Teilnehmer kommen auf der Wiese vor dem Reichstag ins sogenannte Klimacamp von Extinction Rebellion. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Video: Abendschau | 05.10.2019 | T. Schmutzler | Bild: dpa/Annette Riedl

Auftakt zu Protestaktionen - Extinction Rebellion startet Klimacamp am Kanzleramt

Die Gruppe Extinction Rebellion hat am Kanzleramt ein Klimacamp errichtet. Es soll der Auftakt zu einer Reihe von Protestaktionen sein. In der kommenden Woche sind in Berlin Verkehrsblockaden geplant. Daran ist bereits erste Kritik laut geworden.

Ein sogenanntes Klimacamp ist in der Nähe des Kanzleramts in Berlin am Samstag aufgebaut worden. Die Gruppe Extinction Rebellion will dort von Sonntag an unter anderem Workshops und Arbeitsgruppen abhalten, wie eine Sprecherin sagte. Die ersten Teilnehmer seien bereits angereist. Insgesamt werden demnach mehrere Tausend Menschen in Berlin erwartet.

Diskussion um radikale Maßnahmen

Extinction Rebellion will am Montag Verkehrsknotenpunkte in der Hauptstadt behindern - etwa am Potsdamer Platz. "Wir empfehlen Autofahrern, das Auto stehen zu lassen", hatte es am Freitag geheißen. Die Bewegung fordert von der Bundesregierung unter anderem, den Klimanotstand auszurufen und den CO2-Ausstoß bis 2025 auf null zu senken.

Inzwischen stößt die Gruppe auch auf Gegenprotest. Die geplante Blockade erhöhe die Gefahr einer Eskalation, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, der "Passauer Neuen Presse" [pnp.de]. "Dabei ist der Klimawandel eine Menschheitsaufgabe, die sich nur im Konsens lösen lässt." Sein Fraktionsvorsitzender Christian Lindner sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" [presseportal.de], Gruppierungen wie Extinction Rebellion riefen zur Verkehrsblockade in Städten auf. Autos würden beschädigt und die Besitzer beschimpft. "Trotz der Bedeutung des Klimaschutzes hört für mich das Verständnis auf, wenn Gewalt angewendet wird."

Protestforscher: relativ kleine Gruppe

Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion ist nach Ansicht des Protestforschers Dieter Rucht in Deutschland bislang eine relativ kleine Gruppe. "Extinction Rebellion ist ein Stück weit aufgeblasen, mehr Schein als Sein", sagte Rucht der Deutschen Presse-Agentur. Das zeige sich auch an "vollmundigen Ankündigungen" zur Mitgliederzahl und Anzahl der nationalen Verbände. Die von der Gruppe genannten Zahlen seien "nicht unbedingt durch die Realität gedeckt".

So sei etwa zu den jüngsten Aktionen der Gruppe in Berlin je nur eine kleine Gruppe von Aktivisten gekommen. Dennoch habe es die Gruppe mit ihren Protestaktionen stets in die Medien geschafft, was für eine gewisse Professionalität spreche.

Sendung:  Abendschau, 05.10.2019, 19.30 Uhr

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79 Kommentare

  1. 78.

    Interessant mit welcher Intoleranz hier kommentatorisch agiert wird.
    Anstatt sich mit der Sache auseinanderzusetzen und vielleicht mal ansatzweise zu versuchen zu verstehen, wird lamentierr, geplärrt und viele andere fühlen sich so dermaßen eingeschränkt, als würde die Freiheit entzogen.
    Man muss ja nun nicht allem zustimmen und ich halte die Verkehrsblockaden für nicht gewaltfrei, weil eine Blockade, sei sie noch so friedlich, immer eine Form von Gewalt darstellt, jedoch ist es augenscheinlich, mit welcher Vehemenz einige Leute hier die Keule schwingen. Kommt mal runter (auch vom hohen Roß) und haltet die Welle flach.

  2. 77.

    Vielleicht lesen Sie nochmal den Wikipediaartikel zum Klimawandel um zu lernen warum Zigaretten recht wenig mit dem Klima zu tun haben.

  3. 76.

    Den CO2 Ausstoß bis 2025 auf Null senken. Wie irreal ist das denn? Von mir aus Können die sogenannten „Aktivisten“ Berlin dichtmachen und auch alles vollpinkeln, denn Toiletten werden sie ja nicht mitbringen. Ich weiß jedenfalls was ich von den Typen zu halten habe. Auch die Hieppis meinten mal die Welt retten zu müssen und was ist geblieben? Mit Vernunft werden die Klimaziele dieser Welt realisiert nicht mit dem affigen Gebrüll auf den Demos.

  4. 75.

    Ich erwarte von der Berliner Polizei, dass konsequent und rigoros geräumt wird ,wenn diese "Klimachaoten " Straßen und Kreuzungen blockieren.
    Es kann und darf nicht sein,dass die wahren und fleißigen
    Leistungsträger unserer Stadt, die das erarbeiten, wovon die Mehrheit der Chaoten leben, gehindert werden, auf ihre Arbeitsstelle zu kommen.

  5. 74.

    " Ich fahre jetzt erst recht".

    Wie ein kleines, bockiges Kind. FfF zeigt dass schon 12-jährige erwachsener und verantwortungvoller sind als sie!

  6. 73.

    Man sollte erstmal das Rauchen verbieten. Oder zumindest die Tabaksteuern verdoppeln----

    Der Rauch einer Zigarette enspricht zum Teil dem doppelten Feinstaubgehalt eines Schwerlasters!
    Bei 20 Zigaretten kann man genauso gut 20 Schwerlaster ins Wohnzimmer fahren und mit laufenden Motor da stehen lassen.
    Die Stickdioxidbelastung eines Nichtrauchers 1Jahr durch Straßenverkehr enstspricht soviel, wie die Belastung eines Rauchers nach einer Woche!
    Mal vom Filter (mit über 50 Krebseregende Stoffe als GIFTMÜLL angesehen!!!) abgesehen, welcher von mehreren Milliarden Menschen auf der Welt einfach so auf den Boden geschnippt werden. Im Jahr kommen da bis zu 680.000 Kippenmüll zusammen.

    Darum sollte Rauchen außerhalb geschlossener Räume aufgrund Klimaschutz sofort verboten werden und um das Ziel zu erreichen, sollte auf jede Packung Zigaretten 50€ Malus erhoben werden. Dann kostet eine Stange Zigaretten mindestens 550€.

  7. 72.

    @ rbb WIRKLICH ? "Gegenprotest" in Form von Verlautbarungen zweier FDP Politiker ? Fast so wirksam wie der Typ im Görlitzer Park. Erstaunlich allerdings, wie darüber berichtet wird. Gegenprotest ;)

  8. 71.

    Wissen sie eigentlich wer die wirklich "einzigen Leidtragenden" sind? Ganze Dorfgemeinschafte, die ihre Häuser aufgeben müssen weil sie hier den Kopf in den Sand stecken und sich darüber aufregen wenn sie ein einziges Mal nicht mit dem Auto die Gegend verpesten können.

  9. 70.

    Hatten sie etwa gedacht die kommen auf Jutesäcken angerutscht?

    Mehr Heuchelei geht nicht, da haben sie vollkommen recht. Aber was will man schon von Klimawandelleugnern erwarten?

  10. 69.

    Bei jeder Störung Fotos machen und Online zur Anzeige bringen. Soll sich die Anwaltschaft darum kümmern. Ich fahre jetzt erst recht. Wer ein Land so spalten möchte, der soll es machen. Ich gehe diesen Weg nicht mit!

  11. 68.

    Erich schrieb: "Toll,viel Spaß. Ich gehe derweil für Sie arbeiten."

    Nett gemeint, aber mein Arbeitgeber rechnet gar nicht damit, dass ich zur Arbeit komme, da ich Urlaub für die Aktion genommen habe. Daher ist es gar nicht erforderlich, dass sie mich an meinem Arbeitsplatz vertreten.
    Aber vielen Dank für das Angebot.

  12. 67.

    Morgens ein wenig Demo, nachmittags zum Möbeldiscounter, neue Spanplatten zum Zusammenschrauben kaufen, die man bald wieder wegwerfen kann.

  13. 66.

    Und die schönen Photovoltaikanlagen entstehen ja auch auf sehr umweltfreundliche Weise. Aus nachwesenden Rohstoffen (die biologisch-dynamisch angebaut werden). Da macht dann die eine oder andere Umweltsünde gar nichts mehr aus. Ist wahrscheinlich so ähnlich wie beim großen leuchtenden Vorbild Schweden, wo rund die Hälfte des Stroms aus Atomkraft kommt. Total klimafreundlich. Und ganz ohne nachfolgenden Generationen Lasten aufzubürden.

  14. 65.

    Bravo! Staus verursachen und Umwegfahrten erzwingen - so wird endlich mal was fürs Klima getan!

  15. 64.

    Ich hoffe das die Polizei bei Blockadeaktionen, die die öffentliche Sicherheit stören sofort und rigoros durchgreifen und den Störern die gerechte Strafe zugeführt werden und nicht wieder in Kuscheljustiz ausartet.

  16. 63.

    Also wer dafür sorgt das zusätzlich co2 entsteht ist für Klimaschutz? Sehr komische Logik.

  17. 62.

    Wer sind denn die " Anständigen "?
    Vielleicht ein Chef der Medien liest und weiss, was Montag in der Stadt los ist??
    Oder die Änständigen, die arbeiten gehen bis uns ALLEN das Wasser buchstäbich bis zum Hals steht. Die Anständigen sind die, die mit diesen Aktionen genau diese Aufmerksamkeit erzielen und damit teilweise ihre eigene berufliche Karriere riskieren um diesen Planeten und Euch Bequeme Anständige Arbeitnehmer, vielleicht mitretten werden, bzw Eure Kinder, falls vorhanden.

  18. 61.

    Katja, nutze deine Füße, das Fahrrad, den Roller, die U-Bahn , die S-Bahn ... viele Wege führen nach Rom bzw zu deiner Arbeitsstelle .
    Sei kreativ , genug Zeit zum Überlegen bleibt Dir noch.
    Wenn die BVG streikt, bei Unfällen und Vollsperrungen klappt es ja auch und alle haben Verständnis ;-)

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