Ein Krankenwagen der Berliner Feuerwehr fährt in Berlin im Stadtteil Mitte (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Audio: Inforadio | 15.11.2019 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Sinkende Quoten - Berliner Rettungswagen brauchen fünf Minuten zu lange

Innerhalb von zehn Minuten sollen Rettungswagen eigentlich an ihrem Einsatzort sein. Doch nur noch etwas mehr als jedes zweite Einsatzfahrzeug in Berlin schafft diesen Wert. Ein wenig besser ist die Situation im Brandfall.  

Berliner Rettungswagen brauchen im Schnitt deutlich länger zum Einsatzort als vereinbart. Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Burkhard Dregger hervor.

Demnach erreichten 2018 nur gut 55 Prozent der Rettungswagen in Berlin ihr Ziel innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten. Es sollten aber 90 Prozent sein. Das eigentlich vereinbarte Schutzziel wird also nur bei etwas mehr als jedem zweiten Einsatz erreicht. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Seinerzeit lag die Quote noch bei 59 Prozent.

Deutlich bessere Quote im Brandfall

Wenn es brennt, ist die Situation den Angaben zufolge besser. Das Schutzziel der Feuerwehr sieht hier vor, dass 14 Einsatzkräfte innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein müssen.

Für den Stadtrand gilt eine vorgeschriebene Quote von 50 Prozent, im Stadtgebiet liegt die Quote bei 90 Prozent. Im Citybereich hat die Feuerwehr dieses Ziel im vergangenen Jahr mit 88 Prozent nur knapp verfehlt. Im Stadtrandbereich lag die Feuerwehr mit einer Quote von 65 Prozent sogar klar über dem Soll.

Allerdings ist es nicht immer der Fall, dass tatsächlich 14 Einsatzkräfte bei jedem Brand anwesend sind.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen die aktuellen Zahlen bei der Feuerwehr im Brandfall eine leichte Verbesserung. 2017 lag die Quote der Feuerwehr im Innenstadtbereich bei 87 Prozent, für den Stadtrand bei 50 Prozent.

Im Vergleich zu 2016 sind die Werte allerdings etwas schlechter. Hier lag die Quote für den Innenstadtbereich bei 89 Prozent und bei den Außenbezirken bei 74 Prozent.  

Sendung: Inforadio, 15.11.2019, 9 Uhr   

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8 Kommentare

  1. 8.

    Wirklich finster wird es erst, wenn ein Notarzt in manchem Außenbezirk gebraucht wird. Hier dürfte der Pizzalieferdienst in der Regel schneller vor Ort sein.

  2. 7.

    In heutigen Kastenwagen ist genug Platz, da kann man sich quer reinlegen, und die sind nicht so breit wie der Aufbau von NRWs.

  3. 6.

    Weder noch, einfach zu viele künstliche Verkehrshindernisse und Baustellen! Alle Entlastungsstraßen und Parallelstraßen wurden und werden "umgewidmet", der Verkehr Künstlich auf wenige Straßen gebündelt, der Verkehrsfluss durch irrsinnige "Ampelkaskaden" zum erliegen gebracht. Kurios, das man trotz dreißig Jahren geziehlter Verkehrsbehinderung und "Rückbau" im Ostteil der Stadt, immer noch schneller mit einem Auto durch die Stadt kommt, als mit den Öffis. Ist aber inzwischen nur noch eine frage der Zeit, es gibt eigentlich de facto keine Straße mehr, ohne den oben genannten "Hindernissen", inzwischen werden mehrere Maßnahmen auch gerne gebündelt eingesetzt, um den Stress gezielt zu erhöhen. Dumm nur, das die Retter auch nicht mehr durchkommen!

  4. 5.

    Weder noch, einfach zu viele künstliche Verkehrshindernisse und Baustellen! Alle Entlastungsstraßen und Parallelstraßen wurden und werden "umgewidmet", der Verkehr Künstlich auf wenige Straßen gebündelt, der Verkehrsfluss durch irrsinnige "Ampelkaskaden" zum erliegen gebracht. Kurios, das man trotz dreißig Jahren geziehlter Verkehrsbehinderung und "Rückbau" im Ostteil der Stadt, immer noch schneller mit einem Auto durch die Stadt kommt, als mit den Öffis. Ist aber inzwischen nur noch eine frage der Zeit, es gibt eigentlich de facto keine Straße mehr, ohne den oben genannten "Hindernissen", inzwischen werden mehrere Maßnahmen auch gerne gebündelt eingesetzt, um den Stress gezielt zu erhöhen. Dumm nur, das die Retter auch nicht mehr durchkommen!

  5. 4.

    Ihnen ist aber schon klar, daß im Inneren des Wagens ein Mensch auf einer Trage liegt und daneben ggf ein Arzt wichtige medizinische Maßnahmen durchführen muss. Wie soll das in einem schmaleren/längeren Wagen funktionieren, wenn man noch an Ausrüstung rankommmen will.
    Wenn Rettungsgassen funktionieren und Krankenwagen nicht als Taxis missbraucht werden würden, gäbe es keine langen Wartezeiten.

  6. 3.

    Einfach der Bevölkerung erklären was ein Notfall ist, dann sind die kaputt gesparten Kapazitäten effektiver einsetzbar und zum anderen ist es eine Auswirkung der massiven Sparmaßnahmen der letzten Jahre, welchen jetzt sichtbar sind.
    Und seit Berlin brennt ist es nicht besser geworden.

  7. 2.

    Man sollte die Fahrzeuge vielleicht schmaler aber länger und höher bauen. Mit einem halben Lkw-Kasten in der Breite kommt man schlechter durch.

  8. 1.

    Und woran liegts? Kapazitäten oder zu viel motorisierter Individualverkehr oder beides?

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