Kreide liegt unter einer Tafel in einem Klassenzimmer (Bild: dpa/Fabian Sommer)
Audio: Inforadio | 02.12.2019 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Fabian Sommer

Unbesetzte Leitungsposten - Berlin fehlen 35 Schuldirektoren und 100 Stellvertreter

Im Sommer hatte der Senat noch vermeldet, dass an Berlins Schulen nur wenige einzelne Lehrerposten unbesetzt sind. Nun teilt er mit, dass das weit größere personelle Loch in den Direktoren- statt in den Lehrerzimmern klafft.

Viele derzeit noch offene Stellen an Berlins Schulen sind Posten in der Schulleitung. Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Anfrage des Berliner CDU-Parlamentariers im Abgeordnetenhaus, Dirk Stettner, hervor. Demnach fehlen in der Hauptstadt derzeit 35 Direktoren an den insgesamt knapp 800 Bildungseinrichtungen.

Laut der Antwort der Behörde sind zudem rund 100 Posten stellvertretender Schulleiter ebenfalls vakant. An sechs Schulen sind sowohl die Stelle des Rektors als auch die des Stellvertreters offen.

Bei den Lehrern offenbar geringerer Mangel

In vielen Fällen übernehmen Lehrer die Aufgaben übergangsweise kommissarisch, wie die Bildungsverwaltung betont. Offene Stellen werden demnach so früh wie möglich ausgeschrieben. Wenn sie aber länger frei sind, liege das etwa an kurzfristigen Personalwechseln, zum Beispiel wenn Schulleiter ins Ausland gehen, heißt es.

Im Sommer, zu Beginn des neuen Schuljahres, hatte die Bildungsverwaltung noch vermeldet, dass insgesamt 99,9 Prozent der Lehrerstellen besetzt seien. Lediglich 28 der insgesamt rund 25.100 Stellen waren damals in Berlin noch offen. Angaben über die Besetzung der Leitungsposten waren dabei allerdings nicht gemacht worden. 

Sendung: Inforadio, 02.12.2019, 11.00 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ob das etwas mit der fehlenden Möglichkeit zu tun hat, sich in Berlin zu verbeamten? Wie sieht es im Brandenburger Umland aus?

  2. 2.

    Wäre die Stadt Berlin eine Firma, müsste man sie schließen. Es funktioniert einfach nichts. Ein richtiger "failed state". So schlimm ist es sonst nirgends.

  3. 1.

    Also meine Erfahrung aus dem direkten Bekanntenkreis ist, dass selbst eine dezidierte studierte (Ma.) Grundschulpädagogin über 1 Jahr braucht, um zur Konrektorin ernannt zu werden. Und sie hat genau dieses Jahr voll als Konrektorin gearbeitet. Klar, dass verschiedene Instanzen hier bestätigen müssen. Aber kein Wunder, wenn niemand darauf Bock hat, sich verarschen zu lassen. 1 Jahr den Job machen für weniger Geld, nur um dann die Stelle zu bekommen.
    Kein Wunder, dass so viele fehlen. Bezahlt sofort, verarscht das eigene Personal nicht und dann ist das Thema erledigt. Danke lieber Senat.

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