Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin (Quelle: imago images/Schoening)
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Hintergründe unklar - Polizei stoppt Mann mit Messer vor Neuer Synagoge

An der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin ist es am späten Freitagnachmittag zu einem Zwischenfall gekommen. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, überwältigten Objektschützer einen 23-Jährigen, der die Absperrung vor der Synagoge überstiegen und mit einem Messer auf die dortigen Beamten zugelaufen sein soll. Dabei soll er den Angaben zufolge etwas auf Arabisch gemurmelt haben.

Als zwei Objektschützer ihre Dienstwaffen zogen, blieb der Mann den Angaben zufolge stehen, legte das Messer aber nicht weg. Inzwischen eingetroffene Unterstützungskräfte mussten schließlich Reizgas einsetzen, damit der 23-Jährige das Messer fallen ließ und überwältigt werden konnte. Er wurde festgenommen.

In einer Befragung und bei einer Durchsuchung seiner Wohnung habe sich das Motiv des Mannes nicht klären können, hieß es. Da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden könne, seien Computer und Unterlagen beschlagnahmt worden. Der Mann wurde am Samstagmorgen aus dem Polizeigewahrsam entlassen, die Ermittlungen hat der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz übernommen.

Das denkmalgeschützte Gebäude der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße beherbergt heute das Centrum Judaicum, wo es ein Archiv sowie wechselnde Ausstellungen gibt.

Sendung: Abendschau, 05.10.2019, 19:30 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Mittlerweile befindet sich der Mann in der Psychiatrie, offensichtlich war er nicht zurechnungsfähig. Trotzdem ist jeder antisemitische Vorfall einer zu viel und Antisemitismus in aller Deutlichkeit zu verurteilen!

  2. 13.

    Den Kommentar verstehe ich nicht so ganz:
    Im ersten Ansatz drehen sich mehrere Sätze um rechtsextremistisch motivierten Antisemitismus und im zweiten Absatz ist die Motivation dann egal (weil es sich allem Anschein nach um islamischen Antisemitismus handelt?)

    Die hohe Zahl "rechtsextremistischer" Straftaten im Zusammenhang ist i. Ü. in der Praxis begründet im Zweifel alles dort hineinzupacken.

  3. 12.

    Ich frage mich immer häufiger, ob es nur grob fahrlässig oder sogar Absicht ist, wenn am Ende unter dieser völlig fehlgeleiteten Political Correctness des Abwiegelns oder Verharmlosens unschuldige Dritte, insbesondere Juden, die Leidtragenden sind.

  4. 11.

    Warum verweigern sie,und noch andere hier im Forum die Realität ??
    Dieser Typ hatte ein Kampfmesser in der Hand, hat"Allahu Akbbar gerufen und Fuck Israel ......Er wollte in die Synagoge......muss man noch mehr wissen. ?

  5. 10.

    Hallo Steffen, ein arabisch sprechender Mensch kann Christ, Jude, Muslim, ungläubig oder sonstwas sein - die Sprache sagt doch nichts über seinen Glauben aus.

  6. 8.

    Stimmt, etwas was aussieht wie ein Hund, bellt wie ein Hund, mit dem Schwarz wedelt wie ein Hund, ein Halsband trägt wie ein Hund und läuft wie ein Hund, dann kann das nach logischem Nachdenken und Ausschluss aller Vorurteile nur ein Goldfisch sein. Muss man eigentlich Einzeltäter bestimmter Ideologien immer verharmlosen und negieren, um kein Rassist zu sein? Oder genügt es nicht einfach nur, klar zu differenzieren, bestehende Probleme aber trotzdem klar zu benennen?

  7. 7.

    Da hat jemand etwas gemurmelt, was andere als arabisch erkannt haben. Daraus schlussfolgern einige Kommentatoren, dass es sich um einen Muslim handeln muss, der mit einem Messer auf einen Beamten zugelaufen ist. Was hier so ärgerlich ist, ist der Reflex: Jüdische Einrichtung - Messer - arabisch - Muslim. Wenn man wissen will, woher der Mann kommt, muss man in seinen Pass gucken. Wenn man wissen will, ob er er sich zu einem Glauben bekennt, muss man ihn fragen. Möchte man das Motiv für die Tat herausfinden, muss man den Mann fragen: Warum haben Sie das getan?

  8. 5.

    Genau das frage ich mich auch. Den dafür Verantwortlichen sollte man anzeigen und wegen Amtsmißbrauch feuern.

  9. 4.

    Die 95 Prozent kommen aber nur zustande, weil grundsätzlich jede antisemitische Straftat als rechtsextremistische erfasst wird.
    Es sei denn, es gibt konkrete Hinweise auf eine anderweitige Motivation des Täters.
    Das bedeutet, dass Sachverhalte mit unbekanntem, bzw. keinem ermittelten Täter, z.B. Sachbeschädigungen, immer als rechtsextremistische eingestuft werden!

  10. 3.

    Ein Mann geht mit einem Messer auf Menschen zu. (Kontext: Araber / Jüdische Einrichtung). Eine Scheibe Brot wollte er wohl nicht anbieten. Also warum wird ein offensichtlich gefährlicher Mann aus dem Polizeigewahrsam entlassen? Aufgrund Welcher Erkenntnis stuft man ihn als ungefährlich ein? Kann mir das mal ein Profi erklären?

  11. 2.

    Weil es ja auch nur Antisemitismus unter musiimischen Menschen geben kann? Achso. Da wissen Sie ja scheints mehr als der Rest der Welt. 95% antisemitischer Straftaten gehen von Rechtsextremen aus - also von denjenigen, die Sie hier regelmäßig in Schutz nehmen. Der mordende und bombenlegende "NSU" z.B. hat auch Synagogen als mögliche Ziele ausgespäht. Antisemitische Parolen und Stereotype sind darüber hinaus leider überall in der Gesellschaft weit verbreitet. Ergo brauchen Sie hier nicht zu versuchen, einen mutmaßlich antisemitischen Vorfall für Ihren antimuslimischen Rassismus zu instrumentalisieren.

    Es spielt eine nachrangige Rolle, welchen Hintergrund der hier mögliche Antisemitismus hatte. Wichtig ist vor allem, dass der Mann gestoppt werden konnte und dass offenbar niemandem etwas passiert ist.

  12. 1.

    Wenn im Artikel nicht gestanden hätte, dass der Mann etwas auf arabisch gemurmelt hat - ich wäre da echt nie drauf gekommen!

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