Wohnhäuser in Berlin im Abendlicht (Bild: imago images/Seeliger)
Video: Abendschau | 22.01.2020 | Iris Marx | Bild: imago images/Seeliger

Endgültiger Entwurf beschlossen - Mietendeckel: Mieter müssen bei Verstößen selbst klagen

Der geplante Mietendeckel hat eine weitere Hürde genommen, er passierte den Stadtentwicklungsausschuss. Mit einigen Änderungen: So wird das Amt bei Verstößen nicht aktiv - das muss der Mieter selbst übernehmen. Die Opposition überzeugt das nicht.

Das geplante Mietendeckel-Gesetz hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde am Mittwoch der endgültige Entwurf beschlossen. Der wesentliche Kern des Mietendeckels bleibt: Die Mieten in Berlin werden rückwirkend zum 18. Juni 2019 für fünf Jahre eingefroren. Einiges wurde allerdings geändert, da die Koalition hofft, so vor Gericht besser bestehen können.

Eine wichtige Änderung gibt es beim Rechtsweg für den Fall, dass Mieter und Vermieter sich nicht darauf einigen können, ob eine Miete nachträglich abgesenkt werden soll. Bisher war vorgesehen, dass der Vermieter rechtlich dagegen vorgehen muss, wenn er auf der Miete besteht, die ihm laut Mietendeckel untersagt wäre. Nun müsse der Mieter selbst den zivilrechtlichen Weg gehen, vors Amtsgericht ziehen und sein Recht erklagen, erläuterte die Abgeordnete Katrin Schmidberger (Grüne). Er könne sich aber zuvor an das jeweilige Bezirksamt wenden und sich bescheinigen lassen, dass die Miete oberhalb der im Mietendeckel-Gesetz festgelegten Höchstgrenze liegt.

Linke: wesentliche Elemente geblieben

Inhaltlich neu im Vergleich zum vorherigen Gesetzesentwurf ist zum Beispiel auch die Besserstellung von Vermietern, die sehr niedrige Mieten verlangen. Sie können die Mieten bei Wiedervermietungen um einen Euro monatlich auf bis zu 5,02 Euro pro Quadratmeter erhöhen. Außerdem wurde genauer definiert, was als Härtefall zu gelten hat. Nicht berücksichtigt wurde der Wunsch der Grünen, Genossenschaften vom Mietendeckel auszunehmen. Darauf hatte ihre Fraktion wegen rechtlicher Bedenken schließlich verzichtet. 

Bei den Änderungen geht es nicht zuletzt um Anregungen aus einer Anhörung von sechs juristischen Experten im Dezember. Rot-Rot-Grün hatte sie als "juristischen Feinschliff" angekündigt. "Der Änderungsantrag hat an der Substanz des Gesetzes nichts geändert", sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Die drei wesentlichen Elemente seien geblieben: der Mietenstopp mit Stichtag 16. Juni 2019, die Festlegung von Höchstwerten laut der Mietentabelle und die Möglichkeit, überhöhte Mieten abzusenken. Lompscher nannte die überarbeitete Fassung "ein klareres und auch rechtlich sicheres Gesetz".

CDU: Hohes Maß an Unbestimmtheit

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus lehnt das Mietendeckel-Gesetz auch nach den Änderungsvorschlägen ab. Es sei ein verfehlter Weg und werde sowohl verfassungsrechtlich als auch in der Praxis scheitern, hieß es vonseiten der CDU und FDP am Donnerstag in der gut zweieinhalbstündigen Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wohnen.

Geändert wurden zahlreiche Detailformulierungen im Gesetzestext. So heißt es darin nun etwa, die Bezirksämter überwachten die Einhaltung der Vorschriften des Gesetzes. "Sie können von Amts wegen alle Maßnahmen treffen, die zur Umsetzung dieses Gesetzes erforderlich sind." Stefan Evers von der CDU kritisierte daran "ein hohes Maß an Unbestimmtheit".

Über das Mietendeckel-Gesetz wird das Abgeordnetenhaus voraussichtlich am 30. Januar abstimmen. Die Opposition hat bereits angekündigt, es vor dem Verfassungsgericht überprüfen zu lassen, sobald es in Kraft ist. Wie verhärtet die Fronten sind, zeigte sich am Donnerstag schon daran, dass die Oppositionsparteien beantragten, die Beschäftigung mit dem Tagesordnungspunkt abzusetzen.

Opposition moniert knappe Zeit

An dem Änderungsantrag war noch am Dienstagnachmittag gefeilt worden. Die Opposition erhielt ihn erst am frühen Abend und beklagte, keine Zeit gehabt zu haben, das insgesamt 23-seitige Papier kritisch in Augenschein zu nehmen. Änderungsanträge so kurzfristig vorzulegen, mache das ganze Verfahren zur Farce, sagte CDU-Generalsekretär Stefan Evers. Sich über Nacht damit zu beschäftigen, sei so gut wie unmöglich. AfD und FDP schlossen sich der Kritik an.

Die SPD-Politikerin Iris Spranger warf der CDU eine fadenscheinige Begründung vor: Die Opposition habe den Mietendeckel bisher unisono doch sowieso komplett abgelehnt. Katrin Schmidberger von den Grünen entschuldigte sich dagegen. Sie könne den Ärger der Opposition gut verstehen, bat aber um Verständnis. Der Antrag auf Vertagung wurde abgelehnt.

Sendung: Abendschau, 22.01.2020, 19.30 Uhr

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53 Kommentare

  1. 53.

    Bauen Bauen Bauen. Wenn man überhaupt noch irgendjemand findet, der Wohnungen bauen möchte und sich dafür verschulden möchte.

  2. 52.

    Weshalb denken die linksgrünen Aktivisten nicht an eine Deckelung der Energiekosten?
    Die Diskussion über die gefühlten Vorteile eines Deckels gehen an der Realität vorbei, ohne verstärkten Neubau ändert sich nichts.
    Wenn die Verwaltung wie bisher lieber deckelt als baut, bleibt die Misere unverändert, Berlin braucht eine neue Regierung.

  3. 51.

    Die Miethöhe ist ein Knappheitsfunktion und deshalb wirkt "Manipulation" nicht? Aha. Seltsame Argumentation - wobei es eigtl keine ist. Plausibilitätscheck: Die Einkommenshöhe von Pflegekräften ist eine Knappheitsfunktion, es bringt also nichts Sie zu manipulieren... Aja. Nichtssagende Scheinlogik. Und nebenbei: wir sind Marktmechanismen (Theorien) übrigens nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, ganz im Gegenteil die soziale Marktwirtschaft geht durchaus von einer Mitgestaltung des Staates aus. Diese Mitgestaltung kann der geneigte Bürger z.B. beim Mindestlohn erleben. Entschuldigung, aber ihr Satz ist ist einfach eine hübsche Behauptung, die zwar evtl. ihrer Weltsicht entspringt (die offenbar neoliberalen Erklärungsursprungs ist), deshalb aber weder in Stein gemeißelt, noch real, noch vernünftig ist. Beachtlich auch, dass Sie bereits zu wissen vorgeben, das der Mietendeckel nicht wirkt. Vielleicht ist es weniger das Wissen als das Wollen?

    Die Thematik bzgl der endlichen Baulandlogik und des Zuzuges ist jedenfalls schon eher ein Punkt - einer im Übrigen, der auch darauf verweist, dass nur das Bauen, Bauen, Bauen uns in Berlin auch nicht weiterbringt. Das Problem ist komplex, die Lösung muss es auch sein. Hohe Mieten sind vielleicht ein Instrument, aber ganz sicher nicht das der Wahl, wenn wir eine lebenswerte, funktionierende Stadt erhalten wollen. Die Alternativlosigkeit, die Sie reflektieren, ist schlicht nicht vorhanden und der Mietendeckel beweist das. Thinking out of the box...

  4. 50.

    Auch das Gegenteil kann richtig sein. Wer sehr viel verdient, kann locker mehr als 30% für Miete ausgeben, weil ihm immer noch mehr als genug für alles andere bleibt. Vielleicht will er einfach die exclusive Wohnsituation mehr, als den Ferrari in der Tiefgarage oder die Klunker am Hals der Gattin.

  5. 49.

    Da die Miethöhe letztlich eine Knappheitsfunktion ist, bringt es überhaupt nichts, sie zu manipulieren. Man muß entweder den Zuzug begrenzen, oder mehr Wohnungen bauen. Wenn mehr Leute in die Stadt wollen, als Unterkünfte zur Verfügung stehen, muß man die Attraktivität der Stadt verringern. Hohe Mieten sind ein geeignetes Instrument, gute Transportmöglichkeiten ins nahe Umland ein weiteres. Wer die Möglichkeit schafft, im Umland zu günstigen Preisen Wohnraum zu erwerben, kann den Zuzug mindern. Wer die Grenzen schließt, löst einen Teil des Problems. Wer die Mobilität fördert, öffnet ein Ventil. Wer Bauland ausweist und Baugenehmigungen erteilt, entspannt den Wohnungsmarkt.

    Wer nichts davon tut, aber die Mieten senkt, gießt Öl ins Feuer. Das kann niemand ohne Grund wollen. Das Ziel ist, längerfristig die Immobilieneigentümer zu enteignen. Wer anderer Meinung ist, möge mir die Strategie auf andere Weise schlüssig erklären.

  6. 48.

    Überraschung! Ihre Realitätsblase und meine Realitätsblase entstehen beide mitten in Berlin und netterweise, treffen Sie bei diesem Thema zu Recht aufeinander. Denn zur Wahrheit gehört nunmal, dass es in Berlin nicht nur Vermieter und deren wirtschaftliche Interessen gibt. Tatsächlich gibt es deutlich mehr Mieter in der Stadt und da wir hier alle demokratisch ko-existieren wollen, sollte das Gefüge doch für alle funktionieren oder? Meine Realität zeigt mir, dass es grundlegende Funktionen einer sozialen Marktwirtschaft ist, essentielle Bedürfnisse der Bürger sicherzustellen. Dazu gehört das Recht auf Wohnen, nicht das ausufernde Gewinnmachen zu Lasten einer Mehrheit. Niemand sagt, dass Vermieter "Finanzierungssklaven" oder das "Sozialamt" für Mieter sein sollen. Aber natürlich ist eine so eklatante Fehlentwicklung im Mietwohnmarkt, weder gesellschaftlich noch politisch zu akzeptieren - und wie die politischen Mehrheiten zeigen, sie wird auch nicht akzeptiert. Und darin unterscheiden wir uns essentiell: ich finde es nicht fair und tolerable, wenn zB Rentner nach 30 Jahren in ihren Wohnungen und Kiezen per Mietpreisspirale aus eben jenen verdrängt werden. Das ist ein sehr plastisches Beispiel. Nach Ihrer Logik dürfen Geringverdiener ja durchaus überallhin weichen, damit vor allem Finanzstarke die Freuden der Innenstadt gebissen dürfen.

    PS unglaublich aber.. Ich bin Vermieter und mir ist es trotzdem möglich mein soziales Umfeld und nicht nur mich wahrzunehmen.

  7. 47.

    Um ihre realitätsblase auch nur ansatzweise auszudiskutieren fehlt hier der Platz, da sie so umfänglich und von der Realität weiter entfernt sind als die Voyagersonde von der Erde.
    Vermieter sind nicht das Sozialamt für zu niedrige Einkommen. Dafür sind die Gewerkschaften da.
    Es ist nicht Ihre Entscheidung welche Kredite zu welchen Konditionen ein Käufer aufnimmt und wie schnell er etwas zurückzahlen möchte. Das ist sein Risiko und seine Haftung und die seiner Familie. Ein Vermieter ist nicht der Finanzierungssklave für seinen Mieter. Im Übrigen werden nach einer gewissen Zeit Folgeinvestitionen fällig. Wie etwa Dach, Fenster, Hausflur, Dämmung, Strang. Gekleckert über die Jahre, aber immer wieder wird etwas fällig. Inflation gar nicht zu erwähnen.
    "Es gibt kein Recht..." Es gibt kein Recht in Friedrichshain zu wohnen und auch nicht in Berlin. Es gibt Freizügigkeit im GG aber dazu auch ein ABER. Niemand ist gezwungen in Berlin zu wohnen oder in einer Bestimmten Wohnung. Platz alle

  8. 46.

    Kommentar 2 ist lustig und zeigt die komplette Unbedarftheit und Unkenntnis. Es ist schon Angst einflößend, dass die menschen mit der wenigsten Ahnung am lautesten schreien. Viele Firmen nehmen schon gar keine öffentlichen Aufträge mehr an. Nicht nur weil die Ausschreibungen zu aufwendig und schikanös sind sondern auch, weil öffentliche Träger eine extrem schlechte Zahlungsmoral haben. Eigentlich müssten die Schufaeinträge noch und nöcher haben und keine Bank würde so jemandem noch Kredit gewähren.
    Wir haben selbst schon 4 öffentliche Anfragen abgelehnt, weil wir nicht in die Insolvenz getrieben werden wollen. Das Risiko ist uns zu groß.

  9. 45.

    Wenn der Senat einen Deckel für alle Gewerke und Handwerker einführt inklusive Energie + gesamte Betriebskosten und auch Maklergebühren, Notar und seinen eigenen Wucherpreisen wie Grundbucheinträge, Verwaltungsgebühren und Grunderwerbsteuer und der Staat mit seinen Einkommensteuern.. DANN währe eventuell ein Mietendeckel gerechtfertigt. Aber so gehen alleine durch die Steuern, ohne die ganzen anderen einmaligen Abgaben, rund 50% der Kaltmiete an den Staat. Er ist der Abzocker und Kostentreiber nicht die Vermieter.
    Da sollte der Staat auf seine kostentreibenden Abgaben und Eingriffe verzichten. Wenn er es denn wirklich ernst meinte.
    So geht es nur darum den Menschen, die keinen Kommunismus wollen und etwas aufgebaut haben Schaden zuzufügen. Wenn man wirklich ehrlich ist, dann stünde man ohne die privaten Wohnungen ganz schön blöd da und ein Großteil der Berliner säße auf der Straße. Nun überlegt sich jeder 2x, ob eine Investition noch Sinn macht.

  10. 44.

    "Deutschland sollte zudem den Erwerb von Immobilien durch Ausländer einschränken"

    Deutschland den Deutschen?

  11. 43.

    Ein Mietendeckel tut Not! Berlin ist zu einem Immobilien-Eldorado des internationalen Anlagekapitals geworden. Während jenes rücksichtslos maximale Verzinsung sucht, verdrängen in der Folge Villagepeople, die es einfach nur "hip" finden in Berlin als "place to be" zu wohnen, die angestammte, einheimische Wohnbevölkerung an den Rand der Stadt oder auf die Straße, ohne sich über die Folgen ihres Handelns Gedanken zu machen. Um den "Bedarf" der Anleger und Zuzugswiligen zu decken, müsten wir diese Stadt zubauen oder, wie es so schön heisst, "verdichten". Wollen wir das? Damit würde Berlin seine soziale Mischung und sein Grün unwiederbringlich verlieren. Um den liebenswerten Charakter dieser Stadt zu bewahren, sehe ich es leider als unumgänglich an, etwa wie in Wien, den Zuzug zu beschränken und von engen Voraussetzungen abhängig zu machen. Deutschland sollte zudem den Erwerb von Immobilien durch Ausländer einschränken wie in Skandinavien.

  12. 42.

    @foolsgarden. Ihre Argumentation bezieht sich überwiegend auf Mieter mit niedrigem Einkommen. Ich stimme Ihnen zu, dass Rentner aus ihren Wohnungen nicht vertrieben werden dürfen. Das Wohngeld wurde erhöht, durch die Mietpreisbremse darf die Miete 5 Jahre nicht angehoben werden, das sind erste Schritte. Das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage können wir aber nicht umgehen. Meine Argumentation bezieht sich jedoch hauptsächlich darauf, dass durch den Mietendeckel in erster Linie Gutverdienende profitieren, die es eben nicht nötig haben. Der Mietendeckel ist dadurch ungerecht und unausgewogen. Aus welchem Grund soll ein Spitzenverdiener, der hohen Wohnkomfort liebt und sich das leisten kann, weniger Miete zahlen? Wer ist in Zukunft dazu bereit Wohnobjekte zu erwerben und zu vermieten, wenn er in seinem Leben niemals einen Gewinn erzielt? Dann genießt man doch lieber sein Leben und gibt sein Geld für schöne Dinge aus. Dadurch verschärft sich die Wohnungsknappheit weiter!

  13. 41.

    Liebe Eleonora,
    der Mietpreissteigerungsspiegel ist ja nicht erst seit dem Bauboom (bzw Spekulantenboom) so, wie er ist. Ich kritisiere das Konzept, was in sich nicht vernünftig und auch nicht so bindend ist, wie Sie suggerieren. Natürlich ist Vieles teurer geworden - denken Sie nicht, dass gerade Mieter in der Stadt essentiell darunter leiden? Und da geht es nicht um Profit, sondern um existenzielles Wohnenkönnen. Ich kenne Ihre Sanierungsvorhaben nicht, aber eine Badsanierung ist durchaus unter 15TSD Euro zu haben, ich habe selbst kürzlich günstiger gelegen. Wenn Sie natürlich Premium-Materialien nutzen, um das dann als besonders hochwertig via Mietspiegel einpreisen zu lassen, dann verbietet sich natürlich der Grundsatz "so günstig wie möglich und so hochwertig wie nötig". Ihnen geht es um Ihr Investment und Ihren zügigen Profit - mir geht es darum, dass ich auch in 20 Jahren noch in dieser Stadt bezahlbar wohnen kann. Genauso, wie meine Kinder dann evtl als Studenten günstigen Wohnraum benötigen oder meine Eltern als Rentner mit ihrer Rente eine Wohnung halten können sollen - ohne das sie Angst haben, mit jeder weiteren Mieterhöhung auf der Straße zu sitzen.

    Bauen, Bauen, Bauen - ein tolles Mantra. Dass die Baumöglichkeiten begrenzt sind, erwähnen Sie lieber nicht. Ebensowenig, dass Bestandsmietern das Gebaue wenig nützt, wenn nebenbei (die X-tausend Wohnungen entstünden ja kaum über Nacht) die Bestandsmieten explodieren.

  14. 40.

    Liebe Eleonora,
    wohin führt Ihre Argumentation? Natürlich sind Sie als Vermieterin nicht im 100% Schlaraffenland, da graetscht Ihnen manchmal das soziale unserer Marktwirtschaft zwischen die Beine. Trotzdem lehnen Sie sich etwas stark aus dem Fenster, wenn Sie andeuten, dass der Mietspiegel an sich grundsätzlich wirksam reguliert. Das Gegenteil zeigt sich am Markt oder weshalb war die politische Forderung der Mieter und Mieterinnen so vehement - mit den entsprechenden Zustimmungswerten? Es gibt viele Möglichkeiten den Mietspiegel bzw. dessen Zweck zu unterwandern, sprechen Sie gern mit den Mietervereinen, wenn Sie tatsächlich so ahnungslos sind, wie Sie suggerieren. Auch die vielen Rechtsstreitigkeiten auch grosser Immobilienunternehmen gegen den Mietspiegel (wenn denn mal ein Mieter klagt) sprechen eine klare Sprache.

    Bzgl der Fairness: das mit der Armortisation Ihrer Investitionen ist so eine Sache. Wenn Sie Mieten so kalkulieren, dass Sie diese Ausgaben vor allem möglichst zügig amortisieren und das auf dem Rücken des Mieter in der Stadt, dann scheint mir Ihre Grundannahme (so wie die anderer, die genau diese schnelle Rendite getwittert haben) falsch. Die Lage in der Stadt scheint Ihnen dabei herzlich egal zu sein und ja auch Ihr kleines Rädchen befeuert diese kranke Logik, die dazu führt das zB Rentner aus Ihren Wohnungen verdrängt werden und die Vergleichsmieten steigen und steigen. Es gibt kein Recht auf Turbo-Amortisation oder Gewinne... Und wenn Sie andere Städte mit Berlin schon vergleichen müssen - die durchaus sehr unterschiedlichen Lohnniveaus sind ein nicht unwesentlicher Aspekt oder?

  15. 39.

    @foolsgarden. Sie kritisieren den Mietspiegel außerdem als Mietpreissteigerungsspiegel. Wie kann es anders sein? Wenn ALLE Kosten rund um die Immobilie steigen, dann kann die Miete doch nicht fallen. Meine Gebäudeversicherung stieg um 13%, die Strom-, und Gaspreise stiegen ebenfalls um Ca. 8%. Eine Badsanierung ist unter 15000€ nicht zu bekommen. Mieteinnahmen werden versteuert und die monatlichen Wohngeldkosten zahlt der Vermieter auch etwa um die Hälfte. Warum haben die Berliner nicht selbst eine Immobilie gekauft, als sie noch spottbillig war? Wenn man darauf spekuliert hat, dass die Party der billigen Mieten in Berlin immer so weitergeht, dann hat man sich halt verspekuliert. Die jetzige Situation war absehbar. Bauen, bauen und nochmals bauen ist das einzige was der Staat zur Entspannung beitragen kann und vielleicht schränkt man die Bauvorschriften auch mal etwas ein, anstatt ständig auszuweiten.

  16. 38.

    @Foolsgarden. Sie behaupten, dass Vermieter freie Hand bzgl. der Miethöhe hatten und sich diese Freiheit auch erhalten möchten. Wie kommen Sie darauf? Es gab in Berlin einen aktuellen Mietspiegel, der bei Nichteinhaltung eingeklagt werden konnte, somit war er bindend. Ich habe meine Miete seit Erstvermietung 2012 bis heute nicht erhöht. Sie müssen fairerweise aber auch zugeben, dass eine komplett sanierte Jugendstilaltbauwohnung in Bestlage mit dementsprechend erhöhtem Wohnwert nicht unter 10€ pro Quadratmeter vermietet werden kann, weil sie sich dann erst in 50 - 60Jahren amortisiert. Wenn man als Vermieter nicht mehr kalkulieren kann, weil Politiker Verträge torpedieren, dann werden die einst begehrten Altbauten als Mietwohnung eben vom Markt verschwinden und Mieter müssen mit wesentlich weniger Komfort leben. Auch wenn die Mietpreissteigerungen in Berlin hoch waren, so ist das jetzige Mietniveau unter allen deutschen Großstädten in Berlin trotzdem am niedrigsten.

  17. 37.

    Liebe Eleonora,
    genauso wenig, wie es Mieterinnen und Mieter unterlassen werden, in ihrer Abhängigkeit von bezahlbarem Wohnraum nach politischen Lösungen zu verlangen, die Sie als Mieter unterstützen.. Genauso wenig werden Sie als Vermieterin hier wohl aufhören, gegen diese Politik zu wettern. Es ist ganz einfach, die Interessen sind (vermeintlich) konträr. Sie wollen, dass die Politik Ihnen freie Hand als Vermieterin gibt und Sie nicht ggü Ihren (aus Ihrer Sicht besserverdienenenden) Mietern benachteiligt - die sich ja mehr leisten könnten, als Sie selbst. Das habe Sie häufig in Kommentaren zum Thema zum Ausdruck gebracht. Dummerweise hat diese freie Handhabung des Marktes "Wohnraum" bisher dazu geführt, dass wir Mieter in der Stadt mit extremen Mietpreissteigerungen oder Verdrängungen traktiert wurden. Ich werde als Mieter sicherlich keiner Partei meine Stimme geben, die vor allem Ihr Renditevorhaben ggü Ihren Mietern absichert - auch wenn es sich diese sogar leisten könnten. Im Endeffekt kurbeln auch Ihre offensichtlich höheren Mieten (die Sie so kalkuliert haben) die Mietpreisspirale in Berlin an.

  18. 36.

    Das Konzept des Mietenspiegels? Wenn es ein gutes Konzept wäre, gäbe es wohl kaum die eklatanten Mietpreisspiralenprobleme zB in Berlin. Es ist ja nun nicht gerade so, als ob es nur in Berlin Probleme mit bezahlbaren Mieten gäbe. Aber selbstredend ist das zum Teil extrem geringe Lohnniveau ein Parameter der das Problem in Berlin verstärkt. Würde es einen fairen Mietspiegel geben (der noch dazu auch von den grossen Immobilienwirtschaften wie Deutsche Wohnen, Akelius und Co. anerkannt würde.. ), der tatsächlich alle alten und günstigeren Bestandsmieten jeweils abbildet - vielleicht wäre das Konzept attraktiv. Aber so, wie der Mietspiegel aktuell berechnet wird, ist er in sich selbst eigentlich ein Mietpreissteigerungsspiegel. Es wird Zeit, das die Politik endlich Wiksames gegen den Mietenwahnsinn in der Stadt unternimmt - auch das ist die Basis einer zusammenhaltenden Gesellschaft und einer Demokratie.

  19. 35.

    @Tom. Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn von Ihnen mal ein informativer Beitrag gekommen wäre. Außer hämischer Bemerkungen kommt von Ihnen null. Falls Sie Stoff zur Belustigung brauchen, so können Sie auch in den Zirkus gehen. Sehr zu denken gibt mir, dass Sie inzwischen von sich schon im Plural (wir uns) reden. Alles gut bei Ihnen?

  20. 34.

    Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag als Vermieter und ehemaliger Mieter, der von einem "partnerschaftlichem" Verständnis von Mieter und Vermieter zeugt! Denn sie sind ja auch "Vertragspartner".
    Wenn ich allerdings weiter unten von anderen Vermietern von "Rendite", "Negativ-Rendite" usw. lese, weiß ich, wo der Hammer hängt... Weder Wohnraum, noch Ackerland oder Agrarrohstoffe (z.B. Warentermingeschäfte auf Weizen) sind aufgrund ihrer gesamtgesellschaftlichen und geopolitischen Relevanz (Grundversorgung) als "Rendite-Objekte" tauglich. Wenn ich das Eigentum mit hoher Fremdkapitalquote erworben habe, in der Erwartunng, die Kredite nebst Zinsen durch die Miete(n)/(r) zu bedienen und dann noch ein wenig Instandhaltungsrücklage beseite legen muss/sollte, ist schon klar, dass das Ganze mit der Rendite nicht mehr hinhaut. Mietshäuser waren immer -vornehmlich- sichere Geldanlage. Das reicht heute nicht mehr: Spekulations- und Renditeobjekt zum Vermögensmax. mit möglichst wenig Ärger...

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