Archivbild: Ein Polizeifahrzeug steht am 14.12.2017 an einem Eingang zum Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Am 19. Dezember 2016 war der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem gestohlenen Laster in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. (Quelle: dpa/S. Jaitner)
Brandenburg aktuell | 19.12.2019 | Jo Goll/Susanne Opalka | Bild: dpa/S. Jaitner

Anschlagsopfer vom Breitscheidplatz - "Wir sind diesen Lkw nicht gefahren - wir sind doch die Opfer"

Seit drei Jahren müssen Opfer und Hinterbliebene mit den Folgen des Terroranschlags vom Breitscheidplatz leben. Jo Goll und Susanne Opalka haben mit dreien von ihnen gesprochen - über ihr Leben mit und nach dem Attentat.

Sieglinde Heinemann steht auf der Hardenbergstraße am Bahnhof Zoo, wenige Meter vom Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz entfernt und kämpft mit den Tränen.

Der 19. Dezember 2016, es ist kurz nach 20 Uhr. Sieglinde Heinemann will gerade einen Glühwein bestellen, als der Terrorist Anis Amri mit dem Laster auf den Platz rast. Sieglinde Heinemann wird vom Lkw erfasst, verliert das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie halbseitig gelähmt.

Die Folgen des angebrochenen Halswirbels spürt sie noch heute. Die Knie schmerzen noch, doch schlimmer sind die Narben auf ihrer Seele, die ihr Leben auf den Kopf gestellt haben. Immer wieder überfällt sie eine tiefe Traurigkeit, sie traut sich kaum mehr unter Menschen. "Der Alltag fällt mir schwer. Unbeschwert einkaufen gehen, Kino, S-Bahn fahren: All das geht nicht mehr. Das sind einfach zu viele Menschen für mich, ich bekomme Angst- und Panikattacken", erzählt die gelernte Verkäuferin.

Siglinde und Uwe Heinemann blicken im Dezember 2019 auf den Breitscheidplatz. (Quelle: rbb)
Sieglinde und Uwe Heinemann | Bild: rbb

Posttraumatische Belastungsstörung

Im April 2019 verlässt sie Berlin mit ihrem Ehemann. "Auf dem Land gibt es keine U-Bahn, da kann ich auch entspannter einkaufen gehen, allerdings nur wenn es hell ist." Jetzt versucht das Ehepaar, in einem Dorf nahe Lutherstadt Wittenberg ein neues Leben anzufangen.

Die Ärzte haben bei Sieglinde Heinemann eine Posttraumatische Belastungsstörung und eine Depression diagnostiziert, deshalb kann sie nicht mehr arbeiten. Selbst ein Buch zu lesen ist ihr nicht mehr möglich. "Es fällt mir schwer, mich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren. Es ist immer eine gewisse Unruhe in mir."

Der ständige Kampf mit den Behörden

Sieglinde Heinemann findet auch deshalb keine Ruhe, weil sie seit dem Anschlag mit Versicherungen und Behörden kämpfen muss. Obwohl ein Gutachter die  Posttraumatische Belastungsstörung und die Depression bestätigt und von einem Grad der Behinderung von 50 bis 80 Prozent ausgeht, erkennt ihr das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) nur 40 Prozent Behinderung an. Für sie heißt das, sie klagt, weil die Opferrente vom Lageso nur 202 Euro monatlich beträgt. Zusätzlich erhielt sie bis Oktober 2018 von einer Versicherung noch eine sogenannte Verdienstausfallzahlung von gut 300 Euro. Danach musste sie einen neuen Antrag auf Ausgleich stellen – beim Lageso. Bis heute wartet sie auf einen Bescheid.

"Wir haben vor vier Wochen erfahren, dass der Sachbearbeiter gewechselt wurde. Die Akten liegen da und ich frage mich: Wer bearbeitet die jetzt?" Auf Nachfrage von rbb24 Recherche heißt es, man müsse den Grad der Behinderung erneut ärztlich einstufen und, da es sich bei dem Ausgleich um eine einkommensabhängige Zahlung handele, auch die finanziellen Verhältnisse prüfen. Dabei hatte der Bundesinnenminister ihr und anderen Betroffenen noch im August versprochen, schnell und unbürokratisch zu helfen.

Einmal pro Woche fährt Sieglinde Heinemann nach Berlin zur Therapie, das ist jedes Mal eine Herausforderung. "Wenn die S-Bahn zu voll ist, muss ich rausgehen und warten bis eine kommt, die leerer ist. Das ist alles furchtbar anstrengend." Die Fahrtkosten, monatlich gut 100 Euro, muss sie selbst aufbringen. "Ich habe den Eindruck, dass wir den Behörden zu teuer werden. Ich möchte die Ordner eigentlich gerne schließen und den ständigen Rechtsstreit endlich beenden. Wir sind diesen Lkw nicht gefahren - wir sind doch die Opfer", sagt sie resigniert. Ihr stehen die Tränen in den Augen, nicht zum ersten Mal während des Treffens.

Uwe Heinemann im Dezember 2019 am Breitscheidplatz. (Quelle: rbb)Uwe Heinemann

"Mit dem Rücken zur Wand"

Auch ihr Mann Uwe Heinemann kämpft mit den Folgen des Anschlags. Er wurde zwar nicht körperlich verletzt, aber ein Trauma verhindert, dass er seinem Beruf als Ingenieur nachgehen kann. Oft sei er sehr angespannt, vergesslich und nervös. Besonders in der Öffentlichkeit plagen ihn Ängste. "Ich sehe immer zu, dass ich möglichst schnell mit dem Rücken zur Wand komme, um einen Überblick zu bekommen, was sich vor mir abspielt, damit ich mein Umfeld beobachten kann." Bis zu dem Attentat hat er als Ingenieur immer gut verdient, jetzt muss er um jeden Euro Ausgleichszahlung kämpfen. Obwohl auch bei ihm eine Posttraumatische Belastungsstörung und eine Depression diagnostiziert wurden, hat er keinen Anspruch auf eine Opferrente, weil ihm keine Behinderung von mehr als 25 Prozent anerkannt wurde. Uwe Heinemann hat Widerspruch eingelegt.

Es ist eine traurige Geschichte, die die Heinemanns zu erzählen haben. Einzig der Umzug aufs Land ist ein Lichtblick. "Wir verbringen jetzt mehr Zeit mit unseren Enkelkindern, das hilft uns", sagt Sieglinde Heinemann zum Abschied. Noch immer hat sie Tränen in den Augen.

"Man vermeidet es, raus zu gehen"

Gerhard Zawatzki ist ein groß gewachsener Mann mit kräftiger Statur. Wenn der gebürtige Münchner spricht, spürt man sofort: Der Mann hat Humor, redet gerne mit Menschen. Doch sobald er über den 19. Dezember spricht, wirkt der zupackend erscheinende Mann zerbrechlich. Er ging mit Freunden über den Weihnachtsmarkt, als der Laster an ihm vorbeiraste. Gerhard Zawatzki wurde körperlich nicht verletzt, doch was er nach dem Attentat auf dem Breitscheidplatz sah, hat sein Leben auf den Kopf gestellt. Heute leidet auch er an einer Posttraumatischen Belastungsstörung: "Alleine die Wohnung zu verlassen, ist für mich zu einer Herausforderung geworden. Man vermeidet es, raus in die Öffentlichkeit zu gehen. Man wird gehemmter, das Leben zu genießen. Und meine Konzentrationsfähigkeit hat stark nachgelassen."

Gerhard Zawatzki im Dezember 2019 am Breitscheidplatz. (Quelle: rbb)Gerhard Zawatzki


Der 55-Jährige war lange selbstständig und hat in der IT-Branche immer gut verdient. Sein Leben war von beruflichem Erfolg geprägt - bis zu jenem Abend. Danach konnte er nicht mehr arbeiten wie vorher. Im vergangenen Jahr hat er versucht, in einem neuen Betrieb als Angestellter anzufangen. Doch nach fünf Monaten musste er feststellen: Er schafft es nicht. Die damaligen Erlebnisse lähmen ihn: "Manchmal bin ich völlig antriebslos", sagt er. "Nachts habe ich Schwierigkeiten einzuschlafen und am Tage plagen mich Bilder, die eigentlich nicht zum Leben gehören sollten."

Seit dem Anschlag lebt er vor allem von seinen Ersparnissen. In diesem Jahr hat er von der Unfallkasse Berlin noch einige Monate ein Verletztengeld in Höhe von 1.200 Euro monatlich erhalten. Doch das läuft Ende des Jahres aus, denn nach einer nur acht Wochen langen Therapie in einer Tagesklinik gilt er jetzt als gesund. Danach muss er zusehen, wie er klar kommt.

In seinen Armen stirbt eine junge Frau

Gerhard Zawatzki hat sich schon wenige Augenblicke, nachdem der Laster zum Stillstand kam, um die Verletzten gekümmert. Weil er in seiner Jugend als Rettungssanitäter tätig war, wusste er, was zu tun ist. "Nachdem ich kurz überprüft habe, wie es meinen Freunden geht, bin ich auf den Platz und habe erst einmal geschaut, wer hat welche Verletzung", erinnert er sich. In seinen Armen stirbt eine junge Frau. Dann stößt er auf einen Mann, der eine schwere Kopfverletzung hat. "Meine Aufgabe war es dann, diesen Mann über eine Stunde lang wachzuhalten, bis er mit einem Krankenwagen abtransportiert werden konnte. Wäre er eingeschlafen, wäre er gestorben, hat mir der behandelnde Arzt später gesagt."

Gerhard Zawatzki war Ersthelfer. Das ist ihm zum Verhängnis geworden. Denn für Ersthelfer wie ihn gilt: Sie sind über die Unfallkasse versichert. Aber weil er dazu in der Lage war zu helfen, gilt er nicht als Opfer des Terroranschlags - auch wenn er bis heute unter den Folgen des Anschlags leidet. Hätte er damals nicht geholfen, bekäme er heute eine Opferentschädigung. Ersthelfer wie er fallen einfach durchs Raster.

"Weggehen geht gar nicht"

Doch er hat es nie bereut, dass er sich damals sofort entschlossen hat zu helfen. "Weggehen geht gar nicht, da hätte ich ja mit mir selbst nicht weiterleben können", sagt er entschlossen. "Zum einen bin ich als deutscher Staatsbürger verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Zweitens bin ich als Christ zur Nächstenliebe verpflichtet, und drittens war ich schon im Rettungsdienst tätig und weiß somit, wie ich helfen kann."

Trotz alledem hat Gerhard Zawatzki zum Abschied auch etwas Positives zu erzählen. Im Februar 2018 traf er sich mit dem Mann, dessen Leben er am 19. Dezember 2016 mit retten konnte. "Das hat mich unheimlich berührt. Das war ein unglaublicher Moment, diesen Mann wieder auf eigenen Beinen stehen zu sehen."

Aktuelle Zahlen zu Entschädigungen

Insgesamt 4,4 Millionen Euro sind bisher an Opfer und Hinterbliebene des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz ausgezahlt.

3,4 Millionen Euro für Einmalleistungen stammen aus dem Fonds "Härteleistungen für Opfer terroristischer Straftaten" des Bundesamtes für Justiz. Hier wurden 167 Anträge gestellt und positiv beschieden.

Beim Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wurden 195 Anträge nach dem Opferentschädigungsgesetz gestellt. 145 Fälle wurden positiv entschieden, 14 Anträge sind noch in Bearbeitung. In vier Fällen klagen Betroffene, hieß es aus der Senatsverwaltung. Insgesamt hat das Lageso 644.000 Euro für Einmalzahlungen, Renten und Fürsorgeleistungen ausbezahlt.

Betroffene erhalten auch Unterstützung durch die Verkehrsopferhilfe der deutschen Haftpflichtversicherer, die tätig wird, wenn Fahrzeuge als "Tatwaffe" eingesetzt werden - wie der LKW beim Anschlag auf dem Breitscheidplatz.

Sendung: Abendschau, 19.12.2019, 19:30 Uhr

Beitrag von Jo Goll und Susanne Opalka, rbb24 Recherche

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21 Kommentare

  1. 21.

    Die richtige Feststellung des Grades der Behinderung wird prinzipiell vom LAGESO und den Sozialgerichten in den Ländern Berlin/Brandenburg verschleppt, ich warte diesbezüglich in meinem Verfahren schon über 8(!)Jahre !!! Die Umsetzung der vorgeschriebenen EU-Opferschutz-Richtlinie 2012/29/EU findet in Deutschland NICHT statt. Ich hoffe sehr, daß die EU in dem laufenden Vertragsverletzungsverfahren Deutschland endlich abstraft und Victimrights endlich effektiv umgesetzt werden !!! Meldung wegen Machtmißbrauch und Willkür an die UN OHCHR in Genf ist bereits erfolgt !!! Ich empfehle dies auch allen anderen Opfern, um weitere Reviktimiserungen zu vermeiden !

  2. 20.

    Ich wünsche den Opfern viel Kraft und hoffe das Sie wieder Licht am Horizont sehen können!
    Uns, die wir alles nur aus den Nachrichten erfahren haben, quält eine Wut und Hass zugleich über diesen Anschlag! Der Platz, die Gedächtniskirche in Berlin, war immer ein Ort an dem man als Kind zu Besuch war und man hatte schöne Erinnerungen. Alles weg und nur weil wir unfähige Politiker im Amt sitzen haben!

  3. 19.

    Ich denke, jeder und alle sind mit so einem Anschlag komplett überfordert. Und einfach auf die Regierung zu schimpfen ist zu pauschal. Es sind ja Gelder ausgezahlt worden. Die Langzeitfolgen, mit denen die Betroffenen kämpfen, kann der Staat nur bedingt lindern. Hier sind die Menschen selbst gefragt, wie sie miteinander umgehen, sich nach Jahren immer noch zuwenden, Mitgefühl aufbringen und zuhören. Ich glaube, die tiefe Einsamkeit, die jeder in dieser Betroffenheit spürt, ist das, was auf Dauer am schwersten zu ertragen ist. Weil die andern um einen herum diese extreme Verletzlichkeit selten so kennen und wenn, dann darüber nicht gern sprechen. Hier mal aus dem eigenen Hamsterrad auszusteigen und den Menschen entgegenzukommen im alltäglichen Leben, finde ich wichtiger und eine Leistung, die jeder von uns aufbringen kann.

  4. 18.

    Mich macht die ganze Sache hier sehr wütend! Frankreich macht es uns doch nicht zum ersten Mal vor, wie man die regierenden Herrschaften bewegen könnte!! Wir können uns doch das alles nicht mehr bieten lassen. Nein, inzwischen steht schon wieder die nächste Zahl fest, die Deutschland aufnehmen will. Und was ist mit den 550 Millionen, die wir dank Scheuer jetzt zahlen sollen? Ja geht's noch?Inzwischen wird übrigens schon die nächste Steuer vorbereitet- Fleisch- Wurst- Butter- Michsteuer......Langsam reicht es nun wirklich!

  5. 17.

    Täterschutz ist wichtiger als Opferschutz. Das erlebt man in Deutschland jeden Tag.
    Wieso muss ein Opfer des Terrorismus überhaupt tätig werden und warum kümmert sich der Staat nicht um ALLE BELANGE!!! die dem OPFER das Leben wenigstens etwas erleichtern, bzw. es nicht noch weiter unerträglich machen!?
    Wenn ich mich recht erinnere, hat unsere Bundeskanzlerin seinerzeit hier auch kein Interesse gezeigt, im Gegensatz zu
    anderen Fällen, wo einzelne Menschen ihr - warum auch immer - offenbar näher standen.
    In mir steigt nur UNVERSTÄNDNIS, WUT und VERZWEIFELUNG auf.

  6. 16.

    Da dreht sich einen der Magen um !!! Die Opfer werden vernachlässigt und der Staat sieht weg ! Ist die Würde der Menschen nur für die Täter unantastbar?

  7. 15.

    Mich wieder diese Behördenwillkür einfach an. Wär der Staat seiner Pflichten nach gekommen, hätten wir keine Opfer, mit denen von Staatlicher Seite so mieß umgegangen wird. Ich schäme mir für diese Art des Umgangs.

  8. 14.

    Es ist immer das Gleiche: die Politiker reden aber es folgen keine Taten.

  9. 13.

    Wo bleibt die Menschlichkeit für die eigenen Bürger? Die Menschen verlieren immer mehr das Vertrauen in die regierenden Parteien.

  10. 12.

    Bei einem so komplexen Thema wie Sicherheit / Terrorismus ist es leicht einer Regierung und dem Senat ein Totalversagen vorzuwerfen. Fakt ist aber … es war ein Totalversagen auf viel wenn nicht sogar auf allen Ebenen. Angefangen damit das bei einer professionellen und präventiven Sicherheitspolitik dieses Attentat hätte verhindert werden können. Hier hat der Senat Blut an den Händen und niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Ein Skandal und eine Schande für unseren Rechtsstaat. Der eigentliche Skandal ist aber der typisch berlinerische bürokratische Umgang mit den Opfern, der an Peinlichkeit und Menschenverachtung kaum zu überbieten ist. Ich schäme mich hier für das hirnlose Wirken unseres RRG Senats.

  11. 11.

    Eine Milliarde Euro für Indien, das eine Rakete zum Mond schicken kann, aber nicht genug Geld, um diesen Opfern unbürokratisch und menschenwürdig zu helfen. Vielen Dank Frau Merkel für ihre Anteilnahme am Schicksal von Terroropfern im eigenen Land. Scheinbar sind alle anderen auf der Welt ja so viel wichtiger.

  12. 10.

    Und dann wundern sich die etablierten Parteien, warum sich die Wähler immer mehr von Ihnen abwenden und andere Parteien wählen! Da braucht man sich wirklich nicht zu wundern!

  13. 8.

    Es ist mir völlig unbegreiflich, warum unser Senat nicht bereits nach den ersten grossen Fehlern, die passierten (u a die Art der Information von Angehörigen) eine Mitarbeiterstelle geschaffen hat, die ausschliesslich zur Beratung und Bearbeitung aller wichtigen Anträge der Opfer und Hinterbliebenen vom 19.12. zuständig ist. Das muss doch möglich sein. Jemand der alle Anliegen bearbeitet und ggfs weiterleitet. Eine zentrale Anlaufstelle, die den traumatisieren Menschen eine Odyssee durch die Behörden erspart. Das könnte auch jetzt noch gemacht werden. Wie kann denn " Berlin " die Menschen komplett allein mit diesen Folgen lassen? Gibt hier keine Landesregierung mehr?

  14. 7.

    Ja ja das LAGSO wie können die Menschen dort noch ruhig arbeiten? Es is bekannt das die meisten Entscheidungen aus dem Büro Stuhl gefällt werden und das, wie in diesem Fall mit katastrophalen Auswirkungen. Der Staat (Bund und Land) hatten die Möglichkeit gehabt dieses zu verhindern. Was muss noch in diesem Land geschehen, dass die Politiker entlich Menschlich werden und handeln. So wie es jetzt seit langer Zeit läuft ist das alles nur eine Schande, wo man sich schämt hier zu leben. Ich wünsche mir das alle Opfer weiter zusammen halten und nicht aufgeben für ihre Rechte auch diese die nicht einmal hier leben.

  15. 6.

    Und das in einem Land, dass immer als erstes für andere Länder Bürgschaften übernimmt, Gelder zahlt und sich als Wohltäter aufspielt. Die Verantwortung für das eigene Versagen, den mangelnden Schutz der eigenen Bevölkerung, sind sie nicht bereit zu tragen. Das sagt viel über den Stellenwert aus, den die Bürger in diesem Land haben. Keinen.

  16. 5.

    Das ist doch leider nichts Neues, in Deutschland ist der Täterschutz bzw Hilfe für den Täter höherwertiger als Opferschutz bzw Opferhilfe. Und dieser besondere Fall ist doch bezeichnet welchen politischen Stellenwert das Ganze hat. Eine Bundeskanzlerin, welche erst viel später schafft eine Art Kondulenz auszusprechen, ein damaliger Innenminister, welcher sich nicht sicher ist, ob die Bevölkerung die ganze Wahrheit überhaupt hören will. Dazu diverse Untersuchungsausschüsse und kein klares Ergebnis und Verantwortung übernimmt kein Politiker. Man glaubt einfach nicht an das Böse, obwohl es passiert ist.

  17. 4.

    Die traurige Wahrheit ist das zweifach völlige Versagen des Staates. Man lässt Personen wie Amri einreisen und beobachtet sein kriminelles Treiben, das in diesem menschenverachtenden Anschlag endet. Und danach versagt de Staat erneut, er kümmert sich wenig, manchmal gar nicht um die Opfer!

  18. 3.

    Es ist schon ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft wie mit den Menschen umgegangen wird.
    Für Banken und Urlaubsveranstalter werden hunderte Millionen von Euro des Steuerzahlers hinausgeworfen ohne dass man etwas dagegen tun kann. Aber in einem tatsächlich notwendigem Falle, wie zum Beispiel hier, scheißt man sich salopp gesagt in die Hosen.
    Ich kenne persönlich die Geschichte eines Ersthelfers und da kann einen schon die kalte Wut überkommen... Aber dieses ist ein grundlegendes Problem dieser Gesellschaft!
    Wieso zahlt die Familie die sich keinen großen Urlaub leisten kann jetzt plötzlich den Urlaub völlig fremder Menschen? Wieso wird anstatt Schulen ordentlich auszustatten, das Freizeitvergnügen willkürlich allimentiert?
    Wie krank und gestört sind wir eigentlich?

  19. 2.

    Amri lebte vom Drogenhandel im Görlitzer Park. Berlin unternimmt viel zu wenig, damit sich das nicht wiederholt.

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