Eine große Baustelle erstreckt sich auf der Karl-Marx-Allee zwischen Otto-Braun-Straße/Alexanderstraße und Strausberger Platz. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 06.12.2019 | Laurence Thio | Bild: dpa/Paul Zinken

Umbaupläne unerwartet geändert - Auf der Karl-Marx-Allee sollen noch mehr Parkplätze wegfallen

Seit eineinhalb Jahren schon wird die Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte umgebaut. Die Pläne dafür wurden intensiv mit den Anwohner abgestimmt. Nun hat Verkehrssenatorin Günther die Umbaupläne teilweise geändert - und der Bezirksstadtrat ist sauer.

Beim Umbau der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte knirscht es zwischen dem Bezirk und Verkehrssenatorin Regine Günther. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung von Mitte, Ephraim Gothe, beschwerte sich am Donnerstag über "eine erhebliche Umplanung", die die Senatorin kurzfristig angeordnet habe. Diese Entscheidung widerspreche den Leitlinien zur Bürgerbeteiligung des Bezirks und des Landes.

Gothe: "Bürgerinteressen werden übergangen"

Konkret kritisierte Gothe, dass Günther für den Mittelstreifen eine Begrünung angeordnet hat, durch die dort vorgesehene Parkplätze wegfallen. Ein solcher Grünstreifen sei "im vorausgegangenen, intensiven Beteiligungsprozess mit der Anwohnerschaft abgelehnt" worden. Derart große Umplanungen seien vorab transparent zu kommunizieren, so Gothe weiter.

"Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel werden grundsätzlich begrüßt. Der Bezirk Mitte distanziert sich aber deutlich von diesem Vorgehen der Senatorin und stellt die Übergehung der Bürgerinteressen in diesem Stadium des Bauens ausdrücklich in Frage", heißt es in einer Pressemitteilung der Bezirksamts.

Versickerungsflächen statt Parkplätze

Seit dem Sommer 2018 wird die Karl-Marx-Allee bereits umgebaut. Zwischen Alexanderstraße/Otto-Braun-Straße und Strausberger Platz sollen pro Seite vier Meter breite Radwege entstehen. Für Pkw sind nur noch zwei Fahrspuren statt wie bisher drei Fahrspuren pro Richtung vorgesehen.

Die Senatsumweltverwaltung bestätigte am Donnerstag Planänderungen, durch die weitere Parkplätze wegfallen. "Auch um zusätzliche Versickerungsflächen für Regenwasser zu schaffen, wird die Mitte der Allee in einen neuen Grünstreifen umgewandelt", hieß es. "Ohne Parkverkehr wird es hier zugleich mehr Verkehrssicherheit geben."

Die Fahrradstreifen würden zudem "mit Anfahrschwellen gegenüber den links angrenzenden Parkstreifen getrennt und abschnittsweise farbig markiert, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen". Die Parkplätze am Rand der Fahrspuren bleiben erhalten. Außerdem soll es "komfortable Gehwegvorstreckungen" geben.

Verwaltung verweist auf Mibilitätsgesetz

Die Änderungen "finden ihre Begründung in einer neuen Rechtslage, die 2018 durch das Mobilitätsgesetz eingetreten ist, und durch Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels", erklärte ein Sprecher. "Ein Anwohner-Informationsschreiben zur transparenten Kommunikation der Umplanungen für die Karl-Marx-Allee ist bereits in Vorbereitung und soll in Kürze verschickt werden."

Die Gesamtkosten für das Projekt, das auch neue Gehwege, Sitzbänke und Beleuchtung umfasst, bezifferte die Senatsverkehrsverwaltung zum Start 2018 mit 13,2 Millionen Euro.

Sendung: Abendschau, 05.12.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [Ben] vom 06.12.2019 um 22:17
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87 Kommentare

  1. 87.

    Autofahrer sind die Wenigsten. Also Menschen, die permanent mit dem Auto unterwegs sind. Vielmehr besteht die Mehrheit aus Menschen, die zu bestimmten Gelegenheiten mal dieses und mal jenes Verkehrsmittel benutzen. Das Auto ist auch dabei. Unter mehreren anderen Verkehrsmitteln.

    Mir scheint, hier wird aus dem bloßen Autobesitz schon die Verpflichtung abgeleitet, es gefälligst und bei jeder Gelegenheit auch benutzen zu müssen. Das allerdings würde ich als persönliche Unfreiheit begreifen ...

  2. 86.

    So leicht lassen sich Illusionen widerlegen.

    https://www.rbb-online.de/wirmuessenreden/beitrag/mehr-autos-als-je-zuvor.html

    https://archiv.berliner-zeitung.de/berlin/verkehr/berliner-mobilitaetsforscher--raus-mit-den-privaten-autos---31052728

  3. 84.

    Autofahrer sind die Mehrheit der Wähler (dazu deren Partner und Familien) Also handelt doch einfach bei der nächsten Wahl.

  4. 83.

    Schön das Sie noch langweiliger sind als ich.....ich wünsche Ihnen einen schönen zweiten Advent.

  5. 81.

    Laut BVG Auskunft bin ich sogar jetzt mit Tram (M6 Ersatzverkehr) und S-Bahn von Marzahn aus in 1,5 Stunden in Potsdam[!]. Nach Charlottenburg dauert es 50 min ;) Also je besser der ÖPNV ausgebaut ist, desto schneller die Verbindungen :) Ich kenne immer mehr Leute, die auf ihr Auto komplett verzichten - und einige andere, die als Senioren auf kleinere Hybridfahrzeuge umgestiegen sind. Manche nutzen zudem Park&Ride, also z.B. an einer S-Bahnstation in Marzahn zu parken und eine Teilstrecke mit den Öffentlichen zurücklegen. Zu vielen Tageszeiten ist das die schnellere Verbindung. Leider kaufen andere 2., 3. und Viertwagen zu ihrem Spaß auf Kosten der Allgemeinheit (externalisierte Folgekosten).
    PS Gut, wenn Klimaschutz und ÖPNV bzw. der Umweltverbund endlich Vorrang bekommen würden.

  6. 80.

    Sie haben es noch nicht verstanden. Die autogerechte Stadt ist ein Auslaufmodell.Die Städte werden sich wandeln auch wenn ihnen das nicht paßt. Die Einen verstehen es früher die Anderen etwas später.

  7. 79.

    Plumpes Radfahrerbashing der langweiligen Art. *gääähn*

    Immer dann wenn man keine Argumente hat kommt dieser Generalvorwurf. Kann ich auch. Autofahrer gefährden alleine schon mit ihrer einen Tonne Sondermüll (Alu, Betriebsstoffe) ständig alle anderen Menschen.
    Sie fahren immer zu schnell, fahren rücksichtslos und parken generell auf Radwegen und Fußgängerüberwegen.

    So, geht es ihnen jetzt besser?

    Radfahrer bezahlen ihre Radwege schon selbst und eine Steuer auf das Rad. Und nu?

  8. 78.

    Sie tun ja so als wenn Fußgänger keine Gehwege hätten.
    Ihrer Meinung haben nur Radfahrer und Fußgänger ein Anrecht auf irgendwas. Na dann sollen sie dafür auch zahlen.
    Jeder Radfahrer sollte ab sofort eine ordentliche Steuer auf Radwege zahlen.
    Und eine Steuer für das Rad an sich sollte auch erhoben werden. Mal sehen wie denen das gefällt.
    Desweiteren sehe ich mich in meiner Lebensqualität mehr als beeinträchtigt, wenn ich als Fußgänger ständig darauf achten muss, nicht von einem Radfahrer, der meint über den Gesetzen zu stehen, umgefahren zu werden.

  9. 76.

    Mir scheint, dieser Senat interpretiert den Begriff Demokratie und Bürgernähe irgendwie falsch.

  10. 75.

    Wenn die Parkplätze auf den Mittelstreifen wegfallen, wird es in den Nebenstraßen eben noch enger und chaotischer. Oder dachte unsere Senatorin, das die Autos sich in Luft auflösen.

  11. 74.

    Die Frau Günther ist auf dem richtigen Weg. Endlich setzt sich mal jemand für die Interessen der Fußgänger und Radfahrer ein. Ich hoffe das sich Frau Günther durchsetzt und es ihr gelingt eine Fußgänger- und Radfahrerfreundliche Stadt zu erschaffen. Da gibt es doch tatsächliche welche ,die meinen weil sie ein bißchen Parkgebühren zahlen, das bißchen KFZ steuer und niedrige Preise für Sprit,da könnten sie die Lebensqualität anderer Stadtbewohner beeinträchtigen.

  12. 73.

    Das nicht, aber genug Firmenwagen, die auf unseren Anwohnerparkplätzen stehen, weil die Fahrer zu faul sind ihre Dienstwagen zum Stützpunkt zu bringen.

  13. 72.

    Weiter so, Berlin wird sich noch wundern.
    Keiner will dort mehr hin, wie auch....???

    Ihr seid schon lustige Vögel, ihr RRG Hasser. Wie wäre es denn mal mit Zahlen außerhalb der eigenen Echokammer?

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/08/bevoelkerung-wachstum-berlin-zuzug-fortzug-2018-statistik.html

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/09/cdu-graeff-fordert-zuzugsstopp-fuer-berlin.html

  14. 71.

    Ist das der Beweis wie merkbefreit manche Autofahrer sind? Max hat doch weiter unten bereits aufgeführt dass dass was die Autofahrer zahlen längst nicht die Kosten abdeckt was die Autofahrer die Allgemeinheit kosten.

    Muß ich das jetzt auch doppelt tippen damit das ankommt?

  15. 70.

    Ich frage mich, warum man sich von dieser Frau nicht schon nach der Sache mit ihrem schwerkranken Staatssekretär getrennt (Sie hatte ihn aufgrund seiner Krebserkrankung rausgeschmissen.)

    Diese Frau ist als Politikerin einfach nur UNTRAGBAR!!!

  16. 69.

    Ich kann mich den Vorredner nur anschließen. Unsere Demokratie wird scheibchenweise von diesem Senat zu Grabe getragen.
    Es geht hier nicht um den Fakt der Grünflächen oder Parkplätze.
    Es geht darum, das Bürgerbeteiligung ausgehebelt wird.
    Mir kommt es so vor, als versuchen einige Senatsmitglieder auszutesten, wie weit sie gehen können, wie leidensfähig die Berliner sind, bis sie sich endlich aufbäumen und den Senat aus der Stadt jagen.
    Das Schlimme ist nur, der Berliner ist vergesslich und die nächsten Wahlen sind noch weit.

  17. 68.

    Solange man für verschiedene Strecken mit dem Auto weniger Zeit braucht als mit den Öffentlichen, werden wohl viele doch lieber das Auto nehmen.

    Ich fahre zweimal wöchentlich abends von Marzahn nach Charlottenburg. Mit dem Auto brauche ich 45 Minuten, mit den Öffentlichen würde es anderthalb Stunden dauern. Hierzu kommt, dass ich mich als Frau hüten werde, nach 22.00 Uhr allein eine so weite Strecke mit den Öffentlichen zu fahren.

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