Bernd Riexinger (l-r) und Katja Kipping, Vorsitzende der Partei Die Linke, Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzende Die Linke, und Petra Pau (Die Linke), Vizepräsidentin des Bundestags, nehmen am stillen Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht anlässlich des 101. Jahrestages der Ermordung auf der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde teil. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Gedenkdemo in Berlin - Linke erinnert an Luxemburg und Liebknecht

Vor 101 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin erschossen. Die Linke hat der Kommunistenführer am Sonntag auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde gedacht. Hunderte Menschen nahmen teil, darunter viel Partei-Prominenz.

Anlässlich des 101. Jahrestags der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht hat die Linke in Berlin an die beiden Kommunistenführer erinnert. 

An der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde versammelten sich nach Angaben der Partei am Sonntagmorgen zunächst rund 600 Menschen. Ein Sprecher rechnete mit weiterem Zulauf. 

Zum stillen Gedenken kamen unter anderem die Bundesvorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger, die Fraktionsvorsitzenden Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch sowie Hans Modrow als Vorsitzender des Ältestenrates. Die Themen von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht seien heute aktueller denn je, sagte Linke-Sprecher Marcus Boës. Es gehe um "soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, das Einstehen gegen Rassismus und aktive Friedenspolitik".

Anfang Januar 1919 hatte ein Revolutionsausschuss unter Liebknecht, der mit Luxemburg zu den Gründern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) gehörte, die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert für abgesetzt erklärt. Es gab Massendemonstrationen. Der "Spartakusaufstand" wurde niedergeschlagen, Luxemburg und Liebknecht tauchten unter, wurden jedoch entdeckt. Rechtsgerichtete Freikorps-Soldaten erschossen die beiden am 15. Januar 1919 in Berlin.

Kritik von Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Parallel zur Gedenkveranstaltung zog die alljährliche Liebknecht-Luxemburg-Demonstration vom U-Bahnhof Frankfurter Tor zur Gedenkstätte. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnerte zur Demonstration an die Opfer kommunistischer Gewaltherrscher.

"Millionen Menschen wurden im Namen des Kommunismus verfolgt, entrechtet und ermordet", sagte Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung. Wer sich heute noch mit Plakaten zu Stalin, Lenin oder Mao bekenne, der zeige "historische Blindheit". Die Berliner Polizei sprach zunächst von einem ruhigen Verlauf der Demonstration.

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Sendung: Abendschau, 12.01.2020, 19:30 Uhr

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