Mann mit einem gebastelten Schiff auf dem Kopf mit der Aufschrift "Seebrücke" (Quelle: imago-images)
Bild: imago-images

Bündnis "Städte Sicherer Häfen" - 24 aus Seenot gerettete Flüchtlinge kommen nach Potsdam

Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam nimmt im Dezember 24 aus Seenot gerettete Geflüchtete auf. "Potsdam ist bereit für die Aufnahme", erklärte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Montag. Die Landehauptstadt habe der Zentralen Ausländerbehörde die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften als frei gemeldet.

Außerhalb von Dublin II aufgenommen

Die ersten 14 Menschen könnten bereits ab jetzt aufgenommen werden, sagte Schubert. Wann genau die Geretteten in Potsdam einträfen, erfahre die Stadt in Kürze über eine Transferliste. Derzeit befänden sich die ersten aus Seenot geretteten Flüchtlinge in der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt.

Sie würden außerhalb der geltenden Regelungen der Dublin II Verordnung aufgenommen, durchliefen nach ihrer Aufnahme in der Landeshauptstadt dann aber das reguläre Asylverfahren.

Bündnis "Städte Sicherer Häfen"

Die Stadt Potsdam nimmt die Geflüchteten als Kommune des Bündnisses "Städte Sicherer Häfen" zusätzlich auf. Potsdam ist seit Dezember 2018 Mitglied des Bündnisses und Koordiniererin.

Das Bündnis zählt aktuell 31 Mitglieder. Diese bündeln nach eigenen Angaben die Forderung an das Bundesinnenministerium und die Bundesregierung "die schnellstmögliche Zusage, dass wir aufnahmebereiten Kommunen und Gemeinden die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Geflüchteten auch aufnehmen können", wie es auf der Internetseite der Organisation "Seebrücke" heißt.

Als Antwort auf die Notlage der Flüchtlinge im Mittelmeer gründete sich im Sommer 2018 die Initiative "Seebrücke schafft Sichere Häfen", die sich mit Menschen auf der Flucht einsetzt. Die Seebrücke zeigt sich solidarisch mit der Seenotrettung.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

8 Kommentare

  1. 8.

    Ich habe ein ernste Frage an sie und hoffen auf eine ehrliche Antwort.

    Sie sind also bereit Menschen in den sicheren Tod zu schicken und können nachts noch ruhig schlafen?

  2. 7.

    Das große Problem ist aber, dass die meisten Menschen, deren Asylgesuch abgelehnt wird, trotzdem in Deutschland bleiben dürfen. Der dafür sind die Abschiebehindernisse wie zum Beispiel eine fehlende Identität oder fehlende Mitwirkung der Heimatländer oder Bedenken zur Sicherheit im Heimatland. Gründe zur Nichtabschiebung gibt es genug, so dass über 90% der abgelehnten Asylbewerber einen Duldung und damit die Aussicht erhält, nach ein paar Jahren der Duldung in Deutschland für immer bleiben zu dürfen. Genau das ist verbunden mit unserem weltweit einmaligen Sozialsystem ein Riesenmagnet. Erstmal in Deutschland angekommen, ist die Aussicht zu bleiben und trotz fehlender Bildung und Arbeitschancen gut versorgt zu sein riesengroß. Nur wird dabei vergessen, dass diese Verfahrensweise immer mehr bedürftige Menschen anziehen und damit die Frage der Finanzierung immer schwerer werden wird.

  3. 6.

    Soweit ersichtlich, kommen die meisten Bootsmigranten aus Schwarzafrika. Dort sind sicherlich nicht alle Staaten "demokratisch", aber das ist kein Grund für eine dauerhafte Ansiedlung hierzulande weil faktisch nicht abgeschoben wird respektive werden kann.

    Seehofers neuester Vorschlag beinhaltet erstens an der EU-Außengrenze eine verpflichtende Vorprüfung der Asylanträge und ggfs. von dort die direkte Abschiebung.

    Selbst wenn das funktionieren würde, funktioniert zweitens dann die Verteilung bei den positiv vorgeprüften Fällen nicht, weil innerhalb einer freizügigen EU niemand am Weiterreisen wirksam gehindert werden kann und mindestens dreiviertel der EU Länder keine Migrantenquoten akzeptieren.

    Der geneigte Leser und Bürger fragt sich, wie lange Seehofer solche Pirouetten noch drehen will. Schon Merkel wollte vor Jahren die "Europäische Lösung" präsentieren, ist aber daran gescheitert.

  4. 5.

    Angesichts der äußerst menschenunwürdigen Situation an den EU-Grenzen und in den Lagern in Libyen gibt es endlich einen Lichtblick. Gut, dass sich Potsdam zur zusätzlichen Aufnahme bereit erklärt. Auch wenn dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt.

  5. 4.

    Viele afrikanische Staaten sind Diktaturen, auch gibt es Kriege (wie aktuell in Libyen) oder Terrorgruppen wie Boko Haram. Auch befinden sich auf den Booten im Mittelmeer zum Teil Flüchtlinge aus Syrien. Gut, dass diese Menschen, die sonst ertrunken wären, erstmal einen sicheren Hafen gefunden haben - es gibt doch noch Menschen, die sich für ein humanes Miteinander starkmachen - sehr schön!

  6. 3.

    Wenn sie kein Asyl bekommen, die Anerkennungsquote ist für die meisten afrikanischen Länder liegt im einstelligen Bereich, da gibt es keine politische Verfolgung, bleiben die über 90 % trotzdem hier. Oder haben sich die Abschiebequoten inzwischen verbessert?

  7. 1.

    Kein Anspruch auf Asyl – „Warum bringen wir sie dann hierher?“

    Die Diskussion in der evangelischen Kirche gewinnt an Fahrt. Bei Lichte betrachtet, es fehlt schlicht die Rechtsgrundlage.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article203874406/Seenotrettung-Kein-Asyl-Anspruch-Warum-bringen-wir-sie-dann-hierher.html

Das könnte Sie auch interessieren