Hunderte Menschen demonstrieren am 20.11.2019 in Berlin-Biesdorf für Tangentialverbindung Ost (Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 20.11.2019 | | Bild: rbb

Tangentialverbindung Ost - Etwa 500 Menschen demonstieren für Entlastungsstraße

Etwa 500 Menschen haben am Mittwochabend in Berlin-Biesdorf den Blumberger Damm blockiert. Sie forderten mit der fünfzehnminütigen Straßenblockade an der B1/B5-Kreuzung einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für das Siedlungsgebiet. Das Motto der Kundgebung lautete "Der Stadtrand Ost wird abgehängt". Anwohner beklagen, dass sie für die knapp sieben Kilometer zwischen Biesdorf und Köpenick bis zu 50 Minuten im Stau stehen. Auch die Busse der BVG  stecken fest.

Baubeginn wahrscheinlich 2027

Der Berliner Senat denkt seit 2008 über eine neue Autotrasse - die sogenannte Tangentialverbindung Ost - nach, um den Dauerstau in der Region zu entschärfen. Das Planfeststellungsverfahren soll aber erst 2021 beginnen. Deshalb ist mit einem Baubeginn nicht vor 2027 zu rechnen.

Die Senatsverwaltung für Verkehr erklärte, die Verzögerung sei entstanden, weil die Deutsche Bahn aus der Vereinbarung ausgestiegen sei, vier Eisenbahnbrücken planen zu lassen. Das übernehme jetzt die Senatsverwaltung und ziehe das TVO-Projekt damit vor.

Bei der Tangentialverbindung Ost geht es um eine vierspurige Straße, die auf dem kürzesten Wege die Märkische Allee in Marzahn-Hellersdorf mit der Spindlersfelder Brücke in Köpenick verbinden soll. Als schnelle Nord-Süd-Trasse soll sie den Durchgangsverkehr entlang einer bereits bestehenden Bahnstrecke bündeln und die riesigen Wohngebiete in Mahlsdorf und Biesdorf vom Verkehr entlasten.

Eine Karte der geplanten Tangentialverbindung Ost (Bild: rbb24/Rossel)

Sendung: rbb24, 20.11.2019, 21:45 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Jedes Gefährt, in dem 50 Menschen auf 25 Metern Länge sitzen, nutzt den vorhandenen Platz besser aus als ein Gefährt, bei dem 1 oder 2 Menschen auf 3 Meter Länge sitzen. Das alles noch multipliziert mit dem Mindestabstand.

    Seltsame Rechnung, die Sie da anstellen.

  2. 15.

    "75 % der Deutschen wollen nicht auf ihren PKW verzichten."

    Erst einmal geht die Frage nach der Umfragequelle und der Art und Weise des Fragens und Zweitens heißt "nicht verzichten" noch lange nicht "alltäglich und vorrangig benutzen".

    An einer wirklichen Verkehrspolitik führt auch für den hartnäckigsten Autofahrer kein Weg vorbei. Weil wir in einem freiheitlichen Staat leben und Freiheit immer das Einräumen der Wahlmöglichkeit bedeutet. Und das schließt eben die faktische Einschränkung der Wahlmöglichkeit durch An-die-Wand-Drängen aus.

    Drei Jahrzehnte wurde das anders gesehen, doch diese Zeiten sind unwiderbringlich vorbei. Weil sich Menschen wehren, die freiheitlich veranlagt sind.

  3. 14.

    NEE, da fahren nur noch Busse hin und alles wird Busspur ;-)
    Und Radwege.

    Um das aufzugreifen: BVG #DUBISTDERSTAU
    Jede Busspur kastriert die Kapazität einer Straße um in der Regel 50%. Das verdoppelt jeden Stau und dessen Abgase.

  4. 13.

    Die künstliche Verzögerung der TVO ist doch ein Paradebeispiel für die ignorante Verkehrspolitik des Senats und des Bundes. 75 % der Deutschen wollen nicht auf ihren PKW verzichten. Baut endlich die Hauptverkehrsstrassen, allen voran die A100 von Treptow zur Seestrasse, aus um die Wohngebiete zu entlasten und findet andere Lösungen um die Klimaziele zu erreichen (Stichwort Ausstieg aus dem Atomausstieg und Ausbau der sauberen und sicheren Kernenergie).

  5. 12.

    Was für ein Schwachsinn ! Das würde keine 5% Verkehrsentlastung bringen. Abgesehen davon ist auch die BVG und das Radwegenetz bzgl. der tangentialen Verbindungen sehr verbessrungswürdig. Die TVO ist aber unauseichlich. Der Stau kostet jeden Tag tausende vergeudete Arbeitsstunden für die ansässigen Unternehmen und damit wirtschaftlich viele Millionen, u.a. auch entgangene Steuergelder für die Stadt. Damit könnte man wiederum die Infrastruktur verbessern - so wird ein Schuh draus. Ich denke die armen Anwohnern der Köpenicker Strasse hätten auch nichts dageen.

  6. 11.

    Sehr zutreffend beschrieben!
    Aber viele hier sind offenkundig nicht in der Lage, Kompromisse einzugehen. Es lebe die Intoleranz und Ideologie!
    Man kann sehr wohl für den dringend notwendigen massiven Ausbau des ÖPNV und Förderung des Radverkehrs eintreten; trotzdem sind leistungsfähige Haupstraßen nötig, um den MIV zu bündeln und Wohngebiete und Geschäftsstraßen zu entlasten.
    Ein Teil der Autonutzer wird nie auf ihr Fahrzeug verzichten wollen oder können. Noch leben wir glücklicherweise in einem freien Land, in dem man das Verkehrsmittel frei wählen kann.
    Der Bau der A 113 vom Dreieck Neukölln nach Schönefeld hat in der Tat dafür gesorgt, dass auf dem langen Straßenzug Buschkrugallee - Rudower Str. - Neuköllner Str. selbst zur HVZ nur selten Stau ist. Ähnliches wird für Treptow-Köpenick zu erwarten sein, wenn man sich mit renommierten Verkehrsexperten unterhält, und nicht nur mit den üblichen Verdächtigen von "changing cities" etc.

  7. 10.

    Wenn da ordentliche Radinfrastruktur oder ÖPNV gebaut würde und die ganzen "Sesselfurzer" umstiegen kämen Sie mit ihrem Werkzeug besser durch.

  8. 9.

    Ich erinnere mich noch an die elenden Staus bevor es den Ausbau der A113 gab. Der Ausbau hat sich gelohnt und für Entlastung auf gesorgt für den T-Damm Geradestraße Rudower Chaussee und Umgebungen.
    Solange man mit dem ÖPNV länger braucht als mit dem Auto trotz Stau wird niemand umsteigen. Ich quäle mich auch sehr oft 40-50 Minuten über die Köpenicker von Hellersdorf nach Adlershof. Die selbe Strecke mit BVG bedeutet 3x oder 4x umsteigen und keinen Zeitgewinn.
    Ich fahre übrigens einen weißen Kastenwagen mit Werkzeug Maschinen usw. Das mit Fahrrad und ich hänge den Beruf an den Nagel und werde wie einige hier anscheinend Bürosesselfurzer.

  9. 8.

    Mit gefühlten oder tatsächlichen 95 % hat das nichts zu tun. Schon drei Fahrräder pro Waggon reichen in der HVZ, damit nichts mehr geht. Ich selber benutze mein Rad in puncto Bahn immer nur als Zubringer, nehme es allenfalls in schwächeren Verkehrszeiten für Überland-Touren mit.

    Als Radfahrender will ich über meinen Schatten springen:
    Ausschlusszeiten für´s Rad auf den BVG- und S-Bahnlinien ganztägig innerhalb des S-Bahn-Ringes, auf allen übrigen Strecken und in anderen Verkehrsmitteln von 6 - 9 Uhr und von 15 - 18 Uhr.

  10. 7.

    TVO aufgeben und die Bahn dort ausbauen.

  11. 6.

    Ja, bitte fahrt Alle mit dem Fahrrad! Aber nicht gleich in die S-Bahn mit dem Drahtesel, wie es gefühlte 95% der "Radfahrer" machen!

  12. 5.

    Ein sehr wohl zutreffender Effekt. Ich denke da immer an die Koffer meiner Eltern, mit denen es auf Reisen ging. Kein Koffer konnte groß genug sein, als dass er noch bis zum letzten Millimeter gefüllt werden musste. Es ist ein Kreislauf ohne Ende.

    Neubauten sind immer janusköpfig - Entlastung im Kurzfristigen, weitaus größere Belastung auf noch höherer Stufenleiter im Langfristigen. Gewonnen ist damit nichts. Jedenfalls dann nicht, wenn die Perspektive geweitet ist und nicht nur, pardon, "von Zwölf bis Mittag" reicht.

    Bahnstrecken gibt es, sie müssten nur mit Linien direkt befahren werden.

  13. 4.

    Die Leute werden sich wundern. Denn ist die Strasse erstmal gebaut, werden sie dann auf dieser neuen Strasse im Stau stehen. Denn wenn die Leute wissen, es gibt eine neue Strasse bzw. mehr Fahrbahnen, dann wollen sie die auch nutzen. Das Verkehrsaufkommen steigt also mit dem Angebot, mehr Stau. Ein bereits gut erforschter Effekt. Kann man recherchieren und nachlesen.

  14. 3.

    Die Verkehrsverwaltung macht sich einen schlanken Fuß wenn sie nur auf die DB zeigt. Schließlich wurde das Vorhaben von Senaten so oft verschoben oder geändert, dass niemand mehr an dessen Verwirklichung glaubte.

  15. 2.

    Fahrt mit dem Rad, oder mit dem Bus, statt allein in euren PKW zu sitzen, und der Stau ist nicht mehr. #DUBISTDERSTAU

  16. 1.

    Die TVO scheint ein spannendes und zeithistorisches Projekt zu sein.
    1. Abgasung von Automobilen tötet Lebewesen.
    2a. Die TVO soll den privaten Autoverkehr fördern.
    2b. TVO fördert den privaten Autoverkehr.
    3. Was den privaten Autoverkehr fördert, wird Lebewesen töten.

    Warum wird das Gelände der Deutschen Bahn umgewidmet? Warum wird nicht bspw. eine 2. Ringbahn (OstX, Wuhlheide, Biesdorf, Hohenschönhausen oder Gesundbrunnen) ermöglicht?
    Die Schienen sind ja schon da. Für die TVO müssen die allerdings verkleinert/abgebaut werden.
    Könnte diese Idee nicht den Stau wirklich vermindern?
    Warum so viel Geld von allen ausgeben für sowenig Nutzen?

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