Eine Badegast springt im Prinzenbad im Stadtbezirk Kreuzberg in das Wasser. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Audio: rbb 88,8 | 16.10.2019 | Silke Mehring | Bild: dpa/Jens Büttner

Antrag auf Kultusministerkonferenz - Berlin will Termine für Sommerferien neu regeln

Mal starten die Sommerferien im frühen Juni, mal im späten Juli: Dieses Hin und Her will das Land Berlin nun beenden und beantragt bei der Kultusministerkonferenz, dass die Ferientermine der Länder enger zusammenrücken.

Die Länder Berlin und Hamburg fordern neue Regeln für die Sommerferien in Deutschland. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin wollen beide Länder beantragen, die freien Tage künftig zeitlich weniger zu strecken. Generell sollen die Sommerferien demnach erst ab dem 1. Juli beginnen, die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Ziel sei "mehr Kontinuität" im Schuljahresablauf, sagte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres der Deutschen Presse-Agentur.

"Vor allem Sprünge von einem späten Ferientermin auf einen frühen Ferientermin führen zu einer Verkürzung von Schuljahren", sagte die SPD-Politikerin. Die derzeit geltende Regelung hat aus ihrer Sicht negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, die Belastung der Lehrkräfte, "schulorganisatorische Prozesse" sowie auf den Zeitraum bei den Abschlussprüfungen.

Andere Bundesländer lehnen neue Regelung ab

Auch angesichts eines gemeinsamen Pools von Abituraufgaben seien teils erhebliche Schwankungen bei der Länge der Schulhalbjahre nicht mehr zeitgemäß, so Scheeres. "Die Ferien sollten zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen." So könnten sich die Länder besser dem Ziel annähern, ein bundesweit vergleichbares Abitur durchzuführen. Daher bringe Berlin die Vorlage gemeinsam mit Hamburg auf der KMK ein.

Andere Bundesländer reagierten auf dpa-Anfrage zurückhaltend bis ablehnend auf den Vorstoß. Schleswig-Holstein sieht beispielsweise keinen Handlungsbedarf. "Ein zu enger Ferienkorridor in ganz Deutschland könnte negative Auswirkungen auf den für unser Land so wichtigen Tourismus haben, wenn die Saison dadurch deutlich kürzer würde", sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Kiel.

Auch Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kann keine Vorteile bei der Idee erkennen. Die Zahl der Ferientage insgesamt sei einheitlich geregelt. "Natürlich erwarte ich, dass alle Länder eine gewisse Flexibilität an den Tag legen und sie sich nicht nur auf ein Wunschmodell festlegen", so Tullner. Wichtig für Sachsen-Anhalt sei: "Die zentralen Abiturprüfungszeiträume dürfen nicht durch Alleingänge einzelner Länder in Gefahr geraten."

Bisher haben aus historischen Gründen lediglich Bayern und Baden-Württemberg jedes Jahr weitgehend im gleichen Zeitraum Sommerferien. Bei den übrigen Ländern wechseln die Termine permanent. So beginnen im kommenden Jahr die Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern bereits am 22. Juni und enden am 1. August, in Baden-Württemberg als letztem Bundesland starten sie am 27. Juli und enden am 12. September.

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9 Kommentare

  1. 9.

    Von 80 Millionen haben garantiert 60 Millionen gar keinen Urlaub oder möchten nichts mit anstrengenden Eltern und ihren Kindern zu tun haben. Deshalb buchen viele grundsätzlich außerhalb der Ferien.

  2. 8.

    80 Mio Menschen auf 1x und für die gleiche Zeit im Urlaub? Nee das muss schlau sein. Und dann noch Fahrradstreifen auf der Autobahn???

  3. 7.

    Ja, kenne ich auch. Vor allem könnte ich mit meinen Cousinen und Cousins gemeinsam Ferien machen. Heute wäre es nicht möglich, verschiedene Bundesländer.

  4. 6.

    Die Äußerung des Schleswig-Holsteiner Verantwortlichen passt ausgezeichnet in die marktorientierte, neo-liberale BRD. Nicht das mögliche Wohl der Kinder steht im Vordergrund, sondern eine maximale Ausweitung - will sagen Streuung- der Sommerferientermine um der Tourismusindustrie dauerhaft "Geldkühe" bereitzustellen.
    Vorschlag: Bundeseinheitliche Sommerferien vom 01. Juni bis 31. August (siehe Russland). So ersparen wir beispielsweise den Kindern, Erziehern und Lehrern den Unterricht in überhitzten Klassenräumen, und es ensteht weniger Stundenausfall aufgrund von "Hitzefrei"-Regelungen.

  5. 5.

    Icke kenne dieses kleine Land auch. Wir hatten 8 Wochen Ferien welche zumeist im Ferienlager verbracht wurden. Wir waren 5 Kinder und die Eltern wechselten sich mit dem Urlaub ab. Gemeinsam verreisen ging nicht. War aber trotzdem eine super Zeit. Man muss nicht um die halbe Welt reisen um Abenteuer zu erleben. Raus in den Wald oder zum Baggersee geht auch.

  6. 3.

    Lieber Zuschauer! Das Land das Sie meinen war ganz schön klein und es lebten dort auch wenige Autofahrer.
    Hinzu kam das die Menschen nicht so viel herumreisten weil die Eltern der Kinder sehr viel weniger Urlaub hatten. So blieb man oft in seiner Region und machte sich auch so ein paar schöne Wochen. Mit anderen Worten: Es gab viel weniger Verkehr auf den Strassen. Bei der Bahn sah die Sache schon anders aus! Da alle Kinder gleichzeitig Ferien hatten und untergebracht werden mussten reisten sie ins Ferienlager und zur Oma oft mit def Bahn. Und die Deutsche Reichbahn damals war im Sommer immer nahe am Zusammenbrechen. MfG.

  7. 1.

    Also "historisch" gesehen gab es mal bis vor 29 Jahren ein Land, in dem alle gleichzeitig Ferien hatten; die Sommerferien waren zwischen dem 01. Juli und dem 31. August. Dessen (Schul-)System wurde jedoch zerschlagen und jetzt kommen gewisse Leute an und verkaufen das als tolle Idee für "mehr Kontinuität" ??? Warum mußte denn erst alles zerstört werden ? Das betrifft nicht nur dieses Gebiet. Dass Bildungswesen "Ländersache" ist, ist sowieso schon eine der Ursachen für das ganze Chaos.

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