Archivbild Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg (Quelle: imago images/Christian Mang)
Video: rbb24 | 30.01.2020 | Bild: imago images/Christian Mang

Berlin-Kreuzberg - Dragoner-Areal soll 16-stöckiges Hochhaus bekommen

Für die künftige Gestaltung des fünf Hektar großen Dragoner-Areals in Berlin-Kreuzberg liegt ein finaler Entwurf vor. Reithallen und Remisen sollen erhalten bleiben, 500 Wohnungen entstehen - und ein 16-Stöcker soll gebaut werden.

Für die geplante Bebauung des Dragoner-Areals in Berlin-Kreuzberg liegt der finale Entwurf vor. Demnach soll dort ein 16-geschossiges Hochhaus entstehen, bestätigte Alexander Matthes vom zuständigen Bezirksamt rbb|24 am Donnerstag. Darin und in weiteren Gebäuden sind 500 Wohnungen vorgesehen. Es soll auch Platz für Gewerbe und Verwaltung im sogenannten Rathausblock geben.

Das sieht der Architektenentwurf vor, den eine Jury nach Angaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte am Mittwochabend als Grundlage für den Bebauungsplan auswählte. Mit dem Entwurf habe man "eine belastbare, robuste Konzeption ausgewählt", so der Vorsitzende der Jury, Rudolf Scheuvens.

Der Wohnturm

Detail aus Planungen für das Dragoner-Areal: Der geplante Wohnturm. (Quelle: Planungsgemeinschaft SMAQ)
| Bild: Planungsgemeinschaft SMAQ

Reithallen und Remisen sollen erhalten bleiben

Eigenständig erhalten bleiben sollen denkmalgeschützte Gebäude wie Reithallen und Remisen auf dem früheren Kasernengelände. So sieht es der ausgewählte Entwurf der Planungsgemeinschaft SMAQ Architektur und Stadt, Man Made Land und Barbara Schindler vor.

Das knapp fünf Hektar große Dragoner-Areal in bester Lage gehört zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten Berlins. 2015 wollte es der Bund für 36 Millionen Euro - den damals dreifachen Verkehrswert - an einen privaten Investor verkaufen. Auf Druck des Landes stoppte der Finanzausschuss im Bundesrat jedoch das Geschäft. Anschließend gab es juristische Auseinandersetzungen mit dem Investor, schließlich konnte Berlin das Grundstück im vergangenen Sommer vom Bund übernehmen. Im November 2019 waren nach einem monatelangem Abstimmungsprozess zwischen Anwohnern, Gewerbetreibenden, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern drei städtebauliche Konzepte für das Gebiet vorgestellt worden.

Einst waren hier berittene Soldaten stationiert

Der Name Dragoner-Areal leitet sich von der früheren militärischen Nutzung des Geländes ab. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren dort Dragoner-Regimenter stationiert, also berittene Soldaten.

Heute befinden sich auf dem Gelände Firmen, ein Biomarkt, Gastronomie- und Handwerksbetriebe. Der empfohlene Entwurf arbeite die historische Differenz zwischen der ehemaligen Kasernenanlage und der gründerzeitlichen Blockrandbebauung heraus und schaffe gleichzeitig ein neues Stadtquartier, hieß es in einer Pressemitteilung der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte.

Archivbild: Das sogenannte Dragoner-Areal ist am Mehringdamm in Berlin zusehen. (Quelle: dpa/R. Jensen)

Sendung:  Abendschau, 30.01.2020, 19:30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Wieso pendeln? Statt dass Architekten sich noch schönere Betonklötze ausdenken, sollten vernünftige Stadtplaner eingestellt werden. Es werden vernünftige ÖPNV-Verbindungen hergestellt und es sollen neue Zentren um Berlin entstehen. Vielleicht könnte die ein oder andere Oper in ein neues Zentrum ziehen. Siedelt Künstler und Kitas dort an, die Firmen kommen bestimmt hinterher.

  2. 8.

    Mich interessiert wer die Wohnungen bekommen wird. Wenn allein für eine Einzelne Freiwerdende in dem Bereich schon nur 500 Bewerber kommen. Auch scheint mir die Architektur einfallslos, nix was der Bedeutung des Quartiers angemessen ist. Es wird mit Sicherheit wieder so ein "Getto" werden, wie die in den letzten 60 Jahren errichteten Großprojekte in Ost und West. Ganster und Rapper haben wir doch Nun genügend.
    Wird spannend!
    Was wird anders sein bei den "bezahlbaren WE" werden diese Quwersubventioniert oder die Ausstattung "einfacher". Beides wäre Augenwischerei!

  3. 7.

    Pendeln aus dem Umland macht aggressiv. Einfach mal einen Blick rüber nach Amerika werfen, wie toll das da mit dem urban sprawl funktioniert. Die Leute sitzen jeden Tag zwei Stunden im pro Weg im Auto um ins Büro zu kommen.

  4. 6.

    Wer will denn Wälder und Parks bebauen?

    Oder bezeichnen Sie jedes verwilderte Grundstück und jeden mit "Abstandsgrün" garnierten großen Parkplatz als "Park"?

  5. 4.

    Seit wann darf Berlin in der Breite wachsen? Falkensee ist ja quasi schon "eingemeindet", aber dennoch klar getrennt von der Berliner Verwaltung. Was an sich nichts Schlechtes ist.

  6. 3.

    500 Wohnungen, fragt sich nur, wieviele von denen
    preisgebunden sein werden.

  7. 1.

    Es ist gut, das in dieser Stadt endlich in die Höhe gebaut wird. Da wir nicht zur Seite können, müssen wir ja zwangsläufig nach oben. Dadurch bleiben auch Wälder und Parks erhalten. Mich freut's.

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