Harald Wolf (Die Linke), Berlins ehemaliger Wirtschaftssenator, spricht im Abgeordnetenhaus
Audio: rbb | 15.01.2020 | Holger Hansen | Bild: ZB/Britta Pedersen

Berliner Linke-Politiker - Ex-Wirtschaftssenator Harald Wolf legt Mandat nieder

Harald Wolf ist einer der erfahrensten Politiker der Linken in Berlin: Neun Jahre lang war er Wirtschaftssenator der Hauptstadt. Nun will Wolf sein Abgeordnetenhausmandat niederlegen, wie er einer Zeitung sagte. Ihn zieht es nach Hamburg.

Der Linken-Politiker Harald Wolf verlässt nach langjähriger Tätigkeit die Berliner Landespolitik. Am Dienstag habe er der Fraktion mitgeteilt, dass er sein Abgeordnetenhausmandat zum Monatsende niederlege, sagte ein Fraktionssprecher am Mittwoch auf Anfrage. Zuvor hatte das "Neue Deutschland" die Personalie gemeldet.

Er habe vor, sich auf die Bundespolitik zu konzentrieren, sagte Wolf dem Blatt. "Ich werde im Februar mein Abgeordnetenhausmandat niederlegen und nach Hamburg umziehen."

Treibende Kraft bei Mietenpolitik

Die Linkspartei in Berlin verliert damit eines ihrer erfahrensten Mitglieder: Der in Offenbach am Main geborene Wolf war bereits in den 1980er Jahren in der West-Berliner Politik aktiv, damals noch als Mitglied der Alternativen Liste (später die Grünen). Er trat später der PDS bei, aus der sich schließlich Die Linke bildete.

1990 zog Wolf für die PDS in das erste Gesamtberliner Abgeordnetenhaus ein. 2002 wurde er als Nachfolger von Gregor Gysi Wirtschaftssenator - und blieb es bis zur Abgeordnetenhauswahl 2011.

Zudem war Wolf in der Verkehrs- und Mietenpolitik engangiert. Er trieb maßgeblich das laufende Volksbegehren zur Enteignung der Deutsche Wohnen und anderen großen Immobilienkonzernen voran. "Ich bin bereit, Partei und Fraktion weiter inhaltlich zu unterstützen", kündigte Wolf an.

Sein Amt als Bundesschatzmeister und im Geschäftsführenden Bundesvorstand der Linken will der 63-Jährige behalten. Er unterstützt die Fortführung der Koalition mit SPD und Grünen. "Das ist eine wichtige Erfahrung für die Gesamtpartei", so Wolf. 

Sendung: Inforadio, 15.01.2020, 12:00 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Alfred Neumann] vom 16.01.2020 um 09:34
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4 Kommentare

  1. 4.

    In was war Wolf denn bitte erfolgreich? In der Wirtschaftspolitik, von deren Gegenstand er null Ahnung hat, bestimmt nicht. Als Parteifunktionär dagegen mit Sicherheit.

  2. 3.

    Rund 45.000 € sind ein gutes Argument, das Mandat erst Ende Januar niederzulegen anstatt noch im vergangenen Dezember. So profitiert der Mann, der auch den Verkauf landeseigener Wohnungen mitzuverantworten hat, noch von den höheren Diäten. Die Übergangsversorgung bemisst sich an deren letzter Höhe.

  3. 2.

    Als ehemaligem Senator steht ihm kein Dienstwagen zu. Und woher wissen Sie, dass er in der Bahn nicht 2. Klasse faehrt?

  4. 1.

    Klingt nach einem strategischen Umzug, wenn er in die Bundespolitik will. Hamburg ist ja nur noch ein Sprung von Berlin und in der 1.Klasse der Bahn lässt es sich ja auch gut Arbeiten - oder lässt "Wolg" (@rbb sic) auch noch dreckige Dienstautos fahren?

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