Beuth Hochschule für Technik , University of Applied Sciences Berlin. Quelle: Jürgen Ritter/www.imago-images.de
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Antisemitischer Namenspatron - Berliner Beuth Hochschule für Technik wird umbenannt

Christian Peter Beuth machte sich im 19. Jahrhundert um die Entwicklung des Staates Preußen verdient, die Beuth Hochschule in Berlin trägt seit 2009 seinen Namen. Doch Beuth war auch: Antisemit. Nun soll die Hochschule einen neuen Namen bekommen.

Die Berliner Beuth Hochschule für Technik wird wegen des historisch nachgewiesenen Antisemitismus ihres Namensgebers umbenannt. Dafür stimmten am Donnerstagabend 30 von 45 anwesenden Mitgliedern der Akademischen Versammlung, wie die Hochschule mitteilte.

Nach ihren Angaben votierten 14 gegen einen Antrag des Präsidenten Werner Ullmann auf Umbenennung, bei einer Enthaltung. Der Präsident wurde beauftragt, "einen hochschulweiten Prozess zur Namensfindung einzuleiten". Die Suche nach einem neuen Namen soll "in einem transparenten Verfahren über die Akademische Versammlung" erfolgen.

Historische Quellen belegen Antisemitismus

Der Hochschule zufolge wurde mehr als zwei Jahre über ihren preußischen Namenspatron Christian Peter Beuth (1781-1853) diskutiert. Historische Quellen belegten, dass sich dieser antisemitisch geäußert und gewirkt habe. "Als wissenschaftliche Einrichtung steht unsere Hochschule in der Verantwortung, sich Antisemitismus- und Rassismustendenzen klar entgegenzustellen", sagte Präsident Ullmann nach dem Votum am Donnerstagabend.

Gleichzeitig hob er Beuths Verdienste um die gewerbliche Entwicklung Preußens und die Ausbildung von Technikern hervor. In deren Anerkennung hatte sich die Technische Fachhochschule Berlin 2009 nach Beuth benannt. Wenn der Flughafen Tegel schließt, will die Hochschule einen Teil ihres Campus auf dem Gelände ansiedeln.

Sendung: Abendschau, 23.01.2020, 19.30 Uhr

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46 Kommentare

  1. 46.

    Geschichte läßt sich nicht ändern. Der Name Beuth sollte bleiben. Dieser Trend alles auszulöschen, was nicht genehm ist, scheint typisch Deutsch zu sein. Ich wundere mich, warum noch nicht ein bekannter Schlager von Udo Jürgens verboten wurde, wo das Wort Mohrenkopf vorkommt.

  2. 44.

    Das Geld was für die Namensänderung ausgegeben wird, kann man besser in die Ausbildung der Studierenden investieren. Als man den Namen 2009 geändert und sich gegen TFH Berlin entschieden hatte, gab es auch kein Aufschrei. Warum jetzt nach 11 Jahren? Sorry, aber das Geld ist in der Hochschule für neue Ausstattung besser aufgehoben.

  3. 43.

    "Ich bin selber Beuth Student und kann euch erzählen, dass keiner von unserem Studiengang diese Namensänderung wollte".

    Wenn man sie so reden hört sollte man dringend einen Ethik Kurs einrichten, der scheint mir noch nötiger als die Umbenennung. Merke: Man kann Namen tilgen, eine Gesinnung nicht. Aber gegen Gleichgültigkeit kann man was unternehmen.

  4. 42.

    Diese Maßnahme wird, wie bereits die Löschung des Namens Ernst-Moritz Arndt, Dichter von patriotischen Gedichten, Kirchenliedern und politischer Schriftsteller, u.a. gegen die Herrschaft Napoleons, wird die antisemitische Haltung vieler Menschen eher verstärken als bekämpfen.

  5. 40.

    Diese Bilderstürmer-Stimmung, die nun in ganz Deutschland um sich greift, als wolle man den versäumten Widerstand gegen Hitler 80 Jahre später mit aller Gewalt nachholen, führt zu nichts außer zu bösem Blut. Es ist außerdem reine Symbolpolitik und zugleich zutiefst unglaubwürdig, wenn zur selben Zeit unsere Nomenklatura die extrem antisemitischen Regime in Ankara und Teheran zart anfasst oder gar hofiert, dem israelischen Staat aktuell eine Selbstinszenierung des Holocaust-Gedenktages vorwirft und bewusst verschleiert, wer substantiell die wahren Träger des rezenten Antisemitismus in D sind.

  6. 39.

    @ Tobias. Sie wollen mich missverstehen und unterstellen mir da etwas. Muss ich mich wiederholen? Ich bin grundsätzlich gegen die Benennung nach Personen. Schon die Benennung nach Beuth war saudämlich. Jetzt reicht es mir. Entweder Sie verstehen was ich sage oder Sie lassen es. Mir egal.

  7. 38.

    Mit Begriffs-und Namensänderungen kann
    man vergangenes Unrecht nicht heilen.
    Man muss auch diejenigen Menschen im
    Gedenken haben, die gerade nicht dem
    Zeitgeist entsprechen. Ich denke auch an
    die Mohren Geschichten, auf Grund derer
    Bücher aus dem Verkehr gezogen wurde.
    Das damit verbrannte Geld kann man
    sinnvoll ausgeben.

  8. 37.

    ... man sollte jetzt mal alles überprüfen und ändern ... hilft gegen langeweile oder ;-)...

  9. 36.

    Pauschale Judenfeindschaft hat eine rund 2500 Jahre alte Tradition,

  10. 34.

    nächster Punkt : was soll mit seinem Ehrengrab, Chausseestraße 126, in Berlin-Mitte geschehen ?

    " die Beuth Hochschule in Berlin trägt seit 2009 seinen Namen " war vor 10 Jahren die antisemit. Einstellung des Namensgebers nicht bekannt ? kaum denkbar , er sollte geehrt werden als Vater der preußischen Gewerbeförderung“.

  11. 33.

    Im Hintergrund der Beuth- Gebäude ist das ATZE- Theater zu sehen.
    "ATZE" war der Name einer totalitären DDR - Kinderzeitschrift!!
    Bitte sofort umbenennen!!
    Solange Namen, wie Richard Wagner und Martin Luther, Straßen, Plätze und Institutionen schmücken, muss man nicht über Beuth diskutieren!! An die ersten beiden Antisemiten wagt sich feigerweise niemand ran, da ist Beuth doch gut geeignet für das politisch korrekte und gute Gewissen!!!
    Bin heute übrigens in Berlin über den Hindenburgdamm gefahren...
    Könnte man ja auch endlich mal umbenennen!

  12. 32.

    "Gab es zu Lebzeiten des Herrn Beuth schon diesen Begriff?"

    Welche Rolle spielt das? Oder würden sie einen Adolf Hitler Platz oder eine Göring Straße behalten?

  13. 31.

    Wenn die Mitglieder eine antisemitische Grundhaltung hatten, dann spricht halt nichts mehr für sie. Na klar ist es blöd jetzt alle Namen abzuändern. Aber wenn sie nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden würden, wäre es doch egal.

    In den Zeitgeist würden die Umbenennungen auch passen. Es muss ja heute immer etwas neues sein. Ich schaue selber kein RTL, Sat.1 etc., aber die Sendungstitel dort sprechen für sich.

  14. 30.

    Juden wurden auch schon vor den Nazis verfolgt und ermordet, auch in der Zeit vor 1853. Und es ist kein Beissreflex, weil diesen könnte ich ihnen ja auch vorwerfen, da sie hier die Sache mit einer Grundsätzlichkeit versuchen zu relativieren. Es ist hier eine einfache Umbenennung von einer Uni, nachdem man herausgefunden hat, dass er Antisemit war. Wenn sie dann für eine Abschaffung wären, würden sie ja alle bestrafen die keine Antisemiten sind.

    Ihr Aussage ist also, entweder man behält den Namen des Antisemiten oder man schafft alle ab.
    Man kann ja auch mal ein anderes Beispiel nehmen, ein Uni wurde nach einem Wissenschaftler XYZ benannt. Es stellt sich heraus, er hatte damals alle seine Mitarbeiter gemobbt. Die Uni will den Namen ändern. Das wäre dann für sie auch ein Problem?

  15. 29.

    Ja, eben... Beuth war Mitglied der Deutschen Tischgesellschaft. Die hatte eine antisemitischen Grundhaltung. Mitglieder waren u.a. von Arnim, Müller, von Savigny, von Clausewitz, Fichte, Brentano, beckedorff, Schinkel ... usw: einfach mal schauen... Falls Sie einige Namen im Stadtbild finden, dann denken Sie mal nach ;-)

  16. 28.

    Haha. Nein, mal ehrlich. Ich finde, wir sollten davon abkommen, Straßen, Plätze und Einrichtungen nach Personen zu benennen. Wenn ich aktuell sehe, wie sich eine Friedensnobelpreisträgerin so verhält ....(Aung San Suu Kyi). Niemand ist makellos.

  17. 27.

    Bitte? Ich meinte es grundsätzlich. Und die Unterstellung geht an mir vorbei. Ich verzeihe Ihnen, weil dieser Beissreflex immer entsteht, wenn man von sich auf andere schließt. Und Herr Beuth kann nicht zur Verantwortung gezogen werden. Der ist 1853 gestorben (da gab es nicht mal ansatzweise Nazis in unserem Sinne). Gucken Sie mal, mit wem er verkehrt hat....

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