Ein Service-Mitarbeiter des E-Scooter-Verleihers Lime kümmert sich um kreuz und quer auf dem Gehweg abgestellte Roller. (Quelle: imago-images/Stefan Zeitz)
Audio: Inforadio | 21.11.2019 | Christoph Reinhardt | Bild: imago-images/Stefan Zeitz

E-Tretroller in Berlin - Lime-Nutzer müssen künftig fürs Falschparken zahlen

Immer wieder versperren falsch abgestellte E-Tretroller in Berlin die Gehwege. Allein in Berlin-Mitte habe das Ordnungsamt deshalb in den letzten drei Wochen 1.200 Anzeigen aufgenommen, berichtete der Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Lime-Kunden werden zur Kasse gebeten

Die meisten erwischten Benutzer von E-Rollern waren demnach Touristen. Das Problem: Strafen gegen Falschparker bewirkten oft nichts, weil die Anbieter die Bußgelder nicht an die Kunden weiterleiteten.

Allerdings werden Nutzer der E-Tretroller von Lime künftig zur Kasse gebeten, wenn sie die Roller falsch abstellen. Alle Bescheide über Verwarn-, Buß- oder Strafgelder würden an die Nutzer weitergegeben, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Auch müssten Kunden per Foto festhalten, dass sie Roller richtig abgestellt haben. Lime machte auf Nachfrage keine Angabe darüber, wie häufig die Behörden das Unternehmen wegen Verstößen belangen. Wie das Unternehmen erklärte, würden 98 Prozent der E-Roller korrekt abgestellt. Wie häufig die Behörden das Unternehmen wegen Verstößen belangen, darüber machte Lime keine weiteren Angaben.

Je nach Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter von E-Tretrollern können die Anbieter ihren Kunden für Verwarn-, Buß- oder gar Strafgelder haftbar machen.

16.000 Miet-Roller in Berlin unterwegs

Nach Angaben der Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) sind in Berlin derzeit 16.000 elektrische Miet-Roller verschiedener Anbieter auf den Straßen. Der Senat hat bereits zusätzliche Abstellverbotszonen angekündigt und will extra ausgewiesene Parkmöglichkeiten am Straßenrand schaffen. Damit wolle man die Gehwege frei bekommen, teilte die Senatsverkehrsverwaltung mit. Die Regeln wurden bereits an die Bezirke übersandt. Vorangegangen war eine Initiative des Bezirks Neukölln.

Beschilderung der neuen Parkflächen für E-Tretroller und Lastenräder (Quelle: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz)

Sendung: Inforadio, 21.11.2019, 16:00 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Klar, sobald jemand Kritik an Ihrem heiß geliebten Senat übt, ist das Bashing. Was für ein polarisiertes Weltbild. Natürlich hat der Senat es versäumt, von Vornherein klare Bedingungen und Regeln für die Betreiber aufzustellen. Das ist aber einzig deren Aufgabe, nicht von Scheuers Ministerium. Hier nutzen die Betreiber öffentlichen Berliner Grund, damit fällt die Kontrolle auf Berlin. Die aktuellen Zustände sind teils untragbar, insbesondere für unsere weniger mobilen Mitbürger.

  2. 10.

    Wenn sie und @Realist mit dem dumpfen RRG Bashing fertig sind könnten sie ja mal einen Moment überlegen wer die Dinger zugelassen hat (BMVI) und wer dafür zuständig ist dass die Dinger weggeräumt werden. Nämlich die gleichen die darüber wachen dass "Tische draußen 10 cm zu lang sind". Das sind die jeweiligen Bezirksämter.

  3. 9.

    Ich arbeite in Mitte, da könnte ich mich in der Mittagspause ja auch als "Abschnittsscooterumsteller" betätigen. Ich würde auf 200 Metern dann meine Pause füllen :-) Ich habe aber keine Lust, die Arbeit der Ignoranten und Egoisten zu erledigen, die für ihre Bequemlichkeit bezahlen.
    Aber Hut ab, wenn Sie es tun.

  4. 8.

    Ich denke mal, Eigeninitiative ist da gefragt. Ich stelle die Dinger, soweit sie nicht nur im Randbereich stehen, sondern in die Lauffläche hineinragen, einfach um. Ist nur ein bisschen Arbeit. Mit 3 bis max. 6 geht das. Insofern bin ich auf dem Weg zur Abeit inoffizieller Mitarbeiter des Ordnungsamtes, ohne dafür bezahlt zu werden. So, wie es jeder Bürger im Sinne einer "Ersatzvornahme" tun kann.

    Die Berliner Behörden (die Potsdamer übrigens auch) scheuen wahrscheinlich wegen der Rechtssicherheit den Konflikt. Deshalb auch der scheinbar "große Wurf", sämtlichen erdenklichen Fahrzeugen Parkplätze zuzuweisen. Skateboards und Tretroller ohne Strom sind allerdings noch nicht abgebildet.

  5. 7.

    Ja - gäbe es: den kürzesten Weg zur Entsorgungsannahmestelle.
    Ich sehe es jeden Morgen in Mitte, wie diese Straßenpest mit Dieselstinkern verteilt wird, die Lieferwagen mit laufenden Motoren auf Bürgersteigen stehen, während die "Entsafter", so heißen die "Juicer" ja wortwörtlich übersetzt, diesen Elektroschrott so genial bescheuert platzieren, dass Behinderte und Blinde Menschen ständig über diese Mistdinger fallen können. Abgesehen vom Umstand, dass man als Fußgänger mittlerweile Slalom laufen muss.
    Eine Frechheit, dass der Senat diesem Treiben so untätig zuschaut.

  6. 6.

    16000(!!!) E-Scooter allein in Berlin? Geht's noch? Das gehört aber schnellstmöglich reglementiert! Ebenso die ganzen Leih - Räder.
    Aber für Frau Günther scheinbar noch nicht genug.
    Die Gehwege sehen zum Teil wie "Schrottplätze" aus, wo kaum noch ein Fußgänger gefahrlos durchkommt, geschweige denn jemand mit einem Rollstuhl, o. ä..
    Aber wenn bei einem Lokal die Tische draußen 10 cm zu lang sind, wird pedantisch vermessen und mit horrenden Geldstrafen gedroht. Wo soll das noch hinführen, wenn dieser Senat so weiter macht? Das kann doch keine durchdachte Politik mehr sein, nicht nur in diesem, sondern in eigentlich allen Bereichen...

  7. 4.

    Ein sehr guter Ansatz, aber reicht denn so ein Foto nach korrektem Abstellen aus, um zu beweisen, dass dasGefährt auch wirklich richtig abgestellt wurde (und nicht nachträglich, ob vom Nutzer selbst oder durch "Spaßvögel" noch umgeworfen/anderswo abgestellt wurde)???

  8. 3.

    Ließe sich bei den Dinger nicht etwas hinzufügen? Auf dem Scanner bspw.? Aufkleber gäbe es ja wahrhaft genug ...

  9. 2.

    Eigentlich müsste man bei jedem (auch von den Verteilern) verkehrsbehindernd abgestellten EScootern die Polizei rufen. Ob an Fußgängerüberwegen, Bushaltestellen oder sogar komplett den Zugang verhindernden Parkautomaten (!), diese Dinger kann man nur beschädigen, damit möglichst bald und viele vom Straßenbild verschwinden.

  10. 1.

    Gilt das "ordentliche Abstellen" auch für die Hilfskräfte, die die Dinger aufladen? Heute morgen standen vier Stück eines anderen Anbieters sauber nebeneinander beim Rathaus Spandau am Fahrbahnrand bei den Bushaltestellen.

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