Archivbild: Großdemo in Berlin gegen Nationalismus am 19. Mai 2019. (Quelle: imago images/C. Thesing)
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Berliner Bebelplatz - #Unteilbar ruft zu Demo gegen Antisemitismus auf

Mehr als 200.000 Menschen gingen am 13. Oktober 2018 bei der #Unteilbar-Demo in Berlin gegen Rassismus und Ausgrenzung auf der Straße. Nach dem Attentat in Halle rufen die Veranstalter für Sonntag, genau ein Jahr später, zu einer neuen Demo auf.

Das Bündnis #Unteilbar und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus haben
nach dem Attentat in Halle für Sonntag zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen. Wie es auf der Webseite unteilbar.org heißt, soll unter dem Motto "#Keinfussbreit" ein Demonstrationszug vom Bebelplatz zur Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße ziehen. Die Demo richtet sich gegen Antisemitismus und Rassismus.

Laut Polizei sind 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.

"Der rechtsterroristische Anschlag in Halle macht uns fassungslos und wütend. Wir gedenken der Opfer", heißt es in dem Aufruf. "Wir verstehen diese Tat auch als einen Angriff auf unsere Gesellschaft! Eine Gesellschaft, in der wir für soziale und Menschenrechte streiten und in der alle Menschen frei von Angst und selbstbestimmt leben können."

Mutmaßlicher Täter von Halle geständig

In Halle (Saale) war am Mittwoch der 27-jährige Stephan B. festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, vor der Synagoge eine 40-Jährige aus Halle und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg erschossen zu haben. Zuvor hatte der mutmaßliche Täter vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. 51 Menschen hielten sich zu dem Zeitpunkt in dem Gotteshaus auf und feierten das wichtigste jüdische Fest, Jom Kippur. B. hat den Terrorangriff nach ARD-Informationen gestanden und auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt. [tagesschau.de]  

Am Sonntag ist auch der erste Jahrestag der ersten großen #Unteilbar-Demo: Am 13. Oktober 2018 versammelten sich mehr als 200.000 Menschen am Alexanderplatz und zogen gemeinsam zum Brandenburger Tor. Angemeldet waren urpsrünglich nur 40.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Nach fremdenfeindlichen Demonstrationen in Chemnitz und Köthen im Herbst 2018 wollten die Unteilbar-Demonstranten ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft und für die Einhaltung der Menschenrechte setzen. Rund 900 Polizisten waren im Einsatz, um den Demonstrationszug auf einer Strecke von knapp sechs Kilometern abzusichern.

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41 Kommentare

  1. 41.

    Unteilbar... Ein gutes Wort. Impliziert auch, dass wir radikale Meinungen tolerieren, solange sie nicht zu Taten gegen die FDGO führen.

  2. 40.

    "Die FDP-Bundestagsfraktion hatte im März 2019 einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, der vorsah, dass die Bundesrepublik künftig für eine stärkere Unterstützung Israels bei Abstimmungen im Rahmen der Vereinten Nationen eintritt."

    Aus der AfD-Fraktion haben 81 mit "ja" für den FDP-Antrag gestimmt.

    Wenn Tagen und nicht nur Worte, Plakate und Demos gefordert sind, zeigt sich halt die Wahrheit.

  3. 39.

    Die FDP-Bundestagsfraktion hatte im März 2019 einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, der vorsah, dass die Bundesrepublik künftig für eine stärkere Unterstützung Israels bei Abstimmungen im Rahmen der Vereinten Nationen eintritt.
    Das Ergebnis: CSU, SPD, die GRÜNEN und die LINKE lehnten den Antrag einstimmig ab. Von der CDU stimmte nur ein einziger Abgeordneter dafür.

  4. 38.

    Im StGB werden Sie eher wenig über Moral finden. Philosophise oder theologische Schriften sind dafür die besseren Quellen. Es steht einfach die der Staatsgründung weiterhin gepflegte Saat zur Ernte an. Dass die in den neuen Ländern reichhaltiger ausfällt als in den gebrauchten, ist dabei kein Zufall. Wer mit der bereits erwähnten Hetze gegen die "jüdische Bourgeoisie" aufwächst und zudem immer wieder eingetrichtert bekommt, dass man per se zu den guten gehöre, ist eine leichteres Opfer für Bauernfänger. Doch auch anderorts ging die Saat auf, z.B. 1994 und 1995 in Lübeck.

  5. 37.

    Ja, wahrsch. ist das der große Unterschied. In meiner Generation wurde d. Thema in d. Schule noch intensiv vermittelt, dafür ist kein Platz mehr. In d. Familien erzählten Großeltern von dieser Zeit, die sind meist schon verstorben. Viele Eltern sprechen gar nicht mehr darüber. "Muss ja auch irgendwann mal gut sein...".Dadurch geht d. Thematik immer mehr unter. Verheerend. Das öffnet AfD/Nazis Tür u. Tor, weil sie Gehör finden. Mit denselben Tricks u. Lügen wie damals. Die Demo ist super wichtig!!!

  6. 36.

    Nein, 2016. 2016 haben 14,2 % der Berliner Rechtsextreme gewählt.

    Jemand wie sie ist der Letzte, der mir etwas über Gesetze erklären muß.

  7. 35.

    Inflationär war ja auch nicht auf diese Demo bezogen , sondern auf die Vielzahl der verschiedensten Demo in Berlin. Früher hat man zumindest erst mal aufgehorcht und sich dafür interessiert, wofür oder wegegen denn demonstriert wird. Ich weiß wovon ich rede, denn ich lebe hier seit 63 Jahren. Heute hört man immer häufiger:"Ach Gott, schon wieder ne Demo".
    Völlig egal wieso die Menschen auf die Straße gehen.
    Na dieser nervenden Woche mit Klimaaktivisten, ist das nicht besser geworden.
    Und das kann doch eben nicht gewollt sein , oder?
    Habe ich mich denn so mißverständlich ausgedrückt?
    Ich gehöre übrigens noch zu denen, die sich auch noch in der Schule intensiv mit dem 3. Reich und der Judenverfolgung beschäftigt haben. Wir fuhren nach Sachsenhausen , Lehrstunden, die man nicht vergisst.

  8. 33.

    "Immerhin haben 14,2 % der Berliner rechtsextrem gewählt."
    Wann war das? 1930?


    "Zitat:
    "Der ehemalige Innenminister Gerhard Baum hat bei Markus Lanz vor zwei Tagen etwas Richtiges gesagt. Juristisch mag der Täter Einzeltäter sein. Ich möchte ergänzen: moralisch hat er Millionen Mittäter".

    Lesen Sie mal im StGB nach, was Mittäter sind.

  9. 32.

    Ich wohne in Berlin, bin Berlinerin und fühle mich von den Demos weder gebdeutelt noch genervt. Und ich finde, eine Demo am Sonntag in Berlin eine gute Idee - so kann ich daran teilnehmen. Wäre die Demo in Halle, könnte ich das nicht.

  10. 31.

    Würden Sie eine Parte, die über lange Jahre mit Phrasen wie "jüdische Bourgeoisie" agitiert, als extremistisch bezeichnen?

  11. 30.

    Die Ecke haben sie sich ja selber ausgesucht, da sie es ja wichtig finden, ihren Frust bezüglich dieser Demo preis zu geben. War die Demo für die 4 Toten bei der Invalidenstraße für sie auch lästig?

  12. 29.

    "#Unteilbar = Staatsdemo.
    In meiner Jugend habe ich noch GEGEN den Staat demonstriert, heute organisiert sich der Staat seine Demos selbst (analog "Friday ...")."

    Glauben sie den Stuss selbst oder wollten sie nur rechtspopulistische bis -extreme Verschwörungsszenarien in den Raum werfen?

  13. 28.

    Der Kommentar von ihnen davor ist aber schon etwas schräg, da sie ja in Bezug auf diese Demo das Wort inflationär benutzen. Wenn die Kirchentür nicht gehalten hätte, dann hätte man sowas wie in den USA gehabt.

  14. 27.

    Nee. Das interessiert viele nicht. Was interessieren sie getötete, bedrohte, diffamierte Juden? Oder verängstigte, attackierte und beleidigte Flüchtlinge? Wichtig ist, nicht aus seiner Komfortzone heraus zu müssen. Auto fahren, verreisen, konsumieren-das ist auch weiterhin der Plan und hat oberste Priorität. Der Rest hat doch mit dem Normalbürger nichts zu tun. Das wird noch ein böses Erwachen geben. Ich danke allen Menschen, die sich engagieren. In ihrer Freizeit. Und dafür noch beschimpft und mit Häme bedacht werden.

  15. 26.

    Aber dass Rechtsextreme und Neonazis, auch in Berlin, immer stärker werden, DAS interessiert sie nicht? Oder findet das sogar ihren Zuspruch?

    Immerhin haben 14,2 % der Berliner rechtsextrem gewählt. Zitat:

    "Der ehemalige Innenminister Gerhard Baum hat bei Markus Lanz vor zwei Tagen etwas Richtiges gesagt. Juristisch mag der Täter Einzeltäter sein. Ich möchte ergänzen: moralisch hat er Millionen Mittäter".

    https://meta.tagesschau.de/id/143736/hatte-der-attentaeter-von-halle-unterstuetzer

  16. 25.

    Ich hoffe dass viele Berlinerinnen und Berliner sich beteiligen. Es ist höchste Zeit gegen rechten Terror, Antisemitismus und Rassismus aufzustehen. Und es braucht ein Umdenken der Sicherheitsbehörden.

  17. 24.

    Vielen Dank für den Hinweis, wann die Demostration beginnt. Ich werde auf jeden Fall hingehen.
    Ergänzend wollte ich hinzufügen: die Demo ist keine direkte Reaktion auf den Anschlag in Halle. Sie ist lange und ausführlich geplant von engaierten Menschen, die sich gegen den Hass, Fremdenhass und Intoleranz sowie insgesamt gegen rechte Tendenzen, die sich zunehmend in unserer Gesellschaft breit zu machen versuchen, mit Power, Liebe und Überzeugung stellen.
    Und ich finde, es kann gar nicht oft genug klar gemacht werden, dass es in unserer Gesellschaft viele, viele Menschen gibt, die Freiheit ohne Druck, und Werte, die für echte Freiheit des Geistes gegenüber Repressionen jeglicher Art stehen, bevorzugen!

  18. 23.

    Hysterischer Nonsens. Unser Land geht durch Bürger, d. sich in einer Demo positionieren, kaputt??? Quatsch mit Soße. Unser Land geht kaputt, weil die Mehrheit immer noch so tut, als wenn alles i. O. wäre, wie ein Lemming alles mit sich machen läßt u. immer mehr Rechts wählt, weil d. Schurken Recht&Ordnung versprechen, selber aber gar nicht wissen, wie. Außer m. Unterdrückung, Hass, Hetze u. damit Angst zu schüren. Wenn ein paar Menschen friedlich demonstrieren tun sie wenigstens etwas. Außer miesepetrig meckernd auf d. Couch zu hocken. #Keinfußbreit #Unteilbar.

  19. 22.

    Vielleicht doch nochmal den ganzen Aufruf lesen. Wäre gut, wenn die staatlichen Akteure die Forderungen umsetzen, um die rechtsextremen Terroristen zu resozialisieren. Dafür braucht es jedoch eine Gefängnisreform, denn dort wird weiterhin auch rekrutiert. Aus dem Aufruf "...mehr als 200 Menschen kamen seit 1990 durch rechte Gewalt ums Leben, gefestigte militante Nazistrukturen, das NSU-Netzwerk und rechte Netzwerke in Sicherheitsbehörden, mangelnder Aufklärungswille, wie er sich im NSU-Komplex und bei anderen rechten Gewalttaten gezeigt hat, eine nicht aufhörende Bagatellisierung der rechten Gefahr und eine Diffamierung und Behinderung demokratischen, zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Engagements, und eine voranschreitende Normalisierung antisemitischen, rassistischen und menschenverachtenden Gedankenguts in den Parlamenten, den Medien und der breiten Öffentlichkeit. Wir verstehen diese Tat auch als einen Angriff auf unsere Gesellschaft! ..." Link im rbb oben zum Aufruf :)

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