Ein Mann mit Kippa steht vor der Neuen Synagoge vor einer Menschenkette. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 20.10.2019 | Bild: dpa/Paul Zinken

Zeichen der Solidarität - Menschenkette vor Neuer Synagoge in Berlin

Nach dem Terroranschlag in Halle haben sich zahlreiche Menschen in Berlin solidarisch gezeigt und eine Menschenkette vor der Neuen Synagoge gebildet. Symbolisch schirmten die rund 200 Teilnehmenden das Gotteshaus in der Oranienburger Straße ab.

Zu der Aktion zum Abschluss des jüdischen Laubhüttenfestes am Sonntag hatte das Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin aufgerufen.  

An der Menschenkette nahm auch Christian Stäblein, der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, teil. "Wir bilden eine Menschenkette, um zu zeigen, dass wir fest an der Seite unserer jüdischen Geschwister stehen", erklärte Probst Stäblein. "Ihre Synagogen haben wir zu schützen wie unseren Augapfel." Juden müssten "sicher unter uns wohnen und ihren Glauben leben und feiern" können.

Am vergangenen Wochenende war die Neue Synagoge in Berlin Ziel der Demo "Unteilbar" gegen Rechts gewesen.

Anschlag in Halle

Am 9. Oktober hatte ein Deutscher schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen, wo rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-jährigen Mann in einem Döner-Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. Der 27-Jährige ist in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextreme Motive
eingeräumt. Der Anschlag führte auch in Berlin zu Debatten, um einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen.

Sendung: Abendschau, 20.10.2019, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Anschlag in Berlin ist etwas weit hergeholt. Der RBB nannte es lediglich "Zwischenfall".
    Dazu kommt noch der Gewissenskonflikt, weil der Mann, der danach in die Psychiatrie verlegt wurde, etwas auf Arabisch gemurmelt haben soll.

    Zeichen wie diese Menschenkette sind lediglich ein Symbol. Das muss intensiver mit Leben erfüllt werden.

  2. 4.

    Ja, woran mag das wohl liegen?

    Man misst offenkundig mit zweierlei Maß, man scheut sich Realitäten anzuerkennen und auszusprechen die man nicht anerkennen und aussprechen möchte, und man steht erst auf der Matte wenn es Tote gibt.

    Alle drei Gründe sind bedenklich und belegen wie zaghaft, paradox und verkrampft der politische und gesellschaftliche Diskurs mittlerweile geworden sind.

  3. 2.

    Interessant ist auch, dass man jetzt in großem Stil vor der Neuen Synagoge in Berlin präsent ist wegen eines Anschlags in Halle. Daran ist nichts auszusetzen. Wenige Tage vor dem Anschlag in Halle hatte es allerdings auch einen versuchten Anschlag auf ebendiese Neue Synagoge selbst gegeben, und als Reaktion darauf gab es nichts, wirklich gar nichts. Keine Demonstration, keine Menschenkette, kein Konzert, keine Kundgebung, keine Kanzlerin, kein Bundespräsident, keine Sawsan Chebli. Es hat niemanden interessiert, außer die Polizei.

  4. 1.

    Überzeugender wären die Demonstranten, die eine Menschenkette vor der Neuer Synagoge in Berlin bildeten, wenn sie sich gegen eine Entwicklung in Deutschland konkret ausgesprochen hätten, wie sie zur Zeit in Frankreich gegen Juden zu beklagen ist. Denn mit etwas Verspätung ist so etwas auch in Deutschland zu erwarten.

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