"How dare you?" steht auf einem Schild bei einer Fridays for Future-Demonstration © imago images/Müller-Stauffenberg
Audio: Inforadio | 04.01.2020 | Studiogespräch mit Jaro Abraham | Bild: imago images/Müller-Stauffenberg

Berlin und Brandenburg - "Fridays for Future" will nicht mehr wöchentlich streiken

Schulstreik am Freitag - den wöchentlichen Klimaprotest wird es in der Region im neuen Jahr wohl nicht mehr geben. Die Gruppe "Fridays for Future" sucht in Berlin und Brandenburg nach einer neuen Strategie, wie der Aktivist Jaro Abraham im rbb erläuterte.   

Die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" in Berlin und Brandenburg sucht derzeit eine neue Strategie. Ab Mitte Januar werde klarer sein, wie es weiter gehe, sagte am Freitag einer der Potsdamer Organisatoren, Jaro Abraham, dem rbb.

Künftig solle nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch einmal im Monat oder seltener gestreikt werden. Das betreffe auch die Proteste in Berlin, so Abraham auf Radioeins. Er betonte, die Schülerinnen und Schüler seien ein Jahr lang auf die Straße gegangen. Politisch sei aber nicht wirklich etwas passiert. Deshalb suche man nach neuen Aktionsformen. 

"Es wird sich auf jeden Fall etwas verändern"

Der Jahreswechsel habe die Gruppe in dem Sinne motiviert, dass 2020 "unser Jahr werden muss", sagte Abraham. "Gerade probieren wir neue Strategien aus und vernetzen uns. Wir können noch nicht wirklich sagen, was kommen wird, aber es wird sich auf jeden Fall etwas verändern."

Die Frage, ob Greta Thunberg - die am Freitag ihren 17. Geburtstag feierte - enttäuscht sein könnte, verneinte Abraham. Auch sie wisse, dass seltenere Streiks und andere Aktionen viel Potenzial hätten.

Der radikale Ansatz der Gruppe "Extinction Rebellion" komme aber nicht in Frage, betonte Abraham: "Bei uns ist Gewaltfreiheit ziemlich wichtig. Ich glaube nicht, dass wir jetzt radikal werden."

Sendung: Radioeins, 03.01.2020, 09.45 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Da hat das Streiken wohl schon seinen Reiz des Neuen verloren, zumal es auch noch von Erwachsenen unterstützt wird. Dann macht das natürlich auf Dauer keinen Spaß.

  2. 27.

    Hat es jetzt Greta die Sprache verschlagen?

  3. 26.

    Liebe fffs,
    vielleicht mal die Kontakte nach den USA ausbauen, da gibt es doch noch Strukturen einer Umweltbewegung. Vielleicht eine Art crowdfunding, Geld spenden für eine große Umweltkampagne in den Usa.

  4. 25.

    Na endlich wird der Unterricht normal laufen. Ich finde FFF überflüssig und sinnlos. Die überwiegende Zahl der Schüler hat ja zum Glück nicht gestreikt, dennoch stört das Fehlen einiger den Unterricht.

  5. 24.

    Ist halt ein bisschen Blöd nur immer von Anderen zu fordern und nichts selber einzubringen. Zudem immer nur Forderungen keine Lösungen. Kein Verständnis von Zusammenhängen. Und bezahlen sollen immer bitte schön die anderen. Nie ein Plakat gegen die Schmierfinken im ÖPNV. Die Schmierfinken haben uns Milliarden gekostet. Geld was auch dem Nahverkehr fehlt.

  6. 23.

    Wer vegan leben möchte kann es gerne tun. Wer daran glaubt, dass wir bald nur noch von erneuerbaren Energien leben können soll es glauben. Aber muss man diesen Unfug noch in die Öffentlichkeit tragen. Ich denke das wir mit Einsatzes unsere Hirne mehr erreichen werden als mit dem Geschwätz.

  7. 22.

    Liebe Kinder und Jugendliche, ich finde es gut, dass ihr wieder in die Schule geht. Ihr solltet euch um eure nahe Zukunft kümmern. Das ist das Wichtigste für euch, denn so kaputt wie unser Planet ist, kann den sowieso keiner mehr retten. Macht euch stattdessen noch ein paar schöne Jahre, alt werdet ihr vermutlich nicht.

  8. 21.

    Wir können all ihre Forderungen in Deutschland erfüllen aber die anderen Staaten spielen da nicht mit, siehe Madrid! Wenn sie etwas für das Klima erreichen wollen geht es nur global. Am dtsch. Wesen wird die Welt NICHT genesen. Weltweite Fluggastzahlen, Kohlekraftwerke, AKW`s und auch die Weltbevölkerung, alles wächst ständig weiter. FfF hat erkannt dass die wöchentlichen Demos nix gebracht haben, die anderen brauchen etwas länger.
    Zu Nr. 18 Michael Gumnor: dies ist nicht UNSER Planet, wir sind erst seit kurzem Gast auf ihm! Ob wir wie die Dinos 170 Millionen Jahre auf der Erde überleben bezweifle ich sehr!

  9. 20.

    Oohhhhh,was wird nun aus dem Klima...????

  10. 18.

    Wir müssen in den nächsten Jahren aus fossilen Energieträgern aussteigend, die Ernährung möglichst auf vegan umstellen und versuchen ein bisschen Normalität der Lebensmöglichkeiten zu retten. Die meisten hier sind nicht darüber informiert, was der Klimawandel alles anstellen und zum Schlechten ändern wird. Sonst würden sie nicht so ein dummes Zeug reden und den jungen und auch älteren Klimaaktivisten wie mir auf Knien danken, dass wir uns für unseren Planeten einsetzen. Damit er so schön bleibt und nicht von den üblichen Klimaverbrechern zerstört wird.

  11. 17.

    Vielleicht verstehen die Greta-Jünger bald, dass es keinen Sinn macht, eine Welt retten zu wollen, in der die Reichen weiterhin Krieg spielen, um noch reicher zu werden.

  12. 16.

    Jetzt sind sie müde geworden, wo ihnen auch langsam dämmert, worauf sie selbst verzichten müssen. Wie sagte gestern Dieter Nuhr sinngemäß: um seine Tochter beim Klimakampf zu unterstützen, heizt er diesen Winter ihr Zimmer nicht mehr.
    Die Party ist vorbei, der Hype abgeeppt, die Grünen im Sinkflug.
    Mal sehen welche Sau als nächstes durchs Dorf getrieben wird. Gebt ihnen doch so Sachen wie die Loveparade zurück, Jugendliche brauchen Partys, Feiern und zusammen abhängen. Das war bei uns ja nicht anders. Die Jungen Leute haben ja nichts mehr außer Frust und virtuellen Leistungsdruck auf Instagram und Influenzer. Da muss der Frust über irgendein Ventil abgelassen werden. Und dass wir keine 80 Mio Mediengestalter brauchen um die Gesellschaft am laufen zu halten, sondern Maurer, Klempner, Pflege und Elektriker etc. macht den Frust auch nicht besser.

  13. 15.

    2020 wird zum Schicksalsjahr. Wir müssen in diesem Jahr die Wende schaffen beim Klimaschutz. Die Demos von FFF reichen nicht mehr. Extinction Rebellion und Ende Gelände sollten stärker von allen unterstütze werden. Das heißt zwar Polizeikontakt. aber man kann sich ruhig und langsam herantasten und wird sehr gut darauf vorbereitet. Wer es nicht mag, kann auch viele andere unerlässliche Aufgaben erledigen, die ohne jede Form von Strafen oder Polizeikontakt ablaufen, aber ohne die der Erfolg einfach nicht möglich wäre. Jede und jeder muss sich jetzt einbringen, damit wir diese Wende schaffen können!

  14. 14.

    Ziel der von der Regierung gestützten "Protest"bewegung weitgehend erfüllt: Abgabenerhöhungen getarnt als "Bepreisung" durchgesetzt.

  15. 13.

    Fleißig lernen ... um später... Du lieber Himmel, es gibt kein "SPÄTER", wenn wir nicht die Reißleine ziehen. Und wer Kinder hat, weiß, dass diese Angst haben. Und das zurecht. Hört auf mit dem Geschwafel und dem gebetsmühlenartigen Herunterleiern dieser Formeln. Nehmt die Schüler und die Bewegung, die Wissenschaftler und den Klimawandel endlich ernst. Kriegt Angst, demonstriert mit. Euer Wolkenkuckucksheim, indem alles wieder gut wird, gibt es nicht mehr.

  16. 12.

    Die Schüler sollten fleißig lernen. Damit sie die Zusammenhänge begreifen. Damit sie später Umwelttechnologie, Physik, Biologie, Chemie pp. studieren können. Damit sie Lehrer und Erzieher pp. werden können, um später Kinder und Jugendliche umweltbewusst zu erziehen.

  17. 11.

    Gut so. Einmal im Monat heisst, dann kommen mehr, es zerfleddert nicht so. Nicht jeder Schüler kann zwei Schuljahre wiederholen oder schafft das Pensum bei einer 4-Tage-Woche. Denn schlaue Schüler und spätere Studenten und Arbeitnehmer brauchen wir in Zukunft, um die Welt, deren Klima, zu retten. Und tatsächlich muss mehr und deutlicheres passieren als am Freitag zu demonstrieren.

    Die Menschen müssen einfach mal wieder runter kommen. Auf ein Normalmaß. Beim Reisen, beim Autofahren, beim Wasserverbrauch, beim Bauen. Einfach mal nur das machen und kaufen und verbrauchen, was man wirklich BRAUCHT.

    Damit rettet man mehr als nur sich selber. Achte mal drauf....

  18. 10.

    Gestern und heute bin ich durch Friedrichshain und Kreuzberg gefahren, eigentlich Bezirke mit vielen grünen Anhang. Die Straßen sahen nach Kriegsähnlichen Zuständen aus. Nicht immer der Politik den Ball zuwerfen sondern immer bei sich selbst schauen und überlegen, was kann ich ändern! Diese Steuer bringt nur eine Verteuerung unseres Lebens, die Alten mit wenig Einkommen sind die Verlierer! Wir, auch die, die auf der Straße stehen, müssen sich ändern! Nicht immer sagen, die Anderen waren das aber!

  19. 9.

    Es ist befremdlich, wie protestierende Schülerinnen und Schüler hier hämisch kommentiert werden. Natürlich mit der selben Selbstgerechtigkeit, die im übrigen von einem Teil der fff-Proteste kritisiert wird. Der Klimawandel ist mehrfach wissenschaftlich bestätigt - daran gibt es nichts zu diskutieren und eine inhaltliche Legitimation für die Proteste. Was sollen die Schüler/innen denn bitte machen? Wider besseres Wissen, dass es um ihren Lebensraum und daraus resultierende sonstige wirtschaftliche, soziale Konsequenzen geht.. - nichts? Meinungsspaltungen gibt es sicher etliche in Deutschland und nicht erst seit fff. Die Frage der Einschätzung der Auswirkungen von Klimawandel und dbzgl. der Handlungs-Relevanz ist eine andere und nicht trivial. Auch hier gibt es etliche Interessenlagen - trotzdem ist der Protest/Aufmerksamkeit richtig und Häme wenig angebracht.

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