Archivbild: Ein Trinkwasserbrunnen im Wasserschutzgebiet im Tegeler Forst, Berlin-Reinickendorf (Quelle: imago images / Jürgen Ritter).
Audio: Inforadio | 19.11.19 | Jan Menzel | | Bild: imago stock&people

Unzureichende Wasserversorgung - Berlin hat im Katastrophenfall zu wenig Brunnen

2.070 Straßenbrunnen gibt es in Berlin. Sie sollen die Bevölkerung im Notfall mit Wasser versorgen. Doch nur ein Drittel davon bietet Wasser in trinkbarerer Qualität. Ein Problem, das schon seit Jahren bekannt ist.

Berlin kann die Bevölkerung im Katastrophenfall nicht ausreichend mit Wasser versorgen. Wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz hervorgeht, fehlen laut Umweltverwaltung stadtweit mehr als 1.000 Brunnen.

Insgesamt gibt es in Berlin 2.070 Straßenbrunnen. 901 davon sind Bundesbrunnen, für die anderen 1.169 ist das Land zuständig. Nur ein Drittel aller Anlagen könnte allerdings im Notfall Wasser in ausreichender Qualität liefern. Die Brunnen sollen dafür sorgen, dass die Bevölkerung unabhängig vom Trinkwassernetz versorgt werden kann.

Chemisch oder bakteriologisch verunreinigt

Wie nun aus der Antwort des Senats hervorgeht, sind die Brunnen mit minderer Wasserqualität entweder chemisch oder bakteriologisch verunreinigt. Das mit Bakterien verschmutzte Wasser könnte laut Behörde im Notfall noch mit Hilfe von Chlortabletten gereinigt werden. Sind die Brunnen allerdings chemisch belastet, gebe es keine Möglichkeit, sie zu reinigen, so die Verwaltung.

Die Behörde hat schon vor zehn Jahren festgestellt, dass es nicht genügend Brunnen gibt. Damals war ebenfalls die Rede von circa 1.000 fehlenden Brunnen. Der SPD-Abgeordnete Buchholz sagte nun zur aktuellen Antwort der Behörde: In den vergangenen Jahren sei offensichtlich nicht viel bis gar nichts geschehen, um die Wasserversorgung im Katastrophenfall sicherzustellen.

Verschärft wird der Brunnen-Mangel durch das Bevölkerungswachstum. Im Boom-Bezirk Pankow fehlen die meisten Wasserstellen. Die Senatsverwaltung gibt in seiner Antwort zu: "Der vorhandene Bestand wird als nicht ausreichend bewertet."

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.11.2019, 16 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wie stellen Sie sich denn eine Benachrichtigung vor, dass Fenster geschlossen werden müssen, wenn Sie gerade schlafen?

    Natürlich bedarf es entsprechender Öffentlichkeitsarbeit, damit klar ist, was es bedeutet, wenn Sirene geht.

    Nur zu sagen wir machen lieber gar nichts halte ich auch nicht für sehr zielführend

  2. 6.

    Und mal angenommen sie hören 'ne Sirene, Marcel... was machen Sie denn dann? Das erzeugt doch nur ziellose Panik.

  3. 4.

    Wenn die Brunnen nur das einzige Problem wäre....
    Habt ihr euch mal ernsthaft gefragt, wie ihr überhaupt in der Nacht bemerkt, dass es einen Katastrophenfall gibt, wenn dann z.B. flächendeckend der Strom weg ist?
    Es gibt in Berlin keine Infrastruktur wie Sirenen. Die sind im Nachwendetaumel abhanden gekommen.
    Unser Katastrophenschutz verweist da freundlich auf Lautsprecherwagen - bestimmt im Hinterhaus super zu hören - und auf Medien wie Hörfunk.
    Wisst ihr welcher Sender dann sendet? Weiß der Sender davon, dass er senden sollte? Hat der Funkmast dann Strom und ihr alle ein Radio mit Batterie?

    Also mehr als gruselig das ganze.
    Andere Großstädte in Deutschland unterhalten auch heute ein eigenes Sirenennetzwerk und haben da auch regelmäßig Proben. In Berlin brauchen wir das nicht.

  4. 3.

    Wie man aus Brackwasser Trinkwasser herstellt, ist ja noch kein größeres Problem, allerdings denken halt die meisten, aus diesen Pumpen am Straßenrand käme Wasser. Effektiv sind viele Pumpen kaputt! Und dann versucht mal, eine kaputte Pumpe zu melden.... und nein, diese Senats-Einheits-Telefon-Nummer greift da nicht. Oder der Mitarbeiter greift da nicht. Wie auch immer.. ich habs im ersten Trockensommer versucht, ist mir nicht geglückt. Das sind Relikte wie Gaslaternen. Zuständigkeit ungeklärt oder Dingens ungewollt. Also im Ernstfall kommt KEIN Wasser. Vielleicht findet der RBB ja heraus, wie man eine kaputte Pumpe wo meldet und wie / wann sie repariert wird...

    Ohne Wasser ist auch nix abzukochen oder zu destillieren. Aber wir haben ja keine Katastrophenfälle...

  5. 2.

    Weil die Finanzen versacken, ganz einfach. Hauptsache E-Scooter aufstellen lassen, damit man im Katastrophenfall ganz fix und aus der Stadt zur Peripherie gelangt. Die Eliten werden schon gerettet, da ist der Kollateralschaden bereits berücksichtigt. Das Fußvolk gehört eben zum Schwund im Fall der des Falles. Sollte es soweit sein kommen: ein heller Blitz und Aus. Was scheren die im Rathaus da noch die Brunnen?

  6. 1.

    @rbb Und warum werden die Brunnen nicht saniert? Was sagen Experten wie z.B. in Berlin ansässige Brunnenbauer dazu?

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