Roland Jahn, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (Quelle: imago-images/Metodi Popow)
Video: Brandenburg aktuell | 05.12.2019 | Christoph Hölscher | Gespräch mit Roland Jahn | Bild: imago-images/Metodi Popow

Beauftragter für Stasi-Unterlagen - Jahn fordert bessere Hilfe für Opfer der SED-Diktatur

Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat verbesserte Hilfeleistungen für Opfer der SED-Diktatur gefordert. Oft würden etwa Haftfolgeschäden nicht anerkannt, sagte Jahn am Donnerstag im rbb. Hier sei es wichtig, ein System zu entwickeln, in dem Gutachter sachgemäß entscheiden. Auch die Familien der Haftopfer hätten gelitten. "Da gibt es Dinge, die noch betrachtet werden müssen und da ist Hilfe angebracht", sagte Jahn.

Stasi-Unterlagen-Behörde geht 2021 in Bundesarchiv auf

Ab 2021 soll es keine eigenständige Stasi-Unterlagen-Behörde mehr geben. Die Akten werden dann vom Bundesarchiv verwaltet. Dann soll es neben einer Zentrale in Berlin auch nur noch fünf statt wie bislang zwölf Außenstellen für eine Einsicht in die Akten geben. "Das Stasi-Unterlagen-Archiv wird zum Teil des Gedächtnisses der Nation, dem Bundesarchiv", so Jahn.  Kompetenz, Technik und Ressourcen würden gebündelt, "um den Stasi-Unterlagen eine Zukunft für die nächsten Generationen zu geben".

Und auch einen Stasi-Unterlagen-Beauftragten wird es dann nicht mehr geben. Er werde zum Beauftragten für die Opfer der SED-Diktatur, sagte Jahn: "Die Funktion des Bundesbeauftragen wird weiterentwickelt zu einem Bundesbeauftragten für die Menschen, nicht allein für die Akten." Dieser solle sich dann um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmern, die unter dem Unrecht in der DDR gelitten haben.

Sendung: Brandenburg aktuell, 05.12.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Wann werden die Opfer der BRD-Diktatur entschädigt? Menschen die über Jahrzehnte vom BRD-Regime drangsalierten werden, nie ein Gesetz gebrochen haben, sei es als Hartz4-Verfolgter oder als ehemaliger Stasi.

  2. 3.

    Allein der Titel bringt einen schon auf die Palme.

    Diese sogenannten Opfer werden durch Berichte wie diesen erneut hinter die Fichte geführt. Wenn man diesen Menschen wirklich hätte helfen wollen, dann hätte man es schon längst getan. Alleine das unterschiedliche Handling von Bundesland zu Bundesland ist sehr unterschiedlich. Ich habe acht Jahre für einen Pyrrhussieg gekämpft, mehr oder weniger alleine, anschließend bis heute die Nachwehen. Anders sieht es z.b. in Bayern aus. Da hat ein eine betroffene Person innerhalb von einem Jahr wirklich alles durch bekommen und diese Person hat sich auch sehr positiv über das Amt, insbesondere über die Sachbearbeiter geäußert. Ich wünschte, ich könnte mich auch so positiv über das Landesamt für Gesundheit und Soziales hier in Berlin äußern. Dem ist leider nicht so. Ganz im Gegenteil.
    'Diejenigen, die bei der Stasi noch nicht ganz kaputt gegangen sind, die kriegen dann 20, 30 oder 40 Jahre später beim Landesamt für Gesundheit und Soziales den Rest'.
    Diese meine Aussage im Anschluss an eine öffentliche Veranstaltung vor einigen Wochen, die hat bei einigen meiner Zuhörer wirklich Entsetzen ausgelöst. Trauten ihren Ohren nicht. Betroffene jedoch, die können mich sehr gut verstehen. Die wissen genau wovon ich spreche. Und ich glaube eine gewisse Abteilung im Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin, die weiß das auch. Bestens!
    Dass man einen Antrag ablehnt, das ist schon okay, das kann passieren. So denn der Antrag seriös hinterfragt und überprüft wurde. Da liegt schon das erste Mal der Hase im Pfeffer. Diese entwürdigende Prozedur, die sich dann über Jahre anschließt, die ist wirklich nicht zu entschuldigen. Denn doof, doof sind weder die Ärzte, Psychologen, Juristen noch die Sachbearbeiter. Diese Menschen wissen was sie machen. Die letzte Erkenntnis war für mich die Schlimmste.

  3. 2.

    Ich kann mir dieser Meinung nur Anschließen. Opfer kosten Geld was man aber nicht ausgeben möchte. So scheint es mir. Ich bin auch ein Opfer und weiß daher genau wie man mit uns umgeht. Klammheimlich hat man die einem zustehende Anzahl an Therapiestunden von 80 auf 60 reduziert. Wenn man an PTBS leidet brauch man mehr und vor allem durchgehend. Aber wenn die Stundenzahl aufgebraucht ist muss man zwei Jahre pausieren um wieder einen neuen Anspruch auf eine Therapie zu haben . Meine Psyche versteht das nicht und hält die Pause nicht ein. Es gibt noch so vieles mehr was ich schreiben könnte aber es wird dann zu viel. Hoffnung gibt es nicht mehr.

  4. 1.

    Opfer, müssen sehr lange warten auf Hilfe, egal ob Gewaltopfer oder Opfer des Sexuellen Missbrauchs. Es ist sehr beschämend für einen der reichsten Länder der Welt. Unter viel Mediengetösse wird alles mögliche versprochen von der Politik. In Wirklichkeit, müssen Opfer von Pontius bis Pilatus laufen um Hilfe zu bekommen, wenn überhaupt. Der Bundespräsident und die Kanzlerin , halten immer großartige Reden. Wer überprüft die Nachhaltigkeit? Was ist aus dem Fond Sexueller Missbrauch geworden. Meines Wissens sind die versprochenen Gelder immer noch nicht vollständig eingezahlt worden. Man spart lieber bei den Opfer und verweigert denen die Hilfe. So wird es vielen Opfer ergehen, die erscheinen leider nicht in der Öffentlichkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (Quelle: DPA/Fabian Sommer & Carsten Koall)
DPA

Michael Müller und Franziska Giffey - Das verdruckste Duell

Die Berliner SPD-Fraktion probt auf ihrer Klausurtagung den Wahlkampf. Nach außen attackieren die Genossen die in Umfragen führenden Grünen. Doch auch intern bahnt sich ein Machtkampf an: Einer dreht auf, die andere dementiert nicht. Von Jan Menzel