Archivbild: Unbekannte haben auf einen evangelischen Jugendclub in Jüterbog (Teltow-Fläming, Brandenburg) einen Anschlag verübt. Zum Zeitpunkt der Detonation am Abend des 20.11.2015 hätten sich keine Menschen in dem Gebäude aufgehalten, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. In dem Club hätte es wöchentlich Treffen mit Freizeitangeboten für Flüchtlinge gegeben, berichtete die «Märkische Allgemeine» (MAZ) online. (Quelle: dpa/J. Stähle)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.01.2020 | Lisa Steger | Bild: dpa/J. Stähle

Begegnungsstätte 2015 verwüstet - Ermittlungen zu Anschlag in Jüterbog eingestellt

2015 werfen Unbekannte Molotowcocktails in eine Begegnungsstätte in Jüterbog. Da die Räume auch Flüchtlingen als Treffpunkt dienen, liegt der Verdacht eines rechtsgerichteten Anschlags nahe. Doch nun sind die Ermittlungen eingestellt worden.

Mehr als vier Jahre nach einem Anschlag auf eine Begegnungsstätte in Jüterbog (Teltow-Fläming) sind die Ermittlungen gegen mehrere Beschuldigte eingestellt worden.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch dem rbb mit. Es gebe nicht genug Belege dafür, dass die Beschuldigten die Taten begangen haben und auch keine neuen Ermittlungsansätze, erklärte die Staatsanwaltschaft Antenne Brandenburg.

NPD-Politiker Maik Schneider unter Verdächtigen

Zu den Beschuldigten gehörte der frühere NPD-Politiker Maik Schneider. Er ist auch wegen eines Brandanschlags auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen verurteilt worden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

In Jüterbog hatten im November 2015 unbekannte Täter nachts Molotowcocktails in die Räume der kirchlichen Jugendbegegnungsstätte "Turmstube" geworfen, die auch als Treffpunkt für Flüchtlinge dienten. Da sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen im Gebäude befanden, gab es keine Verletzten.

Sachschaden in Höhe von 2.500 Euro

Durch die Druckwelle wurden Fensterscheiben und Mobiliar beschädigt. Auch Teile der Deckenverkleidung fielen herunter. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 2.500 Euro.

Die Gemeinde ging unmittelbar nach dem Anschlag von einer gezielten Einschüchterungsaktion aus. Der damalige Landesinnenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) besichtigte den Tatort unmittelbar nach dem Geschehen und sagte ebenfalls, dass der Verdacht eines rechtsgerichteten Anschlags naheliege.

Sendung:  Antenne Brandenburg, 15.01.2020, 12 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren