Die Synagoge in Cottbus. (Quelle: imago images)
Bild: imago images/Schöning

Treffen am 25. Oktober - Brandenburg prüft Sicherheit jüdischer Einrichtungen

Nach dem Anschlag von Halle will Brandenburg die Sicherheit von jüdischen Einrichtungen im Land überprüfen. Ein Treffen zwischen Vertretern der jüdischen Gemeinden und Organisationen mit der Polizei ist für Freitag, den 25. Oktober angesetzt.

Besprochen werden soll der Handlungsbedarf aus Sicht der jüdischen Vertreter. Auch um bauliche Maßnahmen solle es gehen, wie das Innenministerium auf Nachfrage mitteilte.

Schutz nach dem Anschlag verstärkt

Nach dem Anschlag wurden im Land bereits die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Seitdem werden sechs Einrichtungen, darunter die Synagoge in Cottbus und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden in Potsdam, durchgehend mit einem Posten der Polizei geschützt. Alle anderen polizeilich bekannten jüdischen Objekte wie Friedhöfe oder Gedenkorte werden in unregelmäßigen Abständen durch die Polizei kontrolliert. So war es auch vor dem Anschlag - unabhängig von jüdischen Feiertagen, erklärte Ministeriumssprecher Ingo Decker. Zu näheren Einzelheiten der Schutzmaßnahmen wollte das Ministerium aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen.

Ob die bisherigen Maßnahmen ausreichten, wollte Landesrabbiner Nachum Presman auf Nachfrage nicht beantworten. "Diese Frage überlasse ich denen, die sich mit dem Schutz auskennen", sagte er. Presman vertraue auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden.

Beratungen auch auf Bundesebene

Am 9. Oktober hatte ein Attentäter in Halle versucht, sich mit Waffengewalt Zutritt zu einer Synagoge zu verschaffen. An dem Tag begingen 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur. Als dem 27-Jährigen der Zutritt nicht gelang, erschoss er eine Passantin und einen Mann in einem Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. Der Attentäter sitzt in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt.

An diesem Freitag treffen sich auch die Innenminister von Bund und Ländern in Berlin, um über den Schutz von Synagogen zu beraten.

Sendung: rbb 88,8, 18.10.2019, 09:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Vor allem stellt sich die Frage mit welchem Personal diese neue Gefahrenlage gestemmt werden soll. Die brandenburger Kräfte kommen jetzt schon beim Tagesgeschäft kaum hinterher. Und voll ausgebildete Beamte in den Objektschutz zu verlagern kann nicht die Lösung sein. Man sollte für diese Problematik über den Aufbau einer Wapo nach Berliner Vorbild nachdenken.

  2. 1.

    Ich wünsche mir, als Reaktion auf den Anschlag, stärkere Anstregungen der Regierung um die Bürger vor rechtem Terror zu schützen. Am drängenden gesellschaftlichen Problem des Rechtsextremismus und dessen Ausbreitung ändern die jetzigen Maßnahmen nichts.

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