Katrin Lompscher (Die Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen am 31. Januar 20202 in Berlin (Quelle: DPA/Jörg Carstensen)
Audio: Inforadio | 31.01.2020 | Thorsten Gabriel | Bild: DPA/Jörg Carstensen

Lompscher zu landeseigenen Gesellschaften - Land Berlin baut 4.500 neue Wohnungen in einem Jahr

Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften haben 2019 deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt als in den Jahren zuvor. Die Zielvorgabe haben sie jedoch verpasst. Ein neues Quartier auf dem Flughafen Tegel könnte hingegen größer ausfallen als bisher geplant.

Die sechs landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften haben im vergangenen Jahr rund 4.500 Wohnungen gebaut. Das teilte die Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke), auf ihrer Jahrespressekonferenz am Freitag mit.

Damit liegen die landeseigenen Gesellschaften zwar hinter der Zielvorgabe von 5.000 angepeilten neuen Wohnungen, dennoch handelt es sich um einen starken Anstieg. Im Vergleich zum Jahr des rot-rot-grünen Regierungsantritts 2016 hat sich die Zahl der landeseigenen Neubauwohnungen verdreifacht.

Laut der Stadtentwicklungssenatorin ist der Neubau nun in Schwung gekommen. Lompscher geht davon aus, dass bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2021 24.000 Wohnungen von den landeseigenen Gesellschaften geschaffen werden konnten. Damit würde das Ziel der Koalition um 6.000 Wohnungen verfehlt. Gleichzeitig befänden sich dann aber weitere 34.000 neue Wohnungen im Bau, so Lompscher.

Neues Quartier auf dem Flughafen Tegel könnte größer werden

Lompscher äußerte sich auch zu dem geplanten klimaneutralen Schumacher Quartier, das nach der Schließung des Flughafens Tegel entstehen soll. Die bisherigen Planungen für das sozialökologische Modellquartier am Kurt-Schumacher-Platz gingen von 5.000 Wohnungen in Holzbauweise aus. Sie sei sich relativ sicher, dass es mehr sein werden, sagte die Senatorin am Freitag. Dabei hänge viel davon ab, welche Wohnungen tatsächlich gebaut werden. Für einen normalen Wohnungsmix gerechnet sei eine Erhöhung um bis zu 1.000 absolut realistisch, so Lompscher. Auch Studentenwohnungen soll es in dem neuen Stadtviertel geben.

Es werde das größte Wohnungsbauvorhaben des Landes Berlin sein, erklärte die Senatorin. Die Senatsverwaltung gehe zudem davon aus, dass es beim 8. November als Termin für die Schließung des Flughafens Tegel bleibe. Baustart für die Erschließung des Geländes soll 2021 sein. Insgesamt ist Lompscher zufolge mit einer Bauzeit von zehn bis 15 Jahren für das Schumacher Quartier zu rechnen.

Sendung: Inforadio, 31.01.2020, 15.00 Uhr

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34 Kommentare

  1. 34.

    "Das Tafelsilber waren nicht die Wohnungen, auch wenn das nicht zu der Ideologie passt, die Sie hier unter verschiedenen Namen immer wieder verbreiten. "

    Die Wohnungsbestände gehörten mit zum Tafelsilber, ich habe nie behauptet dass nur die Wohnungsbestände das Tafelsilber waren.

    Sie verbreiten hier Ideologien! Unter wievielen Namen weiß ich nicht, dafür aber faktenfrei. Der Leerstand war nicht der Grund für den Verkauf, die Schulden der landeseigenen WBG schon. Aus bekannten Gründen fand im ehemaligen Osten eine immense Abwanderung statt und der Sanierungsstau war gerade im Osten enorm.

    Aber das verschweigen sie mal wieder absichtlich. Ihre Sockenpuppen und Claqueure auch.

  2. 33.

    Ich muß ihnen recht geben, ihre extrem rechte und neoliberale Ideologie kann man tatsächlich nicht mit Argumenten durchdringen. Aber das ist ja nichts Neues.

    Also dass ich ihnen mal vollumfänglich recht geben muß... Chapeau!

  3. 31.

    "Landesbank weg, Geld geblieben" fasst sogar Neues Deutschland die Bilanz des Bankenskandals einprägsam zusammen. Das Tafelsilber waren nicht die Wohnungen, auch wenn das nicht zu der Ideologie passt, die Sie hier unter verschiedenen Namen immer wieder verbreiten.

    Ich hatte Sie bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der Verkauf der Wohnungen durch RR mit einer Katrin Lompscher im Senat andere Gründe hatte.
    Gerade die Großsiedlungen standen leer. In der High-Deck-Siedlung und im MV lag der z.B. bei 15%. Anfang der 1990er hatte Marzahn-Hellersdorf 310.000 Einwohner gehabt, 2004/05 nur noch 242.000. Dazu kam bei den LWU ein Schuldenberg von über 10 Mrd. € bei gleichzeitig vielen anstehenden Grundsanierungen. Daran ändert auch Ihr Bauchgefühl, was Sie immer wieder und mittlerweile wider besseren Wissens als Fakt ausgeben, nichts.

  4. 30.

    Nein, müssen sie nicht. Ich habe ihre Nebelkerzen auch schon beim ersten Mal durchschaut. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Lust auf ihre ganzen Versuche die Milliardenpleite um ein paar Milliönchen schönzurechnen einzusteigen.

    Fakt bleibt, aufgrund der Milliardenpleite mußte Berlin das Tafelsilber auch noch weit unter Marktwert verscherbeln. Falls sie es schon wieder vergessen haben, der Ausgangspunkt war, wieder einmal, Verdrehungen durch Auslassung.

    "Es war ein cDU Senat unter Diepgen und seine graue Eminenz Landowsky die Berlin in eine Milliardenpleite getrieben haben. Ebenso wie "Alfred Neumann" verschweigen sie nämlich warum Berlin sein Tafelsilber verscheuern mußte"

    PUNKT

  5. 29.

    Muss ich Ihnen erneut den Unterschied zwischen Risiken und tatsächlichen Zahlungen erklären? Das hatte wir doch schon mal.

    Haben Sie mal auf das Jahr des von Ihnen verlinkten Tagesspiegel-Artikels geschaut?
    2011!
    Was daraus geworden ist, findet man in dem von Ihnen verlinkten Wikipedia-Artikel, alternativ auch beim Tagesspiegel:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/finanzen-bankenskandal-endet-mit-schwarzer-null/23628878.html

    Wo findet man die 1 1/2 Mrd. € aus dem Bankenskandal im zweiten Diagramm angesichts von in der Spitze 62 Mrd. Schulden wieder?
    https://www.berlin.de/sen/finanzen/haushalt/haushaltsueberwachung/schuldentilgung/artikel.475316.php

  6. 28.

    Immer diese extrem einfältigen China Vergleiche. Auch hier schafft man Containerdörfer in 2 Wochen. Aber sie können uns ja mal verraten wo sie wohnen.

    In China wären sie ohne Entschädigung schneller von ihrem Grundstück vertrieben wie sie den Unsinn hier schreiben konnten.

  7. 27.

    "Der Bankenskandal war da nur ein kleines Geldgrab".

    Ach, die berühmt-berüchtigten Kopperschen Erdnüsse? Klar, so ein paar Milliarden sind Peanuts.

    "Eine genaue Schadensbilanz des Berliner Bankenskandals steht noch aus: Möglich wird sie erst, wenn der letzte Risikofonds 2030 ausläuft oder wenn die Anlage-Immobilien verkauft werden".

    "Die erste Zahl, die Grauen erregte, wurde im März 2002 in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes im Abgeordnetenhaus veröffentlicht: 35,34 Milliarden Euro. Das war die maximal denkbare Summe aller Finanzrisiken, die der landeseigene Bankkonzern binnen weniger Jahre verursacht hatte. Verursacht durch geschlossene Immobilienfonds mit luxuriösen Renditezusagen. Gleichzeitig lastete auf diesem Grundvermögen eine milliardenschwere Schuldenlast".

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/milliarden-verbrannt-die-kosten-belasten-berlin-noch-heute/3809386.html

  8. 26.

    Eigentor? Wieso? Weil ich die Wikipedia-Artikel sorgfältiger lese und nicht nur die Überschriften? Vergl. #12

    Neben dem Trainer gehören auch mindestens drei Spieler ausgetauscht.

  9. 25.

    Ha ha, 4500 Wohnungen in einem Jahr. In anderen Regionen werden zwei Krankenhäuser in zwei Wochen gebaut...

  10. 24.

    Die Krieger Wohnungen in Pankow könnten längst vermietet sein, wenn dieser Senat kompetent wäre und nicht alles verhinderte

    90er und jetzt zu vergleichen bringt gar nichts. Diesen Zuzugswahn gab es da noch gar nicht Bis 1990 rum gab es nur um die 2 Mio Berliner und jetzt steuern wir auch die 4 Mio zu. In den 90er wurde man noch mit Berlinzulage hergelokt.
    Die Politik muss endlich aufwachen und den ungebremsten Zuzug unterbinden statt an den Symptomen herumzudoktern.
    In Berlin passt nichts mehr von Kitas, Schulen über ÖPNV, Wohnungen, Ärzte, Behörden, Verkehr, Freiflächen... alles Opfer der Massen.

  11. 23.

    Und, wer war in den 90ern, als dies alles geschah, an der Macht? Also so richtig, nicht nur mitregierend, Ede und Co. , gell?
    Eigentor, würd ich sagen!

  12. 22.

    Die sich gerne fremdschämenden Berliner und Markus fallen durch eine ähnliche Schreibweise von Parteien auf. Die verkennen aber auch ebenso gerne immer wieder die Realität beim Bankenskandal und haben ebenfalls keinen Überblick, wie hoch die Schulden Berlins sind:
    "Voraussichtlich 2020 kann die Riskioabschirmung aufgehoben werden. Bis 2018 sind 7 Mrd. € an finanziellen Mitteln abgeflossen, weitere werden mutmaßlich nicht benötigt. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von 5,5 Mrd €. Am Ende könnte sogar ein kleiner Überschuss entstehen[5]."
    https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Bankenskandal#Auswirkungen_auf_die_Finanzlage_des_Landes_Berlin

    Berlin hatte angesichts von Wachstumsprognosen nach der Wiedervereinigung viel investiert - s. Wasserstadt Spandau - und es versäumt, die aufgeblähte Verwaltung zu modernisieren.
    Das Bundesverfassungsgericht hat einige weitere Ansätze geliefert, warum Berlin pleite war. Der Bankenskandal war da nur ein kleines Geldgrab.

  13. 21.

    "Sie verkennen die eigentlichen Realitäten !"

    Und sie verschweigen Realitäten! Es war ein cDU Senat unter Diepgen und seine graue Eminenz Landowsky die Berlin in eine Milliardenpleite getrieben haben. Ebenso wie "Alfred Neumann" verschweigen sie nämlich warum Berlin sein Tafelsilber verscheuern mußte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Bankenskandal

  14. 20.

    Die Menschen werden aber nicht durch die Wohnungen angezogen sondern weil sie in Berlin ihr Auskommen haben, sprich durch Arbeitsplätze. Wenn die Berliner Wirtschaft wächst, dann entsteht daraus unmittelbar ein Wohnungsbedarf, den die Stadt aktuell nicht decken kann. Also müssen viele pendeln, was neue Probleme verursacht und die Mieten im Speckgürtel hoch treibt. Berlin braucht also die neuen Wohnungen dringender denn je und es ist nichts schlechtes daran zu erkennen. Nur die Berliner müssen sich endlich mal wieder damit anfreunden, dass sie in einer Metropole leben und nicht auf dem Dorf oder in einer Provinzstadt. Das heißt zwangsläufig höher und dichter bauen und grün gibt's weitgehend nur in Paris, zumindest in der Innenstadtlage.

  15. 19.

    Wann begreifen endlich die Leute, dass umso mehr gebaut wird, umso mehr Leute auch angezogen werden, also das entlastet am Ende gar nichts, siehe Straßen Erweiterungen!

  16. 18.

    Am "Verscheuern" waren allerdings auch die Linken mit beteiligt, weil die damals der Realität ins Auge gesehen haben. Berlin war ganz banal so was von pleite, dass man sich das Geldverbrennen in Wohnblöcken mit hohen Leerstandsquoten nicht mehr leisten konnte.

    Erst um 2010 kehrte sich der Bevölkerungstrend langsam fühlbar um, ab 2012 begann der Senat zunächst zaghaft und dann ab 2015/16 energischer gegenzusteuern. Diese Wohnungen werden jetzt fertig.

  17. 17.

    "Jedenfalls wird jetzt mehr gebaut als früher unter CDU Herrschaft!"
    Was meinen Sie denn damit. Die Stadt wird seit dem 16. Juni 2001 von einem SPD-Bürgermeister regiert. Und unter dieser "Herrschaft" wurden kommunale Wohnungen verscheuert die heute wieder für viel Geld zurück erworben werden.
    Sie verkennen die eigentlichen Realitäten !

  18. 16.

    Der U -Bahnhof Heckerdamm ist seit 43 (!)Jahren Planungsbahnhof. Sowohl das Schumacher-Quartier, als auch das Flughafengelände können von diesem Bahnhof angeschlossen werden. Das Teilstück müsste nur allmählich Fertiggestellt werden.

  19. 15.

    Sollte man tatsächlich etwa 10000 Menschen in Tegel ansiedeln wollen, wird man um eine Belebung der Siemensbahn nicht herumkommen. Es dürfte kein Problem sein, diese zum Flughafengelände zu verlängern.
    Schon ewig gibt es im Bahnhof Jungfernheide den zweiten Bahnhofsteil. Hier müsste geprüft werden, ob Verstärkerzüge der U7 zum Flughafengelände verlängert werden könnten oder wie bereits im Bauplan von 1977 vorgesehen, die U5 über Hauptbahnhof dorthin gebaut werden sollte.

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