Archiv: Autos stehen am 15.04.2014 in Berlin vor einer Ampel an der Silbersteinstraße (Bild: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 27.11.19 | Heike Schüler | Bild: dpa

Berlin-Neukölln - Diesel-Fahrverbot wird auf Hermannstraße ausgeweitet

Eigentlich sollten Diesel-Durchfahrtsverbote in Berlin schon vor einem Jahr umgesetzt werden - nach vielen Verzögerungen kommen sie jetzt erst. Am Mittwoch ist die Neuköllner Hermannstraße an der Reihe. In Mitte wird am Donnerstag das erste Schild aufgestellt.

Die Verbote für ältere Diesel-Fahrzeuge in Berlin-Neukölln werden ab Mittwoch ausgeweitet. Voraussichtlich wird auch ein Teil der Hermannstraße für Diesel-Autos bis einschließlich Euro-5-Norm gesperrt. Dabei geht es um den Bereich zwischen Emser- und Silbersteinstraße.

Schon seit vergangenem Freitag gilt ein Durchfahrtsverbot für die Diesel-Autos auf einem Teilstück der Silbersteinstraße. Die zuständige Firma stellte die Schilder dort früher auf als geplant. Ursprünglich war dieser Montag als Termin vorgesehen.

Verbote sollen Luftqualität verbessern

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sagte, das Fahrverbot sei eine von mehreren Maßnahmen, um die Luftqualität zu verbessern. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte das Durchfahrverbot für die Diesel-Autos sowie für Diesel-Lkw angeordnet.

Verbote auf Zeit

Als die Verbotsschilder in der Silbersteinstraße am Montag montiert wurden, sagte Hikel im Gespräch mit rbb-Inforadio, sollte sich die Luftqualität durch die Fahrverbote verbessern, könnten sie später auch wieder abgeschafft werden. "Eventuell wird man auch feststellen, das in fünf bis zehn Jahren viel weniger alte Diesel-Fahrzeuge unterwegs sind", so Hikel.

Zudem sei E-Mobilität gerade ein großes Thema. Es könne sein, dass durch den allgemeinen technischen Wandel eine Verbesserung der Luftqualität in der Stadt erreicht werde.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte die Durchfahrverbot zur Verbesserung der Luftqualität bereits im Herbst 2018 angekündigt - die Einführung wurde durch die Verwaltung immer wieder verschoben, wie rbb|24 mehrfach berichtete.

Durchfahrtsverbote kommen auch in Mitte

Im Bezirk Mitte tritt am Donnerstag ebenfalls das erste Diesel-Fahrverbot in Kraft. Es gilt dann in der Stromstraße für den Bereich von Turmstraße bis zur Bugenhagenstraße. Insgesamt sollen laut Bezirksamt 69 Verbotsschilder aufgestellt werden. In Mitte und Neukölln wird auf insgesamt 2,9 Kilometern die Durchfahrt für Dieselfahrzeuge bis einschließlich Euronorm 5 verboten sein. Entsprechende Straßen hatte der Senat im Juli im Rahmen seines Luftreinhalteplans festgelegt.

Dabei wird es Ausnahmen allerdings geben: Anlieger und Schwerbehinderte dürfen die Verbote ignorieren, ebenso Taxifahrer, Handwerker, Liefer- und Pflegedienste. In Berlin sind von den Dieselfahrverboten mehr als 192.000 Autos betroffen, in Brandenburg sind es knapp 289.000. Wer in einer Verbotszone erwischt wird, zahlt als Pkw-Fahrer 25 Euro, als Lkw-Fahrer 75 Euro. Kontrolliert werden soll das Durchfahrverbot von der Polizei. Ob das in der Praxis umsetzbar sein wird, muss sich noch zeigen.

Sendung: Inforadio, 27.11.2019, 6 Uhr  

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    Wenigstens das Geschäft mit Verkehrsschildern gepuscht. Wer sich dran hält und drumrum fährt, verursacht zwangsweise noch mehr schlechte Luft, aber weniger als vielfliegende Umweltpolitiker. Ein gelungener Schildbürgerstreich für gute Schildbürger ist es allemal.

  2. 14.

    Soso, die DUH hat nicht vor dem Audi A8 gewarnt?
    Sie schützt die Automobilindustrie?

    https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/der-schmutzigste-diesel-ist-ein-audi-a8-der-abgasstufe-euro-6-deutsche-umwelthilfe-misst-bei-strasse/

    Manchmal weiß ich nicht, ob solche Kommentare NUR von bezahlten Fake-News-Schreibern produziert werden, oder die werten Kommentarschreiber den vollkommenen Unsinn wirklich glauben...

  3. 13.

    Da verdrehst Du etwas.
    Die DUH schützt ja die Automobilindustrie, damit die weiter ihre dreckigen Diesel verkaufen kann.
    Die DUH hat im Frühjahr 2017 einem Berliner Abgasspezialisten den Auftrag gegeben einen neuen Audi A8 zu testen.
    Dieser stellte fest, dass die Stickoxidwerte im normalen Fahrbetrieb um das 18-fache überhöht sind. Wurde ein Verbraucher von der DUH wegen des Betruges gewarnt, wo sie doch eine Verbraucherschutzorganisation sein wollen. Nein.
    Die schummelautos wurden noch bis 2018 weiter verkauft.
    Flächendeckende Fahrverbote sind genauso schwachsinnig wie Strassensperrungen, weil die vielen Pendler ja irgendwie zur Arbeit kommen müssen. Es fährt kaum jemand nur zum Spaß durch die Stadt, wie uns die DUH weismachen will.

  4. 12.

    Ja, besser und wirksamer wäre endlich die Straßenbahntrassen zu bauen zum Leipziger Platz vom Alex und vom Hermannplatz. Und natürlich auch zum Hermannplatz, was ja erst seit fast 30 Jahren geplant wird ;) Busspuren zwecks Vorrang des ÖPNV sollten doch auch mal ausgeweitet werden, oder?! Sicherlich wirksamer als sehr, sehr, sehr, sehr selten kontrollierte Verbote.

  5. 11.

    Das Beste: Anlieger frei. Im Zweifelsfall ist man mit einem Dieselfahrzeug einfach Anlieger. Läuft

  6. 10.

    Genau aus diesem Grund hat die DUH ja flächendeckende Fahrverbote und die Einführung einer blauen Plakette gefordert. Die Politik hat sich quergestellt und macht jetzt diese unsinnigen Maßnahmen, die man ohne Plakette ohnehin nicht kontrollieren kann. Da wird man dann in einem Jahr oder zwei feststellen, dass das genau nichts bringt, es gibt eine neue Klage und dann vergehen weitere Jahre bis dann letztlich doch flächendeckende Verbote kommen. In der Zwischenzeit kann die heilige Autoindustrie weiter Autos verkaufen, die nur auf dem Prüfstand sauber sind. Die "Bösen" sind hier nicht die DUH, sondern die Autohersteller, die mit ihrem Betrug erst dafür gesorgt haben, dass die Luft so schlecht ist, und dann mit Lobbyarbeit verhindert haben, dass die Verbraucher Schadensersatz einklagen können.

  7. 9.

    Ich sehe das genauso wie sie. Niemand wird wegen der Verbote auf sein Auto verzichten. Wenn die Hermannstr. gesperrt ist wird auf die Sonnenallee oder den Te-Damm ausgewichen. Was ist damit erreicht? Antwort: nix. Weder weniger Autos und auch keine bessere Luft in Berlin! Und solange die U-Bahn und deren Bahnhöfe nicht besser und sicherer werden siehe https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/11/berlin-schoenleinstrasse-u-bahn-drogen-kindern-angeboten.html
    https://www.bz-berlin.de/berlin/das-junkie-elend-in-der-berliner-u-bahn
    werden die Bürger diese Möglichkeit der Beförderung nicht als Alternative berücksichtigen.

  8. 8.

    Fahrverbote sind absoluter Schwachsinn es muss andere Lösung dafür geben, ich bin kein Autofahrer aber kann Die Autofahrer ein bisschen verstehen, meines Erachtens ist es das Versagen Von Berliner Senat die hätten sich schon längst rum kümmern können um Fahrverbote zu vermeiden.
    Es gibt nun mal Leute die mit Autos unterwegs sein wollen es gibt Leute wie ich die mit Fahrrad unterwegs sind oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, jeder soll mit denn Verkehrsmittel was zur Verfügung steht unterwegs sein wollen.

  9. 7.

    ,, Eine von mehreren Maßnahmen um die Luftqualität zu verbessern,, also ganz ehrlich die haben sie nicht mehr alle, nur weil der Senat es jahrelang verpennt hat sich darum zu kümmern kommen jetzt Fahrverbote stückchenweise, und die Autofahrer werden wieder als Sündenbock dargestellt und müssen darunter leiden, es gibt so viele Möglichkeiten um Fahrverbote zu vermeiden.
    Das Unsere Luftqualität wichtig ist steht auch nicht in frage aber gemerkt Das Feinstaub schlimmer ist als Stickoxide und wir tun so als hätten wir so eine schlechte Luft wie im Peking, Außerdem ist in denn letzten 20/25 Jahren unsere Luft sauberer geworden vielleicht nicht zu 100% aber besser als in anderen Ländern.

  10. 6.

    Das Beste an dem Schild ist "Anlieger frei" heißt, wenn man eine gute Ausrede hat kann man da immer lang fahren. Läuft, Bergab und Rückwärts aber läuft

  11. 5.

    Toll so werden Noch mehr Autos gezwungen sein durch die ohne hin schon überlastete Karl Marx Straße bzw durch die Umliegenden Kieze und auf die Sonnenallee auszuweichen, Bravo... da habt ihr Verkehrs und Stadtverwaltung mal wieder gerockt!

  12. 4.

    Dieser Beschluss ist praktisch nicht umsetzbar, zum einen fehlt das Personal um eine effiziente regelmäßige Kontrolle zu gewährleisten, zum anderen ist diese Maßnahme genauso wirkungslos wie das "Luftreinhaltegebiet" mit "Kurcharakter" in der Leipziger Straße. Symbolpolitik vom Feinsten um den Bürger zu beruhigen und gleichzeitig zu verkünden: Wir machen Klima!!

  13. 3.

    Diese Aktionen mit den Fahrverboten sind der Schwachsinn an sich. Die Stadt muss sie aber einführen, sonst wird sie von der so genannen "Deutschen Umwelthilfe" verklagt.
    Was wird damit erreicht:
    Der Stickoxid-Ausstoß wird punktuell etwas verringert.
    Die betroffenen Autofahrer müssen aber trotzdem zur Arbeit kommen und sind gezwungen sich eine Ausweichstrecke zu suchen. Diese ist in der Regel doppelt bis 3-mal so lang. So werden also doppelt oder 3-mal so viel Stickoxide und andere Schadstoffe in die Stadt geblasen, nur an einer anderen Stelle, wo keine Messstation steht.

  14. 2.

    Wird ja eh nicht kontrolliert. An die 30 die auf der Silbersteinstraße gelten hält sich auch schon niemand, warum sollten sie sich jetzt an die Dieselverbote halten?

    Mal davon abgesehen, dass wir ja alle wissen, dass die Euronorm und der reale Schadstoffausstoß dank der betrügerischen Autokonzerne nur wenig miteinander zu tun haben.

  15. 1.

    Eine Karte wäre sinvoll

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