Eine Gehwegplatte mit der Aufschrift Grundeinkommen (Bild: imago images)
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Audio: Inforadio | 02.12.2019 | Markus Streim | Bild: imago images

Verlosungsaktion Grundeinkommen - Der Traum vom Miteinander ohne Existenzängste

Ein Jahr lang jeden Monat 1.000 Euro - ohne Gegenleistung, steuerfrei. Am Montag werden erneut bedingungslose Grundeinkommen verlost. Der Berliner Verein, der das ermöglicht, hat höhere Ziele, als nur Geld zu verteilen. Von Markus Streim 

Fast 500 Mal hat sich das Glücksrad schon gedreht, die Verlosung am Montag aber soll größer werden als alle zuvor: "Über eine halbe Million Euro, die einfach bedingungslos von den einen Menschen zu den anderen gehen", so beschreibt Michael Bohmeyer die Verlosungsaktion von "Mein Grundeinkommen e.V.". Der 35-Jährige ist Gründer des Vereins. Seit mehr als fünf Jahren ermöglicht er das sorgenfreiere Leben, finanziert durch Crowdfunding und Spenden. Zwar aktuell nur für wenige und zeitlich begrenzt - aber in der Hoffnung, dass alles viel größer wird: "Es geht eben nicht darum, dass alle Leute mehr Geld in der Tasche haben. Sondern es geht darum, dass sie eine grundsätzliche Abgesichertheit haben; eine Schwelle, unter die man nicht rutschen kann."

Im Großraumbüro soll die Idee reifen: In offenen Arbeitsbereichen neben einem zentralen Küchentisch, an dem gemeinsam gegessen wird, beschäftigt der Jungunternehmer 30 Leute. "Das klingt erst mal sehr viel", sagt Bohmeyer. Dazu müsse man aber bedenken, dass 1,5 Millionen Menschen bei dem Verein registriert seien. "Wir haben über hundert Menschen, die gleichzeitig Grundeinkommen kriegen. Die müssen verwaltet werden. Wir müssen uns Kampagnen ausdenken."

Bezahlung und Urlaub nach Bedarf

Gilt man da eigentlich noch als Startup? Egal, es geht allein um den Traum eines unkomplizierteren Miteinanders ohne Existenzängste. Intern ist der längst wahr geworden. "Es gibt zum Beispiel kein festes, verhandeltes Gehalt, sondern das sogenannte Bedarfsprinzip: Wieviel Geld brauchen sie, um den Kopf freizuhaben zum Leben?", erklärt der Vereinsgründer. Da würden wohl viele die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen "Oh Gott, das nutzen sie doch aus!". "Das ist aber nicht der Fall", sagt Bohmeyer. Mehr als 2.700 Euro netto verdient hier am Rollberg keiner. Alle im Team arbeiten nur vier Tage pro Woche und bestimmen die Urlaubsdauer selbst.

Auch das werde nicht ausgenutzt, sagt Bohmeyer. Es sei wichtig, um Burnouts vorzubeugen. "Bei uns zu arbeiten heißt, dass man auch bereit sein muss, persönlich zu wachsen." Etwa mit Hilfe von Seminaren zur gewaltfreien Kommunikation und "einem Selbstorganisationssystem, wo jeder Mensch alles an der Unternehmung ändern könnte".

Nächster Schritt: erweitertes Grundeinkommen

Ein antiautoritäres Umfeld, in dem neue Ideen entstehen. Das erweiterte Grundeinkommen wird kommen, im nächsten Jahr - auch um die öffentliche Debatte wieder anzuschieben. "Es unterscheidet sich vom jetzigen dadurch, dass es ein bisschen mehr Geld ist, dass viele Menschen auf einen Schlag das Geld kriegen und auch über drei Jahre. Und dass es wissenschaftlich begleitet wird", erläutert Bohmeyer. Nicht nur Politiker sind gespannt auf die Ergebnisse.

Mit den Erfahrungen der bisherigen Probanden hat Michael Bohmeyer übrigens schon einen Bestsellererfolg im Buchhandel geschafft. Doch es geht ihm ja nicht ums Haben, sondern ums Sein, wie er sagt. Auch wenn Deutschland vielleicht noch nicht reif ist für das bedingungslose Grundeinkommen: "Das geht davon aus, dass wir alle in einem Boot sitzen und deswegen einander besser vertrauen. Aber es gibt eine Tendenz in der Gesellschaft, die hingeht zu nachhaltigeren Entscheidungen und zu besseren Sozialsystemen – und vielleicht landen wir irgendwann beim Grundeinkommen."

Den Vorgeschmack darauf gibt es am Montag: 42 Mal ein Jahr monatlich 1.000 Euro werden verlost. Noch kann man sich auf der Internetseite des Vereins registrieren, gelost wird am Abend.

Sendung: zibb, 02.12.2019, 18:30 Uhr

Beitrag von Markus Streim

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Glückwunsch an alle Gewinner! Wer Inspiration zur Nutzung des Geldes benötigt, hier ein Buchtipp: "Laotse im Schlaraffenland" von Henrik Lode. Mit Augenzwinkern zu genießen ;-)

  2. 24.

    Klingt traumhaft, ist aber natürlich auch nicht nachzuvollziehen für den Deutschen, der gern Dienst nach Vorschrift macht. ;-)
    Das ganze ist eine StartUp-Umgebung und kann so schnell vorbei sein, wie es gegründet wurde. Da wird sicherlich nicht jeden Tag immer um 16:30 der Stift fallengelassen. Und die 2.700 waren das Maximal-Beispiel.
    Alternativ bitte auch mal gucken was die Gewerkschaften so aushandeln, z.B. IG Metall, schon lange auf 35 Stunden-Woche, bieten eine verkürzte Vollzeit und zusätzliche freie Tage an. Die IGBCE geht auch in die Richtung. Die Methodik die Arbeitszeit flexibel zu gestalten und insgesamt zu reduzieren ist nicht neu.
    Ich sehe die Versuche mit dem BGE positiv, denke ich doch, dass es mehr Menschen geben würde, die „schlechter“ bezahlte Jobs machen würden, wenn sie nicht dabei Angst um Ihre Existenz haben müssten.
    Die Schmarotzer gibts eh immer - so oder so.

  3. 23.

    Insofern haben Sie Recht, als daß es in der DDR auch sowas ähnliches wie ein "bedingungsloses" Grundeinkommen gab. Nämlich der staatlich festgelegte Lohn für die staatlich organisierte Arbeit, mit dem man staatlich festgelegte Endverbraucherpreise und Mieten bezahlt hat. Ähm, festgelegte Mieten - war da nicht gerade erst was?

  4. 22.

    Wann startet das Grundeinkommen?

  5. 21.

    "Mehr als 2.700 Euro netto verdient hier am Rollberg keiner. Alle im Team arbeiten nur vier Tage pro Woche und bestimmen die Urlaubsdauer selbst." Was soll diese Aussage? 2700 netto... bei einer 4 Tage Woche..... Traumhaft.

  6. 20.

    Es könnten ganz einfach alle Sanktionen der Grundsicherung von Arbeitsagentur/Jobcenter abgeschafft werden, aber Union und SPD sind ja stur. Die Leute sollen erpressbar bleiben. Zu einer größeren Steuer- und Sozialreform ist die herrschende Politik sowieso nicht bereit.

  7. 19.

    Merkwürdig. Existenzängste kenne ich erst seit 1990 - seit meine Frau und ich gleichzeitig gekündigt wurde (wie 66% der Belegschaft), wir zum Sozialamt mußten und ich das erste Mal in meinem Leben einen Obdachlosen gesehen habe. Davor hatte ich 25 Jahre lang nicht den Hauch von Existenzangst. Aber diese Gesellschaft ist ja angeblich die tollste, die wir je hatten.

  8. 18.

    Hier fällt wieder öfters der Begriff "Fachkräftemangel". Den würde es nicht geben wenn die Leute vernünftig bezahlt werden und wenn sie vernünftig behandelt werden. Also hausgemachte Probleme von Unternehmen.

  9. 17.

    Hier wird von massenhaft Arbeit,gute Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen geschrieben.
    Fürs faulenzen wird sich niemand aufraffen,aber genauso wenig wird man sich für manche geforderten Arbeitsbedingungen aufraffen.2,3-Schicht-Arbeit,Wochenendarbeit.Am besten noch Sonntags.(Alles eine Frage der Zeit.)Verbraucher freuen sich zumeist über die Gelegenheit,sonntags einkaufen gehen zu können.
    Dazu kommt dann noch die Anhebung des Renteneintrittsalter auf 67+.
    Arbeitnehmer im Baugewerbe ist z.b.auch nicht jedermanns Sache.Mal abgesehen vom Arbeitszeitkonto.
    Anstelle von mehr Geld wünschen sich die meisten heutzutage lieber mehr Freizeit.
    Ich persönlich finde,wenn man Mo-Fr von 5 -18 Uhr unterwegs ist (+fahrzeit),dann reicht das auch.
    Urlaubs- und Weihnachtsgeld und eine Betriebliche Altersvorsorge sollte hier nicht fehlen.
    Meine Rente wird mir einen angemessenen Lebensstandard ermöglichen.



  10. 16.

    Was schreiben sie für einen Unsinn!!
    Es gibt massenhaft Arbeit, die Firmen klagen über Facharbeitermangel, versuchen sie mal einen Handwerkertermin zu bekommen....
    Aber wenn man einfach mal so 1000 Euro geschenkt bekommt, fürs faulenzen wird sich niemand aufraffen.
    Aber irgendwann ist Schluss damit,vermutlich ist es dann zu spät. Armes Deutschland

  11. 15.

    Beate, ich weiß ziemlich genau, wie viel Geld ich im Jahr benötige. Ich weiß auch ungefähr, wie sich mein Grundkapital entwickelt. Somit weiß ich, dass ich eine Bruttorendite von drei Prozent benötige. Wenn ich nun zum Beispiel weniger Geld durch Vermietung einnehme, muss ich die Einnahmen in anderen Bereichen erhöhen. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder? Wenn ich irgendwann mit 75 vielleicht nicht mehr arbeitsfähig bin - welche Einkunftsarten wollen Sie mir denn zubilligen? Mir würden drei Prozent auf Festgeld schon reichen, aber die wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

  12. 14.

    Soll ich tatsächlich einige ihrer Kommentare zitieren, wo sie andere als "arbeitscheu" usw. titulieren?

    Oder kommt ihnen "Vielleicht zocke ich auch mit Lebensmitteln." bekannt vor? Sie zocken ab.

  13. 13.

    Es wäre schön, wenn Sie Ihren Ton etwas zügeln würden und es unterlassen, hier Dritte als Abzocker zu beleidigen! Unglaublich, dass so etwas überhaupt frei geschaltet wird. Oder gilt die Netiquette da nicht?

  14. 12.

    Das Problem liegt einfach schön darin, dass niemand mehr unattraktive Berufe ausüben wird, wenn er aufgrund des BGE nicht dazu "gezwungen" ist. Dies lässt sich dann nur durch enorme Löhne wieder ausgleichen, was zu einer umgehenden Geldentwertung führt. Damit ist das BGE umgehend nichts mehr wert und müsste erhöht werden. Dannn dreht sich die Preisspirale noch schneller. Das BGE ist eine Idee des Kommunismus light, nur dass es statt Geldfreiheit vorübergehend noch einheitliche Bezahlung gibt. Das funktioniert nicht Mal in der Theorie, von der Praxis ganz zu schweigen. Es sei denn, Sie akzeptieren regelmäßige Zwangsarbeit. Das widerspricht aber der "Idee" des BGE. Diese Fakten werden leider von allen Befürwortern ignoriert.

  15. 11.

    30 Leute verwalten die Verteilung des "Einkommens" von 100 Leuten. So ineffektiv ist keine Behörde.

    Ich hoffe, das Gewirtschafte wird nicht vom Steuerzahler über die Aufstockung auf Hartz 4 vom Jobcenter mitfinanziert. Sonst soll es mir egal sein, wenn über Internet-Bettelei (" durch Crowdfunding und Spenden") alles für einen kurzen Zeitraum (eine lange Lebensdauer dieser Idee sehe ich nicht) finanziert wird.

  16. 10.

    Irgenwie ist mir das alles hier nicht klar. Es werden Arbeitnehmer in allen Bereichen gesucht. Natürlich müssen diese ausgebildet und ausbildungsfähig sein. In einer verantwortlichen Gesellschaft muss sich jeder seine persönliche Verantwortung bewusst sein was er für die Gesellschaft tun kann. Es geht nicht an das hier Personen ihrer Selbstverwirklichung auf Kosten anderer betreiben wollen. Selbst in der Steinzeit hatte man erkannt wer nicht jagt hat nichts zu essen, nur die alten und kranken wurden unterstützt.

  17. 9.

    Beate, was wollen Sie eigentlich von mir? Ich arbeite so etwa 60 Stunden die Woche, und Begriffe wie Feierabend, Wochenende oder Urlaub sind mir vollkommen fremd. Mein Ziel ist es, das verdiente Geld so sinnvoll zu investieren, dass ich irgendwann von den Erträgen leben kann. Denn ich gehe davon aus, dass ich mit 75 keine Aufträge mehr bekomme. Ich möchte jedenfalls zu keinem Zeitpunkt der Allgemeinheit zur Last fallen. Was das mit "Abzocken" zu tun hat, verstehe ich nicht. "Abzocker" sind ja wohl eher diejenigen, die jeden Monat Geld überwiesen bekommen, obwohl sie nicht arbeiten (mal von Rentnern abgesehen). Von daher war die "Agenda 2010" die einzige gute Leistung der damaligen Regierung. Und dass es immer weniger Arbeit gibt, ist schlichtweg ein Märchen. Das Gegenteil ist der Fall.

  18. 8.

    Entbehrungsreich und nicht rentenwirksam große Anstrengungen auf sich zu nehmen, in dem man in die eigene Bildung und seiner Kinder investiert, um dann später finanziell mehr zurück zuverdienen und auch steuerlich mehr zurückzugeben, ist auf längere Sicht dann nicht mehr interessant. Im Gegenteil, die Versuchung auf Kosten anderer zu leben ist noch viel größer als jetzt schon - und das ist schwer zu erarbeiten. Es muss immer mehr Gebende als Nehmende geben. Dafür braucht es einen Anreiz. Die große Ungerechtigkeit, alle gleich zu entlohnen bestraft die fleißig Gebenden. Dieses System hat in der Praxis, auch auf deutschen Boden, schon deutlich versagt und die Renaissance veralteter rückwärtsgewandter linker Ideen mit grünem Touch entlarven die stetig Nehmenden auf Kosten der Gebenden früher oder später doch.

  19. 7.

    Sie gehören doch nicht zur "arbeitenden Bevökerung", sie gehören zu den Abzockern die hier ständig über ihre entgangenen Gewinne jammern.

    Die "Umverteilungsinstrumente" nennen sich Agenda 2010 und gehören abgeschafft.

    Da die Groko, besonders die cDU nicht an "gute Ausbildung, gute Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen" interessiert sind, werden wir uns an ein BGE gewöhnen müssen. Es gibt schlicht immer weniger Arbeit für immer mehr Menschen.



  20. 6.

    Hört sich erstmal gut an, aaaaaaaaaaber wer bestimmt die Höhe des BGE? Wer bremst die bekannten Abzocker das die entsprechenden Leistungen nicht das Grundeinkommen komplett aufzerren.? Rente und sonstige Soziale leistungen wird es auch nicht geben. Wenn ich mir so manchen neoliberalen Haufen ansehe und solche Typen hätten irgendwie Einfluß auf das BGE wird mir schwarz vor Augen.

  21. 5.

    Es darf sich von mir aus gerne jeder "selbstverwirklichen", aber doch bitte nicht auf Kosten der Allgemeinheit. Ein "bedingungsloses Grundeinkommen" kommt nur denen entgegen, die ein gestörtes Verhältnis zu Erwerbsarbeit haben. Die Arbeit wird uns auch in Zukunft nicht ausgehen, daher brauchen wir jeden einzelnen Menschen. Ein "bedingungsloses Grundeinkommen" wäre bei gleichzeitigem Wegfall aller sonstigen Sozialleistungen übrigens auch zutiefst ungerecht denen gegenüber, deren tatsächlicher Bedarf viel höher ist. Denken Sie beispielsweise an Menschen mit Behinderungen oder an Beatmungspatienten. Daher bleibe ich dabei: Die Grundlage für Einkommen ist Arbeit. Das kann Arbeit sein, die einem Spaß macht, es gibt aber auch Arbeit, die einfach gemacht werden muss. Wenn Arbeitskräfte knapp werden, müssen Arbeitgeber die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen verbessern. Setzen wir unsere Energie also besser für Themen wie Bildung ein, dann klappt es auch mit der Arbeit und dem Einkommen.

  22. 4.

    Ich bin strikt FÜR ein bedingungsloses Grundeinkommen! Jeder bekommt den gleichen Betrag. Mit dieser Absicherung, kann dann jeder frei entscheiden, ob er sich was dazu verdienen möchte oder nicht. Man ist nicht mehr geZWUNGEN viele Stunden dafür aufzubringen, (durch Arbeit) zu überleben. Es wird genug produziert. Es ist genug für alle da. Und durch die fortschreitende Digitalsierung, werden Maschinen in vielen Berufen, die Menschen verdrängen. Und das ist auch gut so. Aber nur(!), wenn wir die Maschinen nutzen, uns zu entlasten und nicht, um Menschen in die Existenzkrise zu stürzen, da sie keinen Job haben, um ihr Lebensunterhalt zu verdienen. Dafür brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen. Es wird in Zukunft nich genügend Arbeit geben. Muss es auch nicht. Wenn wir aber am alten Modell festhalten, nur wer Leistung bringt, darf überleben, wird es uns sehr schlecht ergehen. Und in diesem Modell ist ja Leistung nur das, was Geld bringt, alles andere ist ja keine Leistung.

  23. 3.

    Die Frage nach der Finanzierung stellt sich hier nicht, denn der Sozialstaat in seiner aktuellen Auslage muss ja auch finanziert werden. Das scheint zu funktionieren, aktuell, die Schuldenuhr besagt aber etwas anderes. Also ist das Argument bei einem BIP von mehreren Billionen haltlos. Was dann noch häufig nicht bedacht wird ist, das beim BGE nicht nur Geld verteilt wird sondern auch Privilegien genommen werden (Rente, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Wohngeld undundund) - das ist Turbokapitalismus pur.
    Alle dürfen teilnehmen - warum das dann eine Verhöhnung der arbeitenden Bevölkerung ist, kann ich nicht nachvollziehen. Interessant finde ich Ihren Ansatz der groß angelegten Tarfibindung - leider folgt der aktuelle Trend in die andere Richtung. Zumindest den Wahlergebnissen und der Mitgliedsentwicklung der Gewerkschaften zufolge. Daher setze ich eher auf das BGE,

  24. 2.

    Das bedingungslose Grundeinkommen soll weder die bisherige ARbeit verhöhnen, noch ersetzen. Das ist zumindest mein Eindruck. Es geht darum einen Anreiz zu bieten zu Themen wie Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Arbeitszufriedenheit, Wertschätzung, etc. Arbeiten kann jeder weiter, soviel er will. Die Frage ist, inwieweit die Arbeitsbedingungen heutzutage noch gesellschaftlich verträglich sind. Meiner Einschätzung nach, klafft dort eine gehörige Lücke. Altverträge mit 30h-35h Vollarbeit, hohe Gehälter vs. Neuverträge bei Zeitarbeitsfirmen, weniger Geld, weniger Benefitleistungen. Mein Eindruck ist, dass gute Ausbildung/gutes Studium = gute Entlohnung, gute Arbeitsbedingungen (leider schon lange nicht mehr selbstverständlich sind (wenn es je selbstverständlich war)
    Eine Entwicklung die von Oben (Firmen, Unternehmen, Politik, etc.) den Arbeitenden auferlegt wurden. Das bedingunglose Grundeinkommen wirkt für mich wie eine Entwicklung von der Basis nach oben. Gespannt bin ich allermal.

  25. 1.

    Ich bin strikt gegen solche Experimente. Das ist nichts weiter als eine Verhöhnung der arbeitenden Bevölkerung. Denn irgendjemand muss das alles ja bezahlen. Einkommen muss an Arbeit gekoppelt sein, das ist der Normalfall. Wer zeitweilig bedürftig ist, dem hilft die Allgemeinheit. Aber es kann doch nicht das Ziel sein, letztendlich alle Bürgerinnen und Bürger an den Tropf der staatlichen Umverteilungsinstrumente zu hängen, sondern Ziel muss es doch sein, dass möglichst wenige Leute auf staatliche Umverteilung angewiesen sind. Das geht nur durch gute Ausbildung, gute Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen. Wer also wirklich etwas für die Menschen tun will, sollte sich dafür einsetzen, dass es wieder mehr Tarifbindung gibt. Denn dort, wo es Tarifverträge gibt, ist die Bezahlung üblicherweise besser. Und wer sein Leben lang vernünftig verdient, bekommt auch eine auskömmliche Rente im Alter.

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