Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht am 16.11.2019 auf dem Bundesparteitag der Grünen. (Bild: dpa/Guido Kirchner)
Audio: Inforadio | 16.11.2019 | Jan Kröger | Bild: dpa/Guido Kirchner

Parteitag Bielefeld - Grünen-Chefin Baerbock fährt Rekordergebnis ein

Die Brandenburgerin Annalena Baerbock ist als Co-Chefin der Grünen bestätigt worden - und hat dabei ein Rekordergebnis erzielt: Beim Bundes-Parteitag kam die Potsdamerin auf 97,1 Prozent der Stimmen. Auch ihr Kollege Robert Habeck wurde wiedergewählt.

Mit einem Rekordergebnis ist Annalena Baerbock in Bielefeld für zwei weitere Jahre zur Bundesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen gewählt worden. Die 38-jährige Brandenburgerin erhielt bei der Bundesdelegiertenkonferenz, dem Parteitag der Grünen, 97,1 Prozent der Stimmen - das bisher beste Wahlergebnis, das bei Vorstandswahlen der Grünen jemals erzielt wurde.

Wenig später wurde auch Baerbocks Kollege Robert Habeck als Co-Vorsitzender bestätigt und kam dabei auf 90,4 Prozent der Stimmen.

Bis 2013 Chefin der Brandenburger Grünen

Baerbock war von 2009 bis 2013 Landesvorsitzende der Brandenburger Grünen. Sie lebt in Potsdam und hat dort auch ihren Wahlkreis.

Bei ihrer ersten Wahl zur Grünen-Chefin vor knapp zwei Jahren hatte sie 64,5 Prozent erreicht, trat dabei aber auch gegen eine Gegenkandidatin an. In Bielefeld stimmten nun 740 von 762 Delegierten für die Brandenburgerin. Das bisher beste Ergebnis bei grünen Vorstandswahlen hatte die heutige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth erzielt. Sie kam 2001 in Stuttgart auf 91,5 Prozent.

"Ökologische Transformation in planetaren Grenzen"

In ihrer Bewerbungsrede hatte Baerbock als Aufgabe für die Partei formuliert, "breitere Bündnisse" zu schaffen - "und zwar nicht mit denen, die genau so ticken wie wir, sondern mit denen, die uns wirklich herausfordern." Nur so könnten die Grünen verändern statt zu versprechen, auch wenn es anstrengend und kompliziert sei. "Wir müssen nicht nur Ziele formulieren, wir müssen sie auch umsetzen, im Hier und Heute."

Sie wolle nicht, dass die Gestaltungsmacht der globalisierten Wirtschaft überlassen werde, sagte Baerbock. "Ich will, dass Politik die Verantwortung übernimmt, unsere Zukunft zu gestalten." Sie wolle eine Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen und ohne Öl, Kohle
und Gas, die dennoch den Wohlstand sichere. Die "ökologische Transformation" müsse auch sozial sein und für alle Menschen funktionieren - etwa auch für Stahlarbeiter oder Handwerker.

Seit 2018 an der Spitze der Partei

Baerbock stammt aus Hannover, wechselte aber 2009 in die Region, um an der Freien Universität Berlin zu promovieren. Seit ihrem Einzug in den Bundestag 2013 ruht das Vorhaben allerdings. Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 kandidierte sie im Bundestagswahlkreis 61 (Potsdam, Potsdam-Mittelmark II, Teltow-Fläming I) und zog jeweils über die Landesliste von Bündnis90/Die Grünen in den Bundestag ein.

Seit Januar 2018 bildet sie mit Robert Habeck die Doppelspitze der Partei. Seitdem sind die Umfragewerte der Grünen auf 20 Prozent und mehr gestiegen, bei mehreren Landtagswahlen und bei der Europawahl gewannen sie deutlich hinzu. In Hinblick auf die Bundestagswahl 2021 müssen sich die Grünen fragen, ob sie einen Kanzlerkandidaten aufstellen wollen. Beim Parteitag in Bielefeld wurde diese Frage aber ausdrücklich ausgeklammert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.11.2019, 15.00 Uhr

Kommentarfunktion am 17.11.2019, 22:35 Uhr geschlossen

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34 Kommentare

  1. 34.

    Wir haben den Bericht aber nicht weggelassen, weil es um den Bundesparteitag der Grünen ging. Von daher müssen Sie nun mit der meldung leben. Schönen Abend noch.

  2. 33.

    Sie hätten den Bericht aber auch weglassen können, sonst berichten Sie ja auch nicht über Interna von Kleinparteien nur weil zufällig ein Brandenburger dabei ist - oder in diesem Fall nur jemand der zufällig seinen Wohnsitz im Land hat.

  3. 32.

    Das allerdings wäre nicht mehr mit schlimm zu bezeichnen, sonder mit katastrophal.
    Die Grünen sind sind mir zu selbstverliebt und
    zu weltfremd.

  4. 31.

    An den BERLINER, wahrscheinlich sind bei ihnen alle AFD WÄHLER, die nicht ihrer Meinung sind. Ich lasse mich von ihnen NICHT in die rechte Ecke stellen!! Trotzdem würde ich NIEMALS GRÜN wählen.

  5. 29.

    Politiker wie Christoffers, Domres und Loehr standen vor zwei Jahren dem Braunkohleausteig auch noch kritisch gegenüber. Würden Sie denen eine Afd-Nähe nachsagen wollen?

    Vergleichen Sie auch einmal das letzte Wahlergebnis z.B. in Potsdam und Jäntschwalde. Brandenburg war früher eine Hochburg der SPD und der PDS. Heute sind die Grünen vor allem im Speckgürtel stark und die AfD in den Braunkohlerevieren.

  6. 28.

    Die Doppelmoral beim Flugverhalten führender Grüner dokumentierte der RBB im März in Kontraste. So führte ein Kurztripp Hofreioter nach Grönland, um dort den Gletschern zuzuschauen.

    Auch sonst nimmt er gerne trotz BC100 ebenso wie Roth das Flugzeug für den Weg von Berlin nach München, Trittin twitterte von Verzögerungen an der Sicherheitskontrolle auf dem Weg zur Maschine nach Köln/Bonn etc.

    Bei den Dienstwagen hilft ein Blick zur DUH: Habeck fuhr als Minister einen 740e, Regierungskollegen gaben sich mit einem 530e zufrieden. In Berlin gehören Pop (E350e) und Behrendt (BMW 530i) zur 250km/h-Fraktion. Im Bremen teilen sich grüne Senatoren einen Dienstwagen und nutzen oft den dort offensichtlich besseren ÖPNV, während hier selbst Günther nicht ohne PKW pendeln kann. Ihr PHEV-Passat hat aber kein E-Kennzeichen.

  7. 27.

    … wenigstens fallen die Umfragewerte von Hyper-Hyper 27% auf 18%. Gut so …..

  8. 26.

    Es könnte noch sehr viel schlimmer kommen, wenn jemals wieder Faschisten wie Höcke etwas zu melden haben.
    Was an der Politik der Grünen für eine nachhaltige Wirtschaft falsch sein soll erschließt sich mir nicht.
    Und....natürlich muss es Verbote und Regeln geben. Was wollen Sie, Anarchie ???

  9. 25.

    Vollkommen richtig.
    Ich dachte, dass es mit Frau Merkel in den letzten zwei Jahren schon furchtbar ist.
    Aber jetzt sehe ich es könnte noch schlimmer kommen.

  10. 24.

    97,1% hört sich das Pfeifen im dunklen Wald an. Während sich die Verbots-, Vorschriften- und Bevormundungspartei Bü90/Grünen wieder bei den Wählerstimmen auf das für diese Partei normal Stimmenpotenzial herab sinkt, werden solche Ergebnisse gefeiert.
    Im SPIEGEL fabulierte man schon bei Harbeck von 100%, jetzt sind es "nur" 90% und die Ambitionen auf die Kanzlerschaft trüben sich ein.

  11. 23.

    Im umgekehrten Fall wäre Ihr Beitrag aus der rechten Filterblase gar nicht erschienen.
    Ob Ihnen das zu denken gibt darf bezweifelt werden.

  12. 22.

    "Die angebliche Brandenburgerin ist eine Niedersächsin, oder gehört Hannover zu Brandenburg? Kurzum: ein "Westimport"!
    So wie sich diese Dame zur Braunkohleverstromung und deren Auslaufen in der brandenburger Lausitz positioniert, wird sie nie eine Brandenburgerin. PUNKT! "

    Sonst sind sie doch bei "Westimporten" auch nicht so zimperlich oder können nur Faschisten Thüringer und Neonazis Brandenburger werden?

  13. 21.

    Was würden die Rechtsextremen und Neonazis hier nur machen gäbe es die Grünen nicht? ;-)

  14. 20.

    Ja man kann nur hoffen, das der Hype um die Grünen bald nach lässt. Die ewigen Verbote....nerven nur. Wobei es tatsächlich interessant wäre zu wissen, wie sie im privaten damit umgehen. Ohne Auto und ohne Heizung ist nun mal recht ungemütlich. Und ja, auch in der " ehemaligen alten Bundesrepublik " wurden Tagebaue geschlossen. Nur mit einem Unterschied zu heute: Damals wurden die Kohlekumpel mit einem " sehr guten Handschlag " nach Hause geschickt!! Das weiß ich zufällig aus der Familie. Oh oh

  15. 19.

    Evt. sind sie nur auf der falschen Plattform unterwegs. Passen "AfD Kompakt" und "Deutsche Stimme" nicht viel eher zu ihrer rechts-braunen Echokammer?

    Dafür gibt es genügend Beispiele

  16. 18.

    Ach die arme AFD, dauernd wird sie stigmatisiert.
    Und nur weil die Grünen für Umweltschutz sind heißt das nicht das sie alle in Naturwolle gekleidet in einer unbeheizten Wohnung sitzen müssen. Politik beginnt auch damit dass man Probleme anspricht und Lösungen vorschlägt.
    Wenn die Grünen nicht in den siebziger/achtziger Jahren den Umweltschutz auf die politische Agenda gebracht hätten, hätte bis heute es keine andere Partei getan.

  17. 17.

    Wissen nur Lausitzer was für die Lausitz gut ist? Falls Sie es nicht wissen: auch im Westen wurden bereits Kohlegruben und Tagebaus geschlossen. Das Wissen um solche Probleme ist auch im Westen vorhanden.

  18. 16.

    Das Märchen der Grünen Verbotspartei wird halt von schlichten Gemüter gerne wiederholt.

  19. 15.

    Glaube ich nicht, was Sie hier schreiben, denn wenn die Leute sehen, daß es an Ihr Geld geht, wird es mit Ihren Umfragewerte nach unten gehen! Denn beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf! Auch bei vielen Grünen-Anhängern wird das so sein! Und die Umfragewerte sinken jetzt schon!
    Schlussfolgerung. Natürlich werden Sie schnell entzaubert werden! Denn wer will schon immer mehr Vorschriften, Verbote und Kostenexplosion bei den Stromtarifen? Ich jedenfalls nicht!

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