Das gläserne Kernstück der Säule, die vom Künstlerkollektiv «Zentrum für politische Schönheit» (ZPS) im Regierungsviertel aufgestellt wurde, ist mit schwarzem Klebeband blickdicht abgeklebt. (Quelle: dpa/Paul Zinken
Bild: dpa/Paul Zinken

Kommentar | Kunstaktion zu Holocaust-Opfern - Wir brauchen ein anderes Erinnern

Gegen die AfD sollte sich die Kunstaktion des "Zentrums für Politische Schönheit" richten. Dabei wurde angeblich auch die Asche von Holocaust-Opfern verwendet. Hört auf, die Ermordeten zu instrumentalisieren, fordert rbb-Redakteurin Maria Ossowski.

Die Stele mit dem Aschekern in Berlin wird verhüllt und abgebaut. Die Website ist abgeschaltet. Die Verantwortlichen haben sich entschuldigt. Die Aktion des "Zentrums für politische Schönheit" ist vollkommen verunglückt. Dennoch ist sie ein Lehrstück. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass die Macher oder deren Unterstützer dies begreifen. Es geht nämlich gar nicht allein um religiöse Empfindungen und gestörte Totenruhe. Das ist schlimm genug.

Es geht um etwas viel Grundsätzlicheres, wirklich Schmerzhaftes, es geht um unseren Umgang mit ermordeten Juden als Objekte und politische Instrumente. Im Kern bedeutet das: Der Mord an den europäischen Juden ist geschehen und für nichts, aber auch für überhaupt gar nichts gut. Für keine politische Instrumentalisierung, für keine so genannte Kunstaktion. Er war vollkommen sinnlos, und er wird auf ewig mit Deutschland verbunden bleiben. Damit müssen wir uns abfinden. Er ist auch nicht passiert, damit wir heute mahnen für die Zukunft.

Den Shoah-Opfern das Objekthafte nehmen

Jedes voller Emphase gerufene oder geschriebene "Nie wieder" impliziert eine Zukunft, die deutsche Verbrecher den europäischen Juden genommen hatten. Deren fürchterlicher Tod, darunter der von über anderthalb Millionen Kindern, ist viel zu groß und viel zu grauenhaft, um als Argument gegen Rechtsradikalismus zu dienen. Gegen die AfD kämpfen wir bitte mit demokratischem Werkzeug, politisch und juristisch. Aber nicht mit der Asche von Shoah-Opfern.

Sie waren vor 80 Jahren Objekte eines mörderischen Rassenwahns, ihre Asche ist heute Objekt im Kampf gegen die AfD. Es gilt, ihnen endlich das Objekthafte zu nehmen und einzugestehen: In jedem "Nie wieder"-Mantra steckt auch die Sehnsucht nach Entlastung, ein gutmenschliches Aufseufzen nach dem Motto "Wir können’s nicht ändern, aber wir erinnern uns wenigstens, damit es nicht noch mal passiert". Nein. Es ist passiert. Damit müssen wir leben, jeden Tag. Und die Toten müssen wir ruhen lassen.

Politische Rituale sind nahezu wirkungslos

Unser Problem hingegen bleibt: Seit Jahrzehnten haben wir unser Gedenken an die Shoah outgesourct, abgespalten und verdrängt, das gilt auch für viele Geschichtsbewusste unter uns. Es verschwindet im Endlager der politischen Rituale: Gedenkveranstaltungen mit betroffenen Gesichtern und Reden, Ausstellungen mit Bildern und Texten, das alles ist gut gemeint, professionell betrieben und - nahezu wirkungslos.

Wir brauchen ein anderes Erinnern. Kein leeres, kein ritualisiertes, kein durch Geschmacklosigkeit aufrüttelndes Erinnern. Sondern eines, das weder die Opfer noch ihre Nachfahren zu Instrumenten unserer Tagespolitik und zu Objekten verunglückter Kunstaktionen macht.

Beitrag von Maria Ossowski

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22 Kommentare

  1. 22.

    Können sie ihre Unterstellung beweisen? Nein, können sie nicht. Erklärtes Ziel des ZPS war daran zu erinnern dass es die Bürgerlichen waren, die überhaupt erst die Shoa möglich gemacht haben. Warum wurde wohl Papen ins Spiel gebracht? Warum vor dem Reichstag?

    Lea Rosh: "Es ist ja eine politische Botschaft, die damit einhergeht. Es ist die Botschaft: Guckt hin, hier ist die Macht an die Nazis übertragen worden."

    Ihre Vermutung ist m.E. also falsch.

    ...

    Es gehört zu den schon üblichen Riten der Rechtspopulisten sich als Opfer zu sehen. „Gesinnungskorridor [...] Lügenpresse usw."

    "Bereits während der Podiumsdiskussion äußerte Tellkamp: "Meine Meinung ist geduldet, erwünscht ist sie nicht." Stattdessen würde er "in die rechte Ecke" gestellt. Nicht nur hier irrt Tellkamp, denn es sind nicht die Medien, die ihn in die rechte Ecke stellen. Er ist es selber: Seinen Brief veröffentlichte er am Dienstag auf dem Blog des Verlegers Götz Kubitschek..."

  2. 21.

    "Es ist aber ein Widerspruch wenn man sich gegen "politischen Rituale" ausspricht, gleichzeitig aber bemängelt wenn uns das ZPS aus dieser Lethargie aufrüttelt."
    Noch einmal. Vorraniges Ziel des ZPS war Aufmerksamkeit für sich zu schaffen (das unterstelle ich natürlich nur) und den Kampf gegen die AfD zu führen. Der Holocaust wurde für diesen Zweck instrumentalisiert. Er wird für alle möglichen Zwecke instrumentalisiert. Das Gedenken stand keineswegs im Vordergrund. Das, unter anderem, war Frau Ossowskis Kiritik. Bekämpft die AfD doch politisch, bringt Argumente, diskutiert.

    "Im NDR bezeichnete Patric Seibel die Erklärung als eine „erstaunliche Allianz bürgerlicher und nationaler Konservativer und neurechter Verschwörungstheoretiker“.
    Das kann er ja gerne finden. Wahr sein muss es deshalb nicht. Unterzeichner Uwe Tellkamp sprach von einem „Gesinnungskorridor“ und beschrieb sich selbst als Außenseiter, dessen Meinung „nicht erwünscht“ sei. Und nun?

  3. 20.

    Der Kommentar von Frau Ossowski bleibt widersprüchlich, was an sich kein Makel ist. Es ist aber ein Widerspruch wenn man sich gegen "politischen Rituale" ausspricht, gleichzeitig aber bemängelt wenn uns das ZPS aus dieser Lethargie aufrüttelt.

    Das war dringend notwendig. Man kann über die Mittel streiten aber nicht über das Ergebnis, obwohl die Rechten jeglicher Coleur nur wieder über die Mittel debattieren wollen.

    Warum ging es? Es gibt Tendenzen in der cDU mit der rechtsextremen AfD zusammenarbeiten zu wollen. Streng genommen ging es nicht um die rechtsextreme AfD wie Frau Ossowski behauptet, sondern daran dass schon mal "Bürgerliche" (Papen) den Faschisten die Shoa überhaupt erst ermöglicht haben!

    ...

    Noch ein Wort zur „Gemeinsame Erklärung 2018“.

    "Im NDR bezeichnete Patric Seibel die Erklärung als eine „erstaunliche Allianz bürgerlicher und nationaler Konservativer und neurechter Verschwörungstheoretiker“.

  4. 19.

    Wenn ich Frau Ossowski richtig verstanden habe, bezog sich ihre Kritik nicht grundsätzlich auf das Durchbrechen von Erinnerungsritualen, sondern darauf, dass das ZfpS die Opfer des Holocaust instrumentalisiert hat, um in der aktuellen Deabtte ein wohlfeiles "Zeichen" gegen die AfD zu setzen (und um sich auf Kosten der Opfer selbst abzufeiern, aber das ist meine persönliche Meinung).

    Klar kenne ich die Achse, ich lese sie ja täglich :-) Ebenso habe ich die Erklärung 2018 mit unterzeichnet. Ihrer Logik zufolge habe ich mich also ebenfalls für den politischen Diskurs disqualifiziert.
    Positionen, die noch vor zehn Jahren Konsens unter den großen Volksparteien waren, werden mittlerweile als rechts oder rechtsradikal stigmatisiert, und es wird nicht mehr diskutiert, sondern verbannt und niedergeschrien. Und wenn Argumente und eine echte Auseinandersetzung wertlos geworden sind, wirft man im Kampf gegen die AfD oder die Achse oder Sarrazin oder Lucke... die Asche von Juden in den Ring.

  5. 18.

    Ich verstehe durchaus diese Perspektive, kann dem aber nur bedingt zustimmen.

    Ich denke wir brauchen sehr wohl eine Erinnerungskultur, eine, die auch mal durch Tabubruch wachrüttelt, eine, die die Gräueltaten bildlich begreifbar macht.

    Wenn wir aber alles wegschieben, was "unbequem" ist und die Erinnerung von persönlichen Befindlichkeiten (beim Zentralrat, in der Politik oder von einzelnen anderen) abhängig machen, können wir sie auch gleich in die Hand derer geben, die hier so wehement kritisiert haben.

    Und der Satz (sinngemäß) dass weder Opfer noch Angehörige für die Erinnerung instrumentalisiert werden sollten, ist ebenfall völlig daneben, da das Thema IMMER auch eine politische Dimension hat. Oder sollen wir womöglich auch alle Entschädigungszahlungen einstellen, weil diese die Nachfahren zu sehr instrumentalisieren?

  6. 17.

    Ich denke, da gilt es zu unterscheiden und sorgsam zu differenzieren. Seinerzeit ist landauf, landab von einer spezifisch verfolgten Bevölkerungsgruppe gesprochen und geschrieben worden. Die Medien waren voll davon. Sie hat gehandelt und Angehörige dieser Volksgruppe aus pur menschlichen Motiven unkompliziert "durchgewunken". Eigensinnig. Und weil das nicht typisch deutsch ist, auch heute nicht typisch deutsch, wurde ihr das zum Verhängnis.

  7. 16.

    Ja. "Auch wenn die Wirkung des heutigen Staates wohlgemerkt eine ganz andere ist als diejenige des NS-Staates, so muss doch genau dieses Thema aufgeworfen werden: Ab wann beginnt eine Anordnung abstrus, ab wenn beginnt sie, verbrecherisch zu werden?" Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse einiger Historikerkommissionen, die beauftragt wurden Kontinuitäten von Mitwirkenden im Nazionalsozialismus in die Nachkriegsinstitutionen zu untersuchen. Diesbezüglich gibt es auch noch einiges zu tun.

  8. 15.

    Danke für die Einordnung. Tatsächlich kann ich den Beitrag jetzt noch besser verstehen. Doch "Rituale", wie z.B. das feierliche Verlegen von Stolpersteinen auf immer mehr Berliner Gehwegen mit der vorhergehenden notwendigen Recherche und z.B. die jährliche Gedenkfeier am Gleis 17 erlebe ich als sehr wirkungsvoll. Mich berühren und bewegen die Geschichten und Gespräche zu diesen Anlässen zutiefst und befördern eine Auseinandersetzung z.B. mit den intergenerationalen Gewalttraditionen. Oft ist auch der aktuelle rechtsextreme Terror ein Thema.
    ps lesenswert https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch

  9. 14.

    "Die AfD jedenfalls steht mustergültig für den "kalten Vollzug'", die eh. Bremer Leiterin der BAMF mustergültig nicht."

    Hmmm... schwierig. Leider hat das Verhalten der eh. Bremer Leiterin des BAMF etwas von Russisch Roulette. Stellen Sie sich vor, die Leiterin hat u. a. 10 Personen vom Kaliber eines Anis Amri ein Hierbleiben ermöglicht. 2 von diesen Personen verüben dann Attentate mit 10 - 30 Toten, darunter 5 Kinder im Alter von 2 - 10 Jahre.
    Ob sich die Leiterin dann immer noch "mustergültig" verhalten hat? Schwierig..

  10. 13.

    Teil einer Diskussion um politische Instrumentalisierung muss auch sein, dass der Begriff “Nazi“ auf inzwischen völlig absurde Weise inflationär verwendet wird, und zwar von Menschen, die sich mit kaltem Stolz als stramm linke Widerstandskämpfer sehen.

    “Nazi“ ist jeder, der ihnen gerade im Wege steht, irgendwie anderer Meinung ist, das “repressive System“ repräsentiert, oder “Hass“ verbreitet. Jeder, der nicht ausdrücklich auf ihrer Seite steht. Alles “Nazis“. Man möchte sie gerne fragen: “Wisst Ihr eigentlich was das genau ist, ein Nazi? Wisst Ihr, welche Taten auf das Konto von Nazis gehen? Und damit vergleicht Ihr die Leute um Euch herum?“

    Es ist eine unsägliche Verharmlosung die da geschieht, durch den laxen, selbstgerechten Umgang mit diesem Wort.

  11. 12.

    “Ich bin baff. Einen solch pointierten, klugen und kritischen Kommentar hätte ich beim rbb nicht erwartet.“

    Geht mir auch so. Bin ziemlich überrascht im Angesicht solch klarer Worte. Insofern: Respekt, rbb! Gerne mehr davon.

    Frau Ossowski liegt vollkommen richtig mit ihrer Beobachtung, dass sich eine professionelle Erinnerungskultur etabliert hat, die durch “ein gutmenschliches Aufseufzen“ und “Sehnsucht nach Entlastung“ geprägt ist. Richtig auch die Anmerkung, dass das Gedenken an die Shoah dadurch immer irgendwie outgesourct wird.

    Mit dem eigentlichen Grauen aber mag sich kaum einer konfrontieren: Mit der Tatsache, dass die Täter Menschen waren, und dass auch wir heute nur Menschen sind, die unter anderen Umständen zu vergleichbaren Verbrechen fähig wären. Das wäre reflexiv und verantwortungsvoll. Regelmäßig betroffene Gesichter zu machen zeugt jedenfalls nicht von echter Konfrontation.



  12. 11.

    Seit sich Henryk M. Broder den Rechten angeschlossen hat, ist er m.E. zu Recht eine Persona non grata.

    Das Blog "Die Achse des Guten" ist ihnen bekannt? Broder gehörte zu den Erstunterzeichnern der von Vera Lengsfeld ausgegangenen Initiative „Gemeinsame Erklärung 2018“.

    ...

    Frau Ossowski schreibt regelmäßig für die "Jüdische Allgemeine", welches vom Zentralrat der Juden in Deutschland herausgegeben wird. Also genau denen die die Aktion des ZPS am stärksten kritisiert haben und ein Treffen kategorisch abgelehnt haben.

    In diesem Kontext wird der Kommentar von Frau Ossowski erklärlich und ich persönlich finde ihren Kommentar widersprüchlich. Zum einen bemerkt sie vollkommen richtig "Seit Jahrzehnten haben wir unser Gedenken an die Shoah outgesourct, abgespalten und verdrängt, [...] nahezu wirkungslos."

    Zum anderen verurteilt sie das Durchbrechen dieser "Rituale".

  13. 10.

    Der Kritikpunkt der Objektifizierung ist ein wichtiger, aber trifft den Kern weder der Aussagen und des Anliegens des ZPS noch den soziologischen Hintergrund bei dieser Aktion und einem Teil der Erinnerungskultur: So lange von Jüd*innen als Minderheit, als Andere gesprochen und entsprechend gehandelt wird, solange erhält sich eine vermeintliche Mehrheitsgesellschaft ihre Hierarchien unterschiedlicher Wertigkeiten. Es ist bezeichnend, dass Diskriminerte gleich welcher Gruppe oft alleine gelassen werden und diejenigen, die auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam machen, als Nestbeschmutzende und Ruhestörende wahrgenommen werden, ob im Kampf gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus oder Klassismus. Überall erntet man oft nur Augenrollen.

    Insofern fragt sich, was Frau Ossowski zur Grundlage der absoluten Aussage, Ausstellungen, Museen, sprich öffentlich zugängliche Thematisierungen und Sensibilisierungen, seien unfruchtbar oder "leer", heranzieht.

  14. 9.

    Sie haben vollkommen Recht. Danke. Ich lasse es offen, weil dies ein anderes Thema und ein anderer Kommentar ist, aber vor allem, weil die Kommentatorin keine Alleswisserin sein mag.

  15. 8.

    Diese Asche ist sicherlich unerträglich für die Betroffenen. Aber die Holocaust- Leugner und überall diese Naziparolen, besonders im Netz, warum sind die nicht Thema und werden konsequent verboten und geahndet?

  16. 7.

    Natürlich hat Frau Ossowski Recht. Aber es gibt nach wie vor Deutsche, die nicht verstehen wollen.Es sit so viel angenehmer, wenn man Juden weiterhin benützen kann, nicht wahr? Aber diese Art der "Erinnerungskultur" hilft ganz offensichtlich wenig dabei, irgendwo zu lernen - die halbe Welt und Deutschland mit ihr rennt wieder in die illiberale Richtung, trotz des so innigen Gedenkens.

  17. 6.

    Was wir vor allem nicht brauchen, sind Medien, die diesen linksextremen Unfug als „Kunstaktion“ und die Durchgeknallten, die diesen Unfug verzapfen, als „Künstler“ oder „Aktivisten“ bezeichnen, anstatt als das was sie sind, nämlich Linksextremisten.

  18. 5.

    Eine wesentliche Aufgabe des Lernens aus der Shoa wurde jedenfalls nicht getätigt. Und das ist eine nach wie vor "typisch deutsche" Angewohnheit, das einmal Beschlossene bis zum Letzten und Allerletzten zu Ende zu führen - nahezu unabhängig aller Konsequenzen, die das hat.

    Es gab den relativ kleinen Kreis von Überzeugungstätern, die das genau so haben wollten, wie sie es in die Welt gesetzt haben. Und es gab Zehntausende, die einfach "nur" einer Vorschrift gemäß gehandelt haben. Die einzige Konsequenz aus der NS-Zeit ist das Befehlsverweigerungsrecht. Immerhin.

    Auch wenn die Wirkung des heutigen Staates wohlgemerkt eine ganz andere ist als diejenige des NS-Staates, so muss doch genau dieses Thema aufgeworfen werden: Ab wann beginnt eine Anordnung abstrus, ab wenn beginnt sie, verbrecherisch zu werden? Die AfD jedenfalls steht mustergültig für den "kalten Vollzug'", die eh. Bremer Leiterin der BAMF mustergültig nicht.

  19. 4.

    Dann verstehe ich allerdings die Akzeptanz des Holocaust-Mahnmals am Brandenburger Tor nicht. Da turnen Touristen und schießen Selfies.

  20. 3.

    Ich bin baff. Einen solch pointierten, klugen und kritischen Kommentar hätte ich beim rbb nicht erwartet. Henryk M. Broder hat diese Gedanken mehrfach ähnlich geäußert ("Vergesst Auschwitz"), ist aber leider im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mittlerweile eine Persona non grata.

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