Kinderfahrräder vor einem Berliner Kindergarten (Quelle: imago images/Gärtner)
Video: Abendschau | 06.11.2019 | L. Thio | Bild: imago stock&people/Gärtner

Kinderbetreuung in Berlin - Neue Online-Plattform "Kita-Navigator" ist gestartet

Ein Kita-Navigator soll Berliner Eltern sofort über freie Kitaplätze in ihrem Umkreis informieren. Möglich ist auch ein Filtern nach Besonderheiten wie Mehrsprachigkeit. Durch die Online-Plattform will die Bildungsverwaltung das Anmeldechaos in der Stadt verringen.

Die Berliner Bildungsverwaltung hat am Mittwoch die neue Online-Plattform "Kita-Navigator" [kita-navigator.berlin.de] freigeschaltet. Eltern sollen sich dort  unter anderem über freie Plätze informieren und Anfragen an Kitas richten können.

Die Suche nach einer Kita funkioniert wahlweise über die Eingabe eines Standorts oder des Namens einer Einrichtung. Bei der erweiteren Suche können auch Parameter wie Altersstruktur, Öffnungszeiten, pädagogischer Ansatz, thematische Schwerpunkte oder Mehrsprachigkeit der Kita ausgewählt werden. Eltern können mit der Navigation aber auch Kitas in ihrem Umkreis miteinander vergleichen, beispielsweise mit Blick auf ihr pädagogisches Konzept.

Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) wies bei der Vorstellung darauf hin, dass Eltern mit Hilfe des Navigators außerdem Schritte wie die Kontaktaufnahme mit der Kita und den Antrag für den Kita-Gutschein online organisieren können. "Er ist jedoch keine zentrale Platzvergabe. Die Entscheidung, ob ein Kind in einer Kita aufgenommen wird, trifft weiterhin die Kita-Leitung."

"Neue Plattform schafft keine neuen Plätze"

Der Bildungsverwaltung will mit der Online-Plattform unter anderem erreichen, dass weniger Eltern ihre Kinder an mehreren Kitas anmelden. Hintergrund ist, dass Plätze knapp sind und Mehrfachanmeldungen die Chance auf einen Platz erhöhen - andererseits aber auch für ein Anmeldechaos sorgen. Die handschriftlichen Wartelisten der Kitas sollen nun durch die neue Plattform ersetzt werden. Kinder, die einen Platz bekommen haben, könnten von digitalen Wartelisten einfacher gestrichen werden.

Die neue Plattform könnte einiges erleichtern, sagte Corinna Balkow, die Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses Kita, dem rbb am Mittwoch. "Aber sie schafft auch keine neuen Plätze." Insgesamt sei Berlin zwar auf einem guten Weg, mehr Kita-Plätze zu schaffen, so Balkow im Inforadio-Interview. "Trotz allem brauchen wir immer noch sehr viel Menschen, die in dem Bereich arbeiten wollen."

Wegen des Zuzugs nach Berlin müssten Jobs in Kitas attraktiver gemacht werden. Im vergangenen Sommer habe es nur ein Prozent freie Kita-Plätze in Berlin gegeben. Mindestens vier bis fünf Prozent sollten frei sein, damit Eltern überhaupt eine Chance hätten, einen Platz zu finden, forderte Balkow.  

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war von einer App die Rede - beim "Kita-Navigator" handelt es sich nicht um eine App, sie ist aber auch über ein Smartphone steuerbar.

Sendung: Inforadio, 05.11.2019, 08.00 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Die Kosten belaufen sich derzeit auf 500.000 Euro, wie aus einer Anfrage an den Senat der FDP-Abgeordneten Maren Jasper-Winter hervorgeht. Im Folgenden ist die Anfrage verlinkt: http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-18107.pdf

  2. 3.

    Die Spitze ist am Anfang in der Moderation ja schon enthalten "... ist wie in der Mode, es kommt alles wieder". Das Grundproblem ist doch nicht einen Deut gelöst - und auch das ist am Ende des Beitrags ja benannt: "Jetzt steht die Mutter auf noch mehr Listen - digitalen und analogen".
    Aber selbst wenn man zu einer zentralen Vergabe, also eine Anmeldung je Kind und damit zu der von Frau Scheeres in der Mitte des Betrages sooo hoch gelobten Transparenz kommen sollte - das Hauptproblem fehlender KiTa-Kapazität hat die Berliner R2G nicht im Griff, genau wie das der Kapazitäten der Schulplätze nicht.
    Völlig überrascht gibt man sich dann immer mit: "Ups..., mit so vielen Kindern konnte nun wirklich keiner rechen." Kleiner Hinweis: Regelmäßig beim Standesamt die Zahlen checken, vielleicht geht's auch beim LEA?! Wenn man noch ein wenig Statistik beherrscht, kann man sogar eine relativ treffischere Prognose daraus erstellen.

  3. 2.

    Wenn man die Eltern unterstützen würde, die sich selbst um ihre Kinder kümmern wollen, hätte man diese Probleme nicht.

  4. 1.

    Warum ist in dem Artikel eigentlich nichts über die Kosten der Entwicklung dieser App zu lesen. RADIO 1 vom RBB hat darüber doch auch berichtet!?!

    Wie es heißt mehrere Millionen Euro? Stimmt das?
    Wenn ja ist das ein absoluter Skandal in anbezrachtvder Tatsache wie viele Erzieher*innen von dem Geld hätten eingestellt oder besser bezahlt werden können!

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