Machbarkeitsstudie - Radschnellweg könnte durchs Brandenburger Tor führen

Fußgänger und Radfahrer auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor in Berlin. (Quelle: imago-images/Michael Kneffel)
Bild: imago-images/Michael Kneffel

Elf Radschnellwege sind in Berlin geplant. Einer davon soll Spandau und Marzahn verbinden - und direkt durchs Brandenburger Tor führen. Das ist zumindest eine der Varianten, die eine Machbarkeitsstudie vorschlägt. Kritik daran kommt von Fußgängern.

Einer der elf in Berlin geplanten Radschnellwege könnte direkt durchs Brandenburger Tor führen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie sei jetzt vorgestellt worden, teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Dienstag mit. Demnach soll ein Teilabschnitt der "Ost-Route" vom Tiergarten bis zum Brandenburger Tor, über die historische Mitte bis zur Landsberger Allee führen.

Der Vorschlag, den Radschnellweg direkt durchs Brandenburger Tor zu führen, stößt auf Widerstand. Der Fußgängerverband Fuss e.V. kritisierte den Entwurf der Verkehrsverwaltung als "Schnellweg-Technokratie ohne Sinn für Stadtqualität".

Kritik: Pariser Platz wird "zerschnitten"

"Berlins symbolisch wichtigster Stadtraum würde zerschnitten", wenn wie erwartet rund 30.000 Radfahrer pro Tag über den Pariser Platz führen, so die Befürchtung von Fuss e.V.: "Als Ort für entspanntes Flanieren und Genießen, zum Treffen und Feiern wäre der Platz tot."

Ein Sprecher der Verkehrsverwaltung betonte, dass sich die Pläne noch im Anfangsstadium befänden. Kritik von Bürgern und Verbänden wie Fuss e.V. würden in die weitere Planung mit einbezogen.

Ein Radschnellweg von Spandau bis Marzahn

Am Montagabene hatte laut Verkehrsverwaltung unter anderem Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese die Entwürfe für einen Radschnellweg bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt. Demnach führt eine Routenvariante über die Straße des 17. Juni durch das Brandenburger Tor in Richtung Alexanderplatz. Diese halten die Planer für die "derzeit fachlich am besten bewertete Route", wie aus Unterlagen der Veranstaltung hervorgeht.

Die senatseigene Planungsgesellschaft Infravelo geht von einem Baubeginn der "Ost-Route"ab 2024 aus. Gemeinsam mit der "West-Route" würde sie Spandau mit Marzahn verbinden. Grundlage ist das Berliner Mobilitätsgesetz, das Mitte 2018 beschlossen wurde.

Geplante Radschnellverbindungen:

Priorisierte Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet (Quelle: SenUKV)
Bild: SenUKV

12 Kommentare

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  1. 12.

    "Radfahrer-Autobahn" ist ein Paradoxon, welches sehr schön verdeutlicht, wie sehr man sich noch immer nicht vorstellen kann, auf ein Auto zu verzichten. Es ist übrigens die Autolobby, die in Deutschland seit Jahrzehnten bevorzugt wird. Das darf jetzt ruhig geändert werden.

  2. 11.

    Dass Menschen in irgendeinem Verkehrsmittel schnell durchs Brandenburger Tor fahren, halte ich für schlichtweg paradox. - Es gibt "schnelle Orte" und "langsame Orte" in Berlin. Das Brandenburger Tor gehört zu den langsamsten.

  3. 10.

    Wir klauen, äh borgen uns die Cycleslangen aus Kopenhagen. ^^

    https://en.wikipedia.org/wiki/Bicycle_Snake

  4. 9.

    Hindurch geht nicht, drumrum wollen Sie nicht. Was dann? Untendurch?
    Der Tunnel müsste aber sehr lang sein, da zwischen Goldelse und Tor häufig auch Veranstaltungen stattfinden und die Straße samt Tor deshalb gesperrt sind.

  5. 8.

    Planer gehen davon aus, dass es am Brandenburger Tor zu Konflikten mit Fußgängern kommt. Bereits jetzt fahren in 24 Stunden 10800 Radfahrer durchs Tor. Wer das schon mal versucht hat, weiß, dass ein geregeltes Fortkommen zwischen den zu vielen Touristen nicht möglich ist, da der Straßenverlauf ständig blockiert ist. Es muss, so oder so, eine Lösung FÜR die Radfahrer her. Keine Lösung ist die Umfahrung des Tores mitten im Autoverkehr. Das mal als Denkschrift für die Gewohnheits-Protestierer.

  6. 7.

    Keine Angst, die größten Saboteure der Verkehrswende sitzen in der Senatsverkehrsverwaltung selbst.

    Offensichtlich kennen die Herrschaften Berlin nur aus dem Autofenster.

  7. 6.

    Schön, dass eine tote Flaniermeile (keine Cafes und Geschäfte) zu einer Radfahrer-Autobahn umgewandelt werden soll. Kurz gesagt, man diskriminiert die Autofahrer und Fußgänger, um eine bestimmte Lobby zu bevorzugen.

  8. 5.

    30.000 Radfahrer zwischen den 50.000 Touristen durch das häufig wegen Veranstaltungen gesperrten Tor hindurch und weiter über die geplante Flaniermeile Unter den Linden - die teuren dänischen Berater von InfraVelo haben eine so schlechte Arbeit geleistet, dass selbst Streese "gewisse Nachteile" sieht, einen Radschnellweg so zu führen.

  9. 4.

    Das es deutlich schneller geht als bisher geplant und leider abzusehen wünscht man sich nicht nur für die versprochenen Radwege sondern auch für die dringend notwendigen neuen Straßenbahnstrecken denn das was da bis heute geschehen ist kann man nur als Armutszeugnis bezeichnen . Nicht nur ich habe immer öfter den Eindruck das umso länger geplant wird auch umso schlechter das Ergebnis bzw. der Bauablauf ist !!

  10. 3.

    Fahrräder sind Fahrzeuge (wegen der Gleichberechtigung),
    Deshalb auch für Fahrräder keine Ausnahme, heißt keine Durchfährt durch das Brandenburger Tor.
    Ich gehe Noch ein Schritt weiter, Fahrräder runter von Fussweg und raus aus dem Personennahverkehr!!!

  11. 2.

    Geplanter [!] Baubeginn für die Ostroute in fünf Jahren. Und wann sollen die anderen 9 Routen auf dem Plan von Januar 2019 gebaut werden?! Bis wann sollen die oben geplanten Radschnellverbindungen denn komplett fertiggestellt sein? Bin gespannt, ob das aufgrund des soeben beschlossenen "Klimanotstandes" vielleicht doch ein ganz klein wenig schneller gehen kann. Bitte, bitte, bitte.

  12. 1.

    Die Linden müssten dann endlich autofrei werden.

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