Plattenbau-Hochhäuser im Zentrum der Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam (Bild: imago images/Hohlfeld)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.01.2020 | Nachrichten | Bild: imago images/Hohlfeld

Brandenburg - Mietpreisbindung fällt für jede zweite Wohnung bis 2032 weg

Nicht nur in Berlin, auch mancherorts in Brandenburg wird günstiger Wohnraum immer rarer. In wenigen Jahren laufen dort die öffentlichen Förderungen für zweckgebundene Wohnungen aus - das wird wohl die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärfen.

In Brandenburg gibt es immer weniger Wohnungen mit günstigen Mieten. Auch für rund die Hälfte der noch bestehenden 23.400 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung wird die öffentliche Förderung in den kommenden zwölf Jahren auslaufen, teilte das Verkehrsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion mit, wie die dpa am Montag berichtete. 2032 wird es nur noch etwa 12.000 Wohnungen geben, die die Sozialbindung vor dem freien Wohnungsmarkt schützt. Zum Vergleich: 2014 gab es in Brandenburg noch fast 60.000 zweckgebundene Wohnungen.

In Einzelfällen geht es über 2032 hinaus weiter

Den mit Abstand größten Bestand hatte Potsdam Ende 2019 mit 5.343 öffentlich geförderten Wohnungen. Im Landkreis Oberhavel gab zu diesem Zeitpunkt noch 1.718 gebundene Wohnungen, im Landkreis Potsdam-Mittelmark 1.626 und in den Landkreisen Havelland und Märkisch-Oderland jeweils rund 1.570.

Vereinzelt ermöglichten Finanzierungsmodelle eine Verlängerung der Mietpreis- und Belegungsbindung über 2032 hinaus, heißt es in der Antwort weiter. Dabei handele es sich um Absprachen zwischen dem Verkehrsministerium, Kommunen, Wohnungsunternehmen und der Landesinvestitionsbank. Entsprechende Vereinbarungen gebe es für insgesamt rund 4.300 Wohnungen in Potsdam, Hennigsdorf (Oberhavel), Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), Teltow (Potsdam-Mittelmark), Elstal (Havelland) und Brandenburg an der Havel.

Behörden geben immer weniger WBS-Scheine aus

Mit dem Rückgang von Wohnungen mit sozial verträglichen Mieten werden auch immer weniger Wohnberechtigungsscheine (WBS) ausgegeben. 2014 wurden laut Verkehrsministerium 7.921 Anträge bewilligt, drei Jahre später waren es nur noch 7.594. Insgesamt gaben die kommunalen Behörden in den drei Jahren 31.261 WBS aus, etwa ein Drittel davon in Potsdam.

Nach dem im vergangenen Jahr vom Landtag beschlossenen neuen Brandenburger Wohnraumförderungsgesetz fallen laut Ministerium rund 50 Prozent aller Mieterhaushalte unter die neuen Einkommensgrenzen. Allerdings handele es sich bei dieser Zahl um eine Schätzung auf der Grundlage von Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, schränkte das Ministerium ein.

Beim Wohnberechtigungsschein für einen Ein-Personen-Haushalt war die Einkommensgrenze von 12.000 auf 15.600 Euro pro Jahr erhöht worden, bei einen Zwei-Personen-Haushalt von 18.000 auf 22.000 Euro. Der Zuschlag pro Kind stieg von 500 auf 2.000 Euro.   

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4 Kommentare

  1. 4.

    Sie haben die Falsche Sichtweise. Nicht nur dass sie die Verantwortung der Verkäufer völlig aussparen. Die Bindung war von vorn herein befristet und kommt nicht plötzlich und unfair über Nacht daher. Das sind ganz plump Verträge, die eingehalten werden. Die Bauherren haben Zuschüsse bekommen, die sie über geringere Mieten zurück gezahlt haben. Quasi sind über Jahrzehnte öffentliche Gelder über gesparte Mieten in die Taschen der Mieter geflossen. Jetzt wo der Tropf vertragsgemäß abgeklemmt wird, gehen die Entzugserscheinungen los.
    Selbst wenn DW (mit einer Durchscnittsmiete von 6, irgendwas)Kasse macht, ist es ihr gutes Recht. Wer da nicht wohnen möchte, der braucht da nicht hinziehen. In Prenzlau, Nauen gibt es etliche günstige Mieten. In Berlin gibt es riesige Mengen an Sozialwohnungen. Fast 50% der vermieteten (!) Wohnungen sind irgendwie genossenschaftlich, öffentliche Gesellschaften, gebunden oder vom Spiegel gedeckelt und Teils auch fair vermietet.

  2. 3.

    Mega FALSCH. Mietpreisbindung wird 2020 in Berlin flächendeckend eingeführt und heißt Mietendeckel. Vorher hieß diese Mietpreisbindung Mietspiegel.

    Und zu Kommentar 1) mimimimi der hat mein Auto gekauft und fährt nun damit rum. Ja dann hätte man es nicht verkaufen sollen.
    Ein Mietvertrag ist kein Kaufvertrag.

  3. 2.

    Was sind denn günstige Mieten? Dies kommt im Artikel leider nicht vor.

    Günstig ist eine Wohnung doch nicht, wenn sie im sozialen Wohnungsbau sind.

  4. 1.

    Die Deutsche Wohnen hat einiger dieser Wohnungen aufgekauft und macht nun ordentlich Kasse.

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