Symbolbild: Ein Berliner Club (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)
Bild: dpa/Sophia Kembowski

Yaam, Tresor, Klunkerkranich & Co. - Weitere Berliner Clubs bekommen Geld für Lärmschutz

Wegen der Beschwerden von Anwohnern über laute Gäste und Musik müssen sich Berliner Clubs immer wieder einschränken. Um den Streit zu schlichten, fördert Berlin seit 2018 den Lärm- und Schallschutz - auch in den kommenden zwei Jahren, und einige neue Clubs.

Damit Anwohner und Clubber friedlich nebeneinander existieren können, sollen Berliner Clubs ihren Lärmschutz ausbauen. Die Berliner Wirtschaftsverwaltung teilte am Sonntag mit, dass im neuen Haushaltsplan wieder Geld dafür vorgesehen ist. "Wir unterstützen auch 2020 und 2021 die Clubszene finanziell und fördern Lärmschutzmaßnahmen, um die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner mit dem Erhalt von Kultureinrichtungen in Einklang zu bringen", schreibt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) in einer Mitteilung.

Das Land Berlin will den Lärmschutz in diesem und nächstem Jahr demnach mit je 500.000 Euro fördern. Seit dem Start des Förderprogramms im November 2018 haben Berliner Clubs 655.000 Euro für Lärmschutz erhalten, hieß es. Darunter waren die Clubs Gretchen, Ipse und SO36 in Kreuzberg sowie die Musikbrauerei in Prenzlauer Berg die ersten.

Schallschutz, Absorber und Lärmschleusen

Insgesamt sind seit dem Start der Förderung [2018.laermschutzfonds.de] 28 Anträge für den Lärmschutz eingegangen: 13 wurden demnach bewilligt, drei wurden abgelehnt oder zurückgezogen, zwölf sind noch in Bearbeitung.

Die Clubs, die positive Bescheide erhielten, sind neben Gretchen, Ipse, SO36 und Musikbrauerei auch das Kater Blau, Tresor, Else, Panda Theater, Yaam, Art Stalker, Golden Gate, Birgit & Bier und Klunkerkranich. Das geht aus einer Liste hervor, die rbb|24 vorliegt. Die Clubbetreiber bauen Schallschutzwände und -türen, Lärmschleusen, Schallabsorber zum Beispiel an Markisen und Deckenverschalungen.

Bis zu 50.000 Lärmschutzgeld pro Club

Ein Club kann eine Fördersumme von bis zu 50.000 Euro bekommen, im Ausnahmefall auch 100.000 Euro. Die Clubs müssen für den Umbau auch selbst einen Teil zahlen.

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9 Kommentare

  1. 9.

    Es lebe die Clubszene und es ist eine super Sache, es diese Förderung für den Lärmschutz gibt.

  2. 8.

    500 € lässt jeder Partytourist in der Stadt, der allgemeine Tourist rd. einen Tausender. Die Umsätze der Clubs sind seit zehn Jahren konstant geblieben. Die Zahl der jährlichen Touristen insgesamt wie auch der aufgerufenen Preis bei Neuvermietungen hat sich in der Zeit verdoppelt.
    Die Clubs waren vielleicht einmal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wowi ist aber auch Geschichte.

  3. 7.

    Es geht ums Geld. Kultur findet ganz leise in geschlossenen Räumen statt. Wer sich selbst als Kulturschaffender lauthals profiliert ist ein Lobbyist, kein Künstler. Techno ist Business. Wer bricht eine Lanze für Trump?

  4. 6.

    Was mich nur wieder aufregt:

    Was, bitteschön, soll denn "friedliches Miteinander mit den Anwohnern" heißen? Schwaben pampern, die es vor 15 Jahren cool fanden direkt in der Szene zu wohnen und die sich nun, nachdem sie gealtert und nicht mehr szenetauglich (oder -begeistert) sind über den "Lärm" beschweren?

    Wer sehenden Auges in ein Szeneviertel oder neben einen Club zieht, der sollte sich nicht beschweren dürfen. Niemals.

  5. 5.

    Ganz schön perfide; der Steuerzahler trägt die Kosten, wenn Clubs gegen bestehende Gesetze verstoßen?

  6. 4.

    Ist Ihnen auch nur annähernd klar was für ein riesiger Wirtschaftsfaktor die Berliner Clubkultur inzwischen ist ?
    Scheinbar nicht, so viele Wirtschaftsfaktoren hat Berlin nicht daher sollten die Kreativszene im Allgemeinen gefördert werden wo es nur geht.
    Das mehr für den Wohnungsnotstand getan werden muss ist natürlich dennoch ohne Frage, nur ist das ein völlig anderes paar Schuhe. Statt sich also über Hedonisten und deren Clubkultur zu brüskieren ärgern sie sich doch lieber Gentrifizierungfragen,

  7. 3.

    Woran machen Sie die soziale Einstellung der Clubbetreiber fest? An den Gehältern? Clubs sind Kür, Pflicht ist Wohnungsbau. Werfen Sie mal eine Blick in die Verfassung.

    Immobilien-Haie wie die DeGeWo haben sich schon früh beklagt, dass ein bestimmter Spekulanten denen zu wenige Grundstücke verkaufen wolle. Die WBM hat Mühe, die politischen Vorgaben für die Mieten einzuhalten, weil Berlins größter Immobilienspekulant überhöhte Forderungen für das Grundstück stellt. Selbst Wohnngsgenossenschaften stoßen in das gleiche Horn über den gleichen Spekulanten, der Grundstücke en mas hortet. Aber die werden Ihnen wohl zu gutbürgerlich sein.

  8. 2.

    Natürlich..... ganz schnell hat hier einer der "üblichen Verdächtigen", der liebe Herr Neumann, sofort wieder sein Veto eingelegt. Immer diese bösen Hedonisten, die die Stadt kaputt machen. Und diese Clubbetreiber, sind ja leider alle nicht so sozial eingestellt wie die wunderbar strahlenden Immobilien-Haie und Grund-Spekulanten... Die würden ja so segensreiche Dinge wie Share-Deals, Gewinnmaximierungen, Ignorieren von Denkmalschutz u.s.w. für ihre Luxushöhlen nie in Anspruch nehmen.
    Um nicht vom Thema abzulenken: Danke Senat für die Unterstützung des Berliner Herzschlages, der Clubkultur. Die im Großen u. Ganzen ja überschaubare Summe hilft ein wenig zum Schutz wichtiger Institutionen. Fehlen nur noch gesetztgeberische Maßnahmen zum Absichern der Bestände! Auf jeden Fall der richtige Weg!

  9. 1.

    Wenn Lompscher sich doch nur halb so erfolgreich für den Wohnungsbau engagiere würde wie ihr Parteigenosse Lederer sich um die hedonistische Spaßgesellschaft sorgt.

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