In der Küche des Biohofes Medewege am Rande von Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) steht am 02.10.2013 eine Kiste mit frischem Gemüse. Täglich 280 Portionen für Schüler und Kleinkinder liefert die Hofküche. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Berliner Ernährungsstrategie - Grundschulen und Knäste sollen mehr Bioessen bekommen

Der Berliner Senat hat eine Ernährungsstrategie beschlossen, um mehr Bio-Essen und regionale Produkte in öffentliche Kantinen und Schulen zu bringen. Ab 2021 solle die Hälfte des Grundschulessens "bio" sein, heißt es in der Strategie, die am Mittwoch von Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/Die Grünen) vorgestellt wurde.

Bio-Produkte vorzugsweise aus Brandenburg

Derzeit sind Caterer verpflichtet, 15 Prozent Bio-Lebensmittel zu verwenden. Die Änderungen beziehen sich allerdings nur auf künftige Ausschreibungen, mit denen neue Essenslieferanten gesucht werden. Seit diesem Schuljahr ist das Mittagessen für Berliner Grundschüler kostenlos. Zuvor hatte es pro Monat 37 Euro gekostet, das waren etwa 70 Prozent der tatsächlichen Kosten.

Außerdem sollen die Kantinen in öffentlichen Betrieben, Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Justizvollzugsanstalten und Seniorenheimen mehr regionale Bio-Produkte vor allem aus Brandenburg anbieten - sofern diese lieferbar sind. Dies sei zuletzt oft nicht der Fall gewesen, so Behrendt.

Weniger Lebensmittel sollen weggeworfen werden

Besseres Essen an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern ist zentraler Bestandteil der Ernährungsstrategie. Sie wurde am Dienstag vom Senat verabschiedet. An der Erarbeitung in den vergangenen Jahren war der Ernährungsrat beteiligt. Dem Gremium gehören unter anderem Erzeuger und Restaurantbetreiber an.

Neben der Erhöhung des Bioanteils im Grundschulessen und der Beziehung von Bio-Produkten aus Brandenburg, soll berlinweit die Lebensmittelverschwendung reduziert und die Ernährungsbildung in Schulen und Kitas ausgebaut werden. Für die Strategie will der Senat pro Jahr 1,5 Millionen Euro ausgeben.

Sendung: Inforadio, 11.12.2019, 17:00 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    Gegenfrage: warum sollen Strafgefangene Bio-Essen bekommen? Diese werden sowieso schon durch unsere Steuern alimentiert. Ein einfaches Essen reicht demzufolge.

  2. 20.

    Da wurden Sie wohl voll erwischt, haha. Wer sich rechtfertigt... Na ja. Also Sie haben meiner Meinung nach mit dem nicht mehr zum Thema gehörenden nebulösen „Konjunktuvismus“ (sic!) begonnen. Falls Sie meinen... Was soll denn so etwas?

  3. 19.

    Auch hier erschreckt mich echt wieder, in welch geringem Masze erwachsene, wahlberechtigte Menschen in Deutschland in der Lage sind zu diskutieren und andere Ansichten zu ertragen: kK, wenn ich Sie frage, wo Sie einen prinzipiellen Unterschied zwischen den verschiedenen oeffentlichen Einrichtungen sehen, gehe ich doch ganz konkret auf Ihren Punkt ein. Wie koennen Sie da ernsthaft behaupten, ich drifte vom Thema ab? Wenn ich einen Satz beginne mit "FALLS Sie meinen", wie koennen Sie da ernsthaft behaupten, ich unterstelle Ihnen etwas? Und das sogar noch, nachdem ich IHRE infame und haltlose Unterstellung hingenommen habe, ich wolle Kritik vom Senat abwehren?
    - Leider scheint mir dieses Verhalten allzu typisch fuer diese Gesellschaft, sonst wuerde ich gar nicht darauf eingehen.

  4. 18.

    @Frank. Sie driften völlig vom Thema ab und unterstellen anderen hier Ansichten, die diese nicht geäußert haben. So ist eine Diskussion sinnfrei. Schönes Wochenende

  5. 17.

    Zudem ist ehrliches, echtes Bio-Essen nicht nur besser fuer den Esser, sondern nutzt ganz klar der Gemeinschaft: Beim Anbau werden Boden, Natur und Wasser weniger mit Giften belastet. Die Artenvielfalt wird weniger bedroht. Nutz- und Wildtiere leiden weniger. Die Bauern erhalten bessere Preise und können im Idealfall mehr Leute beschaeftigen. - Also, goennen Sie auch den Knastis mal n paar Bio-Fritten und Bio-Rosenkohl. Ham echt alle was von, und schadet keinem. Und natuerlich ist es gut, wenn alle sich das leisten koennen. Das aber ist u.a. eine Frage von Lohngerechtigkeit bzw angemessenen staatlichen Hilfsleistungen. Und dies basiert vielfach auf Bundesgesetzen, auf die der Berliner Senat nur sehr begrenzten Einfluss hat.

  6. 16.

    Was ich bezwecke ist Diskussion; nicht mehr, nicht weniger: Demokratie bedeutet, dass man weder alles gutheisst noch alles ablehnt, was der gewaehlte Teil der Exekutive macht. - Zum Thema: Auch ein Knast ist eine oeffentliche Einrichtung, in der Menschen ernaehrt werden muessen. Worin sehen Sie in dieser Hinsicht einen prinzipiellen Unterschied? Falls Sie meinen, dass Menschen im Knast durch besonders schlechtes Essen zusaetzlich bestraft werden sollen, halte ich das fuer einen bedenklichen Ansatz, der sich m.E. nicht recht mit hiesigen rechtsstaatlichen Prinzipien vertraegt.

  7. 15.

    Ein Knast ist ja wohl keine öffentliche Einrichtung wie die übrigen. Weshalb der Senat die JVA miteinbeziehen muss, ist mir unerklärlich. Was Sie hier bezwecken ist eher die Abwehr von Kritik am Senat.

  8. 14.

    Sie haben in einem Artikel, der sich auf oeffentliche Einrichtungen ganz allgemein bezieht, dem Senat eine falsche Prioritaetensetzung vorgeworfen. Das finde ich nicht deutlich. Da darf man dann schon mal nachfragen, finde ich.

  9. 13.

    Sie gehen also davon aus, dass "Knackis" (um es mal in der blumigen Sprache zu sagen) "unten" sind? Auch ein Herr H., seines Zeichens Leitender Angestellter eine bayerischen Fußballvereins saß mal in Haft. Also bitte, nur weil jemand im Knast sitzt, ist er noch lange nicht "arm" oder was immer Sie meinten. Im Übrigen ist es wirklich verwunderlich, weshalb die "Häftlinge" teilwiese behandelt werden wie Hotelgäste. Für manche ist diese Resozialisierung eben nicht mehr mit Strafe in Einklang zu bringen. Das Opfer lebt vielleicht vom Sozialstaat und kann sich keine Bio-Kost leisten, während der Täter in seiner Zelle gerade die Biokost verspeist. Man sollte als Politiker immer daran denken, wie die Entscheidungen auf andere wirken. Insofern ist die Überschrift provozierend ehrlich.

  10. 12.

    Hier hat der rbb sich selbst keinen Gefallen getan, wenn er von "Knästen" spricht. Im Text funktioniert es doch auch besser als in dieser marktschreierischen Überschrift.

    Und was ist die Folge diese diskriminierungsunsensiblen Umgangsweise mit Sprache? Man begünstigt mehr davon. Schon der erste Kommentar ist blanker Sozialneid und von sozialen Spaltungstendenzen geprägt. Wenn Gefängnisinsass*innen erst so richtig im Dreck lägen, ginge es solchen sadistischen Menschen, wie teils hier im Forum, besser. Dann geht es noch weiter mit hollywoodesken Mutmaßungen, es hätte früher nur schlechtes Essen in den den JVA-Kantinen bzw. -zellen gegeben. Das Essen dort ist aufgrund der vielfachen personellen Unterbelegung sowie Überbelegung an Insass*innen oftmals schlecht. Das man bestimmten Menschen bestimmte Lebensqualitäten oder Rechte abspricht, ist Sozialdarwinismus. Hauptsache "Beinfreiheit" - nach unten, damit ordentlich getreten werden kann, sonst wäre man ja selbst ganz unten.

  11. 11.

    Früher gabs im Knast mal Brot und Wasser, da geht dann keiner mehr freiwillig rein......so wie heutzutage, wo der normale Knast wie eine Kur ist.

  12. 10.

    Ich kann diesen BIO-Quatsch nicht mehr hören, geschweige das ich wirklich daran glaube. Ich bin gesund auch ohne BIO.
    Scheinbar muss dieser BIOmüll ja auch entsorgt werden. Fragt sich bloß, möchten die Gefangenen oder die Kinder wirklich haben?
    Bestimmt hier nicht der Senat einfach irgend etwas obwohl womöglich garnichts gewünscht?

  13. 9.

    Wo habe ich das geschrieben? Ich habe mich ja wohl eindeutig auf den Knast bezogen. Wie deutlich soll ich denn noch schreiben?

  14. 8.

    "Sehr traurig und ungerecht, wenn die Menschen, die Straftäter sind besser versorgt werden als die oben genannten."

    Und wie wollen Sie für Gerechtigkeit sorgen? Straftäter bekommen gar kein Essen? Oder Nicht-Straftäter bekommen ebenso das Essen gestellt?

  15. 7.

    Noch einen Zusatz bitte. Es gibt ja nicht wenig Menschen die in Berlin zur Tafel gehen müssen.
    Die bekommen bestimmt nicht Bio.
    Sehr traurig und ungerecht, wenn die Menschen, die Straftäter sind besser versorgt werden als die oben genannten.

  16. 6.

    Finde ich schon mehr als merkwürdig, Schulen und Knast gleichzustellen.

  17. 4.

    Koennen Sie nicht oder wollen Sie nicht? Mein Einkommen liegt ziemlich im unteren Bereich, und ich leiste mir dennoch Bioprodukte. Natuerlich nur sehr selten Raeucherlachs oder Carpaccio, aber fuer gute und leckere Grundnahrungsmittel reicht es allemal. Auch ich haette nichts gegen mehr Geld, aber ich neide niemandem ein halbwegs anstaendiges Essen. Dass finanzielle Kraft so ungleich verteilt ist, liegt u.a. an allerlei Ungerechtigkeiten unseres Systems, aber bestimmt nicht an Bio-Kartoffeln aus Knastkuechen.

  18. 3.

    Ich gehe davon aus, dass Gefangene einen Kostenanteil zu leisten haben. Daneben besteht eine gewisse Fürsorgepflicht.

  19. 2.

    Biokost im Knast. Das nenne ich mal Prioritäten setzen.... Ich habe den Eindruck, der Senat hebt immer mehr ab.

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