Protest vor der australischen Botschaft in Berlin gegen die australische Klimapolitik
Video: rbb|24 | 10.01.2019 | Material Mittagsmagazin, Abendschau | Bild: rbb

Fridays for Future und Extinction Rebellion - Klimaaktivisten demonstrieren vor australischer Botschaft

Wegen der verheerenden Buschbrände haben Klimaaktivisten in Berlin vor der australischen Botschaft gegen die Politik in Down Under demonstriert. Bundesweite Proteste gegen Siemens wegen Zulieferungen für ein Kohlebergwerk in Australien zeigen offenbar Wirkung.

Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben am Freitag vor der australischen Botschaft in Berlin gegen die nach eigenen Angaben "fahrlässige Politik" des australischen Ministerpräsidenten Scott Morrison demonstriert. Sie folgen damit einem Aufruf von Extinction Rebellion Australien zu weltweiten Protesten vor den Botschaften des Landes.

Außerdem solidarisierten sich die Berliner Demonstranten mit den Aktivisten der Klimabewegung Fridays for Future (FFF), die in mehreren deutschen Städten vor Siemens-Büros gegen eine Lieferung des Konzerns für ein Bergbauprojekt in Australien demonstriert haben.

Protest vor der australischen Botschaft in Berlin gegen die australische Klimapolitik
| Bild: rbb

Siemens-Chef bietet Aktivistin Sitz in Aufsichtsrat an

Am Hauptsitz des Siemens-Konzerns in München übergaben Aktivisten am Freitag nach eigenen Angaben 57.000 Unterschriften einer Petition gegen das Projekt. Begleitet wurde die Übergabe von mehreren hundert Demonstranten. Nach Polizeiangaben verlief die Aktion friedlich.

Parallel zu den Demonstrationen traf sich Siemens-Chef Joe Kaeser in Berlin mit Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer. Nach dem Gespräch sagte Kaeser, Siemens wolle angesichts der Proteste bis Montag entscheiden, ob der Auftrag zur Lieferung einer Zugsignalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien ausgeführt wird.

Es gebe unterschiedliche Interessenlagen, von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft, sagte Kaeser. Siemens müsse früher erkennen, wenn sich der Konzern an kritischen Projekten beteilige. Kaeser sagte zudem, er habe Neubauer in einem Aufsichtsgremium der neuen Gesellschaft Siemens Energy einen Sitz angeboten. "Ich möchte, dass die Jugend sich aktiv beteiligen kann." Er unterstütze Fridays for Future.

Der Konzern steht wegen des Auftrags seit längerem in der Kritik. Im Dezember hatte Siemens-Chef Kaeser angekündigt, ihn auf den Prüfstand zu stellen.

Buschfeuer wüten seit September

Die Buschfeuer im Südosten Australiens wüten bereits seit September. Mehr als zehn Millionen Hektar Land sind inzwischen verbrannt, mindestens 26 Menschen kamen ums Leben, tausende mussten ihr Zuhause verlassen, mehr als 2.000 Häuser wurden durch die Flammen zerstört.

Besonders dramatisch sind die Brände auch für die Wildtiere. Mehr als eine Milliarde sind laut der Umweltschutzorganisation WWF bereits gestorben - Frösche, Fledermäuse und Insekten nicht mitgezählt.

Angefacht werden die Brände von großer Dürre und massiver Hitze. 2019 war nach jüngsten Behördenangaben das heißeste und trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen.

Sendung: Abendschau, 10.01.2020, 19:30 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.

    Das will doch keiner dieser"Aktivisten" hören. Da wird doch eher und mit Leidenschaft, der Oberlehrer heraus gekehrt und da nun Deutschland denen zu klein wird und der Größenwahn zunimmt, geht es jetzt um die ganze Welt. Australien ist nur der Anfang. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

  2. 18.

    Die Bundesregierung unterschreibt in Paris das Klimaabkommen zur radikalen Reduktion der Treibhausgase und fast alle machen weiter, als ob nichts gewesen wäre - bis zum bitteren Ende. Es ist höchste Zeit, die Kurve zu kriegen...

  3. 17.

    Siemens macht wie erwartet weiter..während Luisa weiter die Welt rettet.
    Beiden viel Glück

  4. 16.

    Denkste! Siemens wird den Auftrag durchziehen, weil die sonst nirgends auf der Welt jemals mehr einen Auftrag bekommen würden. Die Welt ist eben kein grüner Ponyhof.

  5. 15.

    In Spanien und Portugal gibt es auch jedes Jahr verherede Feuer, damit dort riesige Zeltplantagen entstehen und damit auch in Deutschland, auch "Bio", jederzeit Obst und Gemüse, in Übermaß, preiswert zur Verfügung stehen.
    Und weltweit werden Feuer gelegt, wie z. B. in Brasilien und Indonesien, für Palmöl.
    Guten Appetit, beim Nutellabrötchen morgens, der Pizza, mittags, oder der Ramaschnitte abends. Überall ist das "Dreckszeug" drin, nicht nur im Kraftstoff, Ihr Klimaretter!

  6. 13.

    Ich empfehle einen schnellen Einsatz in Grünheide. Da wird gerade etwas gemacht, wessen sich FFF und ER doch auch entgegenstellen müssten: das Abholzen von 300 Hektar Wald und die Vernichtung von Fauna und Flora für ein angebliches Zukunftsprojekt.
    Ich vermisse die Proteste dort, nicht nur vor der australischen Botschaft.

  7. 12.

    Die Mehrheit der Klimaaktivisten, die nicht mehr in der Schule sind, haben auch einen Job. So wie ich zum Beispiel.

  8. 11.

    Erstens ist "macht es dann halt ein andrer" ein dummes Argument wenn es um moralisches Handeln geht, zweitens liefert ein andrer dann vielleicht zu einem höheren Preis und schmälert so etwas den Profit beim Raubbau an der Zukunft.

  9. 9.

    Wie mächtig Fridays for Future geworden ist, sieht man an diesem Angebot für einen Aufsichtsratsposten. Ein verzweifelter Versuch von Siemens, den Protest mundtot zu machen. Joe Kaeser hat FFF kein bisschen verstanden, wenn er sowas ernsthaft anbietet.

    Siemens wird den Vertrag kündigen. Alles andere wäre kolossal dumm. Der Imageverlust für Siemens wäre gigatisch und der Protest würde zudem nicht aufhören, sondern Siemens nicht nur diese 20 Mio. an Peanuts kosten, sondern Unsummen.

  10. 8.

    Mhhhh, ich habe einen Job und zahle Steuern. Zugegeben...nicht mit der Zerstörung der Umwelt.
    Um der Kohlelobby in den Hintern zu treten nehmen ich auch gern mal Urlaub.

  11. 7.

    Jobs bei Siemens? Von dem was ich hier in Berlin so gehört habe, auch Fachkräfte z.B. als Dauerleiharbeiter, zwar mit Branchenzuschlag, aber nach 18 Monaten entlassen (also eigentlich Gegenteil dessen was die Politik mit dem Gesetz bzg. 18 Monaten Leiharbeit bezwecken wollte). Und dann sitzt man da und soll sich freuen wenn neues Arbeitsangebot, auch wenn nun ohne Zuschlag und für unter 10 Euro die Stunde, bzw. gibt es Sanktion wenn man sich darüber nicht freut (während Politiker, welche Dividenden von solchen Firmen haben, Geld anscheinend zum Selbstzweck ernannt haben).

    Dabei ist insbesondere in solchen Zuständen zwar sicherlich verständlich wenn man wählerisch sein als Luxus sieht - ich selber würde bei einem fairen Arbeitsangebot sogar nach Nordkorea ziehen. Aber man hilft sich den Dingen nicht wirklich, wenn man kostenfrei Lobby für die Unternehmen macht, welche Arbeitskräfte als Konsumartikel zu sehen scheinen.

  12. 6.

    Wie die Typen von Rebellion Extinction nerven! Informieren die sich vorher auch, bevor sie den Mund aufmachen?

  13. 5.

    Es ist einfach nur billig, alles auf die Klimaveränderungen schieben zu wollen. 1974 zu 1975 gab es dort noch wesentlich verheerendere Buschbrände. Gerade in den letzten Jahren wurde es meines Erachtens massiv versäumt, vorbeugend Waldpflege zu betreiben und Totholz vorbeugend zu entnehmen bzw. abzubrennen. Das rächt sich jetzt, genau so wie in den letzten Jahren in Griechenland, ganz ganz bitter. Der Klimawandel begünstigt ohne Frage hohe Temperaturen und damit Trockenheit. Das kann es erschweren, Brände zu löschen, weil sie sich schneller ausbreiten. Ursache für Waldbrände ist das aber trotzdem nicht und man muss dem um so konsequenter im Vorhinein entgegen wirken. Australien zeigt damit bei aller Tragik eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich auf den Klimawandel einzustellen und nicht darauf zu hoffen, mit weniger CO2 würde alles wieder gut!

  14. 4.

    Warum fliegen sie nicht nach Australien und helfen löschen?

  15. 3.

    Sie werden überrascht sein: viele Klimaktivist*innen haben bereits einen Job. Zum Beispiel ich. Ich zahle ziemlich lange schon Steuern (die auch für Militärausgaben und Entschädigungen bedauernswerter Energieunternehmen missbraucht werden). Was ist ihr Argumentationsziel?

  16. 2.

    Wenn Siemens nicht die Steuertechnick für die Bahn liefert, liefert sie ein anderer...Öko-Effekt gleich Null.
    Die Aussis steigern ihre Kohleförderung (u.a.für Indien & Indonesien) weiterhin und führen die deutschen Bemühungen ad absurdum.

  17. 1.

    Ich hoffe das all die umweltaktivisten Irgendwann eine Job haben wollen der auch dafür reicht ihr Leben und ihre Rente zu erwirtschaften. Das was passieren muss ok bin ich bei allem dabei aber zb Siemens unter Druck zu setzten für VW die Lieferung von Signalen nur weil es für eine kohlebahn ist ??? Dann liefert halt ein anderer zb Thalys aber bei Siemens werden Jobs gefährdet! Sorry aber das ist langsam nicht mehr schön was hier passiert!

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