Blick auf die Karl-Marx-Allee in Berlin im Umbau (Quelle: Peter Meißner/imago-images)
Audio: Inforadio | 17.12.2019 | Ute Schuhmacher | Bild: Peter Meißner/imago-images

Karl-Marx-Allee in Berlin - Krisengespräch im Streit um Grünstreifen anberaumt

Bekommt die Karl-Marx-Allee in der Mitte einen Grünstreifen oder Parkplätze? Diese Frage entzweit - nach einem Vorstoß von Verkehrssenatorin Günther - momentan die Berliner Regierung. Nun ist für Anfang nächsten Jahres ein klärendes Gespräch anberaumt worden.

Im Streit um die Gestaltung der Berliner Karl-Marx-Allee soll es klärende Gespräche zwischen Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geben. Das teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz am Montag mit. Die "Hausleitungen" beider Senatsverwaltung hätten Gespräche im ersten Quartal 2020 vereinbart, die "eine Lösung hinsichtlich der Diskussionen um den Mittelstreifen zum Inhalt haben".

Ende Januar werden die Bürger informiert

Auslöser ist der kürzlich bekannt gewordene Beschluss der Verkehrssenatorin Günther, beim Umbau die Parkplätze auf dem Mittelstreifen der mehrspurigen Straße zu streichen. Nach ihren Vorstellungen soll dort als Klimaschutzgründen ein Grünstreifen entstehen. Das hatten der Bezirk Mitte sowie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) scharf kritisiert und mitgeteilt, es brauche eine weitere Abstimmung der Verwaltungen.

Bei den jetzt angesetzten Gesprächen darf nun auch Kultursenator Lederer mitreden, weil die Karl-Marx-Allee teilweise unter Denkmalschutz steht. Aus Günthers Haus hieß es nun am Montag, einig sei man sich darin, "dass dabei sowohl Aspekte der Verkehrswende, des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung als auch Belange des Denkmalschutzes im Hinblick auf eine künftige Weltkulturerbe-Bewerbung Berlins bei der Unesco zu berücksichtigen sind".

Die Beteiligung der Anwohner werde wie geplant umgesetzt. Für Ende Januar sei eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant.

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27 Kommentare

  1. 27.

    Klar. Rechts sind die ganzen Hindernisse. Radfahrer, Busse und Bushaltestellen, Parkmanöver, Abbieger... Und auch die meisten Schäden von den schweren Bussen wie Spurrillen und eingedrückte Gullies.

  2. 26.

    Die Anwohner von heute sind die Wähler von 2021. Ihr habt genau das bekommen, was ihr gewählt habt.
    Man hätte es wissen können trifft es nicht so ganz.

  3. 25.

    Schauen Sie bitte um sich. 90 % der Autofahrenden sieht die linke Spur als die schnellste aller Spuren an, dies bei zwei und mehr Spuren pro Richtung. Da wird nicht groß unterschieden zwischen Stadtstraßen, Autoverkehrsstraßen und Autobahnen. Es geht einfach nach dem äußeren Eindruck.

    Auf reinen Autoverkehrsstraßen und Autobahnen wird deshalb das tendenziell langsamere Ausscheren rechts heraus angeordnet, nicht aber links heraus. Deshalb wurde beispielsweise die Ausfädelung aus der (Potsdamer) Nuthestraße in Richtung der Babelsberger Rudolf-Breitscheid-Straße von links auf rechts heraus verändert.

  4. 24.

    "Wenn Ihnen das Unvermögen einiger Verkehrsteilnehmer als Rechtfertigung für Einschränkungen des bestehenden und geregelten Verkehrsgeschehens dient sollten Sie konsequent alle Fahrzeuge, auch Fahrräder, Roller, Skater usw. verbieten."

    *kopfschüttel* Dann können wir ja auch gleich alle Geschwindigkeitbegrenzungen, Ampeln, Parkzonen abschaffen, weil "das Unvermögen einiger Verkehrsteilnehmer als Rechtfertigung für Einschränkungen des bestehenden und geregelten Verkehrsgeschehens dient" Was für ein Unsinn.

  5. 23.

    Wer ein Auto fährt (und das nüchtern mit geprüftem Führerschein), sieht die Parkplätze auf dem Mittelstreifen und rast nicht auf der linken Spur. Wenn Ihnen das Unvermögen einiger Verkehrsteilnehmer als Rechtfertigung für Einschränkungen des bestehenden und geregelten Verkehrsgeschehens dient sollten Sie konsequent alle Fahrzeuge, auch Fahrräder, Roller, Skater usw. verbieten. Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

  6. 22.

    Das Be- bzw. Angetrunkensein des autofahrenden Polizisten war nur die Spitze des Eisbergs. Im Grunde ist das Anlegen und die Existenz von Stellplätzen in Mittellage eine Überforderung für alle. Dies deshalb, weil gerade bei mehrspurigen Fahrbahnen die ganz linke Fahrbahn gewohnheitsmäßig für höherere Geschwindigkeiten genutzt wird als die rechten beiden Spuren. Das liegt schlicht am Erscheinungsbild der genannten Straßen, die den Eindruck erwecken, hier würde eine Schnellstraße verlaufen als eine städtische Straße.

    Genau darin liegt der Grund, in diesen Straßenräumen Stellplatzflächen in Mittellage zu entfernen. Die andere Alternative wäre der konsequente Rückbau in Richtung Stadtstraße. Doch auch und gerade dort würden Stellplatzflächen eher am Rand und nicht in der Mitte eingerichtet.

  7. 21.

    Sie lenken vom Thema ab. Parkplätze auf dem Mittelstreifen mögen in den 60ern noch praktikabel gewesen sein, heute stellen sie eine immense Gefahr dar. Nicht nur für denjenigen, der ausparken muß.

  8. 20.

    Nicht alles, was im Allgemeinen sinnvoll ist, ist es auch im Speziellen. Die BVG mit ihrem Tunnel unter der Straße, aber auch viele andere Berliner entlang des Urstromtales werden sich "freuen", dass Frau Günther für einen noch stärker steigenden Grundwasserpegel sorgen will. Im Boxhagener Kiez war man vielfach über den extrem trockenen Sommer 2018 dankbar, da dadurch der Grundwasserspiegel wieder etwas gesunken ist und viele Keller nicht mehr ganz so feucht waren.

  9. 19.

    Na klar weiß ich ich es schon - bin alt genug und habe schon viele Versprechen der Politiker mitbekommen - dann haben sie sich versprochen. Aber Sie wissen es ja auch besser - jeder wie er denkt.

  10. 18.

    Und das wissen sie schon jetzt? Wie wäre es mal zur Abwechslung mit einer sachlichen Diskussion, statt ihrer ewigen Herumgenörgelei und RRG Bashing?

  11. 17.

    Bürgerinformationsveranstaltung - was da rauskommt, weiß doch jeder. Frau Günther informiert, dass da ein Grünstreifen hinkommt - basta. Was die ANWOHNER wollen interessiert niemanden - auch wenn man dort nicht wohnt.

  12. 16.

    "Ich verstehe nicht was die paar qm Grasfläche was bringen soll?"

    Die Senatsumweltverwaltung argumentiert mit: "Auch um zusätzliche Versickerungsflächen für Regenwasser zu schaffen, wird die Mitte der Allee in einen neuen Grünstreifen umgewandelt", hieß es. "Ohne Parkverkehr wird es hier zugleich mehr Verkehrssicherheit geben."

  13. 14.

    Ich denke, dass etwas Erschreckendes darin liegt, das Wirken des einzelnen Menschen zu verachten und ihn als Passanten und Flaneur nicht ganz ernst zu nehmen. Da waren sich schon weit vor der Nachkriegszeit alle technokratischen Systeme einig - gleich, ob die Anlagen für Aufmärsche und Militärkundgebungen geplant waren oder um einer Autoverkehrsmaschinerie den Platz zu ebnen oder ob die Urbanität eines Stadtquartiers darin liegen sollte, es in die Höhe zu recken. Dummerweise ist aber der Mensch kein Vogel. Mithin haben Orte wie die Karl-Marx-Allee, Frankfurter Allee, der Ernst-Reuter-Autoverkehrskreisel oder das Hansaviertel mit seinen fünf Punkthochhäusern immer etwas Unwirtliches, Nichturbanes.

    Die eh. Stalinallee und das Hansaviertel sind für ihre Bauzeit 1956/57 Kandidaten für das Welt(kultur)erbe. Neutral betrachtet fast schon eher als Mahnmal, denn als Denkmal.

  14. 13.

    Krisengespräch? Welche Krise?
    Es braucht keine klärenden Gespräche, die Verkehrssenatorin sollte sich einfach nur an die ursprüngliche Planung halten, die aus dem Votum der Bürger hervorgegangen ist, und diese zügig umsetzen. Im übrigen nervt es nur noch, dass mittlerweile jeder Quadratmeter, der im Stadtraum neugestaltet wird, mit "Verkehrswende" und "Klimaschutz" begründet wird.

  15. 12.

    Ich glaube Frau Günther möchte an anderer Stelle die Abholzung von zig Straßenbäumen in der Heerstr. wieder gutmachen, die schon mal in der Planungsphase für einen Radweg weg mussten. Der Radweg wird in der geplanten Form allerdings nicht kommen, da das Vorhaben so nicht umsetzbar ist.

  16. 11.

    Tragischer Zusammenstoß? Der Polizist der den Unfall verursachte war betrunken. Folglich müssen also alle Mittelstreifen-Parkplätze weg? Es gab in Brandenburg schon mal die Forderung aufgrund der vielen Unfälle auf den Bundesstraßen-Alleen die Bäume zu fällen um die Unfälle zu vermeiden. Ergo: Betrunken fahren oder Raserei kann bleiben.

  17. 10.

    Ich verstehe nicht was die paar qm Grasfläche was bringen soll? Ein paar km weiter gibt es ja Streifen in der Mitte, aber ich verspüre da weder eine Öko-Wende noch eine Mikroklima.

    Wenn sie unbedingt Grünfläche haben will, es gibt in Berlin noch genug Brachflächen, wo aufgeräumt werden kann.

  18. 9.

    2019 noch Parkplätze in der Stadt zu bauen ist doch verrückt.

  19. 8.

    Dieser Bereich ist an Hässlichkeit in Berlin nicht ganz einfach zu übertreffen.
    Ein paar mehr Bäume täten nicht nur dem Auge sehr gut.

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