum und eschauffiert sich.Die türkische Armee ist der syrischen Armee haushoch überlegen,also wird sie diese Sicherheitszone nicht nur erobern,sondern auch halten.Wer sich für historische Karten interessiert:Seltsamerweise entspricht diese Sicherheitszone genau dem Gebiet,das 1923 im Lausanner Vertrag der Türkei zugesprochen wurde.Die nach dieser Aktion nun stattfindende Entfremdung zwischen den NATO-Partnern und der Türkei garantiert die Unterstützung durch Putin.Daraufhin wird diese Sicherheitszone lamentierend international akzeptiert werden,weil keine andere diplomatische Lösung mehr möglich ist.Also "alles gut" und Erdogan ist seinem Ziel der Wiederherstellung alter türkisch/osmanischer Grenzen wieder ein Stück näher gekommen.

  4. 10.

    Weniger Scheuklappen und ein wenig mehr differenziertes Denken täte Ihnen wirklich gut. Zumal dieses Thema meines Erachtens nicht für innenpolitische Streitereien taugt. Dort sterben Menschen, unschuldige Menschen! Das ist ein Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrig. Und Sie haben wirklich nichts besseres zu tun, als Kommentatoren zu diffamieren? Sind Sie schon so tief gesunken?

  5. 9.

    Vorsicht, lieber Hasan, hier bekommt man schon mal ganz schnell Applaus von der falschen Seite. Einer Seite des Fremdenhasses, die sich Konflikte zu eigen machen um einen gegen den anderen auszuspielen.

    Da scheut man auch nicht vor unglaublicher Heuchelei zurück, wenn es darum geht den Feind meines Freundes anzugreifen, sonst aber die ganze Zeit Fremdenhass predigt.

    Da ist man auch bereit Türken gegen Kurden auszuspielen, obwohl man sonst auf der Seite von Despoten und dem "starken Staat" steht. Lassen Sie sich nicht einlullen von denen, die ein solches System, wie es in der Türkei herrscht, auch bei uns einfordern.

    Was dort die Grauen Wölfe, ist hier die AfD!

  6. 8.

    Ich glaube, Sie haben meinen Kommentar falsch aufgefasst, werter Hassen! Mit der Härte meine ich die Türken, die die berechtigten Anliegen der Kurden für diese Demo nicht akzeptieren wollen. Ich kann euch Kurden bestens verstehen und ich finde es eine Schande, wie die westliche, demokratische Welt mal wieder mit euch umgeht, euch verrät und verkauft. Die Reaktionen der Politik, aber auch unserer Presse finde ich zum Ko..en! Hat man sich von Erdogan schon so erpressbar gemacht, dass man Menschenrechte und das Völkerrecht mit Füßen treten lässt und keine klare Verurteilung mehr möglich ist? Wo bleibt der breite Aufschrei? Dort sterben Menschen, verdammt noch mal, weil ein Natostaat ein fremdes Land überfällt! Der angebliche Kampf gegen die YPG ist doch erfunden, es geht gegen Kurden allgemein. Für mich ist der Tatbestand des Völkermordes damit erfüllt. Ich erwarte endlich Taten durch die Politik im Kampf dagegen! Jetzt!

  7. 7.

    Hasan, danke für Ihren Kommentar. Ich bin im Gedanken mit Euch. Auch ich verurteile das Vorgehen der Türkischen Armee aufs schärfste. Das Deutschland weiterhin Waffen an die Türkei liefert, finde ich unverzeihlich.

  8. 6.

    Auch wenn ich ethnisch weder zur türkischen noch zur kurdischen Seite jegliche Bezüge habe, halte ich den Einmarsch und die Machenschaften der türkischen Regierung für höchst bedenklich! Dieser Krieg wird nicht nur Einfluss auf die unmittelbar umliegenden Länder haben, sondern auch auf Deutschland. Es herrschen chaotische Zustände, u.a. auch in den Gefängnissen, wo sich IS-Kämpfer befinden. Nun haben diese Gelegenheit wieder auf freien Fuß zu gelangen. Unschuldige Menschen werden getötet und es wird erneut eine Welle der Flucht ausbrechen. Es muss doch möglich sein den Menschen vor Ort zu helfen, dass diese erst gar nicht flüchten müssen. Solange man nur die Symptome bekämpft bzw. mildert und nicht die Ursache an der Wurzel packt wird sich nie etwas ändern und Menschen sterben massenhaft auf der Flucht in das vermeintliche Paradies. Es ist wie ein Teufelskreis...

  9. 5.

    Wenn Ihre Waffen (für töten Menschen) für andere Länder exportiert wird für Geld damit sie sich töten und sie sich friedlich in ihre Straßen den vernünftigen Spielen. Nein ihr wolltt die Kurden nicht verstehen. Ihr wird es erstmal verstehen wenn Islamisten ihre Stätte und Straßen bombadierden.. Doch dann wird es zu spät sein... EU lässt sich von lächerlichen erdogan bedrohen angeblich lässt er die Toren auf machen als ob es Toren ershaft gibt die Flüchtlinge kommen sowieso wenn sie kommen wollen. Die Kurden wollen auf der Welt mit jeder Volk Gruppe in Frieden leben.... Wacht auf Deutschland ihr beschwert euch für paar Demonstranten die in wirklichkeit auch für eure friedlichen leben sorgen wollen...

  10. 4.

    Es ist einfach nur erschreckend, dass und mit welcher Härte die Konflikte dieser Welt auf unseren Straßen ausgetragen werden. Wenn hier Menschen meinen, die Demonstrationsfreiheit für einen gefühlten Feind der fernen "Heimat" gälte nicht, dann müssen die die ganze Härte unseres Rechtsstaates erfahren!

  11. 2.

    Und genau das möchten sie nicht. Diese Menschen nutzen die Freiheiten unsrers Staates aus. Die Kurden könnten kämpfen für ihr Recht oder die verwirrten Türken kämpfen für ihren Diktator. Machen sie aber nicht....sie nutzen einfach nur aus was man ihnen gibt, obwohl es ihnen nicht zusteht. Versammlungsfreiheit ist ein Bürgerrecht....nicht Menschenrecht.

  12. 1.

    Ich verstehe es nicht, alle leben in Berlin und nutzen die Vorteile. Aber verteidigen ihre Heimat und hegen ihren Hass aus der Heimat. Entweder lebe ich hier und bin friedlich oder ich gehe in die Heimat und kämpfe dort.

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