Windbräder nahe Wustermark in Brandenburg (Bild: imago images/Rainer Keuenhof)
Bild: imago images/Rainer Keuenhof

Beschluss im Brandenburger Landtag - Mindestabstand von Windrädern bleibt bei 1.000 Metern

Die Freien Wähler sind im Brandenburger Landtag mit ihrem Vorstoß gescheitert, höhere Mindestabstände zwischen Windrädern und Wohngebieten festzulegen. Das Parlament lehnte am Donnerstag den Antrag mit der Mehrheit der rot-schwarz-grünen Koalition und der Linken ab. Die Freien Wähler hatten gefordert, dass der Mindestabstand der Windräder das Zehnfache der Nabenhöhe betragen müsse, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu senken.

Freie Wähler sehen enorme Belastung durch Infraschall

Die Nabenhöhe ist die Höhe, in der sich die Nabe des Windrotors über der Geländeoberfläche befindet. "In den Anfangsjahren hatten die Windräder eine Höhe von 70 bis 100 Meter", sagte Fraktionschef Péter Vida. "Inzwischen sind die Anlagen 200 bis 240 Meter hoch." Dadurch erhöhe sich die Belastung der Anwohner durch Infraschall erheblich.

Brandenburg habe bereits mit rund 3.900 Anlagen die doppelte Dichte an Windrädern wie Dänemark, sagte Vida. Wenn die rot-schwarz-grüne Landesregierung ihre Pläne aus dem Koalitionsvertrag umsetze, müssten die Brandenburger den Bau von bis zu 3.000 weiteren Windrädern mit allen negativen Auswirkungen befürchten.

CDU will besonders belastete Gebiete überprüfen

Der Grünen-Abgeordnete Clemens Rostock erklärte, die Windenergie sei die Kehrseite des Braunkohleausstiegs. "Wenn wir auf die Kohle verzichten wollen, brauchen wir die Windenergie." Daher dürfe es keine weiteren Einschränkungen für den Ausbau der Windenergie geben.

Die Koalition hatte sich auf einen Mindestabstand der Windräder von 1.000 Metern geeinigt. Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei besonders belasteten Gebieten ein Mindestabstand von 1.500 Metern geprüft werden soll.

Sendung: Brandenburg aktuell, 12.12.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [John] vom 13.12.2019 um 10:29
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12 Kommentare

  1. 11.

    Bei der gerade aktuellen guten Einspeisesituation der Windkraft müssten wir die Kapazitäten zur Bedarfsdeckung nur deutschlandweit verdreifachen.
    Dies reicht bei der statistischen Auslastung (11% Volllaststunden in B/BRB) dann aber noch lange nicht,
    der steigende Energiebedarf durch eMobility und Speicheraufbau ist hierbei noch nicht berücksichtigt.

  2. 10.

    Auch hier ist natürlich die Kohle schuld ....
    die wissenschaftlichen Studien der gesundheitlichen Beeinträchtigung werden wegignoriert...
    und die anderen sind schlimmer...

    ...wenn so ein Kohlefreund agiert wird er von Ihnen gekreuzigt! Feine Doppelmoral

  3. 9.

    1000 m Abstand kann eine Zumutung sein. Richtig wäre das 10 fache der Windradhöhe. Die ständige dauernde Belastung ist so extrem, das bei Tieren dies als Tierquälerei angesehen werden kann. Da ist eine Straßenbahn vor dem
    Haus ein Klaks. Der Mensch ist aber auch Natur. Wer kleinere Abstände will, dem sollte man helfen und das Windrad genau vor dessen Tür stellen.

  4. 8.

    Windkraft gefährdet ja Arbeitsplätze in der Braunkohle. Macht Sinn lieber weiter fossilen Kohlenstoff in die Luft zu blasen. Beim Wort "Infraschall" kann ich nur lachen. Die größte Infraschallquellen sind nicht Windräder, sondern Autos. 1000m Abstand zu Straßen möchte ich mal verabschiedet sehen.

  5. 5.

    Wem das mit dem Infraschall zu viel wird, kann gern sein Häuschen im Grünen mit uns tauschen. Gut, hier hat man dann halt zwei Tram-Linien vor der Tür, die auch Nachts fahren + Autoverkehr. Aber da die Belastung durch die Windräder so unerträglich schlimm sein soll, ist das doch sicher im Vergleich kein Problem ;-P

  6. 4.

    Und das ist gut so. Der Geräuschpegel ist doch heftig.

  7. 3.

    Wer in der heutigen Zeit gegen den massiven Ausbau der Windkraft ist, der ist nicht nur ignorant, sondern macht sich mitschuldig an der Zerstörung der Zukunft der Menschheit. So ein Verhalten ist zutiefst moralisch verwerflich.

  8. 2.

    "Der Grünen-Abgeordnete Clemens Rostock erklärte, die Windenergie sei die Kehrseite des Braunkohleausstiegs."

    Wofern der Grüne sagen möchte, die Windenergie ist eine Alternative zu den fossilen Brennstoffen, liegt er falsch. Ein großes weiteres Problem der Windenergie ist, neben den im Beitrag genannten, dass sie nicht grundlastfähig ist. Zur Vermeidung von Blackouts ist neben der installierten Windenergie parallel eine grundlastfähige Energiegewinnung immer mit zu installieren.

  9. 1.

    Einfach mal ein Windrad in Wohnnähe der Politiker aufstellen. Mal sehen, wie sie es dann finden.

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