Symbolbild: 25.11.2019, Griechenland, Lesbos: Migranten versuchen sich an einem kleinen Feuer in einem Zwischenlager neben dem Lager Moria auf der Insel Lesbos aufzuwärmen. (Quelle: dpa/Angelos Tzortzinis)
Bild: dpa/Angelos Tzortzinis

Unmenschliche Zustände auf griechischen Inseln - Berlin nimmt 70 minderjährige Geflüchtete auf

Berlin will 70 unbegleitete minderjährige Geflüchtete von den griechischen Inseln aufnehmen. Das kündigten der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Familiensenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA an.

Dringendes Handeln nötig

"Die Situation in den Flüchtlingslagern ist dramatisch", sagte Scheeres. "Kinder und Jugendliche ohne Begleitung sind besonders schutzlos und Gefahren ausgesetzt." Da dringendes Handeln nötig sei, wolle Berlin helfen, um einige der Betroffenen in Sicherheit zu bringen.

Müller erinnerte daran, dass Berlin Mitglied im Städteverbund "Sichere Häfen" sei, um Bootsflüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, Schutz zu bieten. "Dazu stehen wir und sind bereit, zu helfen. Das gilt insbesondere für jene, die ohne ihre Eltern auf der Flucht und daher ganz besonders schutzbedürftig sind."

Hilfsorganisationen kritisieren unmenschliche Zustände

In jüngster Zeit hatten Hilfsorganisationen die unmenschlichen Zustände in griechischen Flüchtlingslagern kritisiert und rasche Hilfe der anderen EU-Staaten gefordert. Dort sind Zehntausende Flüchtlinge unter teils schlechten humanitären Bedingungen untergebracht.

Darunter sind schätzungsweise 4.100 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern in Europa ankamen. Die Ausländerbeauftragten von acht Bundesländern hatten Anfang der Woche die Aufnahme solcher jungen Flüchtlinge gefordert. Dazu haben Scheeres zufolge neben Berlin auch andere Bundesländer wie Thüringen oder Niedersachsen Bereitschaft signalisiert. Berlin fordert dabei ein bundesstaatlich abgestimmtes Verfahren. Hier sei der Bund gefordert.

Sendung: Inforadio, 06.12.2019, 13 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Sven.
    Wenn Ihnen das zu Wenige sind, dann nehmen Sie doch persönlich einen Geflüchteten bei sich auf. Oder übernehmen eine Patenschaft.

  2. 7.

    Das ist ja wohl auch das Hauptproblem der AfD-Wähler in Sachsen und Brandenburg.
    Sie sehen Gefahren, die von Flüchtlingen ausgehen, deren Anzahl in diesen Bundesländern verschwindend gering ist.

  3. 6.

    Vielleicht sollte Sie sich erst über die Fakten informieren, bevor Sie hier ihre Vorurteile bekannt geben. In 2018 waren 43,3 Prozent der Menschen, die in Deutschland einen Antrag auf Asyl gestellt haben, Mädchen und Frauen. Hier noch ein paar Fakten dazu, wenn es interessiert:
    https://www.berlin.de/koordfm/_assets/newsletter/newsletter_fluchtlingsmanagement_nr._6_sept_okt_2019.pdf

    Allerdings liegt von den derzeit 83 Flüchtlingsunterkünften des Landes Berlin keine einzige in Friedrichshain. Vielleicht ja daher Ihre Wahrnehmungsstörungen. Sie sehen Flüchtlinge, wo garkeine sind...

  4. 5.

    Aha, also sind Frauen und Mädchen nuuur auf der Flucht besonders gefährdet? Dann können sie ja in ihrer Heimat bleiben und nur die Männer und Jungen kommen her. Was für eine Logik.

  5. 4.

    Soweit ich mich an die Berichterstellung dazu erinnere, gibt es vor allem zwei Gründe dafür: Frauen sind auf der Flucht in besonderem Maße von Gewalt bedroht und außerdem haben viele Familien einfach nicht genug Geld um gemeinsam zu fliehen.

  6. 3.

    Aus irgendwelchen Gründen flüchten da immer fast nur junge Männer.
    5% Frauen werden meist nicht erreicht.
    Was zum Geier sind das also für Umstände vor denen man „flieht“ ? Und warum betreffen diese nicht die Mädchen/Frauen/Mütter?

    Man korrigiere mich bitte, falls dies in diesem Fall nicht so ist - der Artikel gibt echt nicht viel her!
    Dies ist auch keine Hetze oderso, lediglich eine von mir beobachtete Tatsache!

    Grüße aus F-Hain.

  7. 2.

    Danke!
    Aber leider viel zu wenig!

  8. 1.

    Das ist mein Land. Wenn nicht wir, als eines der reichsten Länder der Welt. Es gibt kein größeres Kapital, als wie Humanitäre Hilfe. Da kann man auch mal stolz sein auf Deutschland/Europa. Danke den Verantwortlichen, die es möglich gemacht haben.

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