Symbolbild: Eine Fledermaus der Art Braunes Langohr hält Lutz Ittermann, stellvertretender Vorsitzender vom Mausohrverein e.V., im Gewölbe der alten Dampfziegelei in seiner Hand. (Quelle: P. Pleul)
Audio: rbb | 19.11.2019 | Torsten Sydow | Bild: dpa/P. Pleul

Agrarfreundliche Initiative in Brandenburg - Artenschutz-Volksinitiative sammelt 24.000 Unterschriften

Die zweite Volksinitiative zum Thema Artenschutz in Brandenburg - die agrarfreundlichere - hat jetzt auch ihre Unterschriftensammlung beendet. Seit dem Start im April seien rund 24.000 Unterstützer gewonnen worden, sagte Landesbauernpräsident Henrik Wendorff am Dienstag bei der Übergabe der Unterschriften an Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) in Potsdam. Ab 20.000 Unterschriften muss sich der Landtag mit dem Thema befassen.

Träger dieser Volksinitiative sind unter anderem der Landesbauernverband, der Landesjagdverband und der Gartenbauverband. Sie hatten - nachdem die Pläne von Umweltverbänden für eine Volksinitiative bekanntgeworden waren - Mitte April eine eigene gestartet. Der Titel lautet: "Mehr als nur ein Summen - Insekten schützen, Kulturlandschaft bewahren". Diese Initiative spricht sich unter anderem für eine Verringerung des Pestizideinsatzes und ein Monitoring der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln aus.

Erste Initiative sammelte 60.000 Unterschriften

Die ebenfalls im April gestartete brandenburgische Volksinitiative der Umweltverbände Nabu, BUND, Naturfreunde und Grüne Liga ist für einen deutlich strengeren Artenschutz. Sie hatte bereits im Oktober mehr als 60.000 Unterschriften gesammelt. Die Umweltverbände wollen unter anderem erreichen, dass in Naturschutzgebieten keine Pestizide eingesetzt werden dürfen und landeseigene Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.

Die Volksinitiative der Umweltverbände mit dem Titel "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" fordert auch, dass Agrarsubventionen nicht nach Fläche, sondern nach umweltgerechtem Handeln ausgegeben werden.

Die Grünen in Brandenburg begrüßten die am Dienstag beendete Unterschriftenaktion. "Wir werden diese Volksinitiative ausführlich behandeln", teilte Isabell Hiekel, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion mit. Es gebe "gute Ansätze". "Wir müssen aber auch feststellen, dass die Forderungen dieser Volksinitiative noch ausbaufähig sind, um dem Insektensterben schnell und effektiv entgegen zu wirken."

Sendung: Brandenburg aktuell, 19.11.2019, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ein dreiste Scheinkopie der echten Initiative ist das. Eine Schreckreaktion der Agrarlobby auf die echten Bürgerinteressen zu mehr Naturschutz. Auch mit diesem Hintergrund dieser Kampagne wird sich der Landtag beschäftigen müssen.

    Ich hätte deshalb auch gerne hier gelesen, wie sich die echte Initiative (von Naturschutzverbänden) gegen diese Lobby-Kampagne der Bauern positioniert.

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