Gebäudeensemble am Strausberger Platz; die Hausnummer 12 befindet sich am linken Bildrand hinter der Baumgruppe. (Quelle: imago/Dirk Sattler)
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Audio: Inforadio | 11.10.2019 | Wolf Siebert | Bild: imago/Dirk Sattler

Verleger Kölmel kauft Mietshaus - Mieter vom Strausberger Platz finden Investor "mit Herz"

Der Leipziger Verlagsbesitzer Michael Kölmel hat nach rbb-Informationen das Berliner Mietshaus Strausberger Platz 12 erworben. Die Immobilie hatte im Sommer für Schlagzeilen gesorgt, weil die 21 Mietparteien bundesweit unter dem Slogan "Investor mit Herz" nach einem Käufer gesucht hatten.

Kaltmieten werden fünf Jahre lang eingefroren

Wie das Inforadio vom rbb erfahren hat, sagt der neue Besitzer nun zu, die Kaltmieten fünf Jahre lang nicht zu erhöhen. Außerdem sollen die Mieter zehn Jahre lang vor Eigenbedarfskündigungen geschützt werden.

Kölmel gehört der Verlag "Zweitausendeins". Früher war er unter anderem Chef des Filmverleihs "Kinowelt" und auch am Umbau des Leipziger Zentralstadions beteiligt. Seit 2013 ist Kölmel auch wieder im Filmgeschäft tätig - mit dem neu gegründeten Filmverleih "Weltkino".

Wohnungen waren bereits zum Verkauf inseriert

Nach Worten einer Mieterin waren die Wohnungen am Strausberger Platz im Sommer bereits inseriert worden - unter dem Stichwort "Eigentumswohnungen im Kulturdenkmal". Zwei-Zimmer-Wohnungen wurden damals für einen Preis zwischen 235.000 und 305.000 Euro angeboten. Auch erste Interessenten hatten sich schon gemeldet, darunter ein Ehepaar aus China.

Um sich gegen den drohenden Verlust ihrer Wohnungen zu wehren, hatte die Mietergemeinschaft die Eigentümer gebeten, nach einem "Investor mit Herz" suchen zu dürfen, der die Mietverträge nicht anrührt.

Sendung: Abendschau, 10.10.2019, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Der Tagesspiegel hat recherchiert, dass das Objekt 2001 in ETW umgewandelt worden ist, ein Verkauf des gesamten Hauses erfolgte 2004. Zu der Zeiten sanken die Angebotsmieten in Berlin.

  2. 2.

    Wieso muss man bei euch Gierschlunden/Investoren alle 2 Jahre teuer sanieren? Um die Miete zu erhöhen?

  3. 1.

    Wohndenkmal, Sanierung teuer, Mieten billig, na wenn das mal gut geht. Das Herz kann sich auch nicht gegen die Natur, die Physik, die Mathematik und den Finanzregeln stellen, wie das Klima auch keine Kompromisse macht. Am Ende wird wohl der Steuerzahler wieder für diese Phantasien blechen wenn alles abgewohnt und marode ist... in 20 - 30 Jahren.
    Wer da 40 Jahre wohnt, wer ist das denn? Ein SED Parteisoldat, ein Ex-Stasi Mitarbeiter oder Gutverdiener in zu günstigen Wohnungen?
    Ich weiß dass in den Zuckerbauten einige Promis wohnen und Geschäftsleute. Ob die da "hingehören" ?? Das ist ja so, als würde das Blockhaus die Tafeln leer räumen.
    Aber ok, is ein privater, der muss wissen was er tut, is ja seine Investition. Aber ich meine, der Senat hat die Wohnungen ja seiner Zeit nicht umsonst verkauft.

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