Berlins AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski spricht am 04.05.2019 auf einer Veranstaltung (Quelle: imago images/Metodi Popow)
Video: Abendschau | 14.01.2019 | Iris Marx | Bild: imago images/Metodi Popow

Berlin - AfD-Landeschef Pazderski kandidiert nicht mehr für Vorstand

Überraschung bei der Berliner AfD: Landeschef Georg Pazderski hat seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Er werde sich aber nicht aus der Politik zurückziehen, versicherte der 68-Jährige. Er nannte auch bereits Namen potenzieller Nachfolger.

Der Landesvorsitzende der Berliner AfD, Georg Pazderski, will beim nächsten Parteitag nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidieren. Das gab der 68-jährige frühere Bundeswehr-Offizier am Dienstag vor Journalisten in Berlin bekannt. Der Landesparteitag ist im Januar geplant

Bundestagsmandat eine Option

Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus will Pazderski dagegen bleiben. "Es ist kein Abschied aus der Politik", sagte er. "Ich behalte mir vor, für den Bundestag oder das Abgeordnetenhaus zu kandidieren." Wofür er 2021 antrete, habe er noch nicht entschieden.

Der Landesverband stehe 2021 vor großen Herausforderungen. In dem Jahr gibt es in Berlin Wahlen zum Bundestag, zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksversammlungen. Die Berliner AfD müsse den Wahlkampf in einem sehr schwierigen Umfeld und mit nach wie vor begrenzten Ressourcen führen, so Pazderski.

Sein Entschluss, für die Vorstandswahl nicht noch einmal zu kandidieren, sei das Ergebnis einer Reihe von Gesprächen, die er mit seiner Familie und ihm nahe stehenden Personen geführt habe, habe aber nichts mit der aktuellen Lage der Partei zu tun. Er wolle künftig seine Schwerpunkte auf die Familie und seine Funktion im Abgeordnetenhaus setzen, sagte Pazderski in seiner "persönlichen Erklärung". Noch in der vergangenen Woche hieß es von der AfD, Pazderski stelle sich der Wiederwahl.

Parteitag im Januar: AfD will an Termin festhalten

Der Parteitag der Berliner AfD soll am 25. und 26. Januar stattfinden. Bereits zweimal hatte der AfD-Landesverband die Veranstaltung abgesagt, weil die Partei keine Räume für die Veranstaltung gefunden hatte. Auch nun wurde eine zunächst gegebene Zusage für einen Veranstaltungsort wieder zurückgezogen. An dem Termin halte die AfD aber fest, sagte Pazderski. Eigentlich sollte die Veranstaltung im November stattfinden.

Zuletzt hatte die AfD Räumlichkeiten in Pankow angemietet, jetzt will der Vermieter sie aber offenbar doch nicht zur Verfügung stellen. Laut AfD sei ein Mietvertrag bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen, jetzt aber wieder gekündigt worden. Bei dem Veranstaltungsort soll es sich um das Ballhaus Pankow in Niederschönhausen handeln.

Der Landesverband hätte laut Satzung bereits einen neuen Vorstand wählen müssen. Seit Anfang des Jahres ist ein Notvorstand im Amt, zu dem neben Pazderski unter anderem Beatrix von Storch, Jeannette Auricht und Ronald Gläser gehören. Als Nachfolger an der Spitze des Landesverbands kommen nach Pazderskis Einschätzung mehrere AfD-Politiker wie von Storch und der Berliner Abgeordnete Karsten Woldeit infrage. Darüber werde der Landesparteitag entscheiden.

Sendung: Inforadio, 14.01.2020, 12:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

18 Kommentare

  1. 18.

    Sie meinen also die rechtsextreme AfD versucht mal wieder den Bundestag mit unnützen Anträgen lahmzulegen, wie sie es schon öfter gemacht hat. Das ist eines der Ziele der rechtsextremen AfD. Die demokratischen Institutionen zu lähmen um so weiter mehr oder weniger erfolgreich die Demokratie zu unterwühlen.

    Aber schön wie sich hier sukzessive die Anhänger der rechtsextremen AfD outen. So lassen sich doch einige Kommentare besser deuten.

    Außerdem werfen sie und die rechtsextreme AfD die Begriffe "Flüchtlinge" und "Migration" durcheinander aber auch das ist nicht neu.

  2. 17.

    "Was für ein wirres Konstrukt!"

    Danke dass sie die Leser ihres "wirren Konstrukt" vorwarnen, ich habe aber erst nach dem dritten Mal aufgegeben ihren Kauderwelch verstehen zu wollen.

    "Berlin ist kein ostdeutsches Bundesland- die Mehrheit der Einwohner sind aus dem ehemaligen Westen. Vielleicht wählen deswegen hier mehr Bürger demokratische Parteien." war hingegen eine klare, deutliche und nachvollziehbare Aussage.

  3. 16.

    Natürlich bewirbt sich der WDR "wir sind der Westen" selbst. Das tangiert mich als Sachsen überhaupt nicht. Der WDR ist nun mal die Sendeanstalt für den Westen Deutschlands. Der NDR bewirbt sich auch mit "NDR-das Beste am Norden". Wo sehen Sie da ein Problem? Nettes gescheitertes ABLENKUNGSMANÖVER vom eigentlichen Thema.. Schön nach Verhaltenshandbuch der "Alternativen" Truppe, empört wegen nichts schreien, Hauptsache wahrgenommen werden ... Übrigens, die Sendeanstalt, bei der Sie hier schreiben, wissen Sie überhaupt, für was das RBB steht?

  4. 15.

    "Flüchtlinge ist kein Thema mehr". Sie irren sich, der Gesamtumfang der Kosten für Migration ist unbekannt.
    Die AfD-Fraktion bringt deshalb am Donnerstag gegen 11:40 Uhr einen Antrag zur Offenlegung und Aufschlüsselung aller Migrationskosten in den Bundestag ein.

  5. 14.

    Ich habe mir gerade Ihre Verlinkung zum Tagesspiegel durchgelesen. Hochinteressant.... Und gut zu sehen, wie der W. von der alternativen Truppe bloßgestellt wird... Denen ist keine Lüge zu peinlich

  6. 13.

    Was für ein wirres Konstrukt! Ist Ihnen schon mal aufgefallen, die meisten AfD-Oberen kommen aus dem feinen Westen. Und die meisten Westdeutschen die nach Berlin (mit ganz viel Osten Drumherum) kamen und kommen, waren/sind mit Ihrem demokratischen Westen unzufrieden. Bin ich beruflich/privat im Westen, dann höre ich ständig bei WDR2 'Wir sind der Westen'. Welch Arroganz! Oder Patriotismus?

  7. 12.

    Da haben Sie voll Recht... In der Truppe AfD duldet man, voll "demokratisch", nicht mal Andersdenkende... Naja, je weiter rechts Sie abtriften, umso mehr werden die Chancen steigen, dass die Protestwähler munter werden und wieder eine demokratische Partei wählen. Immerhin, die Protestwähler machen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch bundesweit, ca. 60% der AfD - Wähler aus... Wo dann die AfD mit ihren Überzeugungswahlern landet... Also im Bundestag müssten die um den Wiedereinzug bangen

  8. 11.

    Fronzek, Sie freut es, wenn der Flügel die Oberhand in der AfD bekommt?
    Gut, bundesweit hat die AfD 14%, minus 60% der AfD-Wähler, die die Truppe gewählt haben... Da ist die Truppe bei ca. 6%, die Überzeugungswahler, auch gut...Meuthen, jetzt wo er zur Mäßigung aufrief, mal sehen, wann man anfängt ihm Feuer zu machen.

  9. 10.

    Curio? Gute Reden gehalten? Es wird Zeit, dass Abgeordnete und Politiker in den Parlamentsdebattten der AfD ihre verleumderischen, hetzend en "Reden", natürlich mit tatsächlich guten Argumenten, mit gleicher Münze zurück geben. Oh,, stelle ich mir dann wieder das Opferrollengejammere vor... Fronzek, wo hat ein Curio mal eine sachgebundene, untermauerte, vor allem auch mit Sachverstand gehalten? Wo hat das überhaupt ein AfD Mensch schon hinbekommen? Mag man über die Linke denken, was man will, aber die haben immer mit Zahlen gearbeitet. Wo hat sich ein AfD Mensch mal zu den tatsächlichen Problemen geäußert? Armut, Mieten, Energiepreise, Löhne? Gesundheit? Flüchtlinge ist kein Thema mehr, zumindest nicht mehr DAS Thema

  10. 9.

    Curio ist ein Nationalist, Rassist und seine Äußerungen haben dazu beigetragen dass die rechtsextreme AfD vom VS beobachtet wird. Wortwörtlich gäbe es „Anhaltspunkte für eine gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerichtete Politik der AfD“.

    Also das was sie "viel beachtete[n] Bundestagsreden" nennen. Es sind auch mitnichten die "Altparteien" die Curio als rechtsextrem einordnen, das ist eine nüchterne, objektive Feststellung. Aus seiner Gesinnung macht Curio keinen Hehl wenn er u.a. behauptet „Masseneinwanderung" heiße auch "Messereinwanderung“.

    Sie wollen also noch keine "Argumente gegen die Thesen von Curio" gehört haben? Ein Blick in die Kriminalstatistiken genügt um Curio als Hetzer und geistigen Brandstifter zu überführen.

    Als glühender Anhänger von Curio haben sie sich endgültig als Rechtsextremer geoutet.

  11. 8.

    Karsten Woldeit geeignet? Geeignet für was? Als Ablösung um endgültig auf die Linie des völkisch-nationalen Flügels zu schwenken? Quo Vadis Berliner AfD? Will man hier auch Faschisten "in der Mitte der Partei" dulden? Stichworte "Bägida" und Heribert Eisenhardt,*

    "Wenn in Berlin etwa fast das Doppelte erreicht wird, wie in den anderen ostdeutschen Bundesländern, wären die Perspektiven besser. " Ihre Träume werden feuchte Träume bleiben.

    * https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-rechte-demo-in-berlin-gericht-naehe-zwischen-afd-und-baergida-allgemein-bekannt/20142724.html

  12. 7.

    Man muss einfach sehen, mit Pazderski tritt die AfD in Berlin auf der Stelle, auch wenn für sich genommen das Ergebnis in Berlin achtbar ist. Aber die ostdeutschen Länder haben gezeigt, dass mehr Luft nach oben vorhanden ist.
    Der auch als Berliner AfD Chef gehandelte Dr. Dr. Curio würde frischen Wind in den Laden bringen, die Altparteien würden noch mehr von "Nazi" jammern und die Wahlbevölkerung kann sich objektiv anhand seiner viel beachteten Bundestagsreden informieren.
    Der Umstand, dass auch Curio von den Altparteien als "rechtsextrem" bezeichnet wird, ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, wo die Altparteien sich Sorgen machen, und Argumente gegen die Thesen von Curio insbesondere in der Migrationspolitik von den Altparteien habe ich bisher nicht gehört.

  13. 6.

    Und weil die AfD so zielsicher in der Findung echter Probleme ist, wie etwa dem Selbstdarstellen als Opfer und Ausgegrenzte, werden sie in Berlin mit oder ohne Pazderski maximal genauso viel zu sagen haben wie jetzt auch: nichts.

    Wo Sie doch beim Thema organisiertes Verbrechen sein wollten (und im blanken Rassismus, inkl. Kriminalisierungen landeten): Rechtsextreme nutzen zur Finanzierung ihrer Netzwerke seit Jahren verstärkt Drogen-, Waffen- und Menschenhandel. Wie hatte sich der "NSU" nochmal finanziert? Das waren und sind nicht nur Terrorist*innen, Mörder*innen, sondern auch Bankräuber*innen? Achja, dann gab es da noch den Weg über illegale Parteispenden. Fehlt nur noch, dass die AfD sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzt und Nazis aus der Partei verbannen möchte. So viele Widersprüche, Hauptsache der Emotionalisierung und Hetze ist kein Abbruch getan.

  14. 5.

    Herr Pazderski hat beim Bundesparteitag der Afd ja auch schon erfahren was passiert wenn man den Flügel kritisiert.

  15. 4.

    Berlin ist kein ostdeutsches Bundesland- die Mehrheit der Einwohner sind aus dem ehemaligen Westen. Vielleicht wählen deswegen hier mehr Bürger demokratische Parteien.

  16. 2.

    Pazderski will erstmal kürzer treten. Das ist sein gutes Recht. Chef der Berliner AfD mit 14 % Abgeordnetenhaus Wahlergebnis ist ein undankbarer Job. Wenn in Berlin etwa fast das Doppelte erreicht wird, wie in den anderen ostdeutschen Bundesländern, wären die Perspektiven besser.
    Von Storch wird wohl in der Bundespolitik bleiben, soweit ich das beurteilen kann, wäre Karsten Woldeit ein geeigneter Nachfolger. Ein Ex-CDU'ler, saß zehn Jahre als Bürgerdeputierter in der BVV in Lichtenberg. Einer seiner Schwerpunkte ist die Bekämpfung der arabischen und libanesischen Clans Kriminalität, eines der drückendsten Probleme in Berlin.

  17. 1.

    Muß Pazderski dem rechtsextremen und völkisch-nationalen Flügel Platz machen? Die Personalien Jeannette Auricht und Karsten Woldeit lassen daran keinen Zweifel. Wurde er bedroht?

    Warum berichtet der rbb von einem angeblichen Mietvertrag, den die rechtsextreme AfD nicht vorweisen kann?

Das könnte Sie auch interessieren