Ein Banner mit der Aufschrift «Fest zum Tag der Deutschen Einheit» ist vor dem Brandenburger Tor zu sehen (Quelle: dpa/Riedl)
Bild: dpa/Riedl

So feiern Berlin und Brandenburg den 3. Oktober - Demos und Kunst am Tag der Deutschen Einheit

Das traditionelle Fest rund um das Brandenburger Tor - und mehrere Demonstrationen: Für den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist einiges geplant. Am Abend kann man schon mal das 30-jährige Mauerfall-Jubiläum vorfeiern - und auch in Potsdam Musik genießen.

Zum Tag der Deutschen Einheit wird in Berlin nicht nur gefeiert, sondern auch protestiert. In der Hauptstadt steigt rund um das Brandenburger Tor vom 3. bis 5. Oktober ein Volksfest unter dem Motto "Zeig' was du kannst", wie der Veranstalter am Dienstag mitteilte. Nachwuchskünstler können sich auf drei Bühnen entlang der Straße des 17. Juni präsentieren. Neben Musik sind bei freiem Eintritt auch Darbietungen aus den Bereichen Kunst, Comedy, Poetry-Slam und Theater geplant. Für Kinder und Familien werden Unterhaltungsangebote und Mitmachaktionen im Tiergarten vorbereitet.

Neben Auftritten soll es unter anderem auch Fahrgeschäfte, Fotoaktionen und einen Stand von Alba Berlin geben. Der Eintritt ist frei. Im vergangenen Jahr waren zu dem ebenfalls dreitägigen Bürgerfest nach Angaben des Senats rund 600.000 Besucher gekommen. Ursprünglich war mit mehr als einer Million Menschen gerechnet worden.

Zudem wollen mehrere Demonstrationen am 3. Oktober durch die Hauptstadt ziehen. Das Bündnis "Mietendeckel jetzt" hat eine Demonstration gegen hohe Mieten angekündigt. Der Aufzug unter dem Motto "Richtig deckeln, dann enteignen - Rote Karte für Spekulation" soll am frühen Nachmittag starten. Angemeldet ist die Route laut Polizei vom Roten Rathaus in Mitte über die Axel-Springer-Straße zum Kottbusser Tor in Kreuzberg. Das Bündnis rechnet mit 10.000 Teilnehmern.

Rechte Demo vom Hauptbahnhof zum Neptunbrunnen

Außerdem soll es eine rechte Demonstration geben. Die zum Teil rechtsradikale Gruppierung "Wir für Deutschland" plant einen "Tag der Nation". Die Aktion, zu der 5.000 Personen erwartet werden, soll vom Donnerstagvormittag bis Mitternacht dauern. Laut Veranstaltern soll die Demonstration am frühen Nachmittag beginnen. Die angemeldete Route verläuft vom Washingtonplatz am Hauptbahnhof in Mitte über Reinhardstraße, Friedrichstraße, Axel-Springer-Straße, Spittelmarkt und Spandauer Straße bis zum Neptunbrunnen am Alexanderplatz.

Bereits am 3. Oktober 2018 waren rund 1.000 Menschen unter diesem Motto durch Berlin gezogen, darunter bekannte Rechtsextremisten wie der NPD-Politiker Sebastian Schmidtke, der eine Ansprache hielt.

Mehrere Initiativen und linke Gruppen riefen bereits für ab dem Vormittag zu Protesten und Gegenkundgebungen auf. So rufen beispielsweise die "Anwohner_inneninitiative für Zivilcourage – Gegen Rechts" und das "Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin" zu einer Kundgebung auf, zu der laut Polizei 2.000 Personen angemeldet sind.

Vorfeiern mit Dieter Bohlen und DJ Ötzi

Etwas verfrüht wird in der Mercedes-Benz-Arena schon mal das 30-jährige Mauerfall-Jubiläum gefeiert. Dort wird Dieter Bohlen die großen Hits von Modern Talking und Blue System aus den 1980er und 1990er Jahren zum Besten geben. Außerdem mit von der Partie sein werden etwa Jürgen Drews, DJ Ötzi oder Roberto Blanco.

Konzert und Ausstellung in Potsdam

In Brandenburg kann man das Einheitsjubiläum bereits am Mittwochabend mit einem Festkonzert in Potsdam begehen. In der Nikolaikirche erklingt "Freude, schöner Götterfunken", Beethovens Neunte.

Am Donnerstag findet unter dem Motto "30 Jahre Friedliche Revolution in Potsdam" ein Tag der offenen Tür in der Gedenkstätte Lindenstraße statt. Am Vormittag wird in Klein-Glienicke die Open-Air-Ausstellung "Erinnerungsmarken - Auf den Spuren des Mauerverlaufs in Klein Glienicke" eröffnet.

In Cottbus, wo im Vorjahr eine rechte Demo des Vereins "Zukunft Heimat" mit 800 Teilnehmern gegen "multikulturellen Globalismus" stattfand, wurde laut Polizei keine Veranstaltung angemeldet.

Sendung: Abendschau, 02.10.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Entscheidend sind aber die ganzen sozialversicherungspflichtigen Jahre, das nützt nichts wenn sie die ersten 25 Jahre ein Appel und ein Ei verdient haben und die letzten 20 durchschnittlich.
    Stellen Sie sich mal vor Sie werden 105 Jahre alt, dann wäre die errechnete Rente sehr gut bemessen.
    Außerdem Vergessen Sie, dass die Rente jedes Jahr exponentiel um mindestens 2% steigt.

  2. 1.

    Wenn ich mir meinen Rentenbescheid ansehe kann ich mich am heutigen Tag nur bedingt über den Fall der menschenverachtenden Grenze und das Ende des Polizei- und Überwachungsstaates DDR freuen. Habe in den letzten 20 Jahren deutlich über 30.000 Jahresbrutto verdient. 2031 soll ich 1.460 Euro Rente erhalten, BRUTTO! Davon werden 9,9 % Krankenkasse und Pflegeversicherung abgezogen. Ein kleiner Teil muss noch versteuert werden bzw. wird ein zweites mal versteuert! Bleiben ca. 1.200 Euro netto zum Leben. Was sind bei stark steigenden Miet- und Strompreisen diese 1.200 Euro 2031 noch wert? Das ist der Dank und Lohn von 46 Jahren qualifizierter Facharbeit mit erheblichen Einzahlungen in die Sozialkassen, teilweise mit einer 45 Stundenwoche sowie zeitweise Nacht- und Wechselschicht.

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