#Unteilbar-Demo gegen Rassismus und Ausgrenzung in Berlin. (Quelle: rbb/Vanessa Klüber)
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Video: rbb|24 | Material: Abendschau, Vanessa Klüber | 13.10.2019 | Bild: rbb/Vanessa Klüber

Gegen Antisemitismus und Rassismus - Mehrere Tausend Teilnehmer bei #Unteilbar-Demo in Berlin

"Kein Fußbreit! Antisemitismus und Rassismus töten!" - unter diesem Motto sind in Berlin mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen. Sie folgten dem Aufruf der Initiative #Unteilbar.  

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen Antisemitismus und rechte Gewalt demonstriert. Nach einer Kundgebung am Bebelplatz und einer Schweigeminute zog der  Protestzug in Richtung der Neuen Synagoge in Mitte. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer am Bebelplatz auf 6.000, die Veranstalter der Initiative "Unteilbar" sprachen von 13.000 Demonstranten beim Protestzug. Angemeldet waren 10.000 Menschen.

Zu der Kundgebung unter dem Motto "Kein Fussbreit! Antisemitismus und Rassismus töten" kamen unter anderem auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD), Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus und der Berliner Bischof Markus Dröge. Die Initiative "Unteilbar" hatte gemeinsam mit anderen Gruppen unter dem Motto "Kein Fussbreit! Antisemitismus und Rassismus töten" zu der Demo aufgerufen.

Salomon zu Halle: "Rote Linie ist längst überschritten"

Salomon sagte am Sonntagabend in der rbb-"Abendschau", der Anschlag auf eine Synagoge in Halle habe ihn "nicht überrascht". Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis so etwas passiert, sagte Salomon am Sonntag in der rbb-"Abendschau". Die Alarmzeichen seien "schon längst da gewesen" in den letzten Jahren.

"Allgemein ist das Klima rauer geworden. Es gibt keine Tabus und keine Schranken mehr. Die rote Linie wurde schon längst überschritten", so Salomon wörtlich. Nötig sei jetzt, über jede Form des Antisemitismus zu sprechen, und nicht nur über den islamistisch begründeten. "Das würde den Problemen nicht gerecht." Man müsse ebenso über rechts- und linksextremistischen Antisemitismus und über den aus der Mitte der Gesellschaft diskutieren.

"Unteilbar"-Demo als Reaktion auf Anschlag von Halle

Mit der Kundgebung wollten die Organisatoren unter anderem auf den antisemitischen Anschlag in Halle vom Mittwoch reagieren. Ein schwerbewaffneter Rechtsextremist hatte versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Nachdem der Versuch scheiterte, erschoss er vor der Synagoge und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen.

"Der rechtsterroristische Anschlag in Halle macht uns fassungslos und wütend. Wir gedenken der Opfer", hieß es in dem Aufruf. "Wir verstehen diese Tat auch als einen Angriff auf unsere Gesellschaft! Eine Gesellschaft, in der wir für soziale und Menschenrechte streiten und in der alle Menschen frei von Angst und selbstbestimmt leben können." Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Anmelder: "Wir stehen in dieser schweren Stunde solidarisch und unteilbar zusammen! Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen."

Jahrestag der ersten "Unteilbar-Demo

Am Sonntag war auch der erste Jahrestag der ersten großen #Unteilbar-Demo: Am 13. Oktober 2018 versammelten sich mehr als 200.000 Menschen am Alexanderplatz und zogen gemeinsam zum Brandenburger Tor. Angemeldet waren ursprünglich nur 40.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Nach rassistischen Demonstrationen in Chemnitz und Köthen im Herbst 2018 wollten die #Unteilbar-Demonstranten ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft und für die Einhaltung der Menschenrechte setzen. Rund 900 Polizisten waren im Einsatz, um den Demonstrationszug auf einer Strecke von knapp sechs Kilometern abzusichern.

65 Kommentare

  1. 64.

    Danke für die Aufklärung! Ich war mir da nicht so ganz sicher. Wieder was gelernt. :-)

  2. 63.

    Gerne. Die AfD ist eine durch und durch rechtsextreme und völkisch-nationale "Partei", seitdem sie von dem rechtsextremen und völkisch-nationalen "Flügel" u.a. des Faschisten Höcke dominiert wird.

    So argumentieren nicht nur "Linke", sondern die gesamten Parteienlandschaft und der überwiegende Teil der Gesellschaft, bis hin zu den Kirchen.

    Wenn sie versuchen "Linke" wie ein Schmähwort aussehen zu lassen entlockt mir das ein müdes Lächeln, zumal sie überhaupt nicht wissen wo ich einzuordnen bin.

    Aber das bin ich von "extrem Rechten" gewohnt. Die haben es nicht so mit dem Denken.

  3. 62.

    "Kein Fußbreit! Antisemitismus und Rassismus töten!"

    Hoffentlich wird jetzt endlich gehandelt, geredet wurde schon zuviel.

  4. 61.

    In einem Punkt irren Sie. Der III. Weg ist leider doch eine Partei, schon seit der Gründung 2013, und erfreut sich somit des dadurch gewährten Schutzes vor einem ministeriellen Organisationsverbot. Bei der diesjährigen Europawahl stand er mit einer Liste auf dem Wahlzettel.

  5. 60.

    Und was genau können Sie mit dem Link belegen? Dass die AfD 14,2 % der Stimmen erhalten hat. Die Wertung "rechtsextrem" belegen Sie damit nicht. Aber machen Sie ruhig weiter, damit alle sehen können, wie Linke "argumentieren".

  6. 59.

    Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Gerade diese stetige Verweigerung einer sachlichen Diskussion hat die AfD erst entstehen und dann groß werden lassen. Diese Verweigerung hat dazu geführt, dass sie sich etabliert hat. Wenn Themen, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil der Bevölkerung bewegen, nur noch von einer einzigen Partei diskutiert werden (ob richtig oder sachlich falsch ist dabei erst mal egal), dann wird ein Teil davon genau diese Partei wählen. Natürlich nicht alle, aber je länger die Diskussion verweigert wird, umso größer wird das Potential. Das haben unsere Politiker mit "Haltung" leider immer noch nicht verstanden. In ihrer Angst, sie könnten mit einer sachlichen Diskussion der AfD in die Hände spielen, verfestigen sie sie erst recht.

  7. 58.

    Ihr Post enthält mehrere Fehler und Denkfehler!
    Die IB ist schon mal keine Partei, der Dritte Weg meines Wissens auch nicht. Es sind Gruppierungen die vom Innenminister ohne Umweg über das Bundesverfassungsgericht jederzeit verboten werden können bzw. es bereits wurden, wenn sich die antidemokratische Ausrichtung nachweisen lässt.
    Keine der im Bundestag vertretenen Parteien fördert Antisemitismus. Allerdings distanziert sich die Linke nicht klar von der BDS, die mit ihrem undifferenzierten Aufruf zum Israelboykott sehr wohl antisemitisch ist. Ansonsten sind Juden in der Politik kein Thema, auch nicht bei der AfD.
    Islamisten leben in Ihrer eigenen Parallelgesellschaft und holen sich dort ihre gefühlte Berechtigung für Antisemitismus.
    Anhänger und Mitglieder der NPD vertreten unbestritten traditionell ihren Judenhass.

  8. 57.

    Ob das zum Fakt wird, entscheidet einzig und allein das Bundesverfassungsgericht auf Antrag entweder der Bundesregierung, des Bundestages oder des Bundesrates und nach entsprechenden Ermittlungen des Verfassungsschutzes. Wohlweißlich hat noch niemand diesen Antrag auf Feststellung Ihres "Faktes" und damit Verbot dieser Partei gestellt, das dann zwingend wäre. Im Übrigen dürfen Sie jede Partei bezeichnen wie Sie wollen. Sie müssen Ihre Meinung nur begründen können, warum Sie persönlich zu dieser Einschätzung kommen. Es bleibt trotzdem eine persönliche Meinung und wird nicht zum Fakt. Das gehört zu unserer großartigen Verfassung, die Ihnen genau so wie uns allen Meinungsfreiheit garantiert.

  9. 56.

    Sie legen fest? Aha. Genau so "diskutieren" sie auch, nein sie rabulieren!

    Welche Litanei? Tatsache! Dumm nur dass ich meine Behauptungen belegen kann, ganz im Gegenteil zu ihnen und ihren Gesinnungsgenossen hier!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin_2016

  10. 55.

    Das ist absolut richtig. Aber wird wahrsch. nicht ankommen. Trotzdem ein guter Kommentar!

  11. 54.

    "Ich wähle übrigens die Grünen."

    Na klar, deswegen beginnt man ja einen Diskurs auch mit rechtspopulistischen bis -extremen Verschwörungstheorien aus der Mottenkiste.

    Wen wollen sie denn damit für dumm verkaufen?

  12. 53.

    Wie bitte??? Die AfD als rechtsextrem zu bezeichnen ist ein Fakt. Ihr verzweifeltes Geschwurbel das negieren zu wollen ist exemplarisch und läßt tief blicken. Autsch!

  13. 52.

    Und Sie so? Was machen Sie wann in welcher Form für die Gesellschaft? Wer viel fordert, muss auch geben. Bin gespannt!^^

  14. 51.

    Auch der Islam gehört zu unserer Gesellschaft, mit all seinen Nebenwirkungen. Dazu gehört neben dessen Frauenbild auch der latente Antisemitismus, der durch die Nahost-Kriege noch ausgeprägter ist als in der christlichen Gesellschaft. Sich auf dem Hermannplatz offen als Jude zu zeigen, ist bekanntlich keine gute Idee. Der Übergang von Anti-Israel zu Anti-Semitismus ist fließend, wobei ersteres auch von anderen Ende des politischen Spektrums mit gleichen Vokabular geschürt wurde. Heute wollen viele das nicht mehr wahrhaben und reagieren mit Beleidigungen. Nur ein einbeiniger "Antifaschist" zu sein, reicht schon seit Jahrzehnten nicht mehr, im Gegenteil. Seit den 70ern hat der Staat die Werkzeuge, um auch gegen rechte Extremisten vorzugehen. Er muss sie nur anwenden. Daran mangelt es in viele Richtungen.

  15. 50.

    Liebe Clara, ich will auf Ihre Frage antworten.

    Die Meinung über religiösen Fanatismus und insbesondere Islamismus und Dschihadismus ist in unserer Gesellschaft einhellig, von den paar - gefährlichen - Salafisten abgesehen. Es gibt keine Partei, die solchen Terroristen eine Grundlage liefert. Zu solchen Themen braucht es deshalb keine Protestdemonstrationen, weil wir uns da alle einig sind und niemand so etwas fördert.

    Bei den rechtsradikalen Terroristen ist es anders: Sie kommen mitten aus unserer Gesellschaft, haben mehr Zustimmung aus Teilen der Gesellschaft und haben Parteien, die die ideologische Grundlage dafür liefern: NPD, III. Weg, AfD und IB. Da richten sich die Demos gegen diesen rechtsradikalen Teil in UNSERER Gesellschaft! Diese rechtsradikalen Terroristen und die Menschen, die solche Taten gut finden, wohnen in unserer Nachbarschaft und glauben, sie würden den Willen des Volkes vollstrecken. Die Demos zeigen, dass dies totaler Unsinn ist.

  16. 49.

    Adrian, Sonntag, 13.10.2019 | 21:15 Uhr:
    "Die AfD als Rechtsextremisten zu bezeichnen, ist billiger Populismus von Typen, die keine Argumente haben."

    NEIN! Schauen Sie sich die diesbezüglichen Aussagen und Studien der Politikwissenschaftler an!

    Die AfD als nicht-rechtsextrem zu bezeichnen, ohne irgendwelche inhaltliche Argumente zu haben und ohne sich in politikwissenschaftlichen Abhandlungen zu informieren, ist billiger Populismus von Typen, die keine Argumente haben.

  17. 48.

    Aber dass die AfD rechtsextrem ist, ist doch nun unbestreitbar. Sie hat rechtsextreme Mitglieder und diese sind sogar in der Führung und sind in der Führung der Partei sogar die Mehrheit: Bernd Höcke, Kalbitz, Weidel etc. pp. Der "Flügel" als größte Organisation in der AfD und in deren Führung ist eindeutig rechtsextrem!

    Die Wähler sind dagegen nicht alle rechtsextrem. Wenn sie aber nicht rechtsextrem sind, dann sind sie zumindestens dumm oder verantwortungslos, eine rechtsextreme Partei zu wählen, noch dazu eine Partei der Besserverdienenden, die die Erbschaftssteuer für Reiche (Arme erben nichts oder nur weit unter dem Steuerfreibetrag!) und die gesetzliche Rentenversicherung abschaffen will, so dass dann noch weniger öffentliche Mittel zur Verfügung stehen (Umverteilung von unten nach oben). Und das alles nur um destruktiv und egozentrisch zu protestieren!

  18. 47.

    Die AfD als Rechtsextremisten zu bezeichnen ist das logische und sachliche Ergebnis der Betrachtung ihrer Haltung, ihres Programms vor allem aber ihrer Praxis in Rede, Schrift und Tat.
    Für diese Feststellung sind ihre Wahlergebnisse völlig unerheblich. In einer demokratischen Wahl Sitze in einem demokratischen Parlament zu erringen war historisch noch nie Beweis einer demokratischen Gesinnung oder Agenda. Zumal in Deutschland. Sonst müsste man zwingend die NSDAP als demokratische Partei bezeichnen. Selbst die mehrheitliche Zustimmung zu irgendetwas, legitimiert dieses Etwas nicht als demokratisch. Sonst wäre die Vernichtung der europäischen Juden eine demokratisch legitimierte Praxis gewesen. Gewöhnen Sie sich also daran über Inhalte, Haltungen Pläne und Ziele zu sprechen. Die sind es die mit der AfD abzulehnen sind. Man kann ahnen was die AfD tut oder ihre Anhängerschaft verlangt schweigen Demokraten nicht, selbst wenn sie noch einmal in Deutschland Minderheit würden.

  19. 46.

    Der Krieg wurde auf der Demo heute in den Reden thematisiert und verurteilt.
    Das Bündnis unteilbar gibt es erst seit letztem Jahr, also 2016 noch nicht. Und es steht jedem frei, eine Demo anzumelden und zu organisieren.

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