Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, der SPD Nachwuchsorganisation © dpa/Michael Kappeler
Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, der SPD Nachwuchsorganisation | Bild: dpa/Michael Kappeler

Parteitag in Berlin - Kühnert greift nach dem SPD-Vizevorsitz

Der einflussreiche Juso-Chef Kevin Kühnert will seine Macht in der SPD weiter ausbauen: Auf dem am Freitag beginnenden Parteitag in Berlin wird sich der 30-Jährige als stellvertretender Vorsitzender hinter dem neuen Führungsduo bewerben.  

Juso-Chef Kevin Kühnert kandidiert für das Amt des SPD-Vizevorsitzenden. Er werde sich beim Parteitag am Freitag in Berlin zur Wahl stellen, sagte der 30-Jährige der "Rheinischen Post".

"Ich bin dafür, dass der Kurs der neuen Parteivorsitzenden vollen Rückhalt findet. Wer wie ich gewollt hat, dass mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans Erneuerung auch Gesichter bekommt, steht in der Verantwortung, sie jetzt zu stützen", sagte Kühnert.

Jusos sollen über Vorsitz entscheiden

Kühnert sagte, er traue es sich zu, das Amt auszufüllen und dabei das linke Profil der Partei zu schärfen. Profilierte Vertreter der Parteilinken wie der bisherige SPD-Vize Ralf Stegner und die frühere Juso-Chefin Johanna Uekermann sollten nach Ansicht Kühnerts zudem eine herausgehobene Rolle im Präsidium spielen.

Die Entscheidung, ob er bei einer Wahl zum stellvertretenden SPD-Chef den Vorsitz der Jusos aufgibt, will Kühnert der SPD-Nachwuchsorganisation überlassen. Es wäre das erste Mal, dass ein Juso-Chef einen Vizeposten in der Parteispitze hat. Außerdem ist der gebürtige Berliner auch noch in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg aktiv.

Auch Geywitz kandidiert

Am Montag hatte bereits die Brandenburgerin Klara Geywitz ihre Kandidatur für den SPD-Vizevorsitz bekanntgegeben. Viele Ostdeutsche hätten noch immer das Gefühl, dass ihre Biografien in der bundesrepublikanischen Politik nicht ausreichend vertreten seien, sagte die Potsdamerin am Dienstag dem rbb. Sie wolle nicht, dass die Politik für Ostdeutschland gemacht werde, sondern dass Ostdeutsche selber gesamtdeutsche Politik machen.

Im Rennen um den SPD-Vorsitz war Geywitz zusammen mit Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz überraschend dem Duo Saskia Esken/Norbert Walter-Borjans unterlegen.

Für die drei Vizeposten sind auf dem Berliner Parteitag neben Kühnert und Geywitz Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und die saarländische SPD-Chefin Anke Rehlinger im Gespräch. Schleswig-Holsteins Fraktionschef Ralf Stegner sagte dem NDR, er werde nicht mehr kandidieren und Kühnert unterstützen.

Sendung: Radioeins, 03.12.2019, 16.40 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.

    Was will der Herr Kühnert überhaupt?
    Der ändert seine Meinung so schnell, dass man gar nicht hinterher kommt.
    Auch nur viel Luft und nichts dahinter aber wirklich gar nichts.

  2. 18.

    Ein Träumer mehr oder weniger in der SPD Spitze macht doch nix. Dieser Laden ist seit Jahren nur noch mit sich selbst beschäftigt und bringt nahezu täglich neue ideologische Ergüsse ans Tageslicht. Auch das neue Führungsduo wird es nicht richten.

  3. 17.

    Eine Aufstellung von BT-Abgeordneten, die nur ein Studium begonnen, aber nicht abgeschlossen haben, wäre interessant. Manch Namen fallen mir sofort ein.Da kann man verstehen, dass man in die Politik will, wenn man sonst versagte.

  4. 16.

    Mit dieser Biografie (zwei abgebrochene Studien, keinen Beruf) würde ich mich schwertun Ihn überhaupt als Trainee einzustellen, aber dieser Beginner will in der großen Politik mitmischen...unglaublich was aus der Arbeiterpartei SPD geworden ist.
    Allerdings verstehe ich nun, warum er auf 12 Euro Mindestlohn drängt ;-)

  5. 15.

    Warum tritt der nicht zu den Linken über? Da passt er doch viel besser hin.
    Ich verstehe sowas immer nicht, auch dass Ökos in eine Stadt ziehen und sich dann an jeder Ecke über die Stadt beschweren und sie zum Dorf umkrempeln. Dann sollen sie doch gleich aufs Dorf ziehen.
    Wenn die ersten Firmen mit ihren Arbeitsplätzen weg sind und die ersten Wohnungen nicht gebaut werden, erst dann werdet ihr merken, dass man von hohlen Versprechungen ohne Substanz nicht leben kann.
    Die Substanz bilden nun mal böse Firmen und Investoren und nicht die, die zum Feierabend in alternativen Bars kiffen gehen.

  6. 14.

    Schwester; genau, immer das rumgetrample auf den kleinen Kevin. Er hat doch keine abgeschlossene Ausbildung und ist noch in der Selbstfindung.mal raus aus der GroKo mal drin bleiben. Geldverteilen was er nicht verdient hat und natürlich ist das alles gerecht weil die Geldverdiener alles ausbeuter sind. Es geht uns einfach zu gut deshalb ertragen wir solche Leute..

  7. 13.

    Von dieser SPD kommen nur noch schwachsinnige Forderungen,Vorschläge.Das ist nur noch ein Irrenhaus mit inkompetenten Menschen.Macht mich traurig,was aus "meiner"SPD geworden ist.

  8. 12.

    Je stärker die SPD nach links abdriftet, desto bedeutungsloser wird sie. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, welch hohen Schuldenberg eine R2G Regierung unseren Kindern hinterlassen würde. Solange man das Kapital als Feind behandelt, aber die Erträge daraus mit offenen Armen verteilt um als Wohltäter vom Wähler bewundert zu werden , ist man nicht regierungsfähig. Wenn wir diese linken Strömungen nicht in den Griff bekommen, dann werden wir zahlreiche Firmenpleiten und einen Anstieg der Arbeitslosenquote erleben. Man muss nur nach Berlin schauen, wie schnell eine blühende Stadt mit falschen Versprechungen in eine welkende verwandelt werden kann. Ein Kevin Kühnert bekommt viel zu viel Aufmerksamkeit für sein kontraproduktives, rebellisches Getue ohne marktwirtschaftliches Wissen. Das Bildungsniveau in Deutschland muss dringend verbessert werden!

  9. 11.

    Herr Kühnert weiß offenbar genau ,wie die Welt zum Wohle der Nichtarbeitenden funktioniert.
    Was in der SPD abläuft, bedeutet schlussendlich das Ende der Partei von Willy Brandt und Helmut Schmidt.
    Traurig....

  10. 10.

    Der Herr Kühnert hat doch jetzt schon ein Glaubwürdigkeitsproblem! Vor ein paar Tagen sprach er noch für das Ende der GroKo aus! Und jetzt, wo er auf einmal SPD-Vize werden möchte, will er auf einmal nichts mehr davon wissen! Was für eine 180 Grad Kehrwendung! Aber was macht man alles für eine künftige SPD-Karierre!

  11. 9.

    Ihre Überschrift ist Propaganda! Er greift nicht zum Vize-Vorsitz sondern er bewirbt sich im diesen! Bitte achten Sie darauf Information und Meinungsäußerung sauber zu trennen.

  12. 8.

    Und wieder das herumgetrampel auf Kevin. Ums kurz zu machen, ich drücke ihm beide Daumen. Ein frischer Wind muß her. Der Gestank in dieser Partei hat lang genug gedauert.

  13. 6.

    Es ist doch wie so oft in der Politik, nie richtig gearbeitet, gut reden können und dann war‘s das auch schon. Große Klappe und nichts dahinter...

  14. 5.

    Im Prinzip hätten drei Neulinge mit Durchschnittsalter 52 echt gute Chancen, den S..stall mal aufzumischen oder gar aufzuräumen. Wenn da doch nur nicht diese ganzen unflexiblen Grauköppen in deren Verein wären... *seufz*

    Gewonnen haben die drei dann nur, wenn sie es schaffen, die Schröderschen Reformen rückgängig zu machen.

    1998 haben wir noch auf Schröders Wahlsieg eine Flasche Schroeders Boonekamp aus seiner westfälischen Heimat (Verl in diesem Falle) in der Möve geleert. Wie rasch doch waren die Illusionen verflogen - mit der daraufhin verdienten Niederlage 2005 und der Übergabe des Kommandostandes an Mutter Angela war die Sozialdemokratie dann verloren. Der Kneifer Schröder hatte sich ja auch gleich verp..selt, das hat auch noch keiner vor ihm gebracht.

    Kann also nur besser werden...

  15. 4.

    Er ist auch nur ein Sozialschmarotzer, der sich wie alle anderen Politiker, von den Steuerzahlern ein schönes Leben finanzieren lassen will !

  16. 3.

    Auweia, das wird ja immer verrückter. Aber gut so,die SPD ist bald Geschichte.
    Was würden die Herren Brandt und Schmidt dazu sagen ?

  17. 2.

    Das ist der letzte Schritt, das die SPD bald in der Parteienlandschaft verschwunden ist.
    Es wäre nur gut Sie nehmen die Linken gleich mit.
    Die gleiche Farbe haben Sie ja schon!

  18. 1.

    Wusste Kevin bei seiner Entscheidung schon, dass die neuen Vorsitzenden doch an der GroKo festhalten und deshalb nicht über deren Fortsetzung abstimmen lassen wollen?

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