Die Garderobe im Eingang einer Kita. Quelle: Markus Prosswitz/imago stock&people
Audio: Inforadio | 30.01.2020 | Kirsten Buchmann | Bild: imago stock&people

Kinderbetreuung in Berlin - Trotz Kita-Navigator suchen Eltern vergeblich Plätze

Ein Kita-Navigator soll Berliner Eltern schnell und unkompliziert informieren, wo es in ihrer Umgebung freie Kitaplätze gibt. Doch das Programm startet mit Problemen - und zeigt freie Betreuungsplätze in Kitas an, die bereits voll belegt sind.

Trotz des Berliner Kita-Navigators haben Familien weiter Probleme bei der Betreuungsplatz-Suche für ihre Kinder. Um Eltern dabei online zu helfen, war der Kita-Navigator im November gestartet. Damit sollten Eltern mit wenigen Mausklicks eine geeignete Kita suchen, eine Anfrage stellen und einen Betreuungsplatz finden. Drei Monate nach dessen Start hapert es allerdings noch mit der Technik, stellen viele Eltern fest.

So werden auch freie Plätze angezeigt, die gar nicht zur Verfügung stehen. Die Kita-Krise sei noch nicht vorbei, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita, Stephanie Jehne. Wenn es zu wenige Plätze gebe, müsse Berlin an dieses Thema ran. Die Bildungsverwaltung spricht von Anfangsschwierigkeiten mit dem Navigator [kita-navigator.berlin.de]. Dieser werde gut angenommen.

Hilfe für Eltern und für Kitas

Die Suche nach einer Kita über das Onlineportal funkioniert wahlweise über die Eingabe eines Standorts oder des Namens einer Einrichtung. Bei der erweiteren Suche können auch Parameter wie Altersstruktur, Öffnungszeiten, pädagogischer Ansatz, thematische Schwerpunkte oder Mehrsprachigkeit der Kita ausgewählt werden. Eltern können mit der Navigation aber auch Kitas in ihrem Umkreis miteinander vergleichen, beispielsweise mit Blick auf ihr pädagogisches Konzept.

Dem Familienportal des Landes Berlin [berlin.de/familie] zufolge soll der Kita-Navigator aber auch verhindern, dass die Kindertagesstätten mit Anfragen überschwemmt werden. "Eltern können nur eine maximale Anzahl an Anfragen pro Kind an Kitas stellen. Doppelungen werden aussortiert und automatisierte Antworten entlasten Kita-Leitungen", heißt es. 

Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) wies bei der Vorstellung des Portals im November darauf hin, dass der Kontakt zwischen Eltern und Betreuungseinrichtungen generell erleichtert werden soll

Sendung: Inforadio, 31.01.2020, 9 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Das Tool ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jedoch erfüllt es bis jetzt noch nicht den erwünschten Zweck. Kritisches:
    - Löschung von Anfragen nicht möglich (z.B. bei Umzug zwischen Bezirken),
    - Überblick von abgegebenen Anfragen/Zusagen nicht vorhanden,
    - nicht alle Einrichtungen sind registriert und
    - hinterlegte Daten sind teilweise veraltet/unvollständig.
    Besonders kritisch ist, dass aus nachvollziehbaren Gründen nicht jedes Kind aufgenommen werden soll, da eine grundsätzliche Gruppenheterogenität sinnvoll erscheint - Geschlecht, Alter, besondere Förderung, Sprache spielen eine wichtige Rolle. Zusammenfassend ist das Tool faktisch eine Ersatz für die bisher von Eltern versendeten E-Mails - quasi ein staatlich finanzierter "E-Mail-Server", welcher weiterleitet und automatische Antworten erteilt. Ein überlegenswerter Folgeschritt wäre der Abgleich des spezifischen Bedarfes der Einrichtungen mit dem Bedarf der Eltern. Darauf würde ein Kennenlerntermin folgen.

  2. 3.

    Die App kann auch nicht wirklich korrekt funktionieren, denn viele Kitas haben einen Träger oder die Kitas sind eben auf „Alleingang“. Bei großen Kitas gibt es dann eine Leitungsstelle für das Personal und als Ansprechpartner für die Eltern. Sie hat „nur“ eine Leitungsaufgabe. In kleinen Kitas gibt es zwar auch eine Leitung, doch die Stunden für Leitungstätigkeiten sind gering und somit gehört sie auch zum pädagogischen Alltag, wenn sie nicht im Büro sitzt.
    Neben all den Aufgaben einer Leitung die eh schon bestehen und kaum zu bewältigen sind, egal in welcher Variante, fordert der Senat nun dazu auf, das die Kitas in recht kurzen Abständen die Platzbelegung melden sollen.
    So... nun dürfen mal alle raten, woher eine Leitung sich nun auch noch diese Zeit nehmen soll.

  3. 2.

    So ein Qatsch diese Naviapp. Die Muttis gehen trotzdem in die Kitas und bewerben sich da. In den letzten Jahren ist leider nicht besser geworden bei der Kitaplatzvergabe. Viel Glück allen jungen Eltern!!!

  4. 1.

    Was für veraltete Methoden im neuen (Navigator)Gewand. Fehlende Kitaplätze sind trotz App immer noch Fehlend. Eine teure nutzlose fehlerhafte App soll von den Eltern angenommen sein?? Wie wurde denn das ermittelt?? So wirkt diese Behauptung schon fast zynisch und unterstreicht das links/grüne alte Gedankengut: vom Schreibtisch aus gönnerhaft (um)verteilen.

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