Der Ausweis des Angolaners Amadeu Antonio Kiowa (Quelle: Kai Horstmann/Imago Images)
Bild: Imago Images

Schweigemarsch in Eberswalde - Hunderte erinnern an Ermordung von Amadeu Antonio

Etwa 350 Menschen haben nach Angaben von Polizei und Veranstalter am Freitag in Eberswalde mit einem Schweigemarsch an die Ermordung des angolanischen Vertragsarbeiters Amadeu Antonio vor 29 Jahren erinnert. Der damals 28-Jährige zählt zu den ersten Opfern rassistischer Gewalt nach der Wiedervereinigung. Nach einer Auftaktkundgebung führte der Schweigemarsch zur Mahn- und Gedenktafel für Amadeu Antonio. Dort legten die Teilnehmer Kerzen und Blumen nieder. Gefordert wurde erneut, die Straße, in der die Tat passierte, nach dem aus Angola stammenden Mann umzubenennen.

Gejagt und zusammengeschlagen

Amadeu Antonio war in der Nacht vom 24. zum 25. November 1990 von rechtsextremen Skinheads und weiteren Männern und Jugendlichen durch Eberswalde gejagt und zusammengeschlagen worden. Wenige Tage später, am 6. Dezember 1990, starb er an den Folgen seiner Verletzungen. Fünf der jugendlichen Täter wurden 1992 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Die Ermittlungen gegen 21 weitere Beteiligte wurden eingestellt.

Veranstalter des Gedenkmarsches war die Barnimer Kampagne "Light me Amadeu". Zu den Unterstützern der Kampagne gehören unter anderem die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), die Evangelische Jugendarbeit Barnim, Palanca e.V. sowie zahlreiche weitere Institutionen aus dem gesamten Landkreis.

Sendung: Brandenburg aktuell, 06.12.2019, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Na ja, das ist nun wirklich nichts Neues, dass unter solchen Meldungen kaum Beiträge zu finden sind. Dafür quellen die Kommentarspalten bei Berichten über DIE GRÜNEN, und anderen Themen bei denen man so richtig schön abfrusten kann, nahezu über.

    Ich danke den Initiativen aus und um Eberswalde für diese Erinnern. Zumal diese Gegend, wie man leider feststellen muss, nicht gerade für bürgerliches Engagement gegen Rassismus bekannt ist.

  2. 2.

    Danke Ihnen Lars für diese freundliche Information. Sie sehen ja selbst, wie groß die Anteilnahme an den Ermordeten Amadeu Antonio hier im Forum ist. Zeigt viel und wie ich finde sehr beschämend.

  3. 1.

    Dem Leser sei an dieser Stelle ein äußerst aktuelles musikalisches Denkmal für Amadeu Antonio empfohlen: die Neuauflage des "Willi" auf der "Uferlos"-Platte von konstantin Wecker. Die Ballade erinnert nicht nur an dieses erste Opfer rechter Gewalt, sondern gibt auch in beeindruckender Weise die Stimmung im Land wieder.

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