Rechtsextremisten treffen bei einer Demonstration zum Tag der Deutschen Einheit an der Ecke Reinhardtstraße/Friedrichstraße auf Gegendemonstranten (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Video: Abendschau | 03.10.2019 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Tag der Deutschen Einheit - Rechtsextremisten ziehen durch Berlin - unter Protest

Etwa 1.000 Rechtsextremisten sind laut Polizei zum Tag der Deutschen Einheit durch Berlin gezogen. Begleitet wurde die Demonstration von 2.200 Polizisten und etwa 1.200 Gegendemonstranten.

Begleitet von Polizisten und Gegendemonstranten ist eine Demonstration der Initiative "Wir für Deutschland" am Donnerstag durch Berlin-Mitte gezogen. Der Verfassungsschutz ordnet die Initiative dem rechtsextremen Spektrum zu. Das Ziel der Teilnehmer ist es, den 3. Oktober zu einem "Tag der Nation" zu erklären.

Unter den nach Polizeiangaben rund 1.000 Teilnehmern waren auch Neonazis sowie Angehörige der sogenannten Reichsbürger-Szene, Demonstranten mit Motiven der vom Verfassungsschutz beobachteten islamfeindlichen "German Defence League" und der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Bei einer Zwischenkundgebung an der Touristenattraktion Checkpoint Charlie trat auch Ex-AfD-Politiker André Poggenburg auf.

Der Demonstrationszug startete am Washingtonplatz und endete am Neptunplatz in der Nähe des Alexanderplatzes. Angemeldet waren ursprünglich 5.000 Teilnehmer. 2.200 Polizisten waren im Einsatz, um entlang der Wegstrecke Zusammenstöße mit Teilnehmern mehrerer Gegendemonstrationen zu verhindern.

Es gab mehrere Fälle von Freiheitsbeschränkung wegen Körperverletzung, Vermummung und wegen Führens unerlaubter Gegenstände auf beiden Seiten, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz rbb|24.

Mehrere Gegendemos

Mehrere Initiativen und linke Gruppen veranstalteten Gegenkundgebungen entlang der Route. Eine Kundgebung der "Anwohnerinitiative für Zivilcourage - Gegen Rechts" an der Friedrichstraße startete um kurz nach 13 Uhr. Nach rbb-Schätzungen demonstrierten dort etwa 1.200 Menschen. An dem Aufruf hatten sich auch der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz beteiligt.

Hitlergruß und "Merkel muss weg"-Rufe im letzten Jahr

Am Tag der Deutschen Einheit im vergangenen Jahr waren etwa 2.000 Rechtspopulisten und einige Neonazis mit der Initiative "Wir für Deutschland" durch Berlin-Mitte gezogen. Einzelne Teilnehmer zeigten den Hitlergruß, Demonstranten riefen "Merkel muss weg" und "Lügenpresse".

Kommentarfunktion am 03.10.2019, 18.10 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

34 Kommentare

  1. 34.

    Danke für diesen ergreifenden Kommentar, sie sprechen mir meiner Familie, Freunden und vielen Kollegen aus dem Herzen.

  2. 33.

    Tausend Dank an die Gegendemonstranten!

  3. 32.

    Wieso wird sowas am Tag der Einheit in Mitte genehmigt???

  4. 30.

    Der eifrige Rechtspopulismus-Sympathisant möchte nicht in Verbindung gebracht werden mit Rechtsextremen? Wie heuchlerisch - und vergebens. Rechtspopulismus fußt auf diversen Ideologiefragmenten des Nationalsozialismus. Zudem neigen manch höhere Vertreter*innen von AfD und Co. nicht "nur" zum NS-Duktus und -Ideologie, sondern zeigen sich auch schon mal organisiert im Schulterschluss mit Rechtsextremen, die sich so auch selbst bezeichnen. Die inhaltlichen und personellen Überschneidungen machen jede Distanzierung nichtig.

    Es stellt sich auch die Frage, wie man Ihrer Vorstellung nach, auf einer Demonstration "wertfrei ein Anliegen" vortragen könnte. Haben Sie schonmal eine wertfreie Demonstration gesehen? Also doch kein Distanzierungsversuch?

    Beinahe peinlich ist, wie sehr Sie hier die Bezeichnung "Rechtspopulismus" zu delegitmieren versuchen. Und der rbb solle dann wohl möglichst der Demo-Melder rechtsextremer Veranstaltungen sein, ja? "Wertfrei", nehme ich an? Absurd.

  5. 29.

    Themen bewusst zu emotionalisieren, auf Angst oder Wut zu setzen, und bewusst Unwahrheiten zu verbreiten, um eine Stimmung im eigenen, sprich antiegalitären, antipluralistischen, antilibertären, Sinne zu erreichen, um best. Menschen Rechte abzusprechen oder sie anderweitig zu delegitimieren, ist eine Stilart von Politik: Rechtspopulismus. Zum Nazismus braucht es zwingend ein pronazistisches Weltbild, also eine positive Bewertung der NS-Ideologie. Hitlergrüße sind z.B. Ausdruck dessen.

    Ihr Versuch der Vernebelung der politischen Motivation der Akteur*innen ist gescheitert. Rechtsextreme Ideologie ist kein Bestandteil von Meinung. Und Sie betätigen sich hier als Verteidiger von NS-Ideologie und deren Anhängerschaft. "Bravo." Ihr Nationalismus, Rassismus und Sexismus sind unvereinbar mit demokratischen Grundwerten. Dass gerade Sie mehr Bildung einfordern, ist daher unfreiwillig ironisch.

  6. 28.

    Ich muss mich von Ihnen nicht respektlos beleidigen lassen. Ich hab die DDR am eigenen Leib erlebt, da brauche ich keine Buchempfehlung von Ihnen. Zuhören und ausreden lassen und sachlich diskutieren das würde ich ihnen Empfehlen.

  7. 27.

    "...sehe nur das, was der Veranstalter aufnimmt".

    Ein herrlicher freudscher Versprecher! Wäre nicht nötig gewesen, der aufmerksame Mitleser hier weiß wem ihre Sympathie und Unterstützung gilt.

  8. 26.

    Dass man sich gegen Rechtextremisten entgegenstellt, ist positiv zu bewerten wie auch das Gerichtsurteil, dass man Höcke als Faschist bezeichnen könne. Nur sollte man dabei aufpassen, dass man nicht das andere Extrem in einem absichtlich gutem Licht stehen lässt. Allein schon das provozierende Zeigen des Hitlergrußes ist eine Straftat und zeugt im Rahmen einer solchen Demonstration nicht gerade von hoher Belichtung dieser Kreise.

    indymedia ist allerdings auch nicht gerade ein Hort der Verfassung, eine Unterseite von denen wurde wegen Verherrlichung linksextremistischer Straftaten vorläufig verboten. Das wiederum stieß natürlich auf Protest der Linkspopulisten wie hier sicherlich die AfD ähnlich argumentieren würde und beide Seiten dann plötzlich das GG für sich entdecken. de.inymedia.org findet sich ebenfalls in verschiedenen Verfassungsschutzberichten im Themenbereich Linksextremismus wieder.

  9. 25.

    Falsch! Antifaschisten wäre richtig. Damit Sie sich dann darüber aufregen kann, wie andere Leute Antifaschisten sein können.

  10. 24.

    Die Kundgebung wird gerade live vom Washingtonplatz übertragen. Neonazis mit "Hitlergruss" konnte ich bisher nicht entdecken. Klar, dabie bin ich nicht, sehe nur das, was der Veranstalter aufnimmt. Aber vielleicht wissen ja die anwesenden RBB Reporter mehr und stellen die Videos hier ein.

  11. 23.

    Na klar, jetzt sind die Fronten geklärt. Ich habe bisher immer links gewählt und schäme mich nicht dafür. Bei manchen Dingen oder Sachverhalten gehe ich nicht mit - dafür werde ich als "Rechts" eingestuft. Ich habe meine Meinung, und lasse mich nicht verbiegen - zu keiner Zeit. Ich neige zum Sarkasmus - deswegen wird manches nicht veröffentlicht (nie unter die Gürtellinie) - aber so ist das Leben.

  12. 22.

    Die Kritik bezog sich erkennbar eindeutig auf die ursprüngliche Formulierung des Artikels. Wie der RBB hier inzwischen klar gestellt hat, ist der Verein vom Verfassungsschutz beobachtet und wird der rechtsextremen Szene zugerechnet. Der RBB hat den Artikel dahingehend korrigiert, so dass er jetzt eindeutig ist und sich die ursprüngliche Kritik damit auch erledigt hat.

  13. 21.

    Euch Rechtsextremisten und Neonazis keinen Meter Bodenbreit! Weder in Mitte, in Berlin, noch irgendwo!

  14. 19.

    Ich verstehe nicht warum hier eindeutige Sympathiebekundungen für Neonazis und Rechtsextremisten erscheinen dürfen.

    Aber immerhin kann man jetzt unzweifelhaft sehen was man schon immer ahnen konnte, nämlich wer hier eindeutig der rechtsextremen Szene zugeordnet werden kann.

  15. 18.

    Nö. Es wird als rechtspopulistisch und rechtsextrem eingestuft, was rechtspopulistisch und rechtsextrem ist. Ja, alles was nazi ist, ist negativ belegt u. keiner Diskussion würdig. So sollte es auch sein und bleiben. Nazi ist keine Meinung, sondern eine indiskutable Gesinnung, die gerade in Deutschland unduldbar sein sollte.

  16. 17.

    Warum Ihre Vorwürfe? Diese Truppe ist eindeutig rechtsextrem und darüber berichtet rbb24. Was ist daran jetzt bitte falsch? Weil es Ihnen nicht schmeckt, dass das so deutlich ausgesprochen wird? Dass laut Ihrer Aussage im Osten nicht links-grün hinterhergerannt wird, ist eine laue Ausrede dafür, Nazis verharmlosen zu wollen und zu wählen.

  17. 16.

    Na, da sollten sie aber mal nen Buch in die Hand nehmen und sich ein wenig bilden zum Thema. Gibt bestimmt auch welche die in einfacher Sprache sind. Vielleich hilft es ihnen. Oh man, meine Heimat Cottbus, braucht dringend mehr Bildung!!!!

  18. 15.

    Danke für die Klarstellung! Damit ergibt sich für den Leser auch ein klares Bild, wo man diese Demonstranten einzuordnen hat. Es wäre wünschenswert, wenn künftig auf die Vokabel "populistisch" gänzlich verzichtet werden könnte. Entweder die Demonstranten gehören einer extremen Szene an, dann sollte man das gern klar so benennen, oder sie haben wertfrei ein Anliegen, auf welches sie im Rahmen der Demonstrationsfreiheit aufmerksam machen wollen. Dann sollte man aber beim Thema der Demo bleiben und diese nicht werten, das können wir Leser selbst. Vielen Dank und einen schönen Tag der Einheit!

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