Anwohner protestieren in der Bernhard-Bästlein-Straße in Berlin-Lichtenberg gegen den geplanten Bau einer Ersatzschule, weil dafür Bäume gefällt werden müssten. (Quelle: rbb/Abendschau)
Video: rbb24 | 17.01.2019 | Karsten Zummack | Bild: rbb

Berlin-Lichtenberg - Anwohner wehren sich gegen Baumfällung für Schulcontainer

Der Senat steckt Milliarden in die Sanierung maroder Schulen. Längst überfällig, da sind sich alle Berliner einig. Problematisch wird es, wenn Ausweichquartiere für Schüler geschaffen werden müssen. In Lichtenberg sollen Bäume für die Bauten weichen. Anwohner protestieren.

Anwohner in Lichtenberg protestieren gegen Pläne des Bezirks, im Ortsteil Fennpfuhl einen Container-Schulkomplex zu errichten. Der Bau soll vorübergehend Schüler jener Gebäude beherbergen, die im Rahmen eines Senatsprogramms umfangreich saniert werden.

Für die Container, in denen eines Tages 500 Kinder und Jugendliche ihren Unterricht haben sollen, müssen Bäume weichen. Gebaut werden soll auf dem begrünten Innenhof der Landsberger Allee 200-226. Die angedachte Fläche umfasst die Größe zweier Fußballfelder.

Mahnwache einer Interessengemeinschaft

Die Ausweichschule soll über die nächsten 15 Jahre wechselnd Schüler jener Schulen unterbringen, in denen umfangreich saniert wird. Insgesamt sind das im Bezirk Lichtenberg 13. Wegen der wechselnden Schülerschaften auf Zeit, werden solche Containerkomplexe auch als "Drehscheibenschulen" bezeichnet.

Am Freitag versammelten sich mehrere Anwohner in der ebenfalls vom Bau betroffenen Bernhard-Bästlein-Straße zu einer Mahnwache und demonstrierten mit Transparenten wie "Ohne Bäume, keine Träume!" Organisiert wird der Protest von der "Interessengemeinschaft Drehscheibe", die sich den Namen in Anlehnung an den Zweck der angedachten Containerschule gegeben hat.

Viele Mitglieder der Interessengemeinschaft wohnen in einem angrenzenden elfstöckigen Wohnhaus und befürchten auch zusätzlichen Lärm. In der Nachbarschaft steht bereits die Hans-Rosenthal-Schule, außerdem verläuft ganz in der Nähe die sechsspurige Landsberger Allee.

Entscheidung in der BVV steht noch aus

Das Rathaus Lichtenberg verteidigte auf rbb-Anfrage das Vorhaben. "Das Bezirksamt Lichtenberg ist sich der zusätzlichen Belastungen für die Nachbarschaft sehr wohl bewusst, aber die Prüfung alternativer Schulstandorte hat kein anderes Ergebnis zugelassen. Die Maßnahme wird schonend umgesetzt." Endgültig über das Bauvorhaben entscheiden wird am Donnerstag die Bezirksverordnetenversammlung. Die Anwohner wollen dann vor dem Sitzungsaal erneut demonstrieren.

Der rot-rot-grüne Senat will in den nächsten zehn Jahren 5,5 Milliarden in Neubauten und die Sanierung der Schulen stecken. Insgesamt sollen 60 neue Schulen entstehen sowie rund 720 Gebäude hergerichtet werden. In Lichtenberg weisen laut Senat 13 Schulen einen hohen Sanierungsbedarf auf. Während der Sanierungsarbeiten, die mehrere Jahre beanspruchen werden, wird ein Ausweichbau benötigt.

Sendung: rbb24, 17.01.2020, 21:45 Uhr  

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8 Kommentare

  1. 8.

    Genau, da eine Schule hinstellen wo schon mal eine stand. Anschlüsse für Strom und Wasser etc sollten noch da sein. Oder? Das Gleiche gilt für den Wohnungsbau. In den 90 zigern wurde abgerissen und nun fehlen Wohnungen? Alter Bauarbeiterspruch : wir bauen auf und reisen nieder und Arbeit haben wir immer wieder. Satire Ende!

  2. 7.

    Nächste Frage......warum "Stand"? Das ist doch das Problem in den ehemaligen Ostbezirken! Abriss und Umwidmung! Die Wohngebiete waren so angelegt, dass genug Kita- und Schulplätze da waren. Bis eine neue "Macht" das aus einer tiefsitzenden Arroganz und Dekadenz heraus geändert hat, mit dem starken Willen zu beweisen: Wir können das besser! Was haben wir jetzt in Berlin? Ein völlig vermurkstes Schulsystem, kaputte Schulen miese Leistungen! Verantwortlich dafür, alle Regierungsparteien in Berlin, seit 1990. Den Rahmen setzt der Bund, mit seinem widersinnigen Festhalten an der Förderalität, im deutschen Schulsystem! (Auch in anderen Bereiche ist es an der Zeit, diesen von den Alliierten etablierten Mist, zu beenden. Einziges Ziel ist es, wie in den Jahrhunderten zu vor von Frankreich forciert, Deutschland auszubremsen!)

  3. 6.

    Nächste Frage......warum "Stand"? Das ist doch das Problem in den ehemaligen Ostbezirken! Abriss und Umwidmung! Die Wohngebiete waren so angelegt, dass genug Kita- und Schulplätze da waren. Bis eine neue "Macht" das aus einer tiefsitzenden Arroganz und Dekadenz heraus geändert hat, mit dem starken Willen zu beweisen: Wir können das besser! Was haben wir jetzt in Berlin? Ein völlig vermurkstes Schulsystem, kaputte Schulen miese Leistungen! Verantwortlich dafür, alle Regierungsparteien in Berlin, seit 1990. Den Rahmen setzt der Bund, mit seinem widersinnigen Festhalten an der Förderalität, im deutschen Schulsystem! (Auch in anderen Bereiche ist es an der Zeit, diesen von den Alliierten etablierten Mist, zu beenden. Einziges Ziel ist es, wie in den Jahrhunderten zu vor von Frankreich forciert, Deutschland auszubremsen!)

  4. 5.

    Frage : Warum nimmt man nicht die Fläche nebenan , wo zur DDR Zeit die 36. POS Alfred Kurella stand und
    jetzt total verwildert.Ich war Schüler in dieser Schule von 1979 - 1990.Das verstehe wer will.

  5. 4.

    Wer Bäume will muss in naher Zukunft raus aus Berlin. Da hat die Politik gepennt und den Zuzug vergessen zu begrenzen. Berlin ist voll und das wird noch schlimmer. Das wird bald eine Betonwüste sein da kann sich das alte Marzahn, Grophiusstadt, Halle Neustadt und Neu Brandenburg zusammen hinter verstecken... Vielleicht gibt es dann ein paar künstliche Bäume aller Singapur... Ich glaube hier sollte man kapitulieren und seine Stadt verlassen, ist eh nicht mehr so schön wie Früher.

  6. 2.

    Am Elsterwerdaer Platz in Biesdorf könnten schon längst die Bagger loslegen. Besser geht ein Schulstandort nicht, da es top angebunden ist und niemanden stören würde. Aber es passiert leider nichts, obwohl der Standort schon seit Jahren als Schulstandort ausgewiesen ist.

  7. 1.

    Schulstreik nicht nur freitags, sondern an fünf Tagen. Dann können die Bäume stehen bleiben.

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