Das Tempelhofer Feld ist am 29.05.2016 in Berlin aus der Luft zu sehen (Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Bau von 12.000 Wohnungen - Berliner FDP fordert neuen Volksentscheid zum Tempelhofer Feld

Die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus fordert gemeinsam mit einer Initiative einen neuen Volksentscheid zur Bebauung des Tempelhofer Feldes. Das berichtet der "Tagesspiegel". Dabei hatte es 2014 schon einen Volksentscheid gegeben - gegen eine Bebauung.

Die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus und ein gerade gegründeter Verein setzen sich für einen neuen Volksentscheid zur Randbebauung des Tempelhofer Feldes ein. Das berichtete der "Tagesspiegel" am Sonntag. Der dafür nötige Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung liege der Zeitung vor. FDP-Generalsekretär Sebastian Czaja habe ihn Anfang Dezember an Innensenator Andreas Geisel (SPD) verschickt.

Die FDP wolle mindestens 12.000 Wohnungen bauen lassen, so die Zeitung, die ersten sollten bereits 2025 bezugsfertig sein. Die Aufteilung der Bebauung solle nach einem "Dreiklang" erfolgen: Ein Drittel Genossenschaften, ein Drittel städtische Unternehmen, ein Drittel Private. Geplant sei eine Bebauung des Randes der aktuellen Leerfläche, so Czaja in einem ebenfalls am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem "Tagesspiegel". Die innere Fläche, mit 200 Hektar rund zwei Drittel des gesamten Feldes, solle frei bleiben.

Bebauung per Gesetz verboten

Man könne damit die Wohnungsnot zwar nicht lösen, so Czaja weiter. Doch die "Randbebauung würde zu einem Leuchtturmprojekt werden, das zeigt, dass Berlin effizient und mit intelligenten Lösungen Wohnraum schaffen kann".  

Vor dem Hintergrund steigender Mieten und Verdrängung hatten sich zuvor auch bereits Politiker von SPD und CDU für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes ausgesprochen. Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) lehnt das allerdings kategorisch ab.

Für eine Bebauung müsste allerdings das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Felds geändert werden. Das Gesetz war nach dem erfolgreichen Volksentscheid von 2014 erlassen worden. Damals hatte sich eine Mehrheit gegen die Bebauung ausgesprochen. 

45 Kommentare

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  1. 45.

    Der Volkswille ist keine in Stein gehauene Sache. Er ändert sich mit den Situationen. Und da die Wohnungsknappheit immer größer wird und die Mieten immer weiter steigen sollte man das Volk noch einmal befragen. Haben Sie Angst davor, dass sich der Volkswille geändert haben könnte und den Menschen bezahlbare Wohnungen doch wichtiger werden als einen riesigen Spielplatz für Ausgeflippte zu erhalten.

  2. 44.

    Na endlich. Es ist vielleicht nicht so förderlich das es die FDP macht (ein breiteres Bündnis wäre sicher besser), aber die ganzen 300 ha unbebaut zu lassen ist nicht sinnvoll, schon gar nicht ökologisch.
    Statt eine begrenzte Bebauung zu bremsen, sollten sich die Gegner der Bebauung dafür einsetzen, dass hier gute Konzepte umgesetzt werden.Z.B. Mehrgenerationenhäuser, genossenschaftliches Wohnen, begrünte Fassaden o.ä.

  3. 43.

    Auf welchem Rechtsanspruch basiert die FDP-Forderung nach Volksentscheid?

  4. 42.

    Ich bin mir sogar sicher dass man sich später an den Kopf fassen wird. Fassungslos darüber wie wir Berlin jahrzehntelang gierigen Abzockern, windigen Spekulanten und neoliberalen Partei mit Konzepten aus dem vorletzten Jahrhundert überlassen haben.

  5. 41.

    Später wird man sich an den Kopf fassen. Dreihundert Hektar bestens erschlossener Stadtlage vor sich hingammeln zu lassen.

  6. 40.

    Ich denke mal der "normale" Bürger weiß sehr gut wo Brachen sind oder kaputte Gebäude in Berlin stehen.
    Vielleicht sollte rrb 24 mal eine Seite einrichten wo Berliner diese zukünftigen Wohnflächen melden könnten.
    Das ganze sollte dann nach einer gewissen Laufzeit dem Senat übergeben werden. Danach hätten die Behörden bestimmt alle Hände voll zu tun.
    Zu ihrer Frage: "Wer verhilft solchen Typen nur in Verantwortung."
    Antwort: der Wähler!

  7. 39.

    Klima, Klima, alle hypen Grün und dann machen sie Klima kaputt, damit sie einen persönlichen Nutzen zum Nachteil aller Berliner haben können.
    Es gibt genug Flächen die Brach liegen und wo die Politik Wohnungsbau mit irren Forderungen verhindert. Der Güterbahnhof Pankow z.B. 2000 Wohnungen könnten da längst bewohnt sein. Stattdessen richtet der Senat dort wirtschaftlichen Schaden an.
    Gegenüber IKEA Lichtenberg seit Jahrzehnten? 5 Flächen von Straßen umgeben, Baumreihen, Laternen... nur keine Häuser. Die 6. Fläche ist für ein Lagerhaus verschwendet.
    Wie sieht es aus mit Wohnungen über Supermärkten. Ich fahre täglich an 2 Neubauten vorbei, wo es keine Wohnungen drüber gibt.
    Statt Mehrfamilienhäusern werden Platz verschwenderische Reihenhaussiedlungen aus dem Boden gestampft.
    Ich könnte tonnenweise Beispiele bringen. RRG ist inkompetent und hat nicht mal ansatzweise eine Ahnung von den lumpigsten Zusammenhängen, egal um was es geht. Wer verhilft solchen Typen nur in Verantwortung.

  8. 38.

    Der Mensch macht nur Schaden wo er geht und steht. Deswegen Zaun drum und betreten verboten. Zieht aufs Land, da verfallen ganze Dörfer und Stadtteile. Die gleichen, die ihr verlassen habt um in eine Stadt zu ziehen, in der es keine Wohnungen gibt um dort alles platt zu machen und zu nörgeln. Hat mal jemand darauf geachtet, wie Tot Berlin über Weihnachten war? Alle da hin gereist wo sie herkommen und plopp ist Berlin alle Probleme los. ÖPNV, Straßenverkehr, Wohnungsproblem.. gelöst. Aber das will niemand wahr haben, ist auch nicht politisch korrekt und Schuld sind sowieso immer nur die anderen.
    Der Senat hat ja nicht mal geschafft auf bestehenden und beschlossenen Flächen nennenswerte Wohnungen zu schaffen, warum sollte das auf dem Feld anders sein und warum soll ausgerechnet da das gehen, was man woanders nicht auf die Reihe bekommt? Propagandablendgranate. Man kann doch Tegel bebauen, macht doch bald zu.

  9. 37.

    Orientierungsprobleme gabs schon früher: Sie trugen seltsame Gewänder und ...

  10. 36.

    Es gäbe viele neue Wohnungen für Gering- und Normalverdiener. 2/3 der Wohnungen sollen von den LWU und Genossenschaften gebaut werden. Unter Anwendung des Berliner Modells beträgt die Quote für mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum auch für das letzte Drittel 30%.

  11. 34.

    Warum ist eigentlich die AfD gegen eine städtebauliche Nutzung des Tempelhofer Feldes?

  12. 33.

    Ich finde das Tempelhofer Feld auch schön. Doch wie verklickert man jemandem, dem bei einer "Nachverdichtung" direkt vor das Fenster ein neues Haus gestellt wird, dass in Tempelhof eine große Fläche mitten in Berlin unbebaut bleiben soll? Damals habe ich auch gegen eine Bebauung gestimmt. Was ich heute machen würde, weiß ich z.Z. nicht. Mit der FDP schon überhaupt nicht.

  13. 32.

    Interessant, Mövenpick und Ryan Air sind also der "leistungsbereiten still gebenden Mittelstand"?

    Dumm ist der, der sich die Realität zurechtbiegt. Die FDP ist die Partei für die neoliberale Abzockermentalität schechthin.

  14. 31.

    "Mal davon abgesehen, was geht den Spandauer das Tempelhofer Feld an?" Was geht Nicht Tegel Flugschneisenanwohner die Abstimmung über Tegel an?

    "Eine Stadt ist in erster Linie ein Wirtschafts- und verkehrsraum und kein ökologisches Arkadien." Ganz FDP Linie, für die ist Berlin zum auspressen da, wird anschließend weggeworfen und das nächste Opfer gesucht.

    "Zum Schluß: Die FDP ist bestimmt nicht meine Partei, aber die hier geäußerten Kommentare zeigen ein gehässiges, ideologisches und bar wirtschaftlicher Sachkenntnis gebildetes Vorurteil."

    Wer's glaubt. Die hier geäußerten Sachverhalten sind keine Vorurteile sondern wern bei jeden Vorschlag der neoliberalen FDP erneut bestätigt. Mövenpick, Ryan Air und die Ansammlung der Anwälte und immobilienspekulanten in der eigenen Partei.

    Die FDP ist eiegentlich keine Partei, sondern nur der verlängerte parlamentarische Arm der Immobilienmafia.

  15. 30.

    Ein neuer Volksentscheid? Wie lange soll denn gewählt werden? Abstimmen bis es passt?
    Spätestens Mitte 2016 wusste jeder der das kleine 1x1 beherrscht das Whg, Schulen und Kitas benötigt werden, auch in Berlin. Den Reg. Bürgermeister stellte damals wie heute die SPD. Man hätte schon vor 3 Jahren mit Planungen, Genehmigungen etc. beginnen müssen. Jetzt ist das Problem da und nun ist das Geschrei über fehlende, preiswerte Whg groß.

  16. 29.

    Interessanter Gedanke, nur die FDP setzt sich für den leistungsbereiten still gebenden Mittelstand ein. Das erwartet man auch, obwohl die FDP Wählerschaft der überwiegenden Handwerker und Mittelständler z.Z. gut zu tun hat. Neoliberale superreiche Spekulanten sind nun nicht gerade FDP Wähler. Warum trotzdem dies manche Kommentartoren falsch herbeireden ist neidhafte Dummheit.

  17. 28.

    Also die FDP war die letzten Jahrzehnte nicht in der Regierung. Für die Wohnungsmisere ist sie nicht verantwortlich. Da müssen sich wohl andere Parteien und ihre Wähler an die Nase fassen.
    Frau Lompscher will gar keine neuen Wohnungen. Weder auf Freiflächen noch mit dem Ausbau von Dachgeschossen, weil Berlin unattraktiv für Menschen machen will, die nach Berlin ziehen wollen. Eine besondere Form von Diskriminierung.

  18. 27.

    Der Widerstand der Wohnungsvermieter ist hier enorm. Hat die FDP sich verschätzt? Sollen zu viele städtische und genossenschaftliche Wohnungen gebaut werden. Sind den Gegner die Mieten für diese Wohnungen zu niedrig?

  19. 26.

    Unverschämter Ablenkungsversuch von den wahren Problemen.
    Es existiert kein Wohnraummangel. Es gibt nur Mangel an bezahlbarem (!!!) Wohnraum.
    Mit neuen Wohnungen ändert sich daran exakt 0 (in Worten: Null!). Das weiß die FDP.
    Oder seit wann ist die FPD die Partei der kleinen Leute? Das Gegenteil ist der Fall! Die FPD macht Klientelpolitik für die Superreichen.

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